West Highland White Terrier (Westie)

west highland white terrier im grass

Schneeweißer Charmeur

Seine Fans nennen den weißen Wuschelhund meist kurz und liebevoll „Westie“. Der Modehund der 1990er Jahre erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Kein Wunder: Der Westie ist ein anpassungsfähiger, verspielter Vierbeiner mit dem typisch eigenwilligen Terrier-Charme.

Wuscheliges Powerpaket

Der Westie fällt trotz seiner Größe auf: Sein reinweißes Fell strahlt bereits aus einiger Entfernung und gibt dem Westie in Kombination mit den dunklen Augen und der schwarzen Nase seinen typischen Look. Das Deckhaar besteht aus zirka 5 cm langem, harschen Haar ohne Locken, darunter befindet sich die weiche, dichte Unterwolle. Die kleinen Ohren und die bis zu 15 cm lange Rute stehen aufrecht. Die schneeweißen Schönheiten haben eine Widerristhöhe von bis zu 28 cm und bringen 7 bis 10 kg auf die Waage.

Vom verschmähten Jagd- zum Modehund

Die Vorfahren der West Highland White Terrier waren oft unerwünscht, denn es waren zufällig weiß geborene Hunde vom Schlag der Cairn Terrier. Da bei dieser Rasse der Farbton Weiß mit Schwäche assoziiert wurde, waren die meisten weißen Welpen dem Tode geweiht. Doch einem Jagdherrn gefiel die helle Laune der Natur besonders gut: Im späten 19. Jahrhundert züchtete Colonel Edward Donald Malcom mit Erfolg ausschließlich die weißen Terrier. Das leuchtend helle Fell hatte den Vorteil, dass der Hund bei der Jagd nicht mit anderen Tieren verwechselt werden konnte. Im Jahr 1905 gab es in Schottland bereits den ersten Liebhaber-Club, zwei Jahre später erkannte der englische Kennel Club die Rasse als eigenständig an. Der West Highland White Terrier gelangte in den 1990er Jahren in Europa durch TV- und Print-Werbung für eine Hundefuttermarke zu großer Bekanntheit und entwickelte sich zum Modehund, allerdings ist dieser Boom mittlerweile zurückgegangen. So hat sich beispielsweise in Deutschland die Zahl der offiziell gemeldeten Westie-Welpen in den vergangenen 15 Jahren fast halbiert, aktuell liegt sie bei um die 700 Welpen pro Jahr. Auch heute noch steckt das Erbe des Jagdhundes im Westie, denn wie alle Terrier des schottischen Hochlands wurden auch sie für die eigenständige Jagd auf Dachse, Otter und Füchse eingesetzt.

Charmanter Terrier

Klein, aber oho: Unter dem hübschen Fell steckt eine große Portion Selbstvertrauen. Die Rasse gilt als unerschrocken und ist fremden Hunden gegenüber eher unduldsam. West Highland White Terrier sind menschenfreundlich, dabei gehen sie meist eine sehr enge Bindung zu ihrem Familien-Rudel ein, bleiben Fremden gegenüber aber eher auf Distanz. Westies gelten als gelehrig, fröhlich und verspielt. Sie sind gute Wachhunde – dass einige Westies sich jedoch zu „Kläffern“ entwickeln, liegt meist daran, dass ihr Bewegungs- und Beschäftigungsdrang nicht ausreichend erfüllt wird, denn ein ausgelasteter Westie neigt keinesfalls zum übertriebenen Bellen. Achtung: Trotz der niedlichen Optik ist der Westie ein Terrier, in dem häufig immer noch Jagdtrieb steckt.

west highland white terrier spielt

Kleine Hunde mit großem Selbstvertrauen erziehen

Grundsätzlich sind die weißen Schönheiten gelehrig und gut zu erziehen, allerdings sollte diese Erziehung den Dickkopf des Terriers berücksichtigen. Da die Rasse früher in Fuchsbauten eigenständig auf die Jagd ging, neigen Westies heute noch dazu, bei Konflikten schnell die Alpha-Position einnehmen zu wollen. Wenn Sie hier nicht aufmerksam gegensteuern, haben Sie schnell einen wuscheligen Tyrannen auf der heimischen Couch sitzen. Somit brauchen die kleinen Hunde mit dem großen Selbstbewusstsein eine klare und konsequente Führung. Lassen Sie sich dabei nicht vom Charme des Terriers bezirzen, denn viele wissen ihren Unschuldsengel-Look gekonnt einzusetzen. Besonders wichtig ist eine frühe Sozialisierung mit anderen Hunden, damit Ihr Westie nicht zum Raufbold wird, der sich ständig mit anderen Vierbeinern – auch deutlich größeren – messen will. Am besten gehen Sie bereits mit Ihrem Welpen in eine Hundeschule, wo er viel Kontakt zu Hunden unterschiedlicher Größe hat.

Pflege zum Wohlfühlen

Im Alltag und vor allem bei Schmuddelwetter neigen West Highland White Terrier zu einem bräunlichen Fell. Es erfordert einiges an Zeit und Disziplin, um die kleinen Hunde bei jedem Wetter schneeweiß zu halten. Hierzu gehört das tägliche Bürsten, um Verfilzungen zu verhindern. Bereiten Sie bereits Ihren Welpen mit regelmäßiger Routine und viel Lob auf die kleine Pflegeeinheit vor. Das Westie-Deckhaar fällt nicht von selbst aus, sondern muss ausgezupft werden – das geht am besten beim regelmäßigen Trimmen alle zehn bis zwölf Wochen. Mit einem speziellen Trimmmesser entfernt man dabei die losen Haare. Scheren sollte man das Fell nicht, da dies mittelfristig zu Hautproblemen führen kann, weil das dichte Haar nur gekürzt, nicht aber ausgedünnt wird. Allerdings können Sie das Fell an einigen Stellen zusätzlich mit einer Schere kürzen. Lassen Sie sich rund um Trimmen und Schneiden vorab professionell einweisen, falls Sie dies selbst übernehmen möchten, oder suchen Sie alle zwei bis drei Monate einen Hundefriseur mit Ihrem Liebling auf. Nur in seltenen Fällen wird ein Waschen mit Shampoo notwendig sein – verwenden Sie bei hartnäckigem Schmutz ein mildes Hundeshampoo. Ergänzend zur Fellpflege können Sie Ihren Hund an regelmäßige Zahnpflege mit einer Hundezahnbürste sowie spezieller Zahncreme gewöhnen.

Westie Ernährung: mit hohem Fleischanteil

Wie alle Hunde sind auch West Highland White Terrier Karnivoren und brauchen eine Ernährung mit hohem Fleischanteil. Die Nahrung sollte, egal ob Trocken- oder Nassnahrung, im Idealfall kein Getreide enthalten. Stattdessen findet sich bei einem guten Futter Fleisch an erster Stelle der Deklaration. Ein Westie, der in ein neues Zuhause umzieht, sollte die ersten Tage sein gewohntes Futter erhalten. Möchten Sie anschließend das Futter umstellen, tun Sie dies behutsam und schrittweise, indem Sie langsam immer mehr des neuen Futters in das bekannte mischen. Dies gilt auch bei der Umstellung von Welpenfutter auf Nahrung für adulte Tiere. Bei zu schnellem Futterwechsel besteht bei vielen Tieren Durchfall-Gefahr. Junge Hunde erhalten bis zu vier Mahlzeiten pro Tag, erwachsene in der Regel zwei Rationen. Ihr Westie bekommt schnell zu viele Pfunde auf die Rippen, wenn Sie ihn nicht entsprechend Größe, Gewicht und Aktivitätsgrad füttern – bedenken Sie dabei auch Leckerlis, die Sie eventuell zur Belohnung „nebenher“ geben. Um die Zähne so strahlend weiß wie das Fell zu halten, können Sie spezielle Zahnpflegesnacks oder Trockenkauartikel wie Rinderohren reichen.

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Dank Vorsorge zum robusten Westie

Aufgrund der starken TV-Präsenz in Werbespots in den 1990er Jahren ist der Westie zum Modehund geworden, was einer Rasse selten gut tut. Wegen der damit einhergehenden Massenvermehrung der Hunde kam es zu einigen gesundheitlichen Problemen, die die Westies heute noch begleiten – darum ist es umso wichtiger, seriöse Zuchten mit entsprechender Gesundheitsvorsorge zu unterstützen. Einige der ursprünglich robusten Hunde haben eine Neigung zu Hautallergien, Patella-Luxuationen und Missbildungen des Kiefers. Die bei West Highland White Terriern und Cairn Terriern vorkommende Krabbe-Krankheit kann im Alter bis zu drei Monaten auftreten und bringt schwere neurologische Schäden mit sich, die dazu führen, dass betroffene Hunde meist das erste Lebensjahr nicht vollenden. Per DNA-Test können Züchter diese Erkrankung mittlerweile ausschließen.

Kälte und Regen machen den ehemaligen Jagdhunden des schottischen Hochlands nichts aus, doch im Sommer sollten die Besitzer immer darauf achten, dass sie ein schattiges Plätzchen zur Verfügung haben. Gesunde Westies können bis zu 16 Jahre alt werden.

Beschäftigung: Westies sind keine Schoßhunde

Lange Spaziergänge und viele Spiele – so lauten die einfachen Zutaten für ein glückliches Westie-Leben. Obwohl der West Highland White Terrier einen für seine Größe überdurchschnittlichen Bewegungsdrang hat, ist er eher nicht als Begleiter für Jogger geeignet, denn er möchte während ausgiebiger Gassirunden auch Zeit zum Stöbern und Schnüffeln haben. Intelligenz- und Beschäftigungs-Spielzeuge für Hunde kommen bei den verspielten und neugierigen Energiebündeln oft sehr gut an. Wenn Sie mit Ihrem Westie etwas Gutes tun möchten, können Sie sich über seine Einsatzmöglichkeiten als Therapiehund informieren. Mit seiner putzigen Optik ist ein gut erzogener Westie ein wahrer Herzensöffner für viele Menschen in Behinderten-, Pflege-, Senioren- oder Kinderheimen. Natürlich setzt dieser Einsatz ein intensives Training mit Ihrem Westie voraus, kann dann aber eine sehr bereichernde Aufgabe sein.

Passt ein West Highland White Terrier zu mir?

Die charmanten Kleinhunde passen zu vielen Hundefreunden, denn sie eignen sich prima als Familienhund sowie als Wohnungs- und Stadthund. Kinder, die den respektvollen Umgang mit Tieren erlernt haben, werden einen tollen Spielkameraden im Westie finden: lange Spaziergänge, Bewegung, Abwechslung, Bällchen holen, Tricks lernen – der weiße Wirbelwind ist gerne dabei! Dabei binden die Vertreter der Rasse sich nicht unbedingt intensiv an eine bestimmte Person, sondern lieben für gewöhnlich das „ganze Familienrudel“. Dazu können auch Katzen gehören, wenn der Westie frühzeitig auf sie sozialisiert wurde. Allerdings kann es im Freien immer wieder vorkommen, dass der ehemalige Jagdhund anderen Tieren nachstellt. Ihre Besitzer müssen keine Sportskanonen sein, sollten aber Spaß daran haben, den Hund mit Spiel und Spaziergängen zu beschäftigen. Wer einen reinweißen Westie halten möchte, muss einige Zeit in die Fellpflege investieren.

Auch wenn Westies sich gut in Stadtwohnungen halten lassen, brauchen Sie hierfür natürlich das Einverständnis Ihres Vermieters. Überlegen Sie sich außerdem bereits im Vorfeld, wie Sie Ihren Urlaub regeln – haben Sie dafür eine gute Betreuungsmöglichkeit oder darf Ihr Westie Sie sogar auf Reisen begleiten? Informieren Sie sich vorher über die mögliche Unterbringung zuhause oder aber an Ihrem Urlaubsort. Sehr warme Urlaubsziele sind für den schottischen Vierbeiner eher weniger geeignete Destinationen.

Bedenken Sie bereits vor dem Einzug, dass mit der Hundehaltung eine große Verantwortung einhergeht und Sie für viele Jahre neben der täglichen Zeit auch einiges Geld für Ihr tierisches Familienmitglied aufwenden müssen. Nach den Anschaffungskosten für den Hund selbst – und hierbei sollten Sie unbedingt in einen Vierbeiner aus einer seriösen Zucht investieren – sowie der Grundausstattung (hierzu gehören z. B. Näpfe, Autosicherung, Decken und Körbchen, Leine, Brustgeschirr, Halsband, Pflegeutensilien wie Trimmmesser und Bürste) kommen die regelmäßigen Kosten für ein hochwertiges Futter und mindestens jährliche Tierarztbesuche – bei Krankheit natürlich häufigere – hinzu.

westie spielt im natur

Wo finde ich meinen Wunsch-Westie?

Auch wenn der große Boom der West Highland White Terrier vorbei ist, gibt es immer noch zahlreiche Züchter der Rasse. Achten Sie darauf, dass Ihr Züchter einem Rassezuchtverein angeschlossen ist und seine Tiere nur mit Abstammungsnachweis, Chip sowie mehrfach entwurmt und geimpft abgibt. Ein guter Züchter lädt sie ein, seine Welpen und deren Elterntiere in seinem Zuhause kennenzulernen und beantwortet Ihre Fragen zu seiner Zucht gerne – natürlich wird er auch Ihnen etwas auf den Zahn fühlen wollen, schließlich möchte er ein gutes neues Zuhause für seine Schützlinge finden. Eltern und Jungtiere sollten auf Sie einen munteren, ausgeglichenen Eindruck machen. Der Züchter hat die Welpen früh in die täglichen Alltagsabläufe integriert, um sie gut zu prägen. Auch nach der Übergabe des Welpen ist der Züchter gerne Ansprechpartner für rassespezifische Fragen und freut sich darüber, wenn Sie ihn über die Entwicklung des Welpen informieren.

Kaufen Sie keinesfalls einen Westie ohne Abstammungsnachweis von einem vermeintlich günstigen „Züchter“. Denn diese haben in der Regel weder ein am Standard orientiertes Zuchtziel noch betreiben Sie eine umfassende Gesundheitsvorsorge. Schließlich sind die Vorsorgeuntersuchungen vor dem Zuchteinsatz bei seriösen Züchtern sehr kostenintensiv, aber unbedingt notwendig, um die Gesundheit der Rasse zu erhalten. Auch die Elterntiere leben bei „Vermehrern“ oftmals unter nicht artgerechten Bedingungen und die weiblichen Tiere erhalten häufig nicht die notwendigen Erholungspausen zwischen zwei Würfen. Machen Sie ebenfalls einen Bogen um private Verkäufer, die „einfach mal Westie-Welpen“ haben möchten: Züchten bedeutet Verantwortung und viel Know-how rund um Genetik, Gesundheit und natürlich den Westie-Standard – das geht nicht spontan und nebenher.

Wer lieber einem älteren West Highland White Terrier ein neues Zuhause geben möchte, hat mehrere Möglichkeiten. So kann es durchaus sein, dass der Tierschutz vor Ort einen Westie aufgenommen hat, weil die Besitzer verstorben sind oder sich getrennt haben. Ansonsten werden Sie in jedem Fall über das Internet fündig, denn hier gibt es zahlreiche Organisationen, die auch West Highland White Terrier vermitteln, beispielsweise spezielle Westie- oder Terrier-in-Not-Vereine. Im Idealfall können Sie den Hund kennenlernen und vor der Entscheidung schauen, ob es zwischen Ihnen passt. Ein guter Tierschutzverein wird Ihnen allerdings bereits bei ersten Telefongesprächen viel über den Charakter seines Schützlings sagen können und mit gezielten Fragen prüfen, ob Sie und der Vierbeiner ein potenzielles Dream-Team sind. Ältere Hunde haben natürlich den Vorteil, dass sie bereits die Grunderziehung hinter sich haben, allerdings wissen Sie nicht genau, wie erfolgreich diese war. Ruhigere Westie-Senioren können optimale Begleiter für etwas gemütlichere Halter sein, die auch gerne mal einfach auf der Parkbank sitzen, während ihr Westie die Gegend schnüffelnd erkundet – vorausgesetzt, der Hund ist gut abrufbar. In jedem Fall kann die Aufnahme eines „Second-Hand-Hundes“ eine sehr bereichernde Erfahrung sein!

Wir wünschen Ihnen eine wunderschöne Zeit mit Ihrem wuscheligen West Highland White Terrier!

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