Ohrenentzündung bei der Katze (Otitis externa) Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Ohrenentzündung bei der Katze

Schwarze Krümel in der Ohrmuschel sind ein typisches Anzeichen für einen Ohrmilbenbefall!

Sie gehen zur Haustür, um Ihre Katze von ihrem nächtlichen Spaziergang hereinzulassen. Doch was ist das? Kratzspuren am Hals und Ihr Liebling hält seinen Kopf schief. Ihre erste Vermutung: ein Kampf! Doch erfahren Sie hier, wieso es sich auch um eine Ohrenentzündung bei der Katze handeln könnte.

Symptome: Wie äußert sich eine Ohrenentzündung bei der Katze?

Abhängig vom Ausmaß und der Ursache der Entzündung können Sie eine Ohrenentzündung bei der Katze an folgenden Anzeichen erkennen:

  • Ihre Katze schüttelt vermehrt den Kopf oder hält ihren Kopf schief.
  • Sie finden verändertes Ohrsekret (z. B. Eiter, schwarze Krümel, übelriechender Geruch).
  • Sie kratzt sich am Hals oder Ohr (einseitig oder beidseitig).

Schreitet die Ohrentzündung Ihrer Katze auf nahe liegende Strukturen wie das Mittelohr oder Innenohr fort, drohen weitere Beschwerden. In diesem Fall wirkt Ihre Katze zunehmend schlapp und frisst weniger. Auch Fieber und starke Schmerzen können auftreten.

Störungen des Gleichgewichts

Ohrenentzündungen bei der Katze können auch zum sogenannten Vestibularsyndrom führen. Die Entzündung schädigt also das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, das dem Gehirn normalerweise die aktuelle Stellung des Kopfes signalisiert.

Betroffene Tiere zeigen dementsprechend Koordinationsstörungen (Gleichgewicht) und eine Kopfschiefhaltung. Zusätzlich zittern ihre Augen unkontrolliert, was Tierärzte als Nystagmus bezeichnen.

Ohrenentzündung bei der Katze
Juckreiz am Ohr ist häufig ein erstes Zeichen dafür, dass das Ohr Ihrer Katze entzündet ist.

Diagnose: Wie wird eine Ohrenentzündung bei der Katze erkannt?

Kratzt sich Ihre Katze vermehrt am Ohr oder hält sie ihren Kopf schief, sollten Sie sie von Ihrem Tierarzt untersuchen lassen. Dieser kann das Ohr genauer unter die Lupe nehmen und häufige Krankheiten ausschließen.

Dazu wirft er zu Beginn der Untersuchung einen Blick auf den Allgemeinzustand Ihrer Katze, um anschließend das äußere Ohr zu beurteilen. Um auch das innere Ohr (einschließlich des Trommelfells) begutachten zu können, verwendet er dann ein mit einer Lampe ausgestattetes Otoskop (Ohrenspiegel).

Weiterführende Untersuchungen

Liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine infektiöse Ursache handeln könnte, entnimmt er nun mittels eines Ohrstäbchens einen Abstrich. Auf einen Objektträger gestrichen und unter dem Mikroskop angeschaut, kann der Tierarzt so Bakterien oder Milben nachweisen.

Um allergische Gründe ausschließen zu können, bedarf es jedoch einen Allergietest.

Therapie: Wie wird eine Ohrenentzündung bei der Katze behandelt?

Eine Ohrenentzündung kann für Ihre Katze sehr lästig und sogar schmerzhaft sein, weshalb eine frühzeitige Behandlung sehr wichtig ist. Damit Ihre Katze bald von den Strapazen befreit ist, reinigt der Tierarzt zunächst das Ohr Ihrer Katze.

Da die Haut von Haustieren jedoch schnell gereizt ist, verwendet er dazu einen speziell für Katzen hergestellten Ohrreiniger (Ohrentropfen). Diesen massiert der Tierarzt nach einer ersten groben Säuberung in das Ohr vorsichtig ein. Dabei löst sich das Ohrenschmalz, das Ihr Tierarzt anschließend mit Hilfe von Tüchern aus dem Ohr entfernt.

Medikamente für spezielle Behandlung

Bei Bedarf verabreicht er Ihrem Vierbeiner außerdem Medikamente wie Entzündungshemmer oder Schmerzmittel. Hat er eine bakterielle Infektion nachgewiesen, setzt er zudem Antibiotika (infolge eines Resistenztests) ein. Bei einem Pilzbefall benötigt Ihre Katze jedoch Antimykotika und bei Befall mit Parasiten Antiparasitika.

Damit Sie die Heilung unterstützen können, sollten Sie auch zu Hause die Ohren Ihrer Katze pflegen. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Tierarzt zeigen, wie Sie dies tun können.

Wichtig: Verwenden Sie dabei niemals Ohrstäbchen! Denn damit können Sie das empfindliche Ohr Ihrer Katze verletzen.

Ohrenentzündung bei der Katze Ohrtropfen
Spezielle Tropfen helfen Ihnen dabei, infektiösen Schmutz aus dem Ohr zu entfernen.

Ursachen: Was sind die Auslöser einer Ohrenentzündung bei der Katze?

Viele Katzen leiden im Laufe ihres Lebens unter einer Ohrenentzündung (Otitis). Dies liegt vor allem daran, dass viele verschiedene Gründe dazu führen können:

Immer wieder aufflammende Ohrenentzündungen können bei Katzen ein Zeichen für eine Allergie sein. Ob Atopie (Umweltallergie) oder Futtermittelallergie, hier kommen einige Allergene infrage.

Ist Ihre Katze ein Freigänger, erforscht sie täglich (und nächtlich) Ihre Nachbarschaft. Dabei zieht sie bestimmt auch Runden durch hohes Gras und Gestrüpp. Hartnäckige Grannen oder Splitter können so den Weg in das Ohr Ihrer Katze finden und zu fiesen Ohrentzündungen führen.

Besonders junge Katzen neigen dazu, Ohrentzündungen infolge eines Befalls mit Ohrmilben (Otodectes cynotis) zu bekommen.

Allgemein leiden Katzen mit unterdrücktem Immunsystem im Vergleich zu Hunden eher seltener unter sogenannten Malassezien. Das sind Hefepilze, die sich im Gehörgang ansiedeln. Steigen jedoch die Temperaturen im Sommer, wuchern diese besonders schnell und können so zu entzündlichen Reaktionen im Ohr führen.

Chronische und eitrige Ohrentzündungen bei der Katze sind häufig auf Polypen zurückzuführen. Dabei handelt es sich um meist einseitige Wucherungen der Schleimhaut – oftmals eine Folge des Katzenschnupfenkomplexes.

Prognose: Wie sind die Heilungschancen?

Zum Glück merken die meisten Katzenbesitzer schnell, wenn ihre Lieblinge ein Problem mit ihren Lauschern haben. Eine dadurch frühzeitig durchgeführte Behandlung führt in der Regel schnell zu einer Besserung der Beschwerden.

Schwerwiegende und schmerzhafte Innenohr- (Otitis interna) oder Mittelohrentzündungen (Otitis media) treten daher seltener auf. Wenn doch, kann dies die Prognose Ihrer Katze teils deutlich verschlechtern.

Vorbeugung: Kann ich eine Ohrenentzündung bei der Katze verhindern?

Neigt Ihre Katze zu Ohrenentzündungen, sollten Sie ihre Ohren regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf reinigen. Verwenden Sie dazu ebenfalls spezielle Ohrreiniger für Tiere und verzichten Sie auf reizende Desinfektionsmittel und Seifen.

Achtung: Verwenden Sie auf keinen Fall Teebaumöl. Das ist für Katzen giftig und kann schon in geringen Mengen gefährlich werden!

Um einen Parasitenbefall bei Ihrer Katze zu vermeiden, sollten Sie zudem auf einen wirksamen Milbenschutz setzen. Ob Spot-On oder Halsband – hier haben Sie eine große Auswahl!

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Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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