Bindehautentzündung (Konjunktivitis) beim Hund This article is verified by a vet

Verfasst von Amelie Krause, Tierärztin
Bindehautentzündung (Konjunktivitis) beim Hund

Eine Bindehautentzündung oder Konjunktivitis beim Hund gehört zu den häufigsten Erkrankungen, die am Auge des Hundes auftreten. Selten kommt sie als eigenständige Krankheit, sondern häufiger als Folge einer anderen Erkrankung.

Ursachen

Veränderungen an den Lidern verursachen häufig eine Konjunktivitis beim Hund. Dabei können zum Beispiel eine zu kleine oder zu große Lidspalte oder ein nach außen oder nach innen gestülptes Augenlid (Ektropium oder Entropium) Grnnd einer Konjunktivitis sein. Daneben können Haare, die am normalerweise haarlosen Lidrand wachsen (Distichiasis, Trichiasis), eine Irritation des Auges und nachfolgend eine Entzündung der Bindehaut hervorrufen. Eine Kontaktallergie, ein Fremdkörper wie beispielsweise eine Granne, ein Trauma oder Infektionen mit Viren, Bakterien, Pilzen oder Parasiten können ebenfalls eine Konjunktivitis zur Folge haben. Bei jungen Hunden tritt gelegentlich ein himbeerartiges Anschwellen von Lymphgewebe auf der Rückseite der Nickhaut mit einer Bindehautentzündung auf (Konjunktivitis follicularis). Bei einer Keratokonjunktivitis sicca wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert, was wiederum eine Bindehautentzündung nach sich zieht.

Wie äußert sich eine Bindehautentzündung beim Hund?

Es kann nur ein Auge oder beide Augen des Hundes betroffen sein. Das Hauptsymptom einer Konjunktivitis beim Hund ist die Rötung der Bindehäute. Dabei kann Augenausfluss in wässriger, schleimiger, eitriger oder blutiger Form auftreten. Außerdem schmerzt dem Hund das betroffene Auge, was sich durch Zukneifen des Auges, vermehrtes Blinzeln oder Reiben der Lider mit der Pfote äußern kann. Bei einer starken Entzündung schwellen zudem die Bindehäute an, so dass man vom Auge selbst nur noch wenig erkennen kann. Bei chronischem Verlauf können Bläschen (Follikel) auf der Bindehaut entstehen.

Symptome einer Konjunktivitis im Überblick:

  • Das Auge tränt
  • Die Bindehaut ist gerötet
  • Es kann zu Augenausfluss kommen
  • Hund ist im Bereich der Augen sehr empfindlich
  • Vermehrtes Blinzeln ist erkennbar
  • Er versucht sich am Auge zu kratzen

Diagnose

Der Tierarzt führt meist mehrere Untersuchungen durch, um eine Konjunktivitis beim Hund festzustellen. Erstmal nimmt er das betroffene Auge ausgiebig in Augenschein. Er beurteilt genau die Stellung der Lider und hält nach Fehlbildungen an den Lidern Ausschau. Außerdem kann die Schwere der Symptome bereits Anhaltspunkte für die Ursache und die Dauer der Entzündung geben. Mithilfe des Schirmer-Tränen-Tests beurteilt er, ob im Auge genug Tränenflüssigkeit gebildet wird. Um einen Fremdkörper ausfindig zu machen oder Follikel hinter der Nickhaut zu finden, kann er mit einer speziellen Pinzette die Lider vorsichtig nach außen stülpen und auch den Bereich hinter der Nickhaut beurteilen.

Ein Abstrich kann darüber Aufschluss geben, ob die Ursache der Bindehautentzündung Bakterien, Viren oder Pilze sind. Durch Eingabe von Fluoreszein, einem grünlichen Farbstoff ins Auge des Hundes, kann der Tierarzt sowohl beurteilen, ob ein Schaden auf der Hornhaut vorhanden ist und ob die tränenableitenden Wege durchgängig sind. Der grünliche Farbstoff reichert sich bei einem Schaden der Hornhaut am Ort der Verletzung an und scheint bei Draufleuchten einer bestimmten Lichtquelle grünlich. Kann die Tränenflüssigkeit ungehindert durch den Tränennasenkanal abfließen, zeigt sich der grünliche Farbstoff kurze Zeit nach Eingabe ins Auge an den Nasenlöchern des Hundes.

Therapie einer Konjunktivitis beim Hund

Die Therapie einer Konjunktivitis erfolgt je nach Ursache der Entzündung. Liegt eine einfache Reizung der Bindehäute durch Staub oder ähnliches vor, kann die tägliche Spülung des Auges ausreichen. Ein Fremdkörper sollte vorsichtig und vollständig entfernt werden. Im Anschluss an die Entfernung kann die Gabe von entzündungshemmenden Augentropfen oder –salbe notwendig sein. Sollte eine bakterielle Infektion die Ursache für eine Konjunktivitis beim Hund darstellen, verschreibt der Tierarzt antibiotische Medikamente für die Augen. Bei Pilzinfektionen stehen Antimykotika zur Verfügung.

Bei Vorliegen von einer parasitären Infektion von z.B. Thelazia werden die Bindehäute gründlich gespült und Antiparasitika verabreicht. Lidfehlstellungen sollte der Tierarzt operativ behandeln, falls sie dauerhaft Symptome verursachen. Ebenso sollte der Tierarzt störende Haare in den Lidern (Distichiasis, Trichiasis) durch Laserbehandlung oder operativ entfernen. Die Konjunktivitis follicularis der jungen Hunde kann bei akuter Entzündung mit einer geeigneten Augensalbe behandelt werden. Sie tritt nach Erreichen eines Alters von ca. 2,5 bis 3 Jahren nicht mehr auf. Eine Keratokonjunktivitis sicca bedarf einer aufwendigen Therapie, die sich einerseits nach der Ursache sowie der Schwere der Erkrankung richtet.

Vorbeugen einer Konjunktivitis beim Hund

Da die Augen zu den empfindlichen Bereichen des Hundes gehören, ist es ratsam sie nach jedem Spaziergang vorsichtig mit einem feuchten Tuch zu reinigen. So erkennt man frühzeitig mögliche Reizungen der Augen, Fremdkörper oder Verletzungen beispielsweise nach Stöbern im Gebüsch. Bei Vorliegen von Rötungen oder Augenausfluss sollten Sie nicht auf eigene Faust Tropfen oder Salben eingeben, da sich die Erkrankung dadurch verschlimmern kann. Außerdem sollte man von der Behandlung mit diversen Tees am Auge Abstand nehmen.

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