Fell- und Hautkrankheiten bei Katzen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Verfasst von zooplus Redaktion

Das seidig-weiche Katzenfell ist nicht nur schön anzusehen und angenehm zu streicheln. Sowohl das Fell als auch die darunterliegende Haut haben bei Katzen wichtige Schutzfunktionen. Geraten die Stoffwechselvorgänge aus dem Lot, bilden sich oftmals Fell- und Hautkrankheiten bei Katzen.

hautkrankheiten bei katzen

Juckreiz kann ein Anzeichen für eine Hauterkrankung der Katze sein.

Die Haut der Katze: Aufbau und Funktion

Vielleicht haben Sie schon einmal gehört, dass die Haut das größte Organ der Katze ist. Das stimmt tatsächlich! Die Haut der Katze ist nicht nur ein wichtiges Barriereorgan gegen Austrocknen durch Verlust von Körperflüssigkeiten und das Eindringen von Krankheitserregern.

Sie reguliert zudem die Körperwärme und dient als Ausscheidungsorgan für Talg, Schweiß und Hormone. Als größtes Organ der Katze ist die Haut gleichzeitig ein wichtiges Sinnesorgan.

Wie ist die Haut der Katze aufgebaut?

Die Haut der Katze besteht aus drei Schichten:

  • Die äußerste Hautschicht, die Epidermis, erfüllt eine wichtige Schutzfunktion gegen äußere Einflüsse. In ihr befinden sich Talgdrüsen sowie Haarfollikel, diese reichen aber bis in die unterste Hautschicht.
  • Nervenenden und Blutgefäße befinden sich in der Lederhaut (Dermis). Diese Hautschicht ist besonders wichtig für sensorische Wahrnehmungen. Dermis und Epidermis bilden zusammen die Kutis.
  • Die darunterliegende Unterhaut speichert unter anderem Fett.

Das Katzenfell: Aufbau und Funktion

Aus jeder Haarbalgöffnung der Katzenhaut entspringen ein Leithaar, mehrere Grannenhaare und das Unterfell, auch Wollhaar genannt.

Schutzfunktion des Katzenfells

Lang- und Kurzhaarrassen mögen sich in der Länge ihres Fells unterscheiden – in beiden Fällen übernimmt das Haar aber eine wichtige Aufgabe: Es schützt den Katzenkörper durch seine isolierende Wirkung vor Temperaturschwankungen.

Zudem wirkt es als Barriere gegen oberflächliche Verletzungen, hervorgerufen beispielsweise durch spitze Zweige beim Herumstreifen im Gebüsch oder einen beherzten Biss beim Kampf mit Artgenossen.

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Kratzt sich die Katze auffallend oft, kann ein Parasitenbefall die Ursache sein.

Symptome von Fell- und Hautkrankheiten bei Katzen

Fell- und Hautkrankheiten bei Katzen weisen oft auf Haltungsfehler wie Mangelernährung hin, können aber auch ein Zeichen für Parasitenbefall oder einer eigenständigen Erkrankung ein.

Wie sieht eine Hautkrankheit bei einer Katze aus?

Besonders aufhorchen sollten Katzenhalter bei plötzlichem Haarausfall, vermehrtem Kratzen oder Lecken, Schuppen, blutigem Schorf oder plötzlich stumpfem Fell. Hautverletzungen können dabei oft vom üppigen Katzenfell verdeckt werden.

Treten diese Veränderungen längerfristig und auch außerhalb der Fellwechselzeit im Frühjahr und Herbst auf, ist ein Besuch beim Tierarzt angesagt! Das Gleiche gilt, wenn die auffällige Fellentwicklung von krankhaftem Verhalten wie Appetit- und Teilnahmslosigkeit begleitet wird.

Diagnose von Fell- und Hautkrankheiten: Was macht der Tierarzt?

Ihr Tierarzt wird Fell und Haut Ihrer Katze genauer unter die Lupe nehmen. Treten die beobachteten Symptome nur an einer Stelle auf oder über den ganzen Körper verteilt? Sind sie vielleicht auf eine Verletzung zurückzuführen oder kann Ungeziefer beobachtet werden?

Ist die Ursache nicht offensichtlich, kann ein Bluttest helfen. Hierbei können Mangelerscheinungen ausgeschlossen oder genau identifiziert werden. Leidet Ihre Katze unter einer Infektion, gibt es auch hier klare Anzeichen im Blutbild. Ihr Tierarzt wird Ihrer Katze eventuell Medikamente verschreiben oder Nahrungsergänzungen empfehlen.

Verschiedene Fell- und Hautkrankheiten bei Katzen im Überblick

Welche Ursachen haben Fell- und Hautkrankheiten bei Katzen? Und wie werden sie behandelt? Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Erkrankungen von Haut und Fell näher vor.

  • Parasiten: Katzen können unter äußerlichen Parasiten wie Milben, Haarlingen oder Flöhen leiden, doch auch Endoparasiten wie Würmer haben Auswirkungen auf Haut und Fell des Vierbeiners. Bei Freigängerkatzen wird darum oft eine Prophylaxe gegen äußerliche Parasiten empfohlen – besonders gängig sind Spot-Ons, die einfach auf den Nacken der Katze geträufelt werden. Wurmkuren belasten den Katzenkörper und sollten darum erst nach einer positiven Kotuntersuchung gegeben werden.
  • Hautpilze: Hautpilze sind unangenehm für die Katze, können aber auch auf den Menschen und andere Haustiere übertragen werden. Leidet Ihre Katze unter einer Pilzinfektion, ist eines besonders wichtig: Hygiene! Ihr Tierarzt wird Ihnen zudem ein Pilzmittel zur äußerlichen oder innerlichen Anwendung verschreiben.
  • Mangelernährung: Kommerzielles Katzenfutter enthält alles, was eine Katze zum Gesundbleiben braucht – zumindest theoretisch. Jede Katze ist anders und gerade Kitten, Senioren oder Katzen mit chronischen Erkrankungen benötigen oft mehr Nährstoffe als ihre Artgenossen. Erhält eine Katze nicht genügend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente über das Futter, zeigt sich dies oft in einem matten Fell oder Schuppen. Bitte nehmen Sie aber Abstand davon, auf gut Glück Nahrungsergänzungsmittel auszuprobieren. Zeigt Ihre Katze ein stumpfes Fell oder andere Auffälligkeiten, handelt es sich in der Regel um einen essenziellen Mangel, der gezielt behoben werden sollte. Ein Blutbild bei Katzen kann klar identifizieren, welche Nährstoffe Ihre Katze benötigt.
  • AllergienAllergien sind auch in der Katzenwelt keine Seltenheit mehr – und zeigen sich oft durch Fell- und Hautkrankheiten bei Katzen. 
hautkrankheiten bei katzen © DoraZett / stock.adobe.com
Bei chronischem Stress lecken sich einige Katzen vermehrt das Fell.
  • Fellwechsel: Alle Jahre wieder verliert die Katze das dichte Winterfell oder sorgt mit einem plüschigen Haarkleid für die kalte Jahreszeit vor. Dies ist völlig normal und keine Erkrankung, allerdings zeigen viele Katzen während des Fellwechsels stumpfes Fell oder kratzen sich, um loses Fell abzuwerfen. Hier hilft regelmäßiges Bürsten. Malzpasten oder Katzengras können das Ausscheiden verschluckter Haare unterstützen.
  • Psychische Erkrankungen und Stress: Leckt sich Ihre Katze vermehrt, reißt sich Haare aus oder zeigt sie weitere Auffälligkeiten, können auch chronischer Stress oder psychische Erkrankungen die Ursache sein. In der Regel bietet es sich an, körperliche Ursachen auszuschließen, bevor Sie den Gang zum Katzenpsychologen wagen.

Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zum Thema Fell- und Hautkrankheiten bei Katzen

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um krankhafte Fell- und Hautveränderungen bei Katzen.

Wie sieht Räude bei Katzen aus?

Räude wird durch Milben verursacht. Der Parasitenbefall führt zu teils schweren Hautveränderungen. Typische Symptome sind Haarausfall, Schuppen, gerötete Hautstellen, starker Juckreiz und häufiges Kratzen.

Wie sieht Hautpilz bei einer Katze aus?

Der Pilz befällt häufig den Kopf der Katze und verursacht dort kreisrunde kahle Stellen. Die betroffene Hautregion fühlt sich oftmals trocken und fettig an. Weitere Symptome können Rötungen, Schwellungen und Juckreiz sein. Vorsicht: Die Krankheit ist auf Menschen übertragbar und kann zu Ausschlag führen.

Was ist ein Hautekzem bei Katzen?

Unter dem Begriff Hautekzem versteht man verschiedene entzündliche Hautveränderungen bei der Katze. Diese äußern sich beispielsweise durch Rötungen, nässende Hautstellen, Haarausfall und Krustenbildung. Zu den möglichen Ursachen zählen u. a. Flohbisse, Stoffwechselstörungen, allergische Reaktionen und Nierenerkrankungen.

Wie sehen Hauttumore bei Katzen aus?

Es gibt verschiedene Hauttumoren bei Katzen, darunter Basalzelltumoren, Plattenepithelkarzinome und Mastzelltumoren. Sie unterscheiden sich je nach Art und Stadium der Krebserkrankung. Zu den möglichen Krankheitszeichen können Schwellungen, Knoten und entzündete Wunden gehören.

Wie behandelt man Hautkrankheiten bei Katzen zu Hause?

Um die Hautkrankheit Ihrer Katze wirksam bekämpfen zu können, sollten Sie die Ursache kennen – denn ein Milbenbefall wird anders behandelt als ein Nährstoffmangel. Hausmittel sollten Sie allenfalls unterstützend und nach Rücksprache mit Ihrem Tierarzt einsetzen. So kann beispielsweise Kokosöl bei Schuppen und Juckreiz helfen.

Fazit: Ab zum Tierarzt

Es gibt zahlreiche Fell- und Hautkrankheiten bei Katzen, darunter Katzenakne, Tumorerkrankungen sowie verschiedene bakterielle und virale Infektionen. Um die zugrundeliegende Erkrankung wirksam behandeln zu können, ist eine Diagnose durch den Tierarzt unerlässlich. Er kann herausfinden, was die Hautveränderungen Ihres Lieblings hervorruft und eine geeignete Therapie vorschlagen.

Quellen:


zooplus Redaktion
zooplus Redaktion

Die zooplus Redaktion besteht aus einem engagierten Team mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Tierhaltung: Luisa mit ihrem Schweizer Schäferhund Elyos, Laura, Julio und Florian. Zusammen mit einem großen Netzwerk aus Tierexperten arbeiten wir daran, das zooplus Magazin zu einer vertrauenswürdigen Informationsquelle für alle Tierbesitzer und -liebhaber zu machen. Unser Ziel ist es, spannendes Wissen und relevante Informationen zur artgerechten Haltung von Haustieren bereitzustellen.


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