Roter Neon (Paracheirodon axelrodi) Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

roter neon im schwarm in aquarium

Im Schwarm und zwischen Pflanzen fühlt sich der Rote Neon wohl.

Seinem Namen macht der Rote Neon alle Ehre: Dank seiner knallroten Unterseite und den blauen Seitenstreifen ist dieser Süßwasserfisch ein echter Hingucker. Ob sich der kleine Fisch für Aquaristikanfänger eignet und was Sie bei seiner Haltung beachten müssen, erfahren Sie in unserem Porträt.

Aussehen: Rot und Blau verraten den Zierfisch

Etwa vier bis fünf Zentimeter wird der Rote Neon groß. Seinen Namen trägt der kleine Fisch dabei nicht ohne Grund. Denn seine gesamte Unterseite ist knallrot.

Am Bauch erscheinen ein paar silberne Schuppen. Über der roten Färbung erstrahlt ein blaues Band, das bis zu seinem bräunlichen Rücken wandert. Die Flossen hingegen sind weiß und durchscheinbar.

Achtung, Verwechslungsgefahr: Anders als Rote Neon haben Neonsalmler nur einen halben Rotstreifen unter einem Blaustreifen. Blaue Neons wiederum haben nur einen sehr schwachen roten Streifen, jedoch einen stark ausgeprägten blauen Streifen!

Weibchen vs Männchen

Besonders für Laien ist es sehr schwer, zwischen weiblichen (Rogner) und männlichen (Milchner) Exemplaren zu unterscheiden. Lediglich in Bezug auf die Breite können erfahrene Fischhalter erkennen, dass die Weibchen meist breiter sind, als die Männchen.

roter neon fisch in nahaufnahme © Robert / stock.adobe.com
Unten Rot, oben Blau: Diese Farben sind typisch für den Roten Neon.

Haltung

Haltung: Wie sollte ich ein Aquarium für einen Paracheirodon axelrodi einrichten?

Der Rote Neon zählt zu den beliebtesten Aquarienfischen und ist sehr pflegeleicht. Entscheiden Sie sich für den hübschen Fisch, sollte das Becken mindestens 60 Liter Wasser fassen.

Aufgrund seiner südamerikanischen Herkunft ist er dabei auf folgende Wasserwerte angewiesen:

  • Gesamthärte: 3 bis 12 °dGH
  • pH-Wert: 5,0 bis 6,5
  • Temperatur: 23 bis 27 °C

Passende Pflanzen

Da sich der Rote Neon in eher dunklen Gebieten wohlfühlt, sollten Sie ihm dicht wachsende Wasserpflanzen bieten. Perfekt sind Schwimmpflanzen und hochwachsende Aquarienpflanzen wie etwa der Brasilianische Wassernabel.

Mithilfe von Wurzeln (z. B. Mangroven-Holz) können Sie weitere Versteckmöglichkeiten bauen. Achten Sie jedoch darauf, dass der Schwarmfisch in der Mitte des Beckens genügend Platz zum Schwimmen hat.

Aquarium mit Wasserpflanzen und roten neon fischen © Mircea Costina / stock.adobe.com
Ein Roter Neon freut sich über Versteckmöglichkeiten im Aquarium.

Ist der Rote Neon ein Schwarmfisch?

Der Rote Neon ist ein sehr friedliches und aktives Tier, das gerne Kontakt zu Artgenossen und anderen friedliebenden Fischen hat.

Sie sollten ihn daher immer in einem möglichst großen Schwarm halten. Dieser sollte mindestens aus sechs bis zehn Exemplaren bestehen. Mehr Artgenossen sind allerdings besser, solange das Aquarium entsprechend groß ist.

Welche Fische passen zum Roten Neon?

Große Raubfische sollten Sie dagegen nicht im gleichen Aquarium halten, da diese den Roten Neon als Nahrung ansehen könnten. Besser eignen sich Bärblinge (z. B. Keilfleckbärbling), Welse (z. B. Panzerwels) oder Barsche (z. B. Schmetterlingsbuntbarsch).

Ausgewachsene Garnelen verstehen sich in der Regel gut mit den kleinen Zierfischen. Einzig den Nachwuchs der Garnelen sollten Sie vorsichtshalber bis zu einer gewissen Größe von ausgewachsenen Roten Neons fernhalten.

Fütterung

Ernährung: Was frisst ein Roter Neon?

Der Rote Neon ist recht anspruchslos, was seine Ernährung angeht. Neben herkömmlichen Trockenfutter (Flocken) frisst er auch Frostfutter und Lebendfutter. Dazu eignen sich zum Beispiel Mückenlarven oder Wasserflöhe.

In seinem natürlichen Lebensraum verspeist er vor allem wirbellose Tiere, allen voran kleine Insekten. Die Futterpartikel sollten also nicht zu groß sein.

Gesundheit

Gesundheit: Wie empfindlich sind Paracheirodon axelrodi?

Mit bis zu zehn Jahren oder mehr hat der Rote Neon eine recht lange Lebenserwartung. Diese kann er natürlich nur erreichen, wenn er die Chance auf ein artgerechtes Leben hat.

Allgemein gelten diese Aquarienfische als sehr robust. Dennoch können sie natürlich an typischen Fischkrankheiten erkranken, unter denen auch andere Aquarienfische leiden.

Kauf

Kauf: Was kostet ein Roter Neon?

Entscheiden Sie sich für Rote Neons, müssen Sie sich darauf einstellen, gleich einen ganzen Schwarm zu kaufen. Mit einem Preis von nur ein bis drei Euro pro Exemplar ist dies allerdings recht preiswert.

Sie können diese Fischart in der Regel in jeder Tierhandlung für Aquaristik finden. Vergessen Sie jedoch nicht, dass auch laufende Kosten wie Fischfutter oder Tierarztkosten hinzukommen.

Herkunft: Woher stammt der kleine Süßwasserfisch?

Die wenig Licht durchfluteten Ufergebiete der südamerikanischen Flüsse sind der natürliche Lebensraum des Roten Neons. So kommt er in den Flüssen Rio Negro (Brasilien) oder Orinoco (Kolumbien) vor.

Der zu den Salmlern zählende Zierfisch lebt dort in mit Huminstoffen angereichertem Wasser. Ein Grund dafür, dass dieses braun gefärbt ist. Auch im Aquarium freuen sich die Fische über Huminstoffe, da diese als natürliche Puffer den Säuregrad (pH-Wert) des Aquarienwassers positiv beeinflussen.

Steckbrief: Roter Neon

  • Weitere Bezeichnungen: Kardinaltetra; lateinisch: Cheirodon axelrodi, Hyphessobrycon cardinalis oder Paracheirodon axelrodi
  • Größe: 4-5 cm
  • Schwimmzone: mittlere bis untere Wasserschichten
  • Haltung: im Schwarm; Minimum 6-10 Artgenossen, besser mehr
  • Vergesellschaftung: möglich, idealerweise mit Fischen anderer Schwimmzonen
  • Aquarium: Süßwasser, mindestens 60 l
  • Wassertemperatur: 23-27 °C
  • Wasserwerte: weiches Wasser, pH-Wert zwischen 5,0-6,5
  • Futter: Trocken-, Frost-, Lebendfutter
  • Schwierigkeitsgrad: Anfänger

Quellen:


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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