08. April 2019 - Aktualisiert 15. April 2019

Katze miaut nachts: Warum und was tun?

katze miaut nachts

Schlaflose Nächte, weil die Katze miaut? Das hat vermutlich jeder Katzenbesitzer schon einmal erlebt. Doch was tun, wenn die Samtpfote uns jede Nacht mit ihrem Gemaunze den Schlaf raubt? Warum miauen viele Katzen besonders nachts und was hilft gegen den nächtlichen Katzenjammer?

Beginnen wir mit einer schlechten Nachricht: Katzen sind nachtaktiv. Eigentlich ist es also kein Wunder, dass sie besonders nachts, wenn sie am muntersten sind, unsere Aufmerksamkeit durch lautstarkes Miauen einfordern. Doch keine Sorge, auch Katzenbesitzer können ruhige Nächte genießen. Denn die gute Nachricht ist: Katzen können lernen, sich nachts ruhig zu verhalten. Dafür ist es jedoch wichtig, zunächst einmal die Ursachen für den nächtlichen Katzenjammer zu kennen.

Warum miauen Katzen nachts?

Wie so oft gibt es nicht den einen Grund, warum Katzen nachts miauen. Denn so unterschiedlich unsere Stubentiger sind, so verschieden sind auch die Gründe für ihr nächtliches Maunzen. Während die einen friedlich vor sich hindösen und von den Erlebnissen des Tages träumen, tigern andere ruhelos durch die Wohnung, kratzen an Türen und miauen herzzerreißend. Und natürlich gibt es auch Katzencharaktere, die einfach von Natur aus „Quasselstrippen“ sind und öfter als andere ihre Stimme erheben, wie zum Beispiel Siamkatzen.

Grundsätzlich möchten Katzen uns mit dem Miauen etwas mitteilen. Sie benutzen es nicht etwa, weil sie einfach gerne miauen oder weil sie uns absichtlich am Schlafen hindern möchten. Miauen ist für Katzen ein bewährtes Mittel, um mit uns Zweibeinern zu kommunizieren. Denn während erwachsene Katzen sich untereinander in erster Linie mit Körpersprache verständigen, ist das Miauen für das Gespräch zwischen Mensch und Katze reserviert. Katzen lernen schnell, dass ihre Besitzer im Empfangen von körperlichen Signalen häufig etwas „begriffsstutzig“ sind und setzen daher – ähnlich wie wir Menschen es mit unserer Sprache tun – auf Laute, um auf sich aufmerksam zu machen.

Die häufigsten Ursachen des nächtlichen Katzenjammers

Leider verstehen wir Menschen aber auch das Miauen nicht immer und wissen einfach nicht, was unsere Katze oder unserer Kater uns eigentlich genau damit sagen möchte. Manchmal braucht es viel Einfühlungsvermögen, Geduld und eine gute Portion Detektivarbeit um die Gründe für das Maunzen herauszufinden, schließlich ist jede Katze anders. Doch trotz individueller Neigungen, Angewohnheiten, Erfahrungen und Bedürfnisse, steckt hinter dem nächtlichen Miauen häufig eine der folgenden Ursachen:

  • Langeweile
  • Hunger
  • Einsamkeit
  • Stress und Verunsicherung
  • Gewohnheit
  • Krankheit oder Schmerzen
  • Hormonschwankungen

Wie bringe ich meiner Katze bei, nachts ruhig zu sein?

Ebenso wie bei der Frage nach dem „Warum“ gibt es auch bei dieser Frage keine Pauschalantwort, die bei allen Katzen funktioniert. Denn so unterschiedlich die Gründe für das Miauen in der Nacht sein können, so unterschiedlich sind natürlich auch die Mittel, um die nächtliche Ruhestörung zu verhindern. Wenn Sie einen Verdacht haben, welche der oben genannten Ursachen bei Ihrem Haustier zutreffen könnte, haben Sie bereits den ersten Schritt geschafft und können nun versuchen, entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Welche das sein können, lesen Sie in den folgenden Tipps:

kätzchen in einem korb versteckt
  • Tipps, wenn die Katze aus Langeweile miaut:

Während die Katze tagsüber gemütlich auf Ihrem Sofa vor sich hindöst, dreht sie abends und in der Nacht plötzlich zur Hochform auf und verlangt plötzlich nach „Programm“?

Das ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches, schließlich sind Katzen in dieser Zeit naturgemäß am aktivsten. Das Gute ist: Wenn Sie sich tagsüber mit Ihrem Stubentiger genügend beschäftigen, mit ihm spielen, ihn draußen herumstreunen lassen oder ihn mit kleinen Jagdspielchen auf Trab halten, so wird er auch in der Nacht bereit sein, sich für ein paar Stunden auszuruhen. Probieren Sie einfach aus, von welchem Spiel, Ihre Katze nicht genug bekommen kann. Ob Wollknäuel, Bällchen, Feder, Laserpointer, flache Wasserschüssel oder anderes Katzenspielzeug: Bei der Beschäftigung Ihrer Katze sind Ihrer Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Sorgen Sie einfach dafür, dass sich Ihre Samtpfote abends vor dem Schlafengehen noch einmal richtig auspowert und Ihre volle Aufmerksamkeit genießt.

Schläft sie trotz dieser abendlichen Action nicht, können Sie ihrer Katze auch Spielzeug und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Nacht hinstellen, wie zum Beispiel Fummelbretter oder anderes Intelligenzspielzeug, mit dem sich ihre Katze nachts alleine beschäftigen kann, während Sie in Ruhe weiterschlafen können.

  • Tipps, wenn die Katze miaut, weil sie Hunger hat

Anders als wir Menschen oder Hunde, die pro Tag nur ein bis zwei Hauptmahlzeiten zu sich nehmen sollten, snacken Katzen am liebsten immer nur kleine Portionen zwischendurch, was auch Ihrem Magen-Darm-System zugutekommt. Haben sie abends nicht mehr viel gegessen und sind nachts wach, ist es daher natürlich nur verständlich, dass sie auch nachts nach einer kleinen Mahlzeit verlangen und deshalb lautstark miauen.

Dennoch sollten Sie in diesem Fall nicht sofort aus Ihrem Bett springen und den Katzennapf füllen, denn hat Ihre Katze einmal gelernt, dass ihr Miauen nach Futter Erfolg hat, so wird sie es vermutlich immer wieder probieren.

Füttern Sie Ihre Katze stattdessen lieber noch einmal, kurz bevor Sie ins Bett gehen und stellen Sie ihr für die Nacht eine weitere kleine Portion hin, die sie sich selbst nach Bedarf nehmen kann. Sinnvoll können auch Futterautomaten oder ein mit Futter bestücktes Fummelbrett sein, denn die machen Ihre Katze nicht nur satt, sondern beschäftigen sie gleichzeitig eine Weile, während sie in Ruhe schlafen können.

  • Tipps, wenn die Katze miaut, weil sie einsam ist

Besonders nachts, wenn ihre menschliche Bezugsperson schläft und die Katze möglicherweise nicht raus darf, fühlt sich so mancher Stubentiger furchtbar einsam. Besonders Kitten, die voller Energie stecken und extrem verspielt sind, mögen das nächtliche Alleinsein gar nicht.

Abhilfe könnte hier eine Zweitkatze sein, denn im Gegensatz zu ihnen, ist diese nachts auch aktiv und stellt somit einen prima Spielgefährten. Während sich die beiden kleinen Katzen ein Wettrennen um ihr Sofa liefern oder gemeinsam den Kratzbaum erobern, können Sie nebenan im Schlafzimmer beruhigt weiterschlafen.

Selbst bei älteren Katzen kann eine Vergesellschaftung mit einer zweiten Fellnase eine gute Lösung für das nächtliche Miauen sein. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie die Zusammenführung der beiden Katzen gut im Voraus planen und behutsam vorgehen. Andernfalls könnte der Einzug eines zweiten Vierbeiners zu einem Revierkampf ausarten – und der würde ihnen vermutlich den Schlaf auf eine andere Art und Weise rauben.

  • Tipps, wenn die Katze miaut, weil sie nervös, ängstlich oder unsicher ist

Katzen sind Gewöhnungstiere und sehr sensibel, wenn es um Veränderungen ihrer vertrauten Umgebung geht. Neue Möbel oder gar ein Umzug in ein neues Haus können eine Katze zutiefst verunsichern. Die fremde Umgebung, die neuen Gerüche und die ungewohnten Geräusche ängstigen sie. An einen ruhigen Schlaf ist in diesem Zustand natürlich nicht zu denken und so setzt sie stattdessen zu ihrem lautstarken Klagelied an.

Auch andere Ereignisse, wie zum Beispiel die lauten Silvesterraketen oder auch nur ein neuer, ungewohnt riechender Teppich können Katzen mit ihren ausgeprägten Sinnen verschrecken.

Wichtig ist, dass Sie die Sorgen Ihrer Katze ernst nehmen, ohne dass Sie nachts zu sehr auf ihre miauende Katze eingehen – schließlich könnte Sie dies wieder als Aufforderung verstehen, in den nächsten Nächten erneut Ihre Zuneigung lauthals einzufordern. Schenken Sie Ihrer Katze stattdessen besonders viel Liebe und Aufmerksamkeit – und das vor allem tagsüber. Spielen Sie mit ihr, streicheln Sie ihr übers Fell und lassen Sie ihr Nickerchen auf Ihrem Schoß halten. Auch nachts sollte die Tür zu Ihrem Schlafzimmer nicht verschlossen bleiben. Vielleicht darf Ihre Katze sogar in Ihrem Bett schlafen und so zur Ruhe finden? Wer dies nicht möchte, kann ihr auch neben oder unter dem Bett einen gemütlichen Schlafplatz einrichten oder eine Katzenhängematte aufstellen.

Ist Ihre Katze trotz dieser Maßnahmen nachts immer noch unruhig, können auch Bachblüten oder spezielle Duftzerstäuber für die Steckdose für Entspannung sorgen. Und bei manchen Katzen soll es sogar helfen, wenn nachts ein leises Radio läuft und sie von den unheimlichen Geräuschen ablenkt.

Hand die eine Katze streichelt
  • Tipps, wenn die Katze aus Gewohnheit miaut

Natürlich gibt es auch Katzen, die nachts nur noch miauen, weil sie sich daran gewöhnt haben. Besonders wenn das Miauen seinen gewünschten Effekt erzielt, nämlich Ihre Aufmerksamkeit erwecken und dafür sorgen, dass Sie sich um Ihre Katze kümmern, dass Sie sie streicheln oder ihr Futter hinstellen.

Um das Gewohnheits-Miauen zu verhindern, sollten Sie Ihre Katze – auch wenn es schwer fällt – nachts am besten ignorieren. Auch wenn ihre Katze noch ein paar weitere Nächte miaut und Ihnen den Schlaf raubt: Irgendwann wird sie merken, dass ihr Miauen sinnlos ist und es einstellen.

Nichtsdestotrotz sollten Sie das Miauen Ihrer Katze natürlich ernst nehmen. Besonders wenn Ihre Katze dieses Verhalten früher nicht gezeigt hat, sollten Sie überlegen, was den nächtlichen Katzenjammer ausgelöst haben könnte. Gab es ein Ereignis, das Ihre Katze verschreckt haben könnte? Haben Sie sich in der letzten Zeit wenig um sie kümmern können? Oder haben Sie die Fütterungszeiten verändert? Wenn Stress, Angst oder Langeweile hinter dem nächtlichen Katzentheater stecken, können Sie ihr vielleicht mit den oben genannten Tipps helfen. Trifft dies alles nicht zu, sollten Sie unbedingt einen Termin beim Tierarzt vereinbaren, denn auch Krankheiten oder Schmerzen können dazu führen, dass Ihre Katze nachts leidet und deshalb laut um Hilfe miaut.

  • Tipps, wenn die Katze aufgrund von Krankheit oder Schmerzen miaut

Viele Katzen leiden still und verstecken Schmerzen so lang es geht – dies liegt in ihrer Natur, denn um zu überleben, durften ihre Vorfahren, die Wildkatzen, niemals Schwäche zeigen. Doch nachts werden Schmerzen häufig unerträglich (das ist bei Katzen nicht viel anders als bei Menschen). Hinzu kommen die Dunkelheit, die Stille, die Abwesenheit ihrer Menschen und die fehlende Ablenkung, so dass viele Katzen sich manchmal nicht mehr anders zu helfen wissen, als lautstark zu miauen.

Neben den oben genannten psychischen Ursachen sollten Sie also auch immer physische Beschwerden Ihrer Katze als Grund in Betracht ziehen. Schmerzen von inneren Organen, Gelenken, Bluthochdruck, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Niereninsuffizienz sowie eine Erkrankung des Herzens könnten zu der nächtlichen Unruhe führen. Auch mögliche altersbedingte Einschränkungen, wie das Nachlassen bestimmter Sinne (Taubheit, Blindheit) können die Katze so ängstigen, dass Sie nachts miaut. Lassen Sie Ihre Katze deshalb in jedem Fall von einem Tierarzt untersuchen. Nur so, können Sie eine Erkrankung als Ursache ausschließen.

  • Tipps, wenn die Katze hormonell bedingt miaut

Besonders mit Katzen oder Katern, die nicht kastriert sind, gehen die Hormone ab und zu einfach durch. Im Alter von etwa sechs Monaten werden Kätzinnen geschlechtsreif und erleben ihre erste Rolligkeit. Sie sind nun paarungsbereit und demonstrieren diesen Zustand, indem sie unruhig hin und herlaufen, sich mit dem Köpfchen an Gegenständen reiben, auf dem Boden rollen, vermehrt markieren, den Schwanz aufstellen und verstärkt  miauen, fauchen oder gurren. Selbst Katzen, die nachts bisher immer ruhig waren, miauen plötzlich lautstark, wenn sie rollig sind. Gleichzeitig strömen die geschlechtsreifen Katzen einen Duft aus, den Kater dank ihrer feinen Nase über weite Strecken riechen. So kann es sein, dass auch Ihr Kater plötzlich unausstehlich wird, wenn eine Katze aus der Nachbarschaft rollig ist. Er wird dann alles daran setzen, zur Nachbarskatze zu gelangen und sein Unmut über die geschlossene Wohnungstür in der Nacht durch lautes Miauen kundtun.

Das wirksamste Mittel gegen diesen sexuell motivierten Katzenterror ist sicherlich eine Kastration der Katze oder des Katers. Kastrierte Katzen werden für gewöhnlich ruhiger und verlieren das Interesse an paarungsbereiten Artgenossen. Auch die Gefahr einer Dauerrolligkeit, die bei Katzen besteht, wenn sie während der Rolligkeit nicht gedeckt werden, ist durch eine Kastration gebannt.

Möchten Sie Ihre Katze oder Ihren Kater kastrieren, sollten Sie dieses Vorhaben gründlich mit Ihrem Tierarzt besprechen. Er wird sie über den richtigen Zeitpunkt, über Vorteile und eventuelle Nebenwirkungen der Kastration ausführlich beraten.

Muss ich mit meiner Katze zum Tierarzt, weil sie nachts miaut?

Auch wenn bei den meisten Katzen das nächtliche Miauen psychisch bedingt ist, das heißt auf Langeweile, Unterforderung oder Einsamkeit zurückzuführen ist, so ist nicht auszuschließen, dass auch körperliche Beschwerden dahinter stecken. Ändert Ihre Katze plötzlich ihr Verhalten, sollten Sie sie grundsätzlich erst einmal vom Tierarzt untersuchen lassen. Vielleicht ist Ihr Liebling tatsächlich krank und braucht Medikamente oder ein spezielles Futter. Und wenn der Tierarzt Ihrer Katze vollkommene Gesundheit diagnostiziert, wird Sie allein diese Information ruhiger schlafen lassen. Auch die oben genannten Maßnahmen gegen psychisch bedingtes Miauen werden Sie nun mit mehr Gelassenheit und Geduld ausprobieren können.

Hilft dies jedoch alles nichts und der nächtliche Katzenjammer will einfach nicht enden, sollten Sie nicht zögern, sich professionelle Hilfe durch einen erfahrenen Katzenpsychologen zu suchen. Schließlich leiden nicht nur Sie an der Schlaflosigkeit, auch Ihre Katze fühlt sich vermutlich unwohl und möchte mit dem starken Miauen ein Bedürfnis ausdrücken, dem Sie auf den Grund gehen sollten.

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