{"url":"https://www.zooplus.de/magazin/katze/katzengesundheit-pflege/schnurren-wie-warum","title":"Warum schnurren Katzen und wie machen sie das?","mag_id":34719,"is_single":true,"cat_name":"Katze","sub_cat_id":91,"sub_cat_name":"Katzengesundheit und Pflege","cat_id":9}
Gibt es ein schöneres Geräusch als das Schnurren einer Katze? Für Katzenliebhaber sicherlich nicht. Katzen schnurren, wenn sie sich wohlfühlen – und dieses gute Gefühl überträgt sich auch auf ihren Besitzer. Doch wussten Sie, dass Katzen auch bei Verletzungen und Stress schnurren? Warum Katzen das tun und wie sie das andauernde, sonore Brummen erzeugen, lesen Sie hier.
Ein Lächeln steht für Zufriedenheit und Wohlbefinden. Es fördert das soziale Miteinander, indem es eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre schafft und Behaglichkeit und gute Laune erzeugt – sowohl beim Gegenüber als auch beim Lächelnden selbst.
Was bedeutet es, wenn Katzen schnurren?
Ganz ähnlich verhält es sich, wenn Katzen schnurren. Ihre Fellnase schnurrt, wenn Sie sie streicheln oder sie auf Ihrem Bauch ein Nickerchen macht. Auch beim Fressen oder Säugen von Katzenbabys schnurren die felligen Vierbeiner. Kurz gesagt: Katzen schnurren, wenn sie sich wohlfühlen.
Doch ist Schnurren nur ein Ausdruck von Behaglichkeit? Nein – denn Katzen äußern beim Schnurren auch negative Emotionen wie Angst, Überforderung, Schmerz und Hunger.
Katzenschnurren hat positive Effekte für Mensch und Tier.
Wieso schnurren Katzen?
Wie kaum einem anderen Tier gelingt es der Katze, sich mit Schnurren selbst zu beruhigen. Dieses Katzengeräusch können Sie zum Beispiel bei Katzenmüttern beobachten. Während der Geburt schnurren sie, um Schmerzen zu regulieren und ihre noch blinden und tauben Katzenbabys schnurrend zur Zitze zu führen.
Schnurren als Mittel der Kommunikation
Dominante Katzen schnurren außerdem, um einem unterlegenen und nervösen Artgenossen zu zeigen, dass er sich entspannen darf. Auch manch erschrockene Wildkatze schnurrt bei Bedrohung, um sich selbst zu beruhigen. Aber das Schnurren dient nicht nur der Beruhigung, sondern hilft auch dabei, Schmerzen zu lindern und die Kontrolle zu bewahren.
Während junge Katzen sich mittels Schnurren gegenseitig zum Spiel auffordern, äußern erwachsene Hauskatzen bei ihren Besitzern den Wunsch nach Streicheleinheiten, Aufmerksamkeit oder Futter.
Vielfältige Bedeutung des Schnurrens
Zusammengefasst schnurrt Ihre Katze aus verschiedenen Gründen:
Zur eigenen Beruhigung oder zur Beruhigung des Gegenübers.
Um Schmerzen zu lindern.
Als Kommunikationsmittel
Die gesundheitlichen Vorteile des Schnurrens
So unterschiedlich die „Schnurr-Situationen“ auch sein mögen – das Ziel Ihrer Katze ist es, sich zu entspannen und das Wohlbefinden zu fördern. Und diese Funktionen konnten Wissenschaftler sogar nachweisen.
Ein Sound, der gesund macht
Indem Ihre Katze den tiefen, andauernden Brummton äußert, setzt sie das Glückshormon Serotonin frei. Dieses ist ein wichtiger Botenstoff (Neurotransmitter), der im Nervensystem unterschiedlichste Prozesse (z. B. Emotionen, das zentrale Belohnungssystem, Bewusstseinslage und Schmerzbewertung) positiv beeinflusst.
Wie Tiermediziner, Wissenschaftler und Verhaltensforscher herausgefunden haben, ist dies jedoch nicht der einzige positive Effekt auf die Gesundheit von Katzen. So haben jüngere Untersuchungen ergeben, dass das Schnurren sich positiv auf Verletzungen, Krankheiten und Schmerzen auswirkt.
Heilung durch Schnurren
Schnurrt Ihre Katze, versetzt sie damit den gesamten Körper in Vibrationen. Diese Schwingungen regen die Muskulatur an und unterstützen damit das Wachstum von Knochen, wie Prof. Dr. Leo Brunnberg von der Klinik und Poliklinik für kleine Haustiere an der Freien Universität Berlin bei seinen Untersuchungen zur Morphologie von Katzen herausgefunden hat.
Dieses verblüffende Ergebnis über den Selbstheilungsmechanismus des Schnurrens erklärt auch die Tatsache, dass Katzen vergleichsweise selten Knochenbrüche haben und diese, wenn sie doch einmal passieren, in der Regel sehr schnell verheilen.
Was bewirkt Katzenschnurren beim Menschen?
Bereits seit einigen Jahren nutzt die Medizin dieses Prinzip im Rahmen des Vibrationstrainings. Durch das Erzeugen eines Frequenz-Bereichs von 15 bis 60 Hertz kann das Training die Knochenstruktur von menschlichen Patienten mit Muskel- oder Knochenproblemen stärken.
Interessanterweise setzt nicht nur Ihre Katze beim Schnurren Serotonin frei – auch beim Menschen tritt diese Wirkung auf. Somit führen die wohltuenden Laute auch bei uns Zweibeinern zu Beruhigung und Entspannung.
Positive Effekte für den Menschen
Katzenschnurren senkt gleichzeitig den Blutdruck, mindert Stress-Symptome und kann Schlafstörungen lindern. Man kann also durchaus sagen, dass das Schnurren der Katze für Menschen gesund ist.
Das Schnurren von Katzen kann nicht nur auf sie selbst, sondern auch auf ihre Besitzer beruhigend wirken.
Wie erzeugen Katzen das sonore Schnurren?
Die Wirkung des Schnurrens ist zweifellos bemerkenswert – doch wie funktioniert es? Wie versetzt die Katze ihren ganzen Körper in Vibrationen, ohne dass sie dabei angestrengt wirkt oder hörbar Luft holen muss?
Über diese Frage haben sich bereits zahlreiche Wissenschaftler Gedanken gemacht. Bis heute konnten sie dieses Rätsel jedoch nicht eindeutig lösen.
Dem Geheimnis des Schnurrens auf der Spur
Einige Forscher vermuten, dass die Laute durch Muskeln des Kehlkopfs entstehen, die die Stimmritze erweitern und verengen. Andere hingegen glauben, dass das harte, nicht dehnbare Zungenbein (das die Zunge mit dem Schädelknochen verbindet) für den kontinuierlichen Schnurrton hauptverantwortlich ist.
Dass Hautlappen nahe den richtigen Stimmbändern („Pseudo-Stimmbänder“) oder gar die Hauptschlagader bei der Erzeugung des Schnurrens eine Rolle spielen, hat die Wissenschaft zumindest widerlegen können. Laut aktueller Forschung handelt es sich beim Schnurren um einen Resonanzeffekt, der vermutlich beim Aufprallen der Stimmbänder entsteht.
Katzen sind die wahren Schnurrer
Fakt ist, Katzen können sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen schnurren und damit unterscheiden sie sich in besonderer Weise von den meisten Säugetieren. Denn diese können – genauso wie Menschen – nur beim Ausatmen Töne erzeugen.
Das Schnurren ist der Welt der Katzen vorbehalten. Neben Hauskatzen vermögen es aber auch Luchse, Ozelote, Pumas und Geparden. Großkatzen wie Tiger, Leoparden oder Löwen hingegen geben zwar beim Ausatmen manchmal kurze Schnurrlaute ab, lange können sie diese aber nicht halten.
Mit welcher Frequenz schnurren Katzen?
Obwohl sich das Schnurren für Menschen wie ein lang andauernder und gleichbleibender Brummton anhört, unterscheiden sich die einzelnen Geräusche. So ist das Schnurrgeräusch beim Einatmen bei einer Frequenz von 27 bis 40 Hertz kürzer und lauter, während es beim Ausatmen mit 16 bis 28 Hertz etwas leiser und länger ist.
Schnurren will gelernt sein
Was für Sie so leicht klingt, ist in Wirklichkeit mit einem großen anatomischen Aufwand verbunden. Und auch wenn bereits wenige Stunden alte Kitten sich schnurrend den Weg zur Milch der Mutter suchen, braucht es eine Weile, bis die Kleinen so klingen wie ihre Eltern.
Doch die Mühe der Heranwachsenden lohnt sich – schließlich ist das Schnurren sowohl für die Psyche als auch für die Muskel- und Knochenstruktur extrem hilfreich. Anders als etwa das Miauen, welches ausgewachsene Katzen nur in der Kommunikation mit Menschen anwenden, gebrauchen Katzen das Schnurren auch unabhängig vom Menschen.
Fazit: Ist Katzenschnurren ein gutes Zeichen?
Katzen schnurren beim Streicheln – aber auch z. B. bei Schmerzen. Das sonore Geräusch ist also nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass es der Samtpfote gut geht. Stattdessen kommt es, wie so oft, auf den Kontext an. Ihr Schnurren auf dem Behandlungstisch des Tierarztes hat mit Sicherheit eine andere Bedeutung als jenes während des gemeinsamen Kuschelns.
Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dient nur zu Informationszwecken und ist nicht als Ersatz für eine professionelle tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich der Gesundheit Ihres Haustieres haben, wenden Sie sich bitte immer an einen zugelassenen Tierarzt.
An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln.
Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen.
Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.
Das Hundealter lässt sich bekannterweise einfach herleiten: Ein Hundejahr gleicht sieben Menschenjahren – wobei diese beliebte Faustformel ihre Tücken hat und inzwischen als veraltet gilt. Wie lässt sich aber das Katzenalter bestimmen und in Menschenjahre umrechnen? Wie alt werden Katzen überhaupt? Und ab welchem Alter gelten Katzen als Senioren?
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