Ziegensittich Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Ziegensittich sitzt auf Blättern

Ziegensittiche gelten als besonders neugierige und zutrauliche Papageien.

23.08.2023 | Der Ziegensittich hat es aus seiner Heimat Neuseeland zu vielen Vogelfreunden auf der ganzen Welt geschafft. Und das ist kein Wunder, denn dieser kleine Papagei ist nicht nur wunderschön, sondern mit viel Geduld auch ein echter Freund. Erfahren Sie mehr zu den Besonderheiten der neugierigen Exoten und ihren Anforderungen an die Haltung.

Aussehen: Die äußeren Merkmale des Ziegensittichs

Ziegensittiche (Cyanoramphus novaezelandiae) gehören zur Familie der Papageien. Obwohl es auch andere Farbvarianten dieser Vogelart gibt, ist die natürliche Grundfarbe grün.

Zusätzlich ziert eine rote Färbung den Bereich an den hinteren und oberen Rückenfedern (Bürzel), die Stirn, die Vorderseite des Kopfes und hinter den Augen. Während die Schwungfedern tiefblau sind, ist der Schnabel blaugrau.

In welchen Farben gibt es Ziegensittiche noch?

Die ursprüngliche Farbe der Sittiche ist grün. Mutationen (Änderungen der genetischen Informationen) führten bei Ziegensittichen aber zu weiteren Farben:

  • Blau: das Gefieder ist blau, der Schnabel blaugrau, die Flecken weiß und die Handschwingen schwarzgrau
  • Gelb: das Gefieder ist knallgelb, der Schnabel blass rosa, die Handschwingen weiß
  • Weiß: das Gefieder ist weiß mit hellgelben Akzenten, der Schnabel ist blass rosa und die roten Flecken sind nur schwach

Wie unterscheiden sich Männchen und Weibchen?

Die Hähne sind etwas größer als die Hennen und haben auch einen größeren Schnabel. Außerdem zeichnen sich die Männchen durch eine intensivere Rotfärbung des Kopfes aus.

Wie groß und wie schwer wird ein Ziegensittich?

Je nach Geschlecht erreichen die kleinen Papageien eine Körpergröße von bis zu 29 Zentimetern. Zugleich wiegen sie nur etwa 60 Gramm, sodass sie deutlich kleiner sind als andere Papageienarten.

Ziegensittich
Die Ziegensittiche sind in Neuseeland beheimatet.

Ziegensittiche gelten als friedliche und neugierige Papageien. Sie leben am liebsten in den Baumwipfeln, die sie mithilfe ihres kräftigen Schnabels erklimmen können. Gleichzeitig halten sich Ziegensittiche aber auch auf dem Boden auf. Hier tummeln sie sich gerne im Gehölz.

Sichern Sie alle Gefahrenstellen

Wegen ihrer großen Neugierde sollten Sie alle möglichen Gefahrenquellen rund um Ihre Ziegensittiche beseitigen oder sichern.

Denn die aktiven Tiere machen auch vor Kabeln, giftigen Pflanzen oder persönlichen Gegenständen nicht halt. Wenn Ihre Ziegensittiche diese Dinge anknabbern, ist das nicht nur ein kostspieliger Schaden, sondern auch sehr gefährlich.

Können Ziegensittiche zahm werden?

Eine schnelle Antwort auf diese Frage lautet: Ja. Allerdings braucht es auch viel Geduld und eine sanfte Hand, damit diese hübschen Exoten eine Bindung zu Ihnen aufbauen.

Geben Sie Ihren Vögeln Zeit, sich an Sie zu gewöhnen. Leise Gespräche oder ein ruhiger Aufenthalt in der Voliere können Ihnen dabei helfen.

Welche Vögel vertragen sich mit dem Ziegensittich?

Grundsätzlich ist es möglich, Ziegensittiche mit anderen Sittichen zu vergesellschaften. Beispiele sind Nymphensittiche und Wellensittiche.

Allerdings sollten Sie hier beachten, dass auch die Umstände wie die Größe der Voliere passen sollten. Dies ist wichtig, damit die verschiedenen Vogelarten dennoch ausreichend Platz haben.

Die Haltung von Ziegensittiche ist nicht nur im Haus, sondern auch im Freien möglich. So gelten diese Papageien als winterfest, vorausgesetzt, Sie bieten geeignete Schutzräume zum Überwintern.

Kann man einen Ziegensittich alleine halten?

Ziegensittiche leben von Natur aus in Paaren oder kleinen Gruppen. Die Einzelhaltung von Papageien wie dem Ziegensittich ist aus artenschutzrechtlichen und tierschutzrelevanten Gründen in jedem Fall unzulässig.

Wie viel Platz brauchen Ziegensittiche?

Wegen ihres lebhaften Verhaltens brauchen Ziegensittiche grundsätzlich viel Platz. Ein gewöhnlicher Vogelkäfig ist daher eher weniger für sie geeignet. Besser geeignet ist eine große Voliere, in der sie genügend Platz zum Freiflug haben.

Es gelten Mindestmaße von 2 x 1 x 2 Metern (Länge mal Breite mal Höhe).

Welche Einrichtung benötigen Ziegensittiche?

Der Ziegensittich liebt Beschäftigung und fordert sie regelrecht ein. Stellen Sie daher sicher, dass Sie Ihren Exoten ausreichend Beschäftigungsmaterial wie zum Beispiel geeignetes Papageienspielzeug anbieten.

Zum Sitzen sollten Sie zudem unterschiedlich dicke Sitzstangen aus Naturholz installieren und geeignete Rückzugsmöglichkeiten anbieten.

Auch mit Einstreu, Vogelsand und Papierresten spielen die Vögel gerne – ebenso wie mit Wasser. Achten Sie deshalb darauf, die Futter- und Wassernäpfe zu fixieren und ein separates Badebecken einzurichten.

Auf dem Futter-Speiseplan von Ziegensittichen steht viel frisches Grünzeug, Samen, Blumen, Gemüse und Obst. Aber auch Hirse, Vogelmiere oder Zweige sind sehr begehrte Leckerbissen für die Vögel.

Neben pflanzlicher Nahrung nehmen die Vögel in freier Wildbahn auch hin und wieder kleine Blattläuse zu sich.

Ungeeignete oder giftige Pflanzen

Bestimmte Pflanzen vertragen Ziegensittiche nicht, oder sind sogar giftig. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Avoacado (Blätter, unreife Frucht, Kerne, Stamm)
  • Aubergine
  • Efeu
  • Kartoffel (Beere, Blatt, Sprössling)
  • Oleander
  • Tollkirsche
  • Tomate (Blätter, Stamm, Zweige)

Mineralstoffe sollten nicht fehlen

Für eine ausgewogene Ernährung sollten Ihren Ziegensittichen Mineralien in Form von Sepiaschalen oder Kalkstein zur Verfügung stehen.

Ab einem Alter von mindestens neun Monaten gelten diese Papageien als zuchttauglich – jetzt sind sie in der Regel ausgewachsen und geschlechtsreif.

Wie lange dauert die Brutzeit?

Die etwa drei Wochen dauernde Brutzeit beginnt im Winter, sodass Sie zu diesem Zeitpunkt Nistkästen mit Holzspänen anbringen sollten.

Nach der Paarung legt die Henne etwa vier bis neun Eier. Nach etwa fünf Wochen werden die jungen Küken flügge und verlassen das Nest.

Die Lebenserwartung von gut gepflegten Ziegensittichen liegt bei etwa 15 Jahren. Ausschlaggebend dafür ist eine artgerechte Haltung und Ernährung, die einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit der Papageien haben.

Typische Krankheiten beim Ziegensittich

Bei falscher Haltung können schnell psychische Schäden und Verhaltensstörungen auftreten, die sich durch Federrupfen äußern.

Darüber hinaus können Ziegensittiche an der ein oder anderen Papageienkrankheit leiden, die die Lebensqualität und -dauer beeinträchtigen können.

Wenn Sie bei Ihren Papageien Krankheitsanzeichen erkennen können, sollten Sie daher rechtzeitig einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen.

Die hübschen Ziegensittiche sind in Neuseeland beheimatet. Hier bewohnen sie hauptsächlich die großen Wälder der Nordinsel, die für ihre grüne Landschaft bekannt ist.

Schon gewusst?
Die indigenen Bewohner Neuseelands (Māori) nannten den Ziegensittich „Kakariki“, was übersetzt „kleiner Papagei“ bedeutet.

Sind Ziegensittiche gefährdet?

Heutzutage lebt der Ziegensittich fast nur noch auf der Nordinsel Neuseelands. Das war aber nicht immer so, denn damals kamen auch einige Populationen auf der Südinsel vor.

Durch die Zerstörung der Wälder durch den Menschen oder die Einführung von Raubtieren (zum Beispiel Katzen) sind diese Populationen jedoch weitgehend verschwunden.

Nach Angaben der „International Union for Conservation of Nature“ (IUCN) gilt der Ziegensittich derzeit als „least concern“ (nicht gefährdet). Dennoch versuchen nationale Schutzprojekte, die Bestände durch den Schutz von Nestern und Co. zu sichern.

Anschaffung: Wie viel kostet ein Ziegensittich?

Der Preis für einen Ziegensittich hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter und Geschlecht ab. Die Kosten für ein Exemplar schwanken in der Regel zwischen 20 und 80 Euro.

Der Preis für besondere Farbschläge kann jedoch manchmal darüber liegen.

Hinweis: Wenn der Verkäufer ein bestehendes Paar trennt, ist dies ein Hinweis darauf, dass es sich nicht um ein seriöses Angebot handelt!

Wo kann ich einen Ziegensittich kaufen?

Ziegensittiche können Sie hauptsächlich bei Züchtern oder gegebenenfalls bei einer Tierschutzorganisation kaufen.

Da es sich um exotische Tiere handelt, sollten Sie beim Kauf besonders aufmerksam sein und den Züchter nach einem Herkunftsnachweis fragen.

So können Sie sich vergewissern, dass es sich nicht um einen illegalen Wildfang handelt.

Steckbrief zum Ziegensittich

Name: Ziegensittich (Cyanoramphus novaezelandiae)
Größe: bis 29 cm
Gewicht: 60 g
Lebenserwartung: bis zu 15 Jahre
Haltung: paarweise oder in Gruppen
Vergesellschaftung: mit anderen Sittichen möglich
Käfig: mindestens 2 x 1 x 2 Meter, besser in einer großen Außenvoliere mit Platz für Freiflug
Futter: frisches Grünzeug, Obst, Gemüse, Äste, Blüten
Schwierigkeitsgrad: mittel

Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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