Pflanzen im Aquarium : Starter Guide

planzen im aquarium was ist zu beachten

Pflanzen im Aquarium sind mehr als nur eine reine Dekoration – sie halten das Aquarienwasser sauber und versorgen Pflanzen und Tiere mit Sauerstoff.

Warum Pflanzen im Aquarium?

Wasserpflanzen sind mehr als nur eine reine Aquariumsdekoration – sie erfüllen wichtige Aufgaben in der Wasserwelt der Fische.

Sie bieten den Fischen Versteckmöglichkeiten vor größeren und aggressiveren Artgenossen. Besonders wichtig ist dies für Jungfische, die ohne geeignete Verstecke oft zum Futter größerer Fische werden!

Aquarienpflanzen nehmen Ammonium und Nitrat aus den Fischausscheidungen auf und entgiften so das Wasser. Außerdem wird eine übermäßige Algenproduktion verhindert. Auch Kohlenstoffdioxid wird unter Lichteinfluss mithilfe der Photosynthese in Sauerstoff umgewandelt – Prozesse, die das Leben in Aquarien erst möglich machen. Mit Hilfe von Pflanzen werden Aquarien zu kleinen Ökosystemen, die mit geringem Eingriff des Menschen problemlos existieren können.

Nicht zuletzt sind gesunde Wasserpflanzen ein Blickpunkt für jedes Aquarium und eine beruhigende Augenweide eines jeden Betrachters.

Wie viele kann ich einsetzen?

Werden zu viele Aquarienpflanzen eingesetzt, kann die Räumlichkeit sehr schnell verloren gehen und das Aquarium wirkt "zu voll". Generell können Sie für Pflanzen im Aquarium folgende Faustregel anwenden:

Länge in cm x Breite in cm geteilt durch 50.

z.B.:

80 cm x 35 cm : 50

ergibt eine Anzahl von 56 Pflanzen.

pflanzen im aquarium

Bepflanzung und Gestaltung

Sie sollten beim Kauf darauf achten, ein gutes Mischverhältnis zwischen langsam- und schnellwachsenden Pflanzen auszuwählen. Auch ist zu beachten, dass Arten wie die Valisneria nicht gerne alleine steht, also mindestens 3 Stück zusammensetzen. Grundsätzlich gilt: Lieber weniger Artenvielfalt, dafür von einer Art mehrere.

Schnellwachsende, die sich auch besonders gut als Hintergrundpflanze eignen, sind:

  •     Vallisneria (gigantea, americana)
  •     Sumatrafarn
  •     Wasserpest

Hornkraut

Langsam wachsende für den vorderen und mittleren Bereich sind:

  •     Cryptocoryne (wendtii crispatula)
  •     Echinodorus (bleheri, martii)
  •     Anubia (barteri, barteri var. nana) usw.

Leichter ist es, die Pflanzen einzusetzen, nachdem die Dekoration bereits platziert worden ist. Bringt man die Dekoration nach der Bepflanzung ein, kann es passieren, dass Pflanzen im Aquarium zerdrückt werden. Bei der Platzauswahl sollte der jeweilige Lichtbedarf beachtet werden (z.B. Anubia - weniger Lichtbedarf, Valisneria - höherer Lichtbedarf). Schneiden Sie vor dem Einsetzen die Wurzeln etwas an und drücken Sie eine Mulde in den Kies, in die Sie die Pflanze einsetzen und bedecken Sie die Wurzeln wieder ausreichend mit Kies.

Bodengrund

Der Bodengrund sollte nicht zu feinkörnig sein, damit die Wurzeln noch ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden können und eine gute Belüftung gewährleistet ist. Ist das nicht der Fall, sterben die Wurzeln ab und faulen. Eine Körnung zwischen 3-8 mm eignet sich sehr gut. Die Wahl der Farbe bleibt Ihrem Geschmack überlassen, allerdings nimmt dunkler Aquarienkies  sehr viel Licht. Unter dem Kies bedecken Sie den Aquariumboden als erste Schicht (ca. 1-2 cm) mit einem Bodengrund-Langzeitdünger, damit werden bereits wichtige Nährstoffe über die Wurzeln aufgenommen.

Düngung

Auch hier gilt: Weniger ist mehr. Um sicher zu gehen, dass die Pflanzen ausreichend versorgt werden, regelmäßig mit einem Eisentest nachprüfen. Zuviel Dünger ist ebenso schädlich wie zu wenig. Der Fachhandel bietet hier eine große Auswahl an, wie z.B. Flüssigdünger. Co2-Düngung (mit Gas) ist weniger für Anfänger geeignet, da man hier ein größeres Verständnis für die chemischen Zusammenhänge besitzen sollte. Für kleinere Becken (bis 80 cm) werden Bio-Co2-Sets angeboten, die leicht anzuwenden sind.

Pflege

Versuchen Sie kein hartes Wasser zu verwenden. Die meisten Pflanzenarten fühlen sich im weicheren Wasser am wohlsten. Auch den Wasserwechsel in nicht zu langen Abständen erfolgen lassen, damit neue Nährstoffe ins Aquarium gelangen. Schnellwachsende Pflanzen regelmäßig kürzen sowie abgestorbene Pflanzenteile aus dem Becken entfernen.

Zur Photosynthese benötigen Wasserpflanzen Licht, dementsprechend lichthungrig sind die meisten Pflanzen. Direkte Sonneneinstrahlung sollte aber vermieden werden, besser sind künstliche Lichtquellen mit einem geeigneten Spektrum sowie indirektes Sonnenlicht. Die Leuchtstoffröhren sollten Sie spätestens nach einem Jahr austauschen. Die Leuchtkraft lässt nach einem Jahr stark nach und die Pflanzen "stehen fast im Dunkeln", dies ist aber für das menschliche Auge nicht sichtbar. Je nach Art brauchen Wasserpflanzen jedoch unterschiedliche Mengen an Licht und Sauerstoff.

Auch unter optimalen Bedingungen brauchen Aquarienpflanzen Zeit, um gedeihen zu können. So dauert es nach einer Neubepflanzung etwa vier bis fünf Wochen, bis sich ein biologisches Gleichgewicht eingestellt hat. Dann hat sich die kleine Wasserwelt soweit stabilisiert, dass neben einer regelmäßigen Wasserreinigung kein großes Eingreifen notwendig ist.

Wer seinen Pflanzen dennoch etwas Gutes tun will, kann das Grün je nach Pflanzensorte regelmäßig zurückschneiden, die abgetrennten Enden wieder einpflanzen und so neue Pflanzen ziehen.

Es kann durchaus vorkommen, dass Wasserpflanzen ihr Äußeres ändern. Oft werden solche Veränderungen durch das Umsetzen in ein neues Aquarium hervorgerufen und sind somit nicht problematisch. Jedoch können auch Krankheiten die Ursache sein. Häufig steckt ein Nährstoffmangel hinter den Farbveränderungen der Blätter. Sind neue Blätter zum Beispiel gelb oder weiß, fehlt der Pflanze Eisen. In den neuen Blättern bildet sich durch den Eisenmangel weniger Chlorophyll, wodurch die gelbe Farbe zustande kommt.

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