Dürfen Hunde Weintrauben essen? Gefahren und Tipps für den Notfall

Verfasst von Sabrina Schaub

Die Weintraube gehört nicht zu den Lebensmitteln, die als Snack für Hunde geeignet sind. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Ihr Hund keine Weintrauben essen darf und was zu tun ist, wenn er doch eine Traube vernascht.

Husky steht vor einem Rebstock mit Weintrauben

Hunde dürfen keine Weintrauben essen, deshalb sollten Sie Ihren Vierbeiner beim Spazierengehen in Weingebieten nicht unbeaufsichtigt lassen.

Darf mein Hund Weintrauben essen?

Nein, Weintrauben und getrocknete Formen wie Rosinen können für Hunde giftig sein und sind als Snack für Vierbeiner ungeeignet.

Zwar reagiert nicht jeder Hund gleich heftig auf den Verzehr von Weintrauben und manche Vierbeiner zeigen nach dem Verzehr mehrerer Trauben keine Symptome. Ohne tierärztliche Behandlung kann der Verzehr bei anderen Hunden jedoch Vergiftungserscheinungen und lebensbedrohliches Nierenversagen auslösen.

Warum sind Weintrauben für Hunde giftig?

Weintrauben enthalten Stoffe, die für Hunde schädigend sein können. Lange galt die in Weintrauben enthaltene Oxalsäure als Auslöser für Vergiftungserscheinungen. Neuere Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass die Weinsäure möglicherweise der Giftstoff ist.

Was macht Weinsäure für Hunde so gefährlich?

Im Gegensatz zum menschlichen Körper kann der Körper von Hunden den Wirkstoff nicht ausscheiden. Die Weinsäure sammelt sich stattdessen in den Nieren an und kann die Nierenfunktion und die Urinproduktion beeinträchtigen.

Die genauen Gründe dafür, warum manche Hunde besonders empfindlich auf die Beeren reagieren, sind noch immer nicht abschließend geklärt.

Wie viele Weintrauben sind giftig für Hunde?

Manche Quellen berichten davon, dass zehn bis 30 Gramm Weintrauben pro Kilogramm Körpergewicht ausreichen könnten, um die Nieren eines Hundes zu schädigen, bei Rosinen sind es etwa 2,6 bis 2,8 Gramm.

Mögliche Faktoren, die das Risiko einer Weintraubenvergiftung beim Hund beeinflussen können, sind die individuelle Veranlagung und Empfindlichkeit des Tiers und der Gehalt bestimmter Stoffe in unterschiedlichen Trauben.

Konkrete Angaben dazu, welche Mengen Weintrauben für Vierbeiner ungefährlich sein können, sind aufgrund vieler ungeklärter Fragen nicht möglich. Deshalb sollten Hundehalter besser kein Risiko eingehen und vollständig darauf verzichten, ihren Lieblingen Trauben zu geben – das gilt für helle, dunkle, kernlose, reife und Bio-Trauben gleichermaßen.

Mein Hund hat versehentlich Weintrauben gefressen – was muss ich tun?

Haben Sie mitbekommen, dass Ihr Hund Weintrauben oder Rosinen gefressen hat, sollten Sie in jedem Fall Ihre Tierarztpraxis kontaktieren. Warten Sie besser nicht darauf, ob sich Symptome einstellen. Je schneller Sie handeln, desto besser.

Beschreiben Sie so gut wie möglich, in welcher Form und Menge Ihr Hund Weintrauben gefressen hat und wie lange der Verzehr her ist. Ihr Tierarzt sagt Ihnen, ob es sinnvoll ist, Erbrechen auszulösen oder ob genug Zeit ist, diesen Schritt der Praxis zu überlassen.

Von Hausmitteln und der Gabe von Aktivkohle sollten Sie ebenfalls absehen, sofern der Tierarzt nichts anderes anordnet. Mehr Informationen und Tipps liefert unser Ratgeber zu Vergiftungen beim Hund.

Was tut die Tierarztpraxis im Notfall?

Bei Hunden mit Vergiftungserscheinungen wird das Fachpersonal zunächst Erbrechen auslösen, sofern der Verzehr der Weintrauben nicht länger als sechs Stunden zurückliegt. Weitere Maßnahmen, um die Giftstoffe aus dem Körper des Hundes zu leiten, ist die Gabe von Aktivkohle.

Für die folgenden zwei bis drei Tage benötigt der Patient in der Regel eine Infusionstherapie, um das Ausscheiden der Gifte zu unterstützen und den Blutdruck zu stabilisieren. Parallel dazu werden Blut- und Nierenwerte beobachtet.

Welche Symptome treten bei Hunden nach dem Fressen von Weintrauben auf?

Typische Symptome einer Vergiftung mit Weintrauben sind:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen und Durchfall
  • Mattigkeit und Appetitlosigkeit
  • erhöhte Wasseraufnahme
  • reduziertes Harnlassen
  • Zittern und Krämpfe

Erste Verhaltensänderungen treten in der Regel sechs bis zwölf Stunden nach dem Verzehr von Weintrauben auf. Oft beginnen die Symptome mit Erbrechen, es folgen Mattigkeit, Bauchschmerzen und Durchfall. 24 bis 72 Stunden nach dem Verzehr können Nierenschäden entstehen. Versagen die Nieren komplett, kann der Hund keinen Urin mehr absetzen.

Wichtig ist deshalb, das Fressen von Weintrauben beim Hund zu verhindern und möglichst bald einen Tierarzt aufzusuchen, wenn es doch passiert ist.

Welche Traubenprodukte sind giftig für Hunde?

Neben frischen Weintrauben können sämtliche verarbeitete Formen giftig für Hunde sein. Noch gefährlicher als frische sind getrocknete Trauben: Der Trocknungsprozess sorgt dafür, dass die potenziell giftige Weinsäure in konzentrierter Form vorliegt.

Die folgende Tabelle zeigt eine Reihe von Lebensmitteln, die aufgrund der Weinsäure gefährlich für Hunde sein können.

Frische FrüchteGetrocknete FrüchteVerarbeitete Früchte
Weintrauben
Tamarinde
Rosinen
Korinthen
Sultaninen
Zibeben
Energieriegel
Stollen
Studentenfutter
Müslimischungen
Rosinenbrötchen
Traubensaft
Traubentrester
Traubenkernmehl

So beugen Sie einer Vergiftung durch Trauben beim Hund vor

Folgende Tipps helfen, die Gefahr einer Traubenvergiftung beim Hund zu reduzieren:

  • Achten Sie bei Spaziergängen in Weinanbaugebieten darauf, dass Ihr Hund keine Trauben vom Boden oder von den Reben nascht.
    Lagern Sie Weintrauben nicht in Obstschalen oder an anderen Stellen, die für Ihren Hund leicht zugänglich sind.
  • Weisen Sie vor allem Kinder darauf hin, dass manche Lebensmittel für Hunde giftig sind.
  • Bieten Sie Ihrem Hund nur Lebensmittel an, von denen Sie die Inhaltsstoffe kennen. Auf der sicheren Seite sind Sie mit Hundefutter und Leckerlis für Hunde.
  • Bitten Sie auch Ihre Gäste, Ihrem Hund nur speziell für ihn vorgesehene Leckerlis anzubieten.

Welches Obst dürfen Hunde anstelle von Weintrauben essen?

Manche Halter legen Wert darauf, den Speiseplan ihrer Vierbeiner abwechslungsreich zu gestalten. Zwar sind viele Lebensmittel, die für Menschen gesund sind, für Hunde potenziell gefährlich. Es gibt jedoch einige Obstsorten, die als Snack unbedenklich sind. Dazu gehören zum Beispiel Blaubeeren oder Birnen.

Im zooplus Magazin haben wir in einer ausführlichen Übersicht für Sie zusammengetragen, welche Lebensmittel für Hunde tabu und welche ungefährlich sind.

Kurz und knapp: Die häufigsten Fragen zum Thema Weintrauben für Hunde

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Gefahren von Trauben:

Warum dürfen Hunde keine Weintrauben essen?

Weintrauben können für Hunden giftig sein. Manche Vierbeiner zeigen zwar nach dem Verzehr von Trauben keine Symptome. Bei anderen Hunden kann es jedoch zu Übelkeit und Erbrechen kommen und mit Nierenversagen und sogar dem Tod enden. Da die konkreten Auslöser noch nicht final erforscht sind und Hunde individuell reagieren, sollten Halter davon absehen, ihren Hunden Weintrauben zu geben.

Dürfen Hunde Weintrauben ohne Kerne essen?

Nein, Weintrauben sind für Hunde generell tabu, egal ob kernlos oder mit Kernen. Zum einen sitzt der in Verdacht stehende Giftstoff im Fruchtfleisch und nicht in den Kernen von Weintrauben. Zum anderen ist noch nicht abschließend geklärt, was die Vergiftung genau auslöst.

Sind Rosinen gefährlicher als Weintrauben?

Rosinen sind getrocknete Weintrauben. Beim Trocknen wird den Trauben Wasser entzogen, deshalb sind die verbleibenden Inhaltsstoffe höher konzentriert als bei frischen Trauben. Da auch die als Auslöser für Vergiftungen in Verdacht stehende Weinsäure höher konzentriert ist, gelten Rosinen als besonders gefährlich für Hunde.

Muss ich zum Tierarzt, wenn mein Hund Weintrauben gefressen hat?

Ja, hat Ihr Hund versehentlich Weintrauben gegessen, sollten Sie so schnell wie möglich Kontakt zu Ihrer Arztpraxis aufnehmen und die weiteren Schritte besprechen. Je schneller Ihr Hund Hilfe bekommt, desto höher sind die Chancen, dass größere Nierenschäden verhindert werden können. Jede Sekunde zählt, denn Erbrechen zum Ausscheiden von Giftstoffen ist in der Regel nur bis zu sechs Stunden nach dem Verzehr von Trauben effektiv.

Fazit: Weintrauben besser nicht verfüttern

Vielleicht hat Ihr Hund schon einmal Trauben gegessen und es ist nichts passiert. Oder Sie denken darüber nach, Ihrem Liebling mit einem besonderen Snack eine Freude zu machen. In beiden Fällen sollten Sie in Zukunft darauf verzichten, den Futterplan Ihres Hundes um frische, getrocknete oder verarbeitete Weintrauben zu ergänzen.

Jeder Hund reagiert individuell auf Weintrauben, deshalb ist es besser, kein Risiko einzugehen. Auf der sicheren Seite sind Sie mit Obst und Gemüse, das für Vierbeiner verträglich ist oder mit Snacks, die speziell auf die Bedürfnisse von Hunden abgestimmt sind. Bei Fragen oder Bedenken, weiß Ihr Tierarzt Rat.

Quellen:


Profilbild von zooplus Magazin Autorin Sabrina Quente

Tiere begleiten mich schon, seitdem ich denken kann. Es existiert kaum ein Kinderfoto ohne Wellensittich auf dem Kopf oder Katze auf dem Schoß. Seit über zehn Jahren schreibe ich als Redakteurin über verschiedene Themen von der Krankenversicherung bis hin zur Katzenhaltung. Immer dabei: meine Katze Mimi, die für viele Texte die beste Impulsgeberin ist und weiß, wann es Zeit für eine Schreibpause ist.


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