18. August 2017 - Aktualisiert 07. Dezember 2018

Süßwasserfische

In Zusammenarbeit mit Tetra
Süßwasserfische in Aquarium

Süßwasserfische im Aquarium erfreuen ihre Besitzer mit ihren bunten Farben und ihrer Lebensfreude. Jedoch sollte man nicht denken, dass Fische besonders einfach und unkompliziert zu halten sind. Je nach Fischart muss man bestimmte Dinge berücksichtigen, damit sich die Tiere wohlfühlen.

Welche charakteristischen Eigenschaften besitzen die verschiedenen Süßwasserfische im Aquarium?

Skalare

Diese tropischen Süßwasserfische stammen ursprünglich aus dem Amazonasgebiet und gehören zur Familie der Buntbarsche. In der freien Wildbahn ernähren sie sich meistens von Larven, Insekten, Weichtieren, und kleineren Fischen. Auch im Aquarium ist Lebendnahrung empfehlenswert. Eine Alternative für diese Süßwasserfische in Aquarium sind Algen und Wasserlinsen. Obwohl Skalare robuste Tiere sind, reagieren sie auf biologische und chemische Veränderungen im Wasser sehr empfindlich. Bei optimalen Bedingungen und guter Haltung können Skalare im Aquarium zwischen zehn bis zwölf Jahre alt werden. Die größte Gefahr für ihre Gesundheit sind Flagellaten, eine Form von Geißeltierchen. Sie befallen den Darmtrakt und beschädigen die Darmwand. Falls das Immunsystem der Skalare geschwächt ist, vermehren sich die Geißeltierchen, welche bereits in geringer Anzahl in den Tieren vorhanden sind.  Die Erkrankung ist von außen erkennbar. Erkrankte Fische sondern einen weißen Schleim ab. Jetzt sollte schnell gehandelt werden.  Befallene Skalare gibt man in ein Quarantänebecken. Das Becken wird mit Wasser gefüllt, das eine Temperatur von 35°C haben sollte. Der Erreger wird auf diese Weise abgetötet. Zusätzlich sind spezielle Medikamente erforderlich.

Diskusfische

Wie die Skalare stammen auch die Diskusfischeaus dem Amazonas und gehören zur Familie der Buntbarsche. Ein besonderes Merkmal ist ihr flacher kreisförmiger Körper. Ihre Schuppen besitzen verschiedene Farben wie neonartiges Gelb, Rot und Blau. Meistens ernähren sich diese Süßwasserfische in der freien Natur von abgestorbenen Wasserpflanzen und Algen. Sie konsumieren auch kleinere wirbellose Tiere Würmer, Mücken und Larven. Für die Süßwasserfische in Aquarium ist eine abwechslungsreiche Ernährung wichtig. Granulate und Flockenfutter sollten nicht in zu hohen Mengen gefüttert werden. Bei Überfütterung können Granulate zum Darmverschluss und zum Tod der Tiere führen. Man sollte Flocken zuerst einweichen werden. Ansonsten blähen sie sich im Magen der Fische auf. Trockenfuttergemische aus Shrimps und Fischfilet sind für Diskusfische ideal. Diskusfische erreichen in der Natur bis zu zehn Jahre. Im Aquarium können sie sogar 16 Jahre alt werden. Häufige Erkrankungen sind Pilzinfektionen und Aluminiumvergiftungen, die man mithilfe einer guten Wasserfilterung verhindern kann. Ein Problem stellt die Weißpünktchenkrankheit. Der Auslöser ist ein Protozoon. Betroffene Fische müssen sofort isoliert werden. Meistens ist diese hochansteckende Infektion tödlich. Weiße Flecken und angeschwollene Kiemen sind Hinweise auf diese Krankheit.

Karpfenfische

Von Karpfenfischen, der größten Familie der Knochenfische gibt es ungefähr 3.000 Arten. Die Fische leben in Europa, Nordamerika, Afrika und Asien. Karpfenfische sind unterschiedlich groß. Die Größe reicht von 2 cm bis hin zu 2 m. Die Fische besitzen zahnlose Kiefer. In ihrem sogenannten Schlundknochen befinden sich Zähne. Anhand dieses Merkmales kann die Art bestimmt werden. Für Karpfenfische ist auch der Laichausschlag charakteristisch. In der Laichzeit verändert sich vor allem der Kopfbereich.

Karpfenfische sind meistens Allesfresser. Sie ernähren sich in der Natur von unterschiedlichen wirbellosen Tieren und Algen. Bei diesen Süßwasserfischen richtet sich die Ernährung nach der Art. Man kann einen Goldfisch mit pflanzlichem Futter wie Tiefkühlkost und Wasserlinsen ernähren. Er verträgt auch Lebendfutter und Flocken. Bärblinge bevorzugen Plankton und kleine Mückenlarven. Man kann sie auch mit pflanzlichem Futter wie Tiefkühlkost oder Salat ernähren. Koi-Karpfen benötigen eine kohlenhydrat-, eiweiß- und fettreiche Nahrung. Allerdings muss man darauf achten, begrenzt zu füttern. Diese Karpfen besitzen ein besonderes Fressverhalten. Solange sie Nahrung erhalten, konsumieren sie diese.

Karpfenfische sind sehr robuste Tiere. Jedoch kann bei nicht artgerechter Haltung verschiedene Krankheiten auftreten. Bei der Grieskörnchen-Krankheit wird ein betroffener Fisch von kleinen, weißen Pünktchen überzogen. Durch diesen Pilzbefall entsteht ein starker Juckreiz. Der Fisch reibt sich an festen Gegenständen und verliert an Gewicht. Ein Erreger ist auch für die Flossenfäule verantwortlich. Gründe für diese Krankheit sind verunreinigtes Wasser oder eine zu große Fischpopulation. Durch Entzündungen fällt die an Schwanzflosse nach und nach ab. Kiemenfäule ist ebenfalls ein hartnäckiger Pilzbefall, die meistens durch eine zu große Fischpopulation und zu Wassertemperatur verursacht wird. Bei einigen Fischkrankheiten, wie beispielsweise der Grieskörnchen-Krankheit, gibt es meistens keine Hilfe.

Was ist bei der Haltung verschiedener Süßwasserfische im Aquarium zu beachten?

Skalare

Erwachsene Segelflosser erreichen eine imposante Höhe. Daher benötigt man für die Haltung ein entsprechend großes Aquarium mit Maße von 150 x 60 x 60. Das Volumen des Beckens sollte 200 Liter oder mehr fassen können. Für die Einrichtung des Aquariums sind lockerer Boden und feines Granulat empfehlenswert. Man sollte sich auch für Pflanzen entscheiden, da der Skalar in seiner ursprünglichen Heimat im Dickicht des Amazonasbodens lebt. Skalare sind tropische Süßwasserfische. Daher muss man die Temperaturen aus seiner Heimat rekonstruieren. Idealerweise liegen diese zwischen 22 bis 32°C. Am besten eignen sich ständige Werte von etwa 26°C. Die Gesamthärte sollte bei sechs, die Karbonathärte vier liegen. Am besten filtert man mit Torfzusätzen. So wird der Bakterienhaushalt stabil und das Wasser sauber gehalten.

Diskusfische

Diskusfische stammen wie Skalare ursprünglich aus dem Amazonas. Daher muss man bei der Haltung einige Punkte besonders berücksichtigen. In ihrer Heimat leben die Fische am dunklen Grund des Amazonas. Licht kann Unruhe auslösen. Bei Tieren aus der Züchtung sind gedämpfte Neonröhren mit einem stärkeren Rotanteil empfehlenswert. Hohe Temperaturen mit Werten um die 29°C sind für Diskusfische ideal. Insgesamt sollte das Wasser einen pH-Wert von sechs bis sieben aufweisen. Vier bis 14° sind bei der Wasserhärte empfehlenswert. Die Karbonathärte liegt idealerweise bei minimal drei bis maximal zwölf Grad. Vor dem Kauf der Diskusfische sollte man etwa zwei Wochen warten, damit sich im Aquarium wichtige Bakterien für das Biotop bilden. Die Fische gibt man erst in den Behälter, sobald das Habitat komplett fertig ist. Auch sollten Wasserpflanzen integriert werden.

Karpfenfische

Karpfenfische sind in unterschiedlichen Klimazonen und Regionen der Erde beheimatet. Daher sind bei der Haltung die Bedingungen auf die Art abzustimmen.

Der Goldfisch fühlt sich in einem Kaltwasser-Aquarium wohl. Eine Wassertemperatur von 10-20°C ist vollkommen ausreichend, Der pH-Wert des Wassers Wasserwerte sollte von 6,5 bis 8 pH reichen. Goldfische sollte man auf keinen Fall in kleinen Aquarien halten. Sie fühlen sich in einem Teich oder in einem Aquarium mit einer Kantenlänge von ca. 100cm wohl. Sand eignet sich als Bodengrund, da sie ihre Nahrung am Boden durch Gründeln suchen. Goldfische bevorzugen robuste Pflanzen, um sich zu verstecken. Diese Fische haben eine sehr hohe Lebenserwartung und können bis zu 30 Jahre alt werden. Goldfische leben nicht gerne alleine und leben gerne mit ihren Artgenossen zusammen.

Bärblinge freuen sich über Wassertemperaturen von 22 bis 26°C und pH-Werte von 5 bis 6,5. Eine Gruppe sollte aus mindestens 6 Tieren bestehen.  Starke Filterung wie beispielsweise Torffilterung ist erforderlich. Diese Fische schätzen eine nur mäßige Beleuchtung. Da die Fische in der freien Wildbahn in fließenden Gewässern vorkommen, benötigen sie auch in der künstlichen Haltung ausreichend Platz. Ein Aquarium mit 200L ist ideal. Das Aquarium sollte nicht zu dicht bepflanzt sein.

Der Kardinalfisch ist mit einer Wassertemperatur von 16 bis 22°C und mit Wasserwerten von 6 bis 8 pH zufrieden. Man sollte beachten, dass die Temperaturen 23°C nicht übersteigen. Ansonsten werden die Fische schnell anfällig für Krankheiten. Die Größe des Aquariums sollte mindestens 54L betragen. Der Kardinalfisch möchte keine üppige Bepflanzung, da er gerne frei umherschwimmt. Zum Verstecken sollten jedoch einige robuste Pflanzen vorhanden sein. Der Kardinalfisch ist sehr gesellig und möchte gerne mit mindestens 10 Artgenossen zusammenleben.

Der Koi-Karpfen benötigt ein besonders geräumiges Gewässer. Daher sollte er am besten in einem Teich gehalten werden. Dieser Fisch lebt nicht gerne allein. Die Anzahl seiner Artgenossen richtet sich nach der Größe des Gewässers, das zur Verfügung steht. Der Raum pro Tier sollte ein ungefähr 1-3 qm betragen. Bei der Haltung im Teich muss man auf geeignete Lichtverhältnisse achten. Der Teich darf nicht der prallen Sonne ausgesetzt sein. Eine komplette Abschottung ist auch zu vermeiden. Daher ist ein Teich im Halbschatten am besten geeignet, der eine Mindesttiefe von 1,3 m haben muss. Die Tiere halten hier Winterschlaf.  In dieser Zeit darf man sie nicht wecken oder umsetzen. Es ist besonders wichtig, die Wasserwerte regelmäßig zu überprüfen. Die Fische vertragen Temperaturen von 3 bis 30°C. Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 9 liegen. Die Süßwasserfische Haltung von Koi-Karpfen ist eher anspruchsvoll. Daher ist es wichtig, dass man bereits über etwas Erfahrung verfügt.

süßwasserfische

Wo können Süßwasserfische erworben werden?

Auf jeden Fall ist es ratsam, die Süßwasserfische in einem guten Zoofachhandelsgeschäft zu erwerben. Im Internet findet man auch Adressen von verschiedenen Züchtern. Man sollte die Fische vor dem Kauf genauer betrachten, damit man keine kranken oder schwachen Tiere erhält. Bevor man einen Züchter oder ein Geschäft auswählt, ist es empfehlenswert, etwas zu recherchieren und andere Kundenmeinungen durchzulesen.

Im Internet gibt es heutzutage auch Online-Shops, die Fische zum Verkauf anbieten. Obwohl diese Variante auf den ersten Blick verlockend erscheinen mag, ist davon eher abzuraten. Sicher bedeutet es viel Zeitersparnis, Fische einfach per Mausklick zu bestellen. Jedoch kann der Express-Versand bei den Tieren sehr viel Stress auslösen. Die Fische werden geschwächt und könnten auch Krankheiten entwickeln. Daher sollte man es bevorzugen, sich genügend Zeit zu nehmen, um die Fische in einem Fachgeschäft zu erwerben. Je nach Fischart muss man mit unterschiedlichen Preisen rechnen. Goldfische sind besonders günstig zu erwerben. Je nach Art befinden sich Buntbarsche wie Skalare in der mittleren und gehobeneren Preisklasse. Für einen Koi-Karpfen muss man mit einem besonderen hohen Preisniveau rechnen.

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