Hundesteuer: Alle Infos zu Verordnung, Kosten & Steuerbefreiung Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Hundesteuer

Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer, die Hundehalter einmal pro Jahr an ihre Kommune entrichten müssen.

Ist jeder in Deutschland dazu verpflichtet, Hundesteuer zu zahlen? Alles Wichtige zu den gesetzlichen Verordnungen, Kosten und zur Hundesteuerbefreiung erfahren Sie hier.

Wer muss die Steuer für den Hund zahlen?

Jeder Hundebesitzer, der einen eigenen Hund aus privaten Gründen hält, ist in vielen Ländern (z.B. Deutschland) gesetzlich dazu verpflichtet, eine Hundesteuer an die Gemeinde abzutreten.

Wann ist eine Hundesteuermarke Pflicht?

Im Gegenzug zur Hundesteuer bekommen Hundehalter noch in manchen Bundesländern eine Hundesteuermarke, die die Hunde beim Gassigehen tragen müssen. Werden Sie als Hundehalter auf offener Straße durch einen Ordnungsbeamten kontrolliert, können Sie so beweisen, dass Sie der Hundesteuerpflicht nachkommen.

In manchen Bundesländern fällt diese Regel jedoch durch Digitalisierungsmaßnahmen weg. So gilt zum Beispiel in Berlin seit dem 01.01.2024, dass Hundehalter keine Hundesteuermarke mehr erhalten.

Was passiert, wenn ich die Hundemarke verloren habe?

Haben Sie die Hundesteuermarke von Ihrem Hund verloren, müssen Sie dies dem zuständigen Finanzamt melden.

Hundesteuerbefreiung: Wer braucht keine Hundesteuer zu zahlen?

Hundesteuern müssen Sie in der Regel nicht zahlen, wenn Sie eine gewerbliche Hundezucht oder einen Diensthund haben. Dazu zählen zum Beispiel Polizei- oder Wachhunde.

Weitere Fälle, in denen die Hundesteuer wegfallen kann

Zusätzlich können Sie abhängig von Ihrem Wohnort Steuerermäßigungen oder eine vollständige Hundesteuerbefreiung beantragen, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Sie nutzen Ihren Hund als Hütehund, Jagdhund oder Rettungshund
  • Ihr Hund ist über ein Tierheim oder eine Tierschutzeinrichtung gemeldet (z.B. als Pflegehund)
  • Sie besitzen einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen “B”, “BL”, “aG” oder “H” und nutzen Ihren Hund zum Beispiel als Blindenführhund.
  • Ihr Hund hat die Begleithundeprüfung bestanden.

Je nach Voraussetzung benötigen Sie für den Antrag die jeweiligen Dokumente (z.B. Schwerbehindertenausweis oder Brauchbarkeitsprüfung eines Landesjagdverbandes).

Warum muss man Hundesteuern zahlen?

Steuern zu zahlen, macht keinen Spaß. Doch Steuern sollen einen Zweck erfüllen:

Die Hundesteuer dient der Gemeinde zum einen als zusätzliche Einnahme von Geldern für den Gemeindehaushalt, zum anderen hat sie aber auch ordnungspolitische Zwecke. So kann die Gemeinde die Anzahl der Hunde durch die Erhebung der Hundesteuer begrenzen.

Ob die Hundesteuer allerdings tatsächlich den gewünschten Effekt hat, ist für manche fraglich. Sie ist eine öffentlich-rechtliche Abgabe und somit eine Gemeindesteuer. Es gibt nur noch sehr wenige Gemeinden in Deutschland, die keine Hundesteuer erheben.

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Was passiert, wenn man seinen Hund nicht angemeldet hat und die Hundesteuer nicht bezahlt?

Melden Sie Ihren Hund nicht bei der Gemeinde an, ist das zwar keine Straftat, aber dennoch eine Ordnungswidrigkeit. Dann drohen Ihnen Nachzahlungen und Geldbußen, deren Höhe die zuständige Kommune selbst bestimmt. Da viele Deutsche ihren Hund erst gar nicht bei der Gemeinde anmelden, führen einige Kommunen vermehrt verschärfte Kontrollen durch.

 

Hundesteuer online anmelden
Auf der Website Ihrer Kommune finden Sie die richtigen Formulare zur Anmeldung oder Abmeldung von der Hundesteuer.

Kosten: Wie viel Hundesteuer muss ich zahlen?

Die Höhe der Hundesteuer ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • der Hunderasse
  • der Anzahl der von dir gehaltenen Hunde
  • der Stadt oder Gemeinde, in der Sie Ihren Hund anmelden

Am Beispiel der Hundesteuersatzung von München müssen Sie pro Hund und Jahr 100 Euro zahlen, wobei die Kosten für einen Kampfhund mit 800 Euro erheblich darüber liegen. Melden Sie Ihren Hund hingegen in Berlin an, müssen Sie mit einem Steuerbetrag pro Hund und Jahr von 120 Euro rechnen, für jeden weiteren Hund zusätzlich 180 Euro pro Jahr.

Höhere Beiträge für Listenhunde

Für Hunderassen, die allgemein als gefährliche Hunde gelten, legen Bundesländer in der Regel zum Schutz der Bevölkerung eine erhöhte Hundesteuer fest. Dabei berufen sie sich auf das Beißverhalten der Rasse und das Ergebnis des Wesenstests.

So führt jedes Bundesland eine eigene Liste, auf der die als gefährlich eingestuften Rassen gelistet sind. In unserem Beitrag „Listenhunde in Deutschland: Rassen & Vorschriften” finden Sie eine entsprechende Übersicht.

Hundesteuer berechnen

Im Internet finden Sie zahlreiche Datenbanken, auf denen Sie schnell und bequem von der Couch aus die Hundesteuer für Ihren Hund berechnen können. Aber auch auf der Website Ihres Wohnortes sollten Sie die wichtigsten Informationen über die dort festgesetzten Hundesteuerbeiträge, Fristen und Co finden.


Fristen: Bis wann muss man einen Hund anmelden?

Die Gemeinden regeln die Fristen zur Anmeldung selbst – informieren Sie sich am besten direkt vor Ort. Melden Sie Ihren Hund nicht rechtzeitig bei Ihrer Gemeinde an, drohen in der Regel Nachzahlungen und Geldbußen.

So gilt zum Beispiel in Berlin momentan die Regel: Sie müssen Ihren Hund innerhalb eines Monats nach folgendem Fall anmelden:

  • nach dem Kauf
  • nach der Geburt
  • nach einem Umzug in die neue Gemeinde

In Aachen müssen Sie wiederum Ihren Hund zwingend innerhalb von zwei Wochen nach der Anschaffung oder nach deinem Zuzug in das Aachener Stadtgebiet anmelden.


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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