Katzenakne This article is verified by a vet

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Die sogenannte Feline Akne (Latein: Felis = Katze) oder auch Katzenakne zeichnet sich durch Hautunreinheiten bei der Katze aus. Ursächlich liegen der Hauterkrankung vermutlich eine Störung der Hautverhornung und eine Überproduktion von Talg in den Talgdrüsen mit nachfolgender bakterieller Infektion zugrunde. Da die Erkrankung in den meisten Fällen mild verläuft und keine Schmerzen oder Juckreiz auslöst, ist die Prognose der Katzenakne in der Regel gut.

Anatomie der Haut

Die Haut ist das größte Organ der Katze und schützt vor äußerlichen Einflüssen und beeinflusst die Regulation der Körpertemperatur. Um dies zu ermöglichen, ist sie von außen nach innen in unterschiedliche Schichten eingeteilt:

  • Die Oberhaut (Epidermis) besteht aus weiteren drei Schichten und trägt auf ihrer Oberfläche verhornende Zellen
  • Die Lederhaut (Dermis oder Corium) trägt wichtige Hautanhangsorgane, wie die Haarwurzeln, Duft- und Talgdrüsen
  • Die Unterhaut (Subkutis) besteht aus viel Fettgewebe und reguliert damit die Wärmeabgabe und ist ein wichtiger Speicherort von Energie und Wasser

Wie entsteht Katzenakne?

Üblicherweise produzieren die Talgdrüsen den fetthaltigen Talg, welcher die Hautoberfläche (Epidermis) vor Austrocknung schützen soll. Über Ausführungsgänge wird er anschließend auf die Epidermis transportiert. Kommt es zu einer Abflussstörung des Talgs, kann dieser nicht mehr entweichen und die Talgdrüsen verstopfen. Bei der Krankheitsentstehung spielen insbesondere eine vermehrte Talgproduktion in Kombination mit Verhornungsstörungen (Hyperkeratose oder Parakeratose) eine große Rolle:

  • Hyperkeratosen bedeuten eine übermäßige Bildung von verhornenden Hautzellen der Oberhaut. Sie können durch verschiedene immunschwächende Faktoren wie Stress, mechanische Beanspruchung, UV-Strahlen oder Infektionen verursacht werden.
  • Unter einer Parakeratose wird hingegen eine gestörte Verhornung der Oberhaut verstanden. Ursachen können Vergiftungen (z.B. Thallium), Infektionserkrankungen sowie Mangel an wichtigen Nährstoffen (z.B. Zinkmangel) sein.
  • Die Kombination beider Verhornungsstörungen wird als Hyperparakeratose bezeichnet

Diese Verhornungsstörungen bedingen häufig eine nachfolgende bakterielle Entzündung der Talgdrüsen. Oftmals spielen dabei Bakterien der normalen Hautflora, etwa Streptokokken oder Staphylokokken eine übergeordnete Rolle. Die Entzündung führt zum Anschwellen und Erröten der Talgdrüsen sowie zu Bildung von Eiter. Die daraus entstehenden Eiterpickel können schmerzhaft sein und immer wieder aufflammen.

Wie kann eine Katzenakne erkannt werden?

Die Katzenakne tritt besonders häufig im Bereich des Kinns (Kinnakne) auf und verursacht je nach Schweregrad verschiedene Hautunreinheiten:

  • kleine knötchenartige Papeln
  • Vereiterte Pickel (Pusteln)
  • Schwarze pünktchenartige Mitesser (Komedonen)

Begleitsymptome treten in der Regel selten auf, da die Katzen in den seltensten Fällen Juckreiz oder Schmerzen empfinden. Entzünden sich die Talgdrüsen jedoch so stark, dass auch tiefere Hautschichten davon betroffen sind, können Katzen durch die daraus resultierenden Schmerzen und den Juckreiz vermehrtes Kratzen, Haarausfall, Schuppenbefall und Unruhe zeigen.

Welche diagnostischen Möglichkeiten gibt es?

Die auffälligen Hautunreinheiten lassen schnell vermuten, dass es sich um eine Katzenakne handelt.

Um eine geeignete Therapie aussuchen zu können, muss die zugrundeliegende Ursache jedoch anhand eines Vorberichtes im Rahmen der Besitzerbefragung (Anamnese), einer klinischen Allgemeinuntersuchung und einer speziellen Hautuntersuchung erfolgen. Letztere setzt sich aus folgenden diagnostischen Maßnahmen zusammen:

  • Mikrobiologische Untersuchung eines Hautabstriches oder einer Haarprobe zum Nachweis von Bakterien und Pilzen (z.B. Malassezien)
  • Entnahme eines blutigen Hautgeschabsels zum Nachweis eines Parasitenbefalls (z.B. Milben wie die Haarbalgmilbe Demodex cati)

Katzenakne: Therapeutische Möglichkeiten

In der Regel erfordert ein milder Verlauf der Felinen Akne neben der regelmäßigen desinfizierenden Reinigung keine aufwändige Behandlung. Schwere Verlaufsformen können jedoch folgende Medikamente in Form von Salben oder ggf. Tabletten benötigen:

  • Schwere bakterielle Infektionen: Antibiotika nach Empfindlichkeitstestung, um Resistenzen zu vermeiden
  • Pilzinfektionen: Antimykotika
  • Parasiten: Antiparasitika

Zusätzlich ist es ratsam, starken Stress zu reduzieren und ggf. das Immunsystem durch beispielsweise Vitaminpräparate oder Omega-3-Fettsäuren zu stärken. Achten Sie zusätzlich auf eine ausreichende Hygiene von Futterplätzen und der Katzentoilette.

Wie ist die Prognose?

Obwohl die Katzenakne häufig schubweise verläuft und sich über einen langen Zeitraum erstrecken kann, ist die Prognose auf Grund der kaum eingeschränkten Lebensqualität in den meisten Fällen gut.

Schwere Talgdrüsenentzündungen führen nur sehr selten zu Entzündungen tieferer Gewebe oder bakteriellen Blutvergiftungen.

Wie kann Katzenakne verhindert werden?

Empfehlenswert ist eine regelmäßige Parasitenprophylaxe durch das Anbringen von Halsbändern oder Spot-Ons. Zusätzlich ist es ratsam, auf eine ausgewogene Ernährung der Katze zu achten, um Nährstoffmangel und Überversorgungen zu vermeiden.

War die Katze bereits an Katzenakne erkrankt, können weitere Akneschübe durch desinfizierendes Reinigen eingedämmt werden. Dies sollte jedoch maximal ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt werden, da die Haut durch zu viel Desinfektionsmittel austrocknet und damit zusätzlich geschädigt werden kann.

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