05. Dezember 2018 - Aktualisiert 13. Dezember 2018

Husten beim Hund 

Verfasst von Amelie Krause, Tierärztin
irish wolhound hund hustet

Husten beim Hund ist ähnlich wie beim Mensch keine eigenständige Krankheit, sondern stellt ein Symptom für eine Erkrankung des Atmungsapparats oder anderer Organe dar. Husten kann außerdem ein Reflex sein, um den Körper vor verschiedenen Stoffen zu schützen, wie beispielsweise vor Fremdkörpern oder reizenden Substanzen. Manchmal kann Husten mit Versuchen zu Erbrechen oder Regurgitieren, Rückwärtsniesen, Würgen und intensivem Hecheln verwechselt werden. Beim Husten unterscheidet man zwischen Reizhusten ohne Auswurf (unproduktiver Husten) von feuchtem Husten mit Auswurf (produktiver Husten). Beide Arten können akut oder chronisch auftreten.

Formen von Husten und Ursachen

Ein trockener, kräftiger, harter oder bellender Husten wird auch Reizhusten genannt. Der Reizhusten kann sehr schmerzhaft für den Hund sein. Wenn der Reizhusten anhält, kann er sich zudem selbst verstärken und einen Teufelskreis auslösen: Durch das intensive Anziehen von Luft werden die Schleimhäute gereizt und geschädigt, was wiederum den Hustenreiz verstärkt und es wird erneut Luft angesogen und so weiter. Oft lässt sich der Husten dann bereits durch leichten Zug am Halsband, Druck auf den Kehlkopf oder die Luftröhre, Aufregung und starkes Einatmen kalter und trockener Luft auslösen.

Zu den Ursachen für akuten Reizhusten zählen:

  • Anfangsstadien von Infektionen und Entzündungen der Atemwege (wie Zwingerhusten)
  • Einatmen von Fremdkörpern wie Futter oder Flüssigkeit
  • Einatmen von reizenden Stoffen wie Allergenen oder Rauch
  • Parasiten

Ursachen für chronischen Reizhusten:

  • Trachealkollaps, häufig bei kleinen Hunderassen
  • Druck auf die Atemwege durch Tumore, einen vergrößerten Vorhof des Herzens oder vergrößerte Lymphknoten
  • Parasiten

Der feuchte Husten zeichnet sich durch den Auswurf von Sekret aus. Oft hört man ein rasselndes Geräusch beim Husten. Dieser Husten ist eher gedämpft und ist häufig begleitet von Würgen am Ende des Hustens. Oft wird nach dem Husten Sekret in Form von Schleim „erbrochen“ bzw. hervorgewürgt. Gehäuft tritt der feuchte Husten nach Ruhephasen wie nach dem Schlafen auf.

Ursachen für feuchten Husten

  • Fortgeschrittene Stadien von Infektionen und Entzündungen der Atemwege (Lungenentzündung)
  • Lungenödem

Bluthusten oder Husten mit Blutbeimengungen lassen sofort an Schwerwiegenderes wie Verletzungen in den Atemwegen, Einatmen von Fremdkörpern, schwere Lungenentzündung oder gar einen Tumor denken und sollte schnellstmöglich abgeklärt werden.

Diagnostik bei Husten

Je nach Art und Schweregrad des Hustens werden beim Tierarzt unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt um die Ursache zu ergründen und zu behandeln. Auch die Größe und die Rasse des Hundes kann für die weitere Diagnostik eine Rolle spielen, da Hunde kleiner Rassen häufig unter einem Trachealkollaps leiden. Zuerst ist für die erste Einschätzung durch den Tierarzt ein genauer Bericht des Tierhalters wichtig (Anamnese). Wichtige Punkte sind zum Beispiel:

  • Seit wann besteht der Husten?
  • Wie oft und wie heftig hustet der Hund?
  • Handelt es sich um einen trockenen oder einen feuchten Husten?
  • Wann tritt der Husten vor allem auf (nachts, tagsüber, bei Aufregung, beim Fressen)?
  • Hat der Hund weitere Beschwerden und wie ist das Allgemeinbefinden?
  • Sind Vorerkrankungen wie eine Herzerkrankung bekannt?

Danach führt der Tierarzt eine gründliche klinische Untersuchung durch. Hier kann häufig bereits der Grund für den Husten gefunden werden. Beispielsweise können vergrößerte Halslymphknoten, erhöhte Körpertemperatur oder sogar Fieber, ein geröteter Rachen und geschwollene Mandeln festgestellt werden, was auf eine Infektion hindeuten kann. In einigen Fällen ist weiterführende Diagnostik wie Röntgen der Lunge bzw. des Brustkorbs notwendig, wobei vor allem auf Veränderungen in der Lunge, des Herzens oder der Luftröhre geachtet wird. Außerdem kann eine Blutuntersuchung, Endoskopie oder sogar eine MRT oder CT-Untersuchung erforderlich sein.

Therapie von Husten

Für die Therapie sollte die Ursache des Hustens bekannt sein. Bei leichtem Husten infolge einer Erkältung reichen häufig allein Ruhe zur Erholung und die Stärkung des Immunsystems aus. Oft kann die Verabreichung von Schleimlöser bei feuchtem Husten nach Absprache mit dem Tierarzt zusätzlich hilfreich sein. Vor der Gabe von „Hausmitteln“ sollte immer Rücksprache mit dem Tierarzt gehalten werden, da einige Mittel für Hunde nicht geeignet sind. Sollte der Husten heftiger sein, ein paar Tage andauern, wiederholt auftreten oder sind weitere Symptome vorhanden, ist ein Besuch beim Tierarzt für die weitere Abklärung ratsam. Je nach Schweregrad und Ursache kann die Verabreichung von Medikamenten wie Entzündungshemmer, Antibiotika, Hustenstiller, Mittel zur Erweiterung der Bronchen oder zur Entwässerung der Lunge erforderlich sein.

Vorbeugen von Husten

Besser als die Behandlung eines Hustens ist natürlich die Verbeugung. Mit der Stärkung des Immunsystems durch eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und mit ausgewogener Ernährung kann so manche Erkältung vermieden werden. Es sollte wegen Ansteckungsgefahr möglichst vermieden werden, seinen Hund mit kranken Hunden in Kontakt kommen zu lassen, sei es zum Beispiel beim Spazieren gehen oder in der Tagesbetreuung. Als verantwortungsvoller Hundehalter sollte man seinen kranken Hund nicht in Hundeschulen oder an Orte mit anderen Hunde mitnehmen, um eine Übertragung von infektiösem Husten zu vermeiden. Darüber hinaus kann eine Impfung den Verlauf einer Infektion abschwächen. Außerdem sollte man verhindern, dass Hunde gewissen Substanzen wie Rauch oder scharfen Putzmittel so ausgesetzt werden, dass sie diese einatmen können. Schlingenden Hunden kann man zur Verhinderung des Verschluckens und Einatmens von Futter aus einem Anti-Schling-Napf fressen lassen. Zur Entlastung des Halsbereichs empfiehlt sich bei manchen Hunden das Verwenden eines Brustgeschirrs statt eines Halsbandes.

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