Fische füttern im Aquarium Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Fische füttern im Aquarium

Füttern Sie Ihre Fische nicht zu viel und achten Sie auf eine maulgerechte Futtergröße.

Die Fütterung von Fischen ist gar nicht mal so einfach, wie viele glauben. Schließlich gibt es einige Grundregeln, die Sie zum Schutz Ihrer Fische beachten sollten. Im folgenden Artikel erfahren Sie daher, wie oft, womit und wie viel Sie Fische füttern können.

Häufigkeit: Wie oft muss man Fische füttern?

Auch wenn es verlockend ist: Füttern Sie Ihre Fische auf keinen Fall zu viel. Denn überschüssiges Fischfutter kann die Wasserqualität im Aquarium negativ beeinflussen, und somit die Gesundheit Ihrer Fische gefährden.

Während Jungfische häufiger fressen (etwa dreimal pro Tag), reicht bei vielen erwachsenen Fischen eine Fütterung pro Tag aus. Legen Sie in der laufenden Woche allerdings auch mal ein oder zwei Tage ein, an denen die Fische nicht fressen.

Können Fische im Aquarium verhungern?

Wie lange Ihre Fische ohne Futter auskommen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Fest steht aber: Ab einer gewissen Dauer können Ihre Fische verhungern. Prinzipiell können gesunde, ausgewachsene Fische zwei bis drei Wochen ohne Futter überleben. Der Grund: Im Wasser befinden sich viele kleine Lebewesen, von denen sich Ihre Fische bis zu einem gewissen Punkt ernähren können. Dazu zählen vor allem Algen und Futterreste.

Möchten Sie für längere Zeit in den Urlaub fahren, sollte sich bestenfalls eine kundige Person um die Fütterung Ihrer Fische kümmern. Fällt Ihnen keine Person ein, können Sie alternativ auf Futtertabletten oder einen Futterautomaten zurückgreifen.

Wer sollte Fische füttern?

Grundsätzlich sollten nur Personen Ihre Fische füttern, die in das Thema eingelesen sind. Bestenfalls handelt es sich stets um dieselbe Person, da sich Fische schnell an die individuellen Schritte gewöhnen. Nach und nach kommen sie schon neugierig zur Futterstelle, wenn Sie sich nähern.

Zeitpunkt: Wann sollte ich Fische füttern?

Zu welcher Uhrzeit Sie Ihre Fische füttern, ist prinzipiell egal. Haben Sie allerdings soeben die Scheiben gesäubert oder einen Teilwasserwechsel durchgeführt, sollten Sie mindestens 30 Minuten warten. Dies ist wichtig, da sich Ihre Fische zunächst beruhigen müssen. 30 Minuten vor und nach der Fütterung sollten Sie zudem das Licht im Aquarium einschalten.

Fische füttern im Aquarium © hedgehog94 / stock.adobe.com
Schalten Sie bereits 30 Minuten vor der Fütterung die Beleuchtung im Aquarium ein.

Futtersorte: Welches Fischfutter ist geeignet?

Auch die Art des Fischfutters ist wichtig für die Gesundheit Ihrer Fische. So kann ungeeignetes Futter dazu führen, dass Ihre Fische Mangelerscheinungen bekommen. Zu viel vom falschen Futter kann zudem eine gefährliche Nitritvergiftung hervorbringen.

Welches Futter für Ihre Fische geeignet ist, hängt überwiegend von der Art der Tiere ab, weshalb Sie sich ausreichend über die Haltung und Ernährung Ihrer Fische informieren sollten. Zusammengefasst gibt es verschiedene Futtertypen:

Allesfresser (Omnivore)

Allesfresser fressen pflanzliche und tierische Nahrung. Geeignet ist eine Kombination aus gemischtem Trockenfutter, frischer Grünkost (mit kochendem Wasser behandeltes Spinat- oder Salatblatt) und Lebend- oder Frostfutter (zum Beispiel Artemia, Mückenlarven, Wasserflöhe).

Aufwuchsfresser (Limnivore)

Als Untergruppe der Allesfresser suchen Aufwuchsfresser (zum Beispiel viele Buntbarsche im Malawisee) im Schlamm und Detritus (Schwebe- und Sinkstoffe in Gewässern) nach tierischer und pflanzlicher Nahrung.

Fleischfresser (Karnivore)

Fleischfressende Fische (zum Beispiel Kampffische, einige Barsche, Piranha) haben scharfe Zähne und können damit Fleischstücke aus ihrer Beute herausreißen. Da ihr Verdauungstrakt relativ kurz ist, fressen sie fast ausschließlich leicht verdauliche tierische Nahrung.

Dazu eignet sich Lebend- oder Frostfutter, sowie fleischhaltiges Trockenfutter. Da Karnivore kleine Fische jagen, sollten Sie diese nicht mit Beutetieren vergesellschaften.

Pflanzenfresser (Herbivore)

Pflanzenfresser (zum Beispiel einige Welse) können pflanzliche Nahrung wegen ihres langen Darms besser verdauen als Fleischfresser. Da ihre Zähne im Gegensatz zu denen von Fleischfressern kürzer sind, müssen sie die Nahrung vor dem Schlucken gründlich im Maul zerkleinern.

Da pflanzenfressende Tiere zudem in der Regel keinen Magen besitzen und so ein schlechteres Speichervermögen haben, benötigen diese Fische häufiger Futter. Neben frischer Grünkost und pflanzlichem Trockenfutter können sie allerdings auch ab und zu Lebend- oder Frostfutter vertragen.

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Futtermenge: Wie viel Futter muss man Fischen geben?

Zu viel Futter auf einmal kann den Nitrit-Spiegel im Wasser heben und zu einer starken Algenplage führen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie folgende Regel einhalten: Geben Sie nur so viel Futter, dass Ihre Fische dieses innerhalb von drei Minuten auffressen.

Haben Sie die Futtermenge von Flocken und Co. überschätzt, sollten Sie die Reste mit einem Kescher auffangen und aus dem Aquarium entfernen. Grünkost hingegen können Sie etwas länger (für bis zu zwei Tage) im Aquarium belassen.

Futtergröße: Wie groß oder klein darf das Fischfutter sein?

Damit Ihre Fische das Futter fressen können, sollte es eine „maulgerechte“ Größe haben. Große Fische können meist problemlos großes Flockenfutter und größere Futtertiere wie Mückenlarven oder Regenwürmer fressen. Kleine Fischarten hingegen haben ein kleineres Maul – für sie eignet sich Granulat als Trockenfutter oder Artemia besser.

Beobachten Sie das Fressverhalten Ihrer Fische

Die routinemäßige Fütterung von Fischen ist keine große Herausforderung. Es gibt jedoch ein paar Punkte, die Sie verinnerlichen sollten, um Ihre Fische möglichst stressfrei zu füttern.

Nehmen Sie sich Zeit für die Fütterung Ihrer Tiere. Beobachten Sie dabei, ob alle Ihre Fische das Futter annehmen. Futterverweigerung ist ein fast sicheres Zeichen für Unwohlsein oder Krankheit. Eine zögerliche Futterannahme kann aber auch bei der Umstellung auf andere Futtersorten oder sogar auf die gleiche Art einer anderen Marke auftreten.

In solchen Fällen müssen sich Ihre Tiere erst an das neue Futter gewöhnen. Behalten Sie Ihre Fische dabei stets besonders gut im Auge.

Quellen:


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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