Dürfen Katzen Kartoffeln essen? Risiken & Tipps

Verfasst von Sabrina Schaub

Katzen fressen am liebsten Fleisch. Kartoffeln sind deshalb nicht ihre erste Futterwahl. Wenn Sie Ihrer Samtpfote die Knollen dennoch füttern möchten, sollten diese auf keinen Fall roh sein. In diesem Ratgeber lesen Sie, wann Katzen Kartoffeln essen dürfen und was Sie dabei beachten sollten.

Dürfen Katzen Kartoffeln essen

Auch wenn die Neugier groß ist, dürfen Katzen keine rohen Kartoffeln essen.

Essen Katzen Kartoffeln?

Als Fleischfresser ernähren Katzen sich in der Natur überwiegend von Vögeln oder kleinen Säugetieren. Kartoffeln stehen nicht auf ihrem Speiseplan. Und das ist auch gut so: Sowohl die Teile der Kartoffelpflanze als auch rohe Kartoffeln sind giftig für Katzen. Nur gekochte, ungewürzte Kartoffeln sind in kleinen Mengen für Katzen unschädlich.

Warum sind rohe Kartoffeln für Katzen giftig?

Als Nachtschattengewächs enthält die Kartoffelpflanze den für Katzen, Hunde und ihre Halter giftigen Stoff Solanin. Dabei handelt es sich um eine chemische Verbindung, mit der sich manche Pflanzenarten gegen Schädlinge und Krankheitserreger verteidigen.

Bei der Kartoffel kommt Solanin an verschiedenen Stellen vor, vor allem in

  • den grünen Teilen der Pflanze wie Blättern und Stielen
  • unreifen Früchten
  • der Schale
  • den grünen Stellen reifer Knollen

Katzen können Solanin nur schwer verdauen und abbauen. Deshalb kann sich schnell eine lebensbedrohliche Konzentration im Körper sammeln.

Gut zu wissen: Beim Kochen geben die Knollen den Stoff ins Kochwasser ab. Deshalb sollten Sie Ihre Katze am besten vom Topf fernhalten.

Woran erkenne ich eine Solanin-Vergiftung bei meiner Katze?

Schon kleine Mengen Solanin können bei Katzen Vergiftungserscheinungen auslösen. Zu den Symptomen gehören:

Meine Katze hat rohe Kartoffel gefressen – was tun?

Zeigt eine Katze nach dem Fressen roher Kartoffeln diese Symptome, sollten Sie umgehend Ihren Tierarzt aufsuchen.
In unserem Ratgeber rund um Vergiftungen bei Katzen erfahren Sie, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen Sie ergreifen können.

Sind gekochte Kartoffeln gesund für Katzen?

Gekochte Kartoffeln enthalten verschiedene Nährstoffe wie Vitamine, Ballaststoffe und Proteine, liefern viel Energie und gelten mit 74 Kilokalorien pro 100 Gramm als kalorienarmes Lebensmittel.

InhaltsstoffNutzen für den Körper
Komplexe Kohlenhydrateliefern Stärke und dienen als Energieträger
Ballaststoffemachen satt und fördern die Verdauung
Proteinliefert Energie, sättigt und kann vom Körper in körpereigenes Eiweiß umgewandelt werden
B-Vitamine können den Stoffwechsel und das Nervensystem unterstützen
Kaliumspielt eine Rolle bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen für Muskelkontraktionen und die Herzfunktion
Sekundäre Pflanzenstoffe können antioxidative Effekte zeigen

Da Katzen den größten Teil ihres Nährstoff- und Energiebedarfs über hochwertiges Futter und mit tierischen Inhaltsstoffen decken, halten sich die positiven Effekte der Kartoffel auf Stubentiger jedoch in Grenzen.

Gekochte Kartoffeln sind für viele Katzen gut verträglich und können gelegentlich als magenschonende Futterergänzung serviert werden. Ein Ersatz für hochwertiges Katzenfutter sind Kartoffeln jedoch nicht.

So bereiten Sie Kartoffeln richtig für Ihre Katze zu

Ihre Katze zeigt Interesse an Kartoffeln und Sie möchten ihr ab und zu ein Stückchen als Leckerli füttern? Dann sollten Sie folgende Tipps für die Zubereitung beachten:

  • Füttern Sie ausschließlich gründlich geschälte, gewaschene und weich gekochte Kartoffeln.
  • Gewürze wie Salz und Zusätze wie Butter, Milch oder Sahne sind tabu.
  • Bieten Sie Ihrer Katze nur kleine Mengen an und verzichten Sie darauf, Kartoffeln in den täglichen Speiseplan zu integrieren.
  • Als Darreichungsform bieten sich kleine Stückchen der abgekühlten Kartoffel an. Alternativ zerstampfen Sie ein wenig Kartoffel zu einer kleinen Menge ungewürzten Kartoffelbrei.
  • Achten Sie beim ersten Füttern auf Unverträglichkeit und verzichten Sie auf die Gabe, wenn die Katze Verdauungsprobleme oder ähnliche Symptome zeigt.
  • Lassen Sie keine rohen Kartoffeln an Orten in der Küche liegen, die Ihre Katze leicht erreichen kann. Entsorgen Sie das Kochwasser von Kartoffeln umgehend, da es ebenfalls giftig ist.
Katze trinkt Kartoffelwasser © Natalya / stock.adobe.com
Achten Sie beim Kochen darauf, dass Ihre Katze kein Wasser trinkt, mit dem Kartoffeln gewaschen oder gekocht wurden.

Wie viele Kartoffeln darf meine Katze essen?

Gekochte Kartoffeln können Sie Ihrer Katze gelegentlich als kleinen Snack anbieten. Ein bis zwei kleine Würfel, maximal einmal pro Woche sind unbedenklich. Allerdings sind viele Katzen wählerisch und machen vermutlich ohnehin einen Bogen um die unbekannte Knolle.

Sollte Ihre Katze auf den Geschmack gekommen sein, achten Sie darauf, dass sie dennoch genug Fleischfutter zu sich nimmt, damit ihr keine wichtigen Nährstoffe entgehen.

Was passiert, wenn meine Katze zu viele Kartoffeln frisst?

Zu große Mengen an Kartoffeln können bei Katzen zu Verdauungsproblemen führen und Durchfall, Erbrechen oder Blähungen auslösen. Frisst die Katze lieber Kartoffeln als ihr herkömmliches Nass- oder Trockenfutter, besteht außerdem die Gefahr von Mangelerscheinungen, Übergewicht und Diabetes.

Diese Kartoffelprodukte sollte Ihre Katze meiden

Neben rohen Kartoffeln und Kartoffelschalen sind für Katzen auch verarbeitete Kartoffeln tabu. Dazu gehören Pommes, Chips, Kartoffelsalat, Kartoffelbrei aus der Tüte, Bratkartoffeln und ähnliche Zubereitungsarten.

Die meisten Kartoffelprodukte enthalten Salz, Fett, Gewürze und andere Zusatzstoffe, die schon in kleinen Mengen gefährlich für Katzen sein können.

Süßkartoffeln sind für Katzen übrigens ungiftig, da sie kein Solanin enthalten. Trotzdem sollten Katzen davon nur kleine gekochte und ungewürzte Mengen fressen.

Dürfen Kitten Kartoffeln essen?

Junge Katzen stecken noch mitten in der Entwicklung und haben häufig ein besonders empfindliches Verdauungssystem. Kitten sollten deshalb keine Kartoffeln essen, sondern sämtliche lebensnotwendigen Nährstoffe über Kittenfutter aufnehmen.

Sind Kartoffeln in Katzenfutter sinnvoll?

Kartoffeln sind in manchen Katzenfuttersorten enthalten, die als getreidefrei deklariert werden. Das bedeutet, dass Futtermittel statt Getreide andere pflanzliche Zutaten wie Kartoffeln, Gemüse oder bestimmte Hülsenfrüchte als Quellen für Kohlenhydrate, Stärke und Proteine enthalten. In Trockenfutter kann Stärke die Bindung der Zutaten unterstützen.

Getreidefrei bedeutet nicht automatisch kohlenhydratfrei oder frei von pflanzlichen Bestandteilen. Es bedeutet auch nicht, dass ein Futter automatisch hochwertiger oder besser verträglich ist, wenn es Kartoffeln enthält. Welche Bestandteile für Ihre Katze sinnvoll sind, hängt von der gesamten Rezeptur und der individuellen Verträglichkeit Ihrer Samtpfote ab. Dazu kann Sie Ihr Tierarzt informieren.

Wenn Ihr Tierarzt grünes Licht für Katzenfutter mit Kartoffeln oder Süßkartoffeln gibt, finden Sie im zooplus Shop passende Produkte.

Welche Alternativen gibt es für Kartoffeln für Katzen?

Da Katzen Fleischfresser sind, besteht keine Notwendigkeit, Gemüse wie Kartoffeln zuzufüttern. Als Ergänzung oder um geschmackliche Abwechslung zu bieten, können Sie folgende gekochte Gemüsesorten in kleinen Mengen zufüttern:

  • Karotten
  • Erbsen
  • Kürbis
  • Zucchini
  • Brokkoli
  • Pastinake
  • Spinat

Was Sie vermeiden sollten, zeigt Ihnen unser Ratgeber zu Nahrungsmitteln, die für Katzen ungeeignet sind.

Fazit: Kartoffeln nur gekocht und in kleinen Mengen füttern

Als Fleischfresser erhalten Katzen alles, was ihr Körper braucht, über hochwertiges Katzenfutter oder die Jagdbeute aus ihrem Revier. Die meisten Katzen werden deshalb kaum Interesse an Kartoffelknollen zeigen.

Für neugierige Katzen, die probieren möchten, kommen ausschließlich gekochte und ungewürzte Kartoffeln infrage. Allerdings sollten Kartoffeln kein fester Bestandteil der Katzenernährung sein, sondern dürfen nur in sehr kleinen Mengen und am besten nur alle paar Wochen ins Mäulchen wandern.

Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zum Thema Katze und Kartoffeln

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Füttern von Kartoffeln:

Sind Kartoffelschalen giftig für Katzen?

Die Schalen roher Kartoffeln enthalten wie der Rest der Kartoffelpflanze Solanin und sind deshalb giftig für Katzen. Lassen Sie während des Kochens keine Essensreste auf der Arbeitsfläche liegen, damit Ihre Katze gar nicht erst in Versuchung kommt, Kartoffelschalen und -reste anzuknabbern.

Ist die Kartoffelpflanze als Zimmerpflanze gefährlich für Katzen?

Als Nachtschattengewächs enthält die Kartoffelpflanze das für Menschen und Tiere giftige Solanin. Blätter, Stiele und Blüten sind deshalb für Katzen giftig.

Dürfen Katzen Kartoffelbrei essen?

Wenn Sie Kartoffeln selbst zu Kartoffelbrei verarbeiten und dabei auf Zusätze wie Milch und Butter sowie Gewürze wie Salz und Muskatnuss verzichten, sind kleine Mengen davon unbedenklich für Ihre Katze.

Quellen:


Profilbild von zooplus Magazin Autorin Sabrina Quente

Tiere begleiten mich schon, seitdem ich denken kann. Es existiert kaum ein Kinderfoto ohne Wellensittich auf dem Kopf oder Katze auf dem Schoß. Seit über zehn Jahren schreibe ich als Redakteurin über verschiedene Themen von der Krankenversicherung bis hin zur Katzenhaltung. Immer dabei: meine Katze Mimi, die für viele Texte die beste Impulsgeberin ist und weiß, wann es Zeit für eine Schreibpause ist.


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