Katzenkrallen schneiden: So geht es richtig

Katzenkrallen schneiden

Diese Katze nimmt das Krallenschneiden gelassen.

Wie die Fingernägel beim Menschen, wachsen auch Katzenkrallen laufend nach. Bei Wohnungskatzen oder älteren Tieren werden die Krallen oft zu lang. Das kann zu schmerzhaften Komplikationen führen. Dieser Artikel gibt Katzenbesitzern Tipps und erklärt, wie sie Katzenkrallen richtig schneiden.

Katzenkrallen: Wunderwerke der Natur

Die aus Horn bestehenden Katzenkrallen sind wahre Universalwerkzeuge: Sie helfen der Katze beim Klettern, beim Fangen der Beute, bei der Verteidigung gegen Angreifer und dienen natürlich auch zum Kratzen, wenn das Fell juckt.

Katzen gehören zu den wenigen Tieren, die ihre Krallen bei Bedarf einziehen oder ausfahren können. Beim Laufen sind die Krallen eingefahren und ruhen in der sogenannten Krallentasche. Mit Hilfe einer Beugesehne am unteren Ende der Pfote kann die Katze ihre Krallen blitzschnell ausfahren.

An den Vorderpfoten haben Katzen jeweils fünf mit Krallen bestückte Zehen, wobei der „Daumen“ keinen Bodenkontakt hat. An den Hinterpfoten sind es dagegen nur vier.

Warum ist Krallenschneiden so wichtig?

Weil die Krallen eingezogen sind, wenn die Katzen läuft, nutzen sie sich kaum ab. Sie wachsen jedoch laufend nach – genau wie die Fingernägel beim Menschen. Deshalb müssen sie regelmäßig gekürzt werden.

Normalweise erledigen Katzen ihre Krallenpflege selbst. Freigänger wetzen ihre Krallen an Bäumen, um sie zu kürzen und zu schärfen. Wohnungskatzen benutzen dazu ihren Kratzbaum – und manchmal leider auch das Sofa.

Vor allem bei Wohnungskatzen reichen die vorhandenen Kratzmöbel oft nicht aus. Auch bei alten oder kranken Samtpfoten klappt das Krallenwetzen nicht mehr so gut. Solche Tiere haben oft zu lange Krallen. In diesen Fällen sollten Sie die Katzenkrallen schneiden.

Probleme durch zu lange Krallen

Zu lange Krallen können für eine Katze gefährlich werden und zu ernsthaften Verletzungen führen:

  • Sie kann damit an Teppichen oder Textilien hängen bleiben und sich im schlimmsten Fall eine Kralle herausreißen.
  • Sie kann sich beim Putzen oder Kratzen selbst verletzen.
  • Die Krallen können in den Pfotenballen einwachsen und schmerzhafte Entzündungen verursachen.
  • Das Laufen wird schwieriger, mit negativen Folgen für den Bewegungsapparat.
  • Die Kralle kann ungünstig abbrechen, splittern und schief nachwachsen.
Lange Katzenkrallen Vorhang
Sind die Krallen zu lang, kann sich die Katze damit im Vorhang verheddern.

Wann muss ich Katzenkrallen schneiden?

Woran erkennen Sie nun, ob die Krallen Ihrer Samtpfote zu lang sind und Sie die Katzenkrallen schneiden müssen?

Ein sicheres Merkmal: Sie hören die Krallen „klackern“, wenn Ihr Stubentiger über einen glatten Boden läuft. Dann ist es höchste Zeit für eine Pediküre.

Auch wenn Ihr Vierbeiner plötzlich anders läuft oder sich nicht mehr so gern bewegt, kann es an zu langen Krallen liegen.

Die zuverlässigste Methode ist allerdings eine regelmäßige Kontrolle der Pfoten.

Katzenkrallen richtig schneiden

Eine gute Vorbereitung ist beim Schneiden der Krallen die halbe Miete. Legen Sie sich deshalb alles, was Sie brauchen, vorher zurecht:

  • Krallenschere oder Krallenknipser
  • für den Notfall: Wattepad und Blutstillstift
  • Leckerli zur Belohnung

Am besten organisieren Sie auch eine Person, die Ihnen dabei hilft. Zu zweit ist das Krallenschneiden viel leichter – vor allem dann, wenn Ihr Liebling keine Lust auf diese Prozedur hat.

In der Ruhe liegt die Kraft

Bevor Sie zur Tat schreiten, sollten sie für eine ruhige und entspannte Atmosphäre sorgen, damit Ihre Katze keine Angst bekommt. Ist Ihre Katze gerade hungrig, gestresst oder in Spiellaune, sollten Sie das Krallenschneiden auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Werkzeuge zum Krallenschneiden

Zum Stutzen der Krallen brauchen Sie das richtige Instrument. Verwenden Sie auf keinen Fall eine große Schere, denn wenn die Katze herumzappelt, können Sie sich und Ihr Tier ernsthaft verletzen.

Auch Nagelknipser für Menschen sind nur bedingt tauglich, denn die Krallen können beim Abknipsen splittern. Besser ist ein spezieller Krallenknipser für Tiere: Der hat eine runde Aussparung für die Krallenspitze.

Gut geeignet ist auch eine Krallenschere für Katzen und Kleintiere. Im Prinzip funktioniert diese wie eine normale Schere. Nur mit dem Unterschied, dass die beiden Klingen eine spezielle Form und einen besonderen Schliff haben.

Egal, für welches Werkzeug Sie sich entscheiden: Es sollte scharf genug sein, damit die Krallen nicht gequetscht werden.

Im Onlineshop von zooplus finden Sie eine geeignete Krallenschere für Katzen.

So schneiden Sie die Krallen

Am besten funktioniert es zu zweit: Eine Person hält die Katze fest, damit sie nicht herumzappeln kann und die andere stutzt die Krallen.

Zum Festhalten setzen Sie sich auf den Boden und nehmen die Katze zwischen Ihre Beine. Der Katzenpopo zeigt in Ihre Richtung, so dass der Weg nach hinten versperrt ist.

Nehmen Sie dann vorsichtig eine Pfote in die Hand und drücken Sie leicht auf den Pfotenballen, damit die Krallen herauskommen. Jetzt können Sie selbst oder Ihr Helfer die Krallen kürzen. Vergessen Sie bei den Vorderpfoten die Daumen nicht.

Katzenkrallen schneiden: Keine Nerven und Blutgefäße verletzen!

Innerhalb der Kralle befinden sich Nerven und Blutgefäße – bei hellen Krallen recht gut als rötlicher Bereich in der Mitte zu erkennen. Dieses Krallenmark reicht nicht bis zur Krallenspitze. Den unbelebten Teil, der nur aus Horn besteht, können Sie abschneiden.

Seien Sie vorsichtig und schneiden Sie im Zweifelsfall lieber zu wenig ab. Andernfalls kann die Kralle bluten. Beachten Sie auch, dass die Nerven und Adern mit den Krallen mitwachsen. Je länger die Kralle, desto länger ist auch das Blutgefäß.

Bei dunklen Krallen sind die Adern nur schwer zu identifizieren. In diesem Fall können Sie die Krallen mit einer Taschenlampe vor dem Krallenschneiden anleuchten, um das Mark vom Horn zu unterscheiden. Falls auch das nicht möglich ist, sollten Sie Ihren Tierarzt um Rat fragen.

Was tun, wenn es blutet?

Haben Sie aus Versehen doch ein Blutgefäß erwischt, können Sie die Blutung mit einem Wattepad oder einem Taschentuch stillen. Sie können auch versuchen, die Blutung mit einem Blutstillstift, der zum Rasieren verwendet wird, zu stoppen.

Blutet die Kralle nach fünf Minuten immer noch, sollten Sie mit Ihrer Katze zum Tierarzt.

Belohnung nicht vergessen

Nach der Prozedur hat sich Ihre Katze einen Snack verdient. Loben Sie sie ausgiebig, wenn sie brav mitgemacht hat.

Wie oft sollte man Katzenkrallen schneiden?

Normalerweise sollte es genügen, wenn Sie die Katzenkrallen alle zwei Monate schneiden. Bei Freigängern ist das Krallenschneiden in der Regel nicht nötig.

Die Katze wehrt sich gegen das Krallenschneiden

Nicht jede Mieze lässt das Kürzen ihrer Krallen ohne Gegenwehr über sich ergehen. Halten Sie sie aber nicht mit Gewalt fest. Hören Sie auf, wenn Ihre Katze zu stark herumzappelt oder sogar aggressiv wird. Sonst besteht die Gefahr, dass Ihr Tier oder Sie selbst verletzt werden.

Macht Ihre Katze überhaupt nicht mit, können Sie das Kürzen der Krallen auch von einem Tierarzt erledigen lassen. Das Krallenschneiden kostet ungefähr 12 Euro.

Vielleicht können Sie ihre Katze auch mit Clickertraining an die ungeliebte Prozedur gewöhnen.

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