Karpfenfisch

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Prachtbarbe schwarz

Die Karpfenfische (Cyprinidae) bilden die größte Familie der Knochenfische (Osteichthyes) und der Wirbeltiere (Vertebrata). Sie haben ungefähr 3.000 Arten und kommen in Nordamerika, Europa, Asien und Afrika vor. Die meisten von ihnen leben im Süßwasser, es gibt aber einige Ausnahmen, die im Brackwasser leben (z.B. Aland, Brachse oder Ziege in der Ostsee). Sowohl der Karpfen als Speisefisch, als auch der Goldfisch oder der Koi-Karpfen als Zierfische gehören zu den bekanntesten Karpfenfisch Arten.

Wie sehen die Karpfenfische aus?

Die Karpfenfische gibt es in den unterschiedlichsten Größen von nur 2 cm Größe bis hin zu 2 m. Sie haben zahnlose Kiefer, ihr sogenannter Schlundknochen weist allerdings Zähne auf, mithilfe derer man die Art bestimmen kann. Ihre Nahrung reiben sie mit diesen Zähnen an die Hornplatte ihrer Schädelunterseite.

Charakteristisch ist für den Karpfenfisch außerdem der Laichausschlag; eine in der Laichzeit auftretende Veränderung der Oberhaut, besonders im Kopfbereich. Daneben verfügen sie über den sogenannten Schreckstoff: ein Pheromon, das bei den Karpfenfischen z.B. bei Verletzungen freigesetzt wird. So warnen die Fische ihre Artgenossen im Schwarm, wenn sie von einem Räuber gepackt wurden.

Ihr Aussehen variiert ansonsten je nach Art und Habitat - sie sind von Flüssen über Teiche zu Seen fast überall zu finden.

karpfenfisch
karper

Kann ich die Karpfenfische auch selber züchten?

Der Goldfisch vermehrt sich in freier Natur einfacher als im Aquarium. Grund dafür ist, dass die Goldfische Freilaicher, aber auch Laichräuber sind. Die Jungtiere benötigen also Pflanzen, am besten feingliedrige Pflanzen, um sich zu verstecken. Im Aquarium werden sie aufgrund des begrenzten Raumes dennoch schnell von den Elterntieren aufgespürt und gefressen.

Der Kardinalfisch lässt sich im Aquarium sehr einfach vermehren, ein spezielles Zuchtbecken ist nicht erforderlich. In einem artgerechten Becken vermehren sich die Tiere selbst, für das Auslösen des Paarungsverhaltens reicht bereits eine leichte Temperaturerhöhung. Die Weibchen legen die Eier direkt an die Wasserpflanzen ab (Haftlaicher). Nach 2-3 Tagen schlüpfen die Larven, die nach Aufbrechen des Dottersacks frei umher schwimmen. Zunächst sollten sie dann mit Staubfutter ernährt werden, nach ca. 10-14 Tagen kann die Ernährung auf Artemia umgestellt werden. Zu beachten ist, dass der Bestand bisweilen durch laichräuberische Elterntiere dezimiert werden kann.

Auch die Bärblinge sind Laichräuber. Möchte man sie züchten, setzt man am besten ein gut abgefüttertes Paar in ein gesondertes Becken, das ca. 25°C warm, sauer und weich ist. Aus diesem Becken sollte man sie nach dem Ablaichen schnell wieder entfernen, um zu verhindern, dass die Eltern die Jungtiere oder schon den Laich fressen. Die Larven ernähren sich nach dem Schlüpfen ungefähr 2-3 Tage von ihrem Dottersack. Danach sollten sie mit frischer Artemia ernährt werden.

Während schon die Haltung der Koi-Karpfen anspruchsvoll ist (s. auch Karpfenfisch Haltung), ist ihre Zucht noch komplexer. Sie erfordert besonderes Know-How und sollte nur von erfahrenen Experten vorgenommen werden.

Welche Arten gibt es und welche sind für die Haltung im Aquarium oder Teich geeignet?

Der für die Aquarienhaltung bekannteste Karpfenfisch ist der Goldfisch. Er kann je nach Zuchtform eine Größe von 35 cm erreichen und hat eine charakteristische gold-orangene Farbe.

Eine weitere Unterfamilie, von denen einige Arten beliebte Aquarienfische sind, ist die der Bärblinge. Diese Fische sind in der Regel Schwarmfische und erreichen eine Größe von maximal 2-3 cm. Sie haben eine silbrige Färbung, die je nach Art variieren kann.

Auch der Kardinalfisch gehört zur Familie der Karpfenfische und kann gut in Aquarien gehalten werden (s. unten Karpfenfisch Haltung). Die Tiere werden zwischen 4 und 5 cm groß und haben eine silbrig-graue Farbe mit leuchtend roten oder grünen Einfärbungen an den Flossen.

Ein weiterer beliebter Fisch ist der Koi-Karpfen. Diese haben eine weiße, orangefarbene und schwarze Färbung. Zwar sind sie für die künstliche Haltung geeignet, allerdings nicht für ein Aquarium. Stattdessen sollten sie besser in einem Teich gehalten werden (s. auch unten, Karpfenfisch Haltung).

Was ist der natürliche Lebensraum der Karpfenfische?

Der Karpfenfisch ist in der ganzen Welt zuhause und wurde von den Menschen im Laufe der Jahrhunderte auch in Regionen eingeführt, in denen er zuvor nicht heimisch war. Inzwischen findet man ihn nahezu überall auf dem eurasischen Kontinent, in Nordamerika sowie in Afrika, wo sie die verschiedensten Habitate (Teiche, Flüsse, Seen, Meere) bewohnen.

Wie muss ich die Karpfenfische ernähren?

Die meisten Karpfenfische sind Allesfresser und ernähren sich in freier Wildbahn von verschiedenen wirbellosen Tieren sowie Algen. Grundsätzlich sind aber je nach Art Besonderheiten zu beachten.

Der Goldfisch ist beispielsweise überwiegend mit pflanzlichem Futter zu ernähren, wie Wasserlinsen, Tiefkühlkost, aber auch gerne Flocken oder Lebendfutter.

Bärblinge fressen kleine Mückenlarven oder Plankton, aber auch pflanzliches Futter wie Salat oder Tiefkühlkost.

Bei Koi-Karpfen ist auf eiweiß-, kohlenhydrat- und fettreiche Nahrung zu achten, die allerdings begrenzt gefüttert werden sollte - diese Karpfen hören nämlich in der Regel nicht mit der Nahrungsaufnahme auf solange noch Nahrung vorhanden ist.

Was muss ich bei der Haltung der Karpfenfische beachten?

Da die Karpfenfische in den verschiedensten Regionen und Klimazonen der Erde heimisch sind, sind die Bedingungen bei der Haltung jeweils auf die Art abzustimmen.

Der Goldfisch ist am besten in Kaltwasser-Aquarien zu halten. Eine Wassertemperatur von 10-20°C ist ausreichend, die Wasserwerte sollten 6,5 - 8 pH und 10-30° dGH betragen. Entgegen der weit verbreiteten Ansicht sollten Goldfische nicht in kleinen Aquarien gehalten werden. Vielmehr fühlen sie sich erst in Aquarien mit einer Kantenlänge von ca. 100cm (also ca. 200L Wasser) oder im Teich wohl. Da sie ihre Nahrung natürlicherweise durch Gründeln am Boden suchen, ist Sand ein geeigneter Bodengrund. Außerdem benötigen sie robuste Pflanzen, um sich verstecken zu können. Zu beachten ist außerdem die hohe Lebenserwartung dieser Tiere von bis zu 30 Jahren. Aus diesem Grund sollte die Anschaffung eines Goldfischs gut überlegt sein. Sie sind keine Einzelgänger und sollten mit mehreren Artgenossen gehalten werden.

Bärblinge bevorzugen Wassertemperaturen von 22-26°C und pH-Werte von 5-6,5 sowie eine Wasserhärte von 5-12 °dGH. Sie sollten immer als Gruppe mit mindestens 6 Tieren und starker Filterung (z.B. Torffilterung) gehalten werden. Außerdem ist auf eine nur mäßige Beleuchtung zu achten. Diese Fische kommen in freier Wildbahn in der Regel in fließenden Gewässern vor und benötigen daher auch in künstlicher Haltung viel Platz zum Ausschwemmen. Kleiner als 100L, besser aber 200L, sollte ein Aquarium für sie daher nicht sein. Aus diesem Grund sollte - wie beim Goldfisch auch - darauf geachtet werden, dass das Aquarium nicht zu dicht bepflanzt ist (im Gegensatz zu tropischen Aquarien). Sie sind friedlich und gut für die Haltung mit anderen Fischen geeignet.

Der Kardinalfisch stellt eher bescheidene Ansprüche an sein Becken: eine Wassertemperatur von 16-22°C reicht ihm ebenso wie Wasserwerte von 6-8 pH und über 30°dGH. Zu berücksichtigen ist, dass die Kardinalfische bei Temperaturen von mehr als 23°C schnell anfällig für Krankheiten werden. Auch die Größe des Aquariums von mindestens 54L darf verhältnismäßig klein sein. Wichtig ist auch hier, dass die Bepflanzung einerseits nicht zu üppig ausfällt, da der Fisch gerne viel und frei umher schwimmt, zum anderen sollten aber robuste Pflanzen zum Verstecken vorhanden sein. Außerdem ist der Kardinalfisch ein geselliges Tier und sollte im Schwarm mit mindestens 10 Artgenossen gehalten werden.

Der Koi-Karpfen wird aufgrund seiner Ansprüche an geräumige Gewässer am besten im Teich gehalten. Er sollte nicht allein, sondern mit Artgenossen gehalten werden. Deren Anzahl richtet sich wiederum nach der Größe des zur Verfügung stehenden Gewässers: pro Tier sollte ein Raum von ungefähr 1-3 qm gerechnet werden. Der Teich sollte weder der prallen Sonne ausgesetzt noch komplett von dieser abgeschottet sein. Außerdem muss er eine Mindesttiefe von 1,3 m haben, da die Tiere dort Winterschlaf halten. Währenddessen dürfen sie nicht geweckt oder umgesetzt werden. Bei den Koi-Karpfen sind zudem regelmäßig die Wasserwerte zu überprüfen. Zwar kommen sie mit Temperaturen von 3-30°C zurecht, der pH-Wert sollte jedoch zwischen 6,5 und 9 liegen und die Wasserhärte 30° dGH nicht unterschreiten. Während die Karpfenfische, wie Goldfisch oder Bärblinge eher einfach zu halten und zum Teil auch schon für Anfänger geeignet sind, ist die Haltung der Koi-Karpfen anspruchsvoll und erfordert besondere Kenntnisse und Erfahrung.

Wie alt werden Karpfenfische?

Die Lebenserwartung der Karpfenfische variiert stark je nach Art. Goldfische haben z.B. eine sehr hohe Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren (s. auch oben, Karpfenfisch Haltung). Dafür sind sie allerdings einfach zu halten und auch gut für Anfänger geeignet. Bärblinge erreichen in Aquarien in der Regel ein Lebensalter von 4-6 Jahren, die Lebenserwartung in freier Natur liegt aufgrund von Fressfeinden darunter. Bei ihrer Haltung ist auf die genaue Einhaltung der Wassertemperatur zu achten, da sie sonst schnell zu Krankheiten neigen. Koi-Karpfen können zwischen 30 und 60 Jahre alt werden, soweit sie richtig gepflegt und gehalten werden. Ebenso wie beim Goldfisch ist ihre Anschaffung daher sorgfältig zu bedenken. Grundsätzlich ist die Haltung von Karpfenfischen einfach, die der Koi-Karpfen ist allerdings besonders anspruchsvoll und nur für Erfahrene geeignet (s. oben, Karpfenfisch Haltung).

Karpfenfisch kaufen

Karpfenfische, die für die Haltung im Aquarium oder Teich geeignet sind, können gut in Zoofachgeschäften erworben werden. Ihre Preise variieren, Goldfische können für weniger als 5€ pro Tier erworben werden, ausgefallenere Züchtungen kosten bisweilen mehr. Kardinalfische und Bärblinge sind je nach Art für bis zu 2-3€ pro Tier zu kaufen. Besonderheiten gibt es bei Koi-Karpfen: diese sollten besser bei einem spezialisierten Fachhändler erworben werden und kosten schnell 500€ oder mehr pro Tier. Zwar können die Fische inzwischen auch online erworben werden, trotz Express-Versands sollte jedoch zugunsten einer artgerechten Behandlung der Tiere darauf verzichtet werden.

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