13. März 2017 - Aktualisiert 20. April 2018

Welse

Wels im Aquarium

Welse im Aquarium

Die Welse haben ihren Ruf als Müllabfuhr im Aquarium nicht ganz zu Unrecht, verzehren sie doch mit ihrem meist großen Appetit Futterreste und Algen. Jedoch darf man sich nicht darauf verlassen, dass die Überreste, die andere Aquarienbewohner übrig lassen, ausreichen. Man muss auch die "Bodentruppe" ausreichend mit Futter versorgen, z.B. durch Futtertabletten für Welse.

Erscheinungsbild der Welse

Welse sind Fische, die entweder schuppenlos oder mit Knochenplatten gepanzert sind. Typisch für den Wels sind außerdem Barteln am Maul, die zur Orientierung und zum Geschmack dienen. Welse halten sich in der unteren Beckenregion auf, da sie ihre Nahrung vom Boden aufnehmen. Dies ist durch den schweren Kopf und die reduzierte Schwimmblase möglich. Darüber hinaus können Welse den Sauerstoff nicht nur über die Kiemen aufnehmen, sondern auch über den Darm. Dazu schwimmen die Tiere schnell an die Wasseroberfläche, um Luft zu schlucken. Im gut durchbluteten Darm erfolgt daraufhin die Sauerstoffaufnahme.

Welsarten

Es existieren um die 3390 Arten, die in 38 Familien unterteilt werden. Jedoch gibt es viele noch unentdeckte Arten, weshalb immer wieder neue Welsarten hinzukommen. Zu den beliebtesten Welsarten fürs Aquarium gehören der blaue Antennenwels und der marmorierte Panzerwels.

Der blaue Antennenwels (Ancistrus sp. Dolichopterus)

Der Blaue Antennenwels ist meist der erste, der nach der Einlaufzeit in ein neues Aquarium einzieht. Er ist ein außergewöhnlich guter Algenfresser, der mit seinem großen Saugmaul an Scheiben, Pflanzen und Einrichtungsgegenständen entlang gleitet. Die Tiere werden ca. 14 cm lang, die Weibchen etwas kleiner. Als Unterscheidungsmerkmal dienen die beim Männchen vorhandenen geweihartigen Fortsätze am Kopf, die den Weibchen fehlen. Besonders wichtig ist das Vorhandensein einer Wurzel im Aquarium, von der ein Wels für ihn lebenswichtige Fasern abraspelt.

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Haltungsbedingungen

Der blaue Antennenwels benötigt klare, sauerstoffreiche Becken ab 80 cm Länge, bei mehreren Männchen nur in großen Becken, da die Tiere revierbildend sind.

PH: 5,8 - 7,8

Härte: 2 - 30°dGH

Temperatur: 23 - 27°C

Man sollte dem hauptsächlich nachtaktiven Tier unbedingt eine Höhle zur Verfügung stellen, die er gegen andere Aquariumsbewohner verteidigt. Außerhalb ihrer Höhle sind Antennenwelse friedlich.

Zucht

Hält man ein Männchen und ein Weibchen, so lässt auch der Nachwuchs nicht lange auf sich warten. Die Laichabgabe findet in Höhlen statt. Nach dem Ablaichen kümmert sich das Männchen um die Brut, indem er die Eier bewacht, ihnen mit den Brust- und Bauchflossen Wasser zufächelt und die Höhle sauber hält. In dieser Zeit nimmt das Männchen nur selten Nahrung zu sich. Nach etwa 5 Tagen schlüpfen die Jungen, die noch ca. 10 Tag in der Höhle bleiben, und vom Vater bewacht werden. In dieser Zeit ernähren sie sich von ihrem Dottersack, dem Rest des Eies. Ist dieser erste Nahrungsvorrat verbraucht verlassen die kleinen Welse die Höhle und schwimmen frei.

Marmorierter Panzerwels (Corydoras paleatus)

Die Familie der Panzerwelse umfasst viele verschiedene Arten, welche jeweils individuelle Haltungsansprüche haben. Der hier beschriebene Marmorierte Panzerwels ist ein besonders schöner Vertreter seiner Art. Wie alle Panzerwelse ist auch er ein Schwarmtier und sollte deshalb nicht alleine gehalten werden. Gruppen von mindestens 5 Tieren sind wichtig. Wenn sie sich wohl fühlen, so suchen die possierlichen Tierchen unermüdlich den Boden nach Futterresten ab. Trotzdem muss man auch hier auf ausreichende Ernährung achten.

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Haltungsbedingungen

Corydoras paleatus werden ca. 7 cm groß und sind im Handel auch oft in ihrer albinotischen Zuchtform - weiß mit roten Augen - zu sehen. Vor allem, wenn man auf Vermehrung hofft brauchen die Tiere leicht saures weiches Wasser (Temperatur: 22-26°C) und feinkörnigen Bodengrund, idealerweise Sand, mit viel Bepflanzung.

Die Wasseroberfläche sollte zumindest teilweise frei bleiben, da Panzerwelse sogenannte Darmatmer sind. Panzerwelse atmen nicht nur durch Kiemen, sondern schnellen von Zeit zu Zeit an die Wasseroberfläche, um Luft zu schlucken, die dann von speziellen Zellen im Darm aufgenommen wird. Aus diesem Grund sollte Die Wasseroberfläche immer ausreichend belüftet und nicht vollständig abgedeckt sein. Vorsicht auch bei CO2-Düngung!

Wenn man Kies als Bodengrund benutzt, muss man unbedingt auf abgerundeten Kies achten, da sich die Panzerwelse sonst beim Wühlen im Boden verletzen können.

Zucht

Um die Laichbereitschaft zu fördern, sollten sie eine Regenzeit vortäuschen. Panzerwelse laichen an der Aquarienscheibe, großen Blättern oder Steinen. Dabei kann das Weibchen mehr als 150 Eier legen. Nach 3-5 Tagen schlüpfen die Jungtiere. Sobald die Larven den Dottersack aufgebraucht haben (nach ca. 2-3 Tagen), sollten sie mit Artemia Nauplien gefüttert werden.

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