13. März 2017 - Aktualisiert 11. April 2018

Fischkrankheiten

krankenfisch

Die häufigsten Fischkrankheiten

Fischkrankheiten im Aquarium dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sie können für die Fische oftmals tödlich ausgehen. Deshalb sollten frühzeitig Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden. Wie Sie die Fischkrankheiten erkennen und welche Schritte eingeleitet werden müssen, erfahren Sie hier.

Die Pünktchenkrankheit

Die Pünktchenkrankheit, hervorgerufen durch den einzelligen Parasiten Ichthyophthirius multifiliis, ist eher unter der abkürzenden Bezeichnung "Ichty" bekannt und gefürchtet. Der Parasit bohrt sich regelrecht in die Schleimhaut des Fisches ein, und setzt sich dort fest. Von außen ist dieser Befall deutlich an den charakteristischen weißen, leicht erhabenen Pünktchen zu erkennen. Ist die Krankheit weiter fortgeschritten, so können sich die kleinen Pünktchen zu grauen Flecken vereinigen. Die Haut bildet vermehrt Schleim und beginnt, sich vom Körper zu lösen. Die Pünktchenkrankheit ist eine der Fischkrankheiten, die tödlich sind, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Wichtig ist es daher, die Symptome frühzeitig zu erkennen um entsprechend handeln zu können.

Symptome der Pünktchenkrankheit

  • zögerndes oder unregelmäßiges Schwimmverhalten
  • Anlegen der Flossen an den Körper
  • Scheuern der Haut durch schnelles, meist im Bogen verlaufendes Vorbeischwimmen an Steinen, Wurzeln und anderen Einrichtungsgegenständen
  • auch Fressunlust

Wenn auch die Kiemen befallen sind: Schwierigkeiten bei der Atmung, schnelles Atmen, oft "hängen" die Tiere direkt unter der Wasseroberfläche und schnappen nach Luft.

Behandlung der Pünktchenkrankheit

  • Die Behandlung findet im Aquarium statt, da der Parasit nicht nur die Fische befällt, sondern sich auch im Boden niederlässt.
  • Temperaturerhöhung auf 28 - 30° (Vorsicht, nicht alle Fische und Pflanzen vertragen so hohe Temperaturen, vorher informieren!)
  • Wasserwechsel (mind. 30%)
  • Mulm absaugen (da auch hier Parasiten sitzen)
  • Bei Einsatz von Malachitgrünoxalat oder malachitgrünoxalathaltigen Mitteln: Licht ausschalten (die Substanz ist lichtempfindlich)

Die Behandlung dauert ca. 14 - 20 Tage, da die Parasiten nur in einem bestimmten Stadium ihres Lebens, dem sogen. Schwärmerstadium, von Medikamenten erreicht werden können.

Verpilzung

Hervorgerufen wird die im Volksmund auch "Fischschimmel" genannte Krankheit von Pilzen der Gattung Saprolegnia und Achyla. Meist erkranken nur Tiere, die bereits durch andere Faktoren geschwächt sind. Verletzungen oder Revierkämpfe, aber auch zu niedere Wassertemperaturen und schlecht gepflegte Aquarien können das Immunsystem der Fische so stark belasten, dass sie von Pilzen befallen werden. Die Pilze sind nur gering pathogen. Bei geschwächten oder verletzten Tieren verändert sich durch die Schädigung der pH-Wert der Schleimhaut jedoch ausreichend, um optimale Lebensbedingungen für die Pilze zu schaffen. Es können Haut, Augen, Flossen und Kiemen befallen werden.

Auch hier ist, wie bei jeder Krankheit, das frühzeitige Erkennen der Symptome für das Tier lebenswichtig.

Symptome von Verpilzung

  • charakteristischer watteähnlicher Belag auf den betroffenen Regionen, der sofort zusammenfällt, wenn man das Tier aus dem Wasser nimmt
  • Apathie
  • Fressunlust
  • meist schwimmen die Tiere nicht mehr oder nur wenig umher, sondern verharren still an einer dunklen Ecke des Aquariums

Behandlung von Verpilzung

  • Umsetzen in sauberes Wasser oder ausgiebiger Wasserwechsel (50% oder mehr)
  • Temperatur anpassen, evtl. leicht erhöhen
  • Bäder in Salzlösung (ca. 1 TL auf 1l Wasser) für 15-30 Minuten oder in
  • Kaliumpermanganatlösung (1g auf 100l Wasser) ca. 30 Minuten (wichtig: die Bäder finden NICHT im Aquarium statt, sondern in einem gesonderten Behältnis)
  • Vitamingaben zur Stärkung des Immunsystems
  • Behandlung mit einem Mittel gegen Pilzbefall und bakterielle Primärinfektionen

Für alle Krankheiten gilt: Vorbeugen ist die beste Medizin. Gute Fisch- und Wasserpflege sind das A und O für gesunde Tiere und ein schönes Aquarium.

Bauchwassersucht

Die Ursachen der Bauchwassersucht sind umstritten. Man ist sich nicht sicher, ob sie von Viren oder Bakterien verursacht wird. Fakt ist jedoch, dass Bakterien, die im Aquarienwasser und Aquarienboden leben (Aeromonas und Pseudonomas), zu der Erkrankung beitragen. Ob sie die Krankheit auch hervorrufen ist unklar. Sobald das Immunsystem der Fische geschwächt wird, können die Bakterien nicht mehr bekämpft werden und es kommt zur Erkrankung. Im Anfangsstadium ist die Fischkrankheit noch heilbar. Im fortgeschrittenen Stadium jedoch ist die Heilung eher problematisch. Charakteristisch für die Bauchwassersucht bei Fischen ist der angeschwollene Bauch, der aufgrund von Flüssigkeitseinlagerungen durch den Verfall innerer Organe entsteht.

Symptome der Bauchwassersucht

  • abstehende Schuppen durch Bauchschwellung
  • apathisch
  • Kontrollverlust der Bewegungen
  • Glotzaugen
  • Entzündungen
  • Pilzbefall

Behandlung der Bauchwassersucht

Sobald die Ursache der Erkrankung ermittelt wurde, sollten Sie sofort mit der Behandlung durch geeignete Heilmittel beginnen. Der Wirkstoff gegen Bauchwassersucht nennt sich „Nifurpirinol“. Zusätzlich dazu kann eine Salzbehandlung durchgeführt werden, womit die Flüssigkeitsabgabe des Fisches unterstützt wird. Jedoch ist hier zu beachten, dass die Salzdosis je nach Fischart variiert.

Flossenfäule

Wie bei der Bauchwassersucht wird die Flossenfäule durch bereits im Aquarium vorhandene Bakterien ausgelöst. Ebenso bricht die Krankheit erst aus, wenn das Immunsystem der Fische geschwächt ist. Gewöhnlich tritt sie auf, wenn sich Fische nicht wohlfühlen oder falsch gehalten werden. Auch die Flossenfäule gehört zu den Fischkrankheiten, die tödlich enden kann, sollte keine Behandlung stattfinden.

Symptome der Flossenfäule

  • Flossen fransen aus
  • Flossenränder haben weißliche oder rötliche Farbe
  • Flossen haben Löcher
  • Fische werden apathisch

Behandlung der Flossenfäule

Da die Erkrankung meist ein Hinweis auf eine schlechte Wasserqualität ist, sollte man zunächst einen Wassertest auf zu hohe Nitritwerte durchführen. Ist dies der Fall, sollte man einen Teilwasserwechsel durchführen. Wenn sich trotzdem keine Besserung zeigt, müssen Medikamente gegen Flossenfäule aus dem Fachhandel eingesetzt werden.

Wie Sie die Wasserqualität in Ihrem Aquarium testen finden Sie hier.

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