17. Januar 2019 - Aktualisiert 22. Januar 2019

Zwergkugelfisch (Erbsenkugelfisch)

zwergkugelfisch

Der Erbsenkugelfisch, auch Zwergkugelfisch oder Indischer Kugelfisch genannt, gehört zu den kleinsten Vertretern seiner Art. Im Gegensatz zu vielen anderen Kugelfischen ist er recht friedlich und lässt sich unter gewissen Voraussetzungen auch in einem Gesellschaftsaquarium halten. Eine regelmäßige Versorgung mit Schnecken ist für den gefräßigen Zierfisch allerdings unabdingbar.

Aussehen

Der Zwergkugelfisch erreicht selbst gerade mal eine Länge von 2 bis 3,5 cm. Auf seinen hellen, gelblichen Schuppen zeichnen sich dunkle, bräunliche bis schwarze Flecken ab. Diese sind bei Männchen in der Regel stärker ausgeprägt als bei Weibchen, deren Musterung insgesamt weniger kontrastreich ist. Geschlechtsreife Männchen zeigen außerdem eine dicke schwarze Seitenlinie, die unterhalb der Rückenflosse beginnt und sich bis nach hinten zur Schwanzflosse zieht. Am stärksten ausgeprägt ist die Färbung der Männchen während des Imponierens von Geschlechtsgenossen.

Ernährung

Der Gourmet unter den Fischen

Schnecken stehen beim Erbsenkugelfisch an oberster Stelle. Der Gourmet unter den Fischen frisst bevorzugt kleine Wasserschnecken von Pflanzen und Dekorationsgegenständen. Mit seinen kleinen Zähnchen bricht er die Schale auf und „lutscht“ die Schnecke heraus. Dabei stillt er nicht nur seinen Appetit, sondern nutzt durch das Zerbeißen des Schneckenhauses gleichzeitig seine Zähne ab, die ständig nachwachsen. Wer sein heimisches Aquarium mit einem Erbsenkugelfisch bereichern möchte, muss eine regelmäßige Versorgung mit Schnecken also unbedingt gewährleisten können. Bekommt der Kugelfisch keine Schnecken, würden die Zähne irgendwann zusammenwachsen, so dass der Kugelfisch gar keine Nahrung mehr aufnehmen könnte und verhungern würde. Wichtig ist auch, dass die Schneckenhäuser die richtige Größe haben: Sind sie zu klein, würde er sie ohne zu zerbeißen herunterschlucken, sind sie zu groß, saugt er die Schnecken nur von der Öffnung aus.

Frisst der Erbsenkugelfisch die Flossen anderer Fische?

Neben seinem Ruf als Schnecken-Vertilger und Nahrungsspezialist, wird dem Erbsenkugelfisch nachgesagt, dass er in die Flossen anderer Fische beißt. Tatsächlich passiert dies vor allem dann, wenn andere Nahrung, wie etwa Schnecken oder Mückenlarven, ausgegangen ist. Der immer hungrige Erbsenkugelfisch sollte deshalb sicherheitshalber nur mit Fischen vergesellschaftet werden, die entweder kurze, feste Flossen haben, die schnell schwimmen können oder die deutlich größer sind als er selbst. Auch wenn das Phänomen des Flossen-Zupfens nicht bei allen Exemplaren zu beobachten ist, sollten langsame oder sehr sensible Fische besser nicht mit einem Zwergkugelfisch zusammengebracht werden. Sie könnten von dessen „Annäherungsversuchen“ zu sehr eingeschüchtert und verschreckt werden. Außerdem sollten Besitzer darauf achten, dass immer genügend Schnecken oder anderes Lebendfutter zur Verfügung steht, so dass der Erbsenkugelfisch gar nicht erst auf „dumme Gedanken“ kommt.

Was fressen Erbsenkugelfische?

Indische Kugelfische sind, wie eingangs bereits erwähnt, Lebendfutterspezialisten – wobei Wasserschnecken ganz oben auf ihrer Nahrungsliste stehen. Aber auch rote oder weiße Mückenlarven sowie Wasserflöhe werden von Erbsenkugelfischen gerne gefressen. Falls der Nachschub an Lebendfutter unterbrochen ist, kann auch Frostfutter, zum Beispiel gefrorene rote Mückenlarven, verfüttert werden. Allerdings sollte Frostfutter immer nur als Notlösung dienen. Ebenso wenig würde eine ausschließliche Ernährung mit Trockenfutter diesem Süßwasserfisch gerecht werden.

Welche Schnecken eignen sich als Nahrung am besten?

Eine regelmäßige Versorgung mit Schnecken ist nicht nur zur Nahrungsaufnahme sondern auch zur Abnutzung der nachwachsenden Zähne wichtig. Kleine Blasen- oder Posthornschnecken, oder auch Spitzschlammschnecken sind dafür am besten geeignet, da die kleinen Kugelfische die Häuser dieser Schnecken gut knacken können. Turmdeckelschnecken hingegen werden eher nicht gefressen. Um einer Schneckenplage Herr zu werden, ist der Erbsenkugelfisch übrigens kein geeigneter Kandidat. Auch wenn er die kleinen „Plagegeister“ gerne verspeist, braucht er schließlich immer wieder Schnecken-Nachschub. So ist eine eigene Schneckenzucht in einem separaten kleinen Becken durchaus empfehlenswert. Wer einen Erbsenkugelfisch halten möchte, sollte also keine Abneigung gegen die Schneckentiere haben.

Wie männliche Erbsenkugelfische imponieren

Um anderen Männchen zu imponieren oder zu drohen fahren männliche Erbsenkugelfische ihren Bauchkiel aus. Dabei zeigt der Fisch seine Breitseite und schraubt sich kreisförmig nach oben. Die lateinische Bezeichnung „Carinotetraodon travancoricus“ leitet sich unter anderem von diesem Bauchkiel ab (Carina = Kiel).

Auch im Aquarium bilden Männchen eigene Reviere, die sie gegenüber anderen männlichen Artgenossen verteidigen. In einem kleineren Aquarium mit einer Länge von 60 cm sollten deshalb maximal zwei Männchen eingesetzt werden. Revierstreitigkeiten zwischen männlichen Erbsenkugelfischen zeigen sich vor allem in kleinen und unzureichend bepflanzten Aquarien.

Haltung im Aquarium – nur für Fortgeschrittene?

Das Imponiergehabe gegenüber anderen Männchen, das Beißen in die Flossen anderer Fische und sein ständiger Appetit auf Schnecken zeigen, dass die Haltung eines Erbsenkugelfisches im Aquarium nicht ganz einfach ist. Aquarianer, die sich mit diesen Eigenarten vertraut machen, ihr Aquarium entsprechend darauf ausrichten und sich auch vor der Gabe von Lebendfutter nicht scheuen, werden mit dem robusten und aktiven Zwergkugelfisch jedoch viel Freude haben. Was Sie beachten müssen, damit sich der Erbsenkugelfisch bei Ihnen wohlfühlt und er sich auch mit den anderen Fischen in Ihrem Aquarium verträgt, erklären wir Ihnen im nächsten Abschnitt.

Wie sieht das ideale Aquarium für Erbsenkugelfische aus?

Auch wenn Zwergkugelfische zu den kleinsten Vertretern ihrer Art gehören, sollte die Beckenlänge mindestens 60 cm, die Füllmenge mindestens 45 Liter betragen. Erbsenkugelfische sind außerordentlich schwimmfreudig. Wichtig ist darüber hinaus, eine möglichst dichte Bepflanzung. Kugelfische brauchen – wie fast alle Fische – Rückzugsorte, die sie zwischen den Wasserpflanzen oder auch zwischen Wurzeln finden. Gleichzeitig sorgen schnell wachsende Wasserpflanzen für gute und stabile Wasserwerte. Dichten Pflanzenwuchs findet dieser Süßwasserfisch auch in seiner Heimat Indien und Sri Lanka, wo er in erster Linie krautige Tümpel bewohnt. Ähnlich dieser Tümpel sollte auch der Bodengrund im Aquarium am besten sandig sein oder aus sehr feinem Kies bestehen.

Wie viele Erbsenkugelfische passen in ein Aquarium?

Zwar sind Erbsenkugelfische keine Schwarmfische, dennoch sollten sie mindestens paarweise oder in kleinen Gruppen gehalten werden. Um Revierstreitigkeiten zu vermeiden, muss das Aquarium wie bereits erwähnt ausreichend groß sein. In einer Gruppe sollten außerdem mehr Weibchen als Männchen leben. In einem 60 cm großen Becken kann ein Pärchen mit einem Männchen gehalten werden. In größeren Aquarien, die genügend Raum für eigene Reviere bieten, dürfen es auch zwei Männchen sein.

Mit welchen Zierfischen verträgt sich der Erbsenkugelfisch?

Auch wenn der Carinotetraodon travancoricus immer wieder als ein recht friedlicher Kugelfisch verkauft wird, der sich im Gegensatz zu vielen anderen seiner Verwandten durchaus in einem Gesellschaftsbecken wohlfühlt, sollte die Vergesellschaftung mit anderen Süßwasserfischen unbedingt gut durchdacht sein. Mit schnellen, kurzflossigen Schwarmfischen, wie zum Beispiel Bärblingen, aber auch Neonsalmler, vertragen sich Erbsenkugelfische in der Regel gut. Auch größere Welse, wie Antennenwelse, oder auch größere Garnelen stellen für gewöhnlich kein Problem dar. Mit sensiblen, langsamen und vor allem langflossigen Fischen, wie zum Beispiel Skalare oder Siamesische Kampffische, sollte der „flossenbeißende“ Erbsenkugelfisch hingegen besser nicht zusammengeführt werden.

Wie alt werden Erbsenkugelfische?

Ist der Schnecken-Nachschub gesichert und stimmen auch weitere Faktoren, wie Wassertemperatur, Wasserwerte und die Gesellschaft mit den anderen Aquarienbewohnern, können die Erbsenkugelfische ein Alter von vier bis fünf Jahren erreichen. Krankheiten sind bei den robusten Fischen nur wenige bekannt. Kümmern Erbsenkugelfische vor sich hin, ist die Ursache meist ein Fehler in der Haltung, wie etwa ein zu kleines Becken, zu wenige Rückzugsmöglichkeiten oder Stress mit anderen Fischen.

Wie oft muss das Aquarium gereinigt werden?

Zu einer artgerechten Haltung eines Erbsenkugelfisches gehört natürlich ein gutes „Klima“ in Ihrem Aquarium. Wasserqualität und wichtige Wasserwerte sollten regelmäßig überprüft werden, Einrichtungsgegenstände und Scheiben sauber gehalten und das Wasser einmal wöchentlich ausgewechselt werden. Empfehlenswert ist dabei ein Wasserwechsel von 10 bis 30 Prozent. Alle zwei Wochen dürfen dann 30 bis 50 Prozent ausgetauscht werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Zierfischen stellen Erbsenkugelfische grundsätzlich jedoch keine großen Ansprüche an die Wasserwerte dar, ein pH-Wert zwischen 6 bis 8,5 und eine Wasserhärte zwischen 5 bis 20 °dGH sind für sie angenehm. Die Wassertemperatur des Aquariums sollte zwischen 25 bis 27 Grad liegen, auch wenn die Temperatur in ihrem natürlichen Zuhause bis zu 33 Grad erreichen kann.

Die Haltungsempfehlungen für Erbsenkugelfische im Überblick

  • Aquariumgröße: mindestens 60 cm (Füllmenge mindestens 45 Liter)
  • Wassertemperatur: 25°C bis 27°C
  • pH-Wert: 6 - 8,5
  • Gesamthärte: 5 - 20°dGH
  • Anzahl der Fische: paarweise oder in größeren Aquarien in einer kleinen Gruppe (immer mehr Weibchen als Männchen)
  • Bodengrund: Sand oder sehr feiner Kies
  • Pflanzen: Dichte, am besten hartblättrige Wasserpflanzen, die ausreichend Rückzugsorte bieten.
  • Futter: Lebendfutter, in erster Linie Wasserschnecken, aber auch Rote und Weiße Mückenlarven, Wasserflöhe.
  • Vergesellschaftung: Nur mit schnellen, kurzflossigen Fischen möglich, wie zum Beispiel Bärblinge.

Fazit: Sind Sie bereit für den Erbsenkugelfisch?

Aquarianer, die die Herausforderung suchen, sind mit diesem besonderen Süßwasserfisch sicherlich gut beraten. Wer hingegen Lebendfutter ablehnt, sich vor Schnecken ekelt und auf Vielfalt in seinem Gesellschaftsaquarium setzt, sollte von dem Kauf eines Erbsenkugelfisches besser absehen. Der Indische Kugelfisch ist ein Fisch für Liebhaber, die sich gerne mit den Besonderheiten dieser Art auseinandersetzen und die seine Eigenarten und Vorlieben zu schätzen wissen.

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