{"url":"https://www.zooplus.de/magazin/hund/hundeerziehung/hundekommandos","title":"Hundekommandos: Training und Tipps","mag_id":373497,"is_single":true,"cat_name":"Hund","sub_cat_id":80,"sub_cat_name":"Hundeerziehung","cat_id":79}
Sitz und Platz kennt wohl jeder Hundehalter. Neben den sogenannten Grundkommandos gibt es weitere Hundekommandos, die den Alltag mit Vierbeiner einfacher machen. Wir stellen die wichtigsten Kommandos für Hunde vor und geben Tipps rund um das Training.
Ein Hund sollte so viele Kommandos beherrschen, wie der Alltag mit seinem Menschen erfordert. Ein Assistenzhund benötigt andere Kommandos als ein Jagdhund. Auch die sogenannten Grundkommandos sind nicht für jedes Mensch-Hund-Team verpflichtend.
Doch oft gilt: Wer die Kommandos sicher ausführt, kann mehr Freiheiten genießen. Dies gilt beispielsweise für Freilauf in Wald und Flur, wenn der Hund den Rückruf beherrscht. Oder für Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei denen der Hund „Platz“ nehmen soll.
Wie kann ich meinem Hund Kommandos beibringen?
Es gibt viele Möglichkeiten: Wir gehen nach der klassischen Konditionierung vor. Diese Schritte sind dabei wichtig:
Bewegung einüben
Signal einführen (ca. 2-3 Sekunden vor dem auszulösenden Verhalten)
positiv verstärken: loben und belohnen
generalisieren – zu verschiedenen Orten/Zeiten/unter Ablenkung üben
Im Lauf der Zeit reduzieren wir die Belohnungsrate. Wir nutzen als Kommando für den Hund ein akustisches Signal, ein Wort. Dies können Sie frei wählen. So können Sie statt „Platz“ ein anderes Wort wie „liegen“ verwenden, sollten aber konsequent bei diesem Wort bleiben.
Parallel können Sie zum akustischen Signal Handzeichen einführen – zum Beispiel einen erhobenen Zeigefinger für „Sitz“ oder eine waagerechte Hand für „Platz“.
Beim Training sollte der Hund entspannt und weder ausgehungert noch vollgefressen sein.
Es gibt nicht „die“ sieben Grundkommandos. Aber die folgenden Hundekommandos zählen zu den Signalen, von denen (fast) jedes Mensch-Hund-Team profitiert.
Das Grundkommando „Sitz“
„Sitz“ zählt zu den bekanntesten Kommandos für Hunde. Wir können den Hund beispielsweise in der vollen Straßenbahn sitzen lassen oder vor dem Ableinen, um mehr Ruhe in bestimmte Situationen einkehren zu lassen. „Sitz“ ist außerdem eine Grundlage für viele Übungen in der Hundeschule.
Wie kann man seinem Hund „Sitz“ beibringen?
Am einfachsten ist es, bereits dem Welpen „Sitz“ beizubringen. Dabei ist erst die Sitz-Bewegung einzuüben:
Locken Sie hierfür den Hund mit einem Leckerli und halten Sie dieses so hoch, dass der Hund sich setzen muss, um es zu erreichen.
Hat dies ein paar Mal geklappt, führen Sie, kurz bevor der Hund mit dem Po absitzt, Ihr Kommando für „Sitz“ ein.
Nach einigen Wiederholungen reduzieren Sie die Leckerli-Gabe.
Im letzten Schritt üben Sie das Kommando in verschiedener Umgebung immer wieder ein.
Natürlich können Sie so auch dem erwachsenen Hund Sitz beibringen.
Tipp: Damit Ihr Hund im Sitz bleibt, bis Sie es auflösen, sollten Sie auch das Sitzen selbst in immer größer werdenden Abständen belohnen (ausführlicher bei „Platz“ beschrieben).
Für Hundekommandos wie den Rückruf sind Leckerlis wirksame Hilfsmittel.
Das Grundkommando „Platz“
Bei „Platz“ legt der Hund sich hin und bleibt in dieser Position, bis die Freigabe erfolgt. „Platz“ ist ebenso hilfreich wie „Sitz“ und eignet sich vor allem für länger andauernde Situationen, zum Beispiel Warten im Wartezimmer eines Tierarztes.
Der Hund kann sich beim Liegen entspannen. Auch beim Klingeln an der Tür in den eigenen vier Wänden kann „Platz“ sehr nützlich sein.
Wie kann ich meinem Hund „Platz“ beibringen?
Das Training klappt am besten, wenn Ihr Hund sich bereits im „Sitz“ befindet.
Halten Sie Ihrem sitzenden Hund ein schmackhaftes Leckerli vor die Schnauze.
Führen Sie es dann dicht am Hundekörper nach unten, so dass Ihr Vierbeiner sich hinlegen muss, um es zu erreichen.
Loben Sie Ihren Hund ausgiebig, wenn er liegt – natürlich erhält er auch das Leckerli.
Führen Sie nach einigen Wiederholungen das Kommando „Platz“ ein, wenn der Vierbeiner in die Liegeposition geht.
„Platz“ üben: Kommando verlängern und generalisieren
Damit der Hund nicht sofort wieder aufsteht, gibt es Snack-Nachschub und weiteres Lob. Das Kommando selbst wird allerdings nicht mehr wiederholt. Verlängern Sie nach und nach den Abstand zwischen den Belohnungen, bis Ihr Hund mehrere Minuten im „Platz“ verharren kann.
Gehen Sie dabei nicht zu schnell vor, um Rückschritte zu vermeiden. Üben Sie das Kommando an verschiedenen Orten und mit mehr Ablenkung.
„Lauf“ oder „Frei“: das Auflösesignal
Warum ist ein Auflösesignal so wichtig? Wenn der Hund beispielsweise im „Platz“ liegt oder bei Fuss läuft, soll er dies im Idealfall so lange tun, bis Sie das Kommando auflösen. Wird dies nicht eingeübt, enden die Übungen willkürlich. Ein Auflösesignal unterstützt die klare Mensch-Hund-Kommunikation.
Übrigens: Ein sauber trainiertes Auflösesignal macht das Kommando „Bleib“ überflüssig.
Wie bringe ich meinem Hund das Auflösesignal bei?
Während der Hund beispielsweise im „Platz“ ist, fordern Sie ihn zur Bewegung auf. Am besten körpersprachlich: Mit einer schwungvollen Handbewegung und einer animierenden Körpersprache laden Sie Ihren Hund ein, mit Ihnen zu gehen.
Sprechen Sie parallel zur Körpersprache das entsprechende Kommando, beispielsweise „Frei“ oder „Lauf“, in motivierender Tonlage. Später wird das Kommando ausreichen.
Rückruf: Wie bringe ich meinem Hund „Komm“ bei?
Kein Freilauf ohne sicheren Rückruf! Doch der Weg dorthin ist oft steinig: Kommt der Welpe nach etwas Übung stets fröhlich angehoppelt, sobald man das Rückruf-Signal gibt, lässt der Junghund sich leicht ablenken. Darum sind Geduld und Konsequenz gefragt.
Wie bringe ich meinem Welpen das Kommando Rückruf bei?
Besonders einfach klappt’s mit der Pfeife: Manche Züchter starten schon im Welpenalter mit dem Rückruf-Training, indem sie vor jeder Futtergabe eine Hundepfeife nutzen. Schnell verknüpfen die Welpen den Pfiff mit der Fütterung und tapsen aus allen Ecken herbei.
Wenn ein Welpe bei Ihnen einzieht, können Sie jedes Mal, wenn der Vierbeiner nach einem Pfiff zu Ihnen kommt, eine besondere Belohnung zücken. Trainieren Sie erst mit wenig Ablenkung und steigern Sie diese Schritt für Schritt.
Wie bringe ich meinem erwachsenen Hund den Rückruf bei?
Hat der Vierbeiner als Welpe keinen Rückruf kennengelernt, können Sie zum Beispiel wie folgt vorgehen:
Hocken Sie sich auf den Boden oder schnalzen Sie.
Wenn Ihr Hund interessiert zu Ihnen kommt, geben Sie kurz vor seiner Ankunft Ihr gewähltes Rückruf-Signal (Pfiff, „Hierher“, „Zurück“).
Ist der Hund bei Ihnen, gibt’s eine köstliche Belohnung.
Im weiteren Training geben Sie das Signal auf immer weitere Entfernung: Erst einen Meter, bevor Ihr Hund bei Ihnen ist, dann zwei usw. – bis Ihr Hund unmittelbar auf Ihr Rückruf-Signal folgend kommt.
Welche Belohnung für den Rückruf?
Die Rückruf-Belohnung sollte sehr schmackhaft sein. So wird es für Ihren Hund besonders attraktiv, auch bei Ablenkung zu Ihnen zurückzukommen. Wie wäre es mit einer leckeren Paste oder kleinen Käsestücken? Bei einigen Hunden kann auch ein kurzes Spiel die geeignete Belohnung sein.
Rückschläge vermeiden beim Rückruf-Training
Den Rückruf üben Sie am besten auf einem umzäunten Grundstück oder an einer Schleppleine. Denn es ist wichtig, dass Ihr Vierbeiner kein Erfolgserlebnis hat, wenn der Rückruf fehlschlägt.
Ein Beispiel: Ihr Hund schnüffelt am Waldrand, von vorne nähert sich ein Artgenosse. Sie geben das Rückruf-Signal, doch Ihr Hund findet den Artgenossen spannender. Die beiden spielen miteinander und Ihr Hund hat gelernt: Es gibt für mich eine bessere Alternative zum Folgen auf den Rückruf.
Beim Rückruf-Training ist es besonders wichtig, das Training langsam aufzubauen und die Außenreize nach und nach zu verstärken. Hierzu können Sie im weiteren Verlauf Rückruf in Gegenwart beliebter Menschen oder Hunde einüben oder beispielsweise das „Kommando zurück!“ vor einem Spielzeug oder Hundesnack, den Sie ausgelegt haben, geben.
Grundkommando „Bei Fuss“
Läuft Ihr Hund „Bei Fuss“, geht er unmittelbar neben Ihnen. Als Richtlinie gilt: Die Hundeschulter sollte sich ungefähr auf einer Linie mit Ihrem Knie befinden. Hierbei ist der Vierbeiner entspannt, aber aufmerksam, um Richtungswechsel mitzumachen.
Dieses Hundekommando stärkt die Bindung und ist praktisch, wenn wenig Platz vorhanden ist: Beispielsweise in einer belebten Fußgängerzone oder vor der Begegnung mit einem anderen Hund.
Wie bringe ich meinem Hund „Bei Fuss“ bei?
Nehmen Sie den Hund ist für das Training dieses Hundekommandos an die lockere Leine.
Beginnen Sie mit einem leckeren Snack in Ihrer Hand, mit dem Sie Ihren Hund in die richtige Position an Ihrem Bein locken.
Steht er dort, geben Sie das verbale Kommando „bei Fuss“. Unterstützend können Sie als Sichtzeichen auf Ihren Oberschenkel klopfen.
Halten Sie den Snack in Ihrer Hand und lassen Sie den Vierbeiner bei den ersten Schritten daran lecken – hierfür eignen sich Trainingspasten hervorragend.
Steigern Sie den Schwierigkeitsgrad langsam mit Kurven und Richtungswechseln.
Entfernen Sie dann das Leckerli immer weiter, bis es ausreicht, es in der Tasche zu haben. Fortgeschrittene Mensch-Hund-Teams können auch ohne Leine „bei Fuss“ laufen.
Das Bei-Fuß-Kommando bereitet den Hund darauf vor, in engen Fußgängerzonen neben Ihnen zu laufen.
Wie bringe ich meinem Hund „Bleib“ bei?
Am besten gar nicht! „Bleib“ soll der Impulskontrolle dienen und den Hund in seiner Position verharren lassen. Aber: „Bleib“ ist überflüssig, wenn die übrigen Hundekommandos wie „Sitz“ oder „Platz“ korrekt durchgeführt werden. Denn diese Kommandos gelten solange, bis sie aufgelöst werden.
Nähert sich also ein Radfahrer Ihrem freilaufenden Hund, können Sie ihm aus der Entfernung beispielsweise das Kommando „Sitz“ oder „Steh“ geben. Im besten Fall wird er sich an Ort und Stelle hinsetzen und solange nicht von der Stelle bewegen, bis Sie ihn freigeben.
Hundekommando „Aus“ („Schluss“, „Gib“)
Bei diesem Kommando soll der Hund das, was er im Maul hält, abgeben. Das kann ein Hundeknochen sein, ein Stofftier oder ein auf dem Weg entdecktes Wurststück.
Dieser Befehl für Hunde ist bereits mit Welpen gut zu erlernen.
Wenn Ihr Vierbeiner mit einem Spielzeug spielt, bieten Sie ihm ein schmackhaftes Leckerli an.
Ihr Hund wird das Maul öffnen, um den Snack zu ergattern. Dadurch gibt er das Spielzeug frei, das Sie direkt aus dem Maul nehmen sollten.
Wiederholen Sie diesen Tausch einige Male. Führen Sie schließlich das Signal, zum Beispiel „Aus“, ein – und zwar genau in dem Moment, in dem Ihr Hund das Maul öffnet.
Schritt für Schritt reichen Sie die Belohnung nicht direkt aus der Hand, sondern später aus der Tasche.
Steigern Sie auch die Attraktivität der abzugebenden Gegenstände je nach Vorlieben Ihres Hundes: Vom normalen Spielzeug bis hin zu einem Ochsenziemer. Prima anknüpfen können Sie an das Aus-Training Übungen mit dem Futterbeutel.
Dem Hund Kommandos beibringen – verschiedene Wege führen zum Ziel
Wir haben Möglichkeiten vorgestellt, mit denen man Vierbeinern Hundekommandos beibringen kann. Hierzu gibt es zahlreiche Alternativen und unterschiedliche Hilfsmittel.
Beispielsweise können die Kommandos mithilfe des Clicker-Trainings eingeübt werden. Manche Hundehalter arbeiten mit dem „freien Formen“. Dabei ist der Hund immer dann zu belohnen – am besten mit dem Clicker – wenn er einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat. Sind Mensch und Hund ein geübtes Team im freien Formen, können Sie auf diese Weise schnell große Fortschritte erzielen.
Im zooplus Shop finden Sie verschiedene Hilfsmittel für das Hundetraining:
Wie viele Kommandos kann ein Hund auf einmal lernen?
Beim Training sollten Sie sich immer auf ein Kommando konzentrieren, damit Ihr Vierbeiner nicht durcheinanderkommt.
Wie viele Kommandos kann sich ein Hund merken?
Es gibt Hunde, die weit über 200 Kommandos beherrschen. Wie viele Kommandos ein Hund sich merken kann, hängt aber von vielen Faktoren ab. So gibt es Rassen wie den Border Collie, denen das Lernen neuer Signale leichtfällt, wohingegen beispielsweise Herdenschutzhunde daran weniger Interesse haben.
Befehle für Hunde, Hundekommandos oder Signale?
Manche Hundetrainer und -halter empfinden den Begriff „Hundekommando“ als zu militärisch – ebenso wie „Hundebefehl.“ Stattdessen nutzen Sie den Terminus „Signal“, um die freundliche Kommunikation zwischen Mensch und Hund zu betonen.
In der Kommunikationswissenschaft ist ein Signal ein Zeichen mit einer bestimmten Bedeutung. Ein Kommando ist darum immer auch ein Signal. Die Bezeichnung „Hundekommando“ betont stärker, dass wir erwarten, dass der Vierbeiner das Signal ausführt.
Letztlich kommt es weniger auf die Begrifflichkeiten, sondern auf das partnerschaftliche Training mit unserem Hund an.
Die wichtigsten Hundekommandos sind die, die zu Ihrem Alltag mit Hund passen. Die folgende Liste zeigt weitere nützliche Kommandos für Hunde:
„Gib Laut“ – zum Beispiel zum Abschrecken von Fremden.
„Decke“ – Deckentraining für mehr Entspannung in vielen Alltagsituationen
„Steh“ – beispielsweise, um den Hund abzutrocknen. Manche verstehen unter „Steh“ das sofortige Einfrieren in der Bewegung. Hierfür können wir je nach Situation auch die Kommandos „Stopp“ oder „Sitz“ verwenden.
„Stopp“ als Abbruchsignal, damit der Hund in seiner Bewegung einfriert. Dies kann in Gefahrensituationen helfen – möglich sind alternativ „Steh“ oder „Sitz“ sowie der Rückruf.
„Nein“ – der Klassiker unter den Abbruchsignalen – der Hund stoppt seine aktuelle Tätigkeit, beispielsweise das Wühlen im Blumentopf.
„Change“ für das Wechseln der Seite an der Leine hinter dem Halter.
Das zooplus-Forum war für mich der Einstieg ins freiberufliche Schreiben: Hier kamen 2011 interessierte Katzenfreunde zusammen, um ein eigenes Print-Magazin namens „Pfotenhieb“ zu entwickeln. Neben meinem Germanistik-Studium durfte ich einige Beiträge für den „Pfotenhieb“ verfassen. Heute widme ich mich, mittlerweile als glückliche Hundehalterin, vor allem Tier- und Gesundheitsthemen.
Manche Hunde kommentieren jedes Ereignis mit lautstarkem Bellen. Klar, Bellen gehört zum Hund dazu und ist seine Art, sich mitzuteilen. Aber wenn Ihr Vierbeiner unkontrolliert bellt, sollten Sie wortwörtlich aufhorchen. Wir geben Tipps, wie Sie Ihrem Hund das Bellen abgewöhnen.
Eine schlabbrige Zunge auf der Haut finden manche Hundefreunde klasse, andere nicht so sehr. Doch eine Frage bleibt: „Warum leckt mein Hund mich ab?“ Dieser Artikel erklärt Ihnen, warum Hunde diese Geste so häufig zeigen.
Wenn Hunde nicht hören oder sich aggressiv gegenüber Artgenossen verhalten, wird dieses Verhalten häufig mit Dominanz erklärt. Doch was bedeutet Dominanz bei Hunden eigentlich und wie bekommen Sie diese bei Ihrem Hund in den Griff?