Katzensinne

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Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten – was wissen wir über die fünf Sinne unserer Samtpfoten? Und was hat es mit dem geheimnisvollen sechsten Sinn der Katze auf sich?

Wie hören Katzen?

„Ohren haben wie ein Luchs“ – das Sprichwort zeigt, wie hervorragend der Hörsinn bei den Felinen funktioniert. Auch die kleinen Luchs-Verwandten, unsere Hauskatzen, hören ausgezeichnet. Sie nehmen Geräusche doppelt so gut wahr wie ein Mensch mit durchschnittlichem Gehör.

So gut hören Katzen

Dabei nimmt die Samtpfote höhere Töne war als wir. Je mehr Schallwellen pro Sekunde ein Geräusch verursacht, desto höher ist der Ton. Das Menschenohr nimmt Tonhöhen bis zu zirka 20 kHz wahr. Die Katze reagiert auf Geräusche im Ultraschall-Bereich – und hört somit Töne bis zu 65 kHz. Somit ist sie optimal auf mögliche Beutetiere wie quiekende Mäuse ausgerichtet. Diese hört sie aus rund 20 Metern Entfernung. Besonders spannend: Katzen verarbeiten Geräusche aus dem Hochfrequenzbereich in dem gleichen Bereich wie optische Eindrücke. Forscher vermuten, dass diese „audiovisuelle“ Verarbeitung ihnen dabei hilft, problemlos nach Hause zurückzufinden. Möglich, dass sie dafür „Hörbilder“ speichern, die ihnen eine bessere Orientierung erlauben.

Bewegliche Ohren

Einen weiteren Vorteil bringt das bis zu 180 Grad drehbare Katzenohr. Über 30 Muskeln sichern die perfekte Ausrichtung nach Geräuschquellen. Die beweglichen Ohren erlauben der Samtpfote räumliches, also dreidimensionales Hören. So kann sie schneller bestimmen, wo die potenzielle Beute vor ihr sitzt. Natürlich dienen die Lauscher außerdem der Kommunikation der Katzen untereinander. Auch wir Menschen können je nach Ohrenposition auf die Stimmung der Samtpfote schließen.

Wie sehen Katzen?

„Schau mir in die Augen, Dosenöffner!?“ Viele Katzenbesitzer würden beim Blick in die Augen ihres Vierbeiners gerne wissen, was in ihm vorgeht. Am besten schauen wir jedoch leicht an Katzen vorbei, denn direktes Anstarren gilt in Katzenkreisen als Bedrohung. Und wie sieht die Welt durch Katzenaugen aus?

Sehen Katzen Farben?

Wie bei uns Menschen haben Katzen Zapfen und Stäbchen als Rezeptoren auf der Netzhaut. Die Zapfen ermöglichen das Farbensehen, die Stäbchen unterscheiden zwischen Hell und Dunkel. Bei uns Menschen kommt auf ein Stäbchen ein Zapfen. Doch unsere Samtpfoten haben nur einen Zapfen pro 63 Stäbchen. Farben haben für sie darum eine geringere Bedeutung als für uns Menschen. Zudem besitzt die Katze nur Rezeptoren für die Farben Blau und Gelb. Rot sowie Rosa und Orange kann sie also nicht wahrnehmen. Allerdings können sie ultraviolettes Licht sehen, für das bei uns Menschen von der Augenlinse absorbiert wird. Menschen, die ihre Augenlinse verloren haben, beschreiben Ultra-Violett als milchigen Blauton. Wie die Katze es beschreiben würden, bleibt ihr Geheimnis.

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Wie weit können Samtpfoten sehen?

Wenn wir mit „Sehen“ Scharfsehen meinen, bleibt die Sicht der Katze in Beutedistanz: Am besten sieht sie Objekte, die maximal sechs Meter von ihr entfernt sind. Alles, was nicht mit dem berühmten „Katzensprung“ zu erreichen ist, nimmt die Fellnase zwar wahr, wenn es sich bewegt. Genaue Umrisse kann sie aber nicht ausmachen. Für die Katze sind die Bewegungen in ihrer direkten Umgebung am wichtigsten.

Können Katzen im Dunkeln sehen?

Katzenaugen leuchten, wenn sie im Dunkeln auf eine Lichtquelle treffen – nach diesem Effekt sind auch die „Katzenaugen“ an Straßen benannt. Bei Katzen entsteht er durch eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut, die Tapetum lucidum. Sie reflektiert das einfallende Licht und wirft es auf die Sinneszellen zurück. So kann die Dämmerungsjägerin in der Nacht verhältnisweise gut sehen. Darüber hinaus ist das Katzenauge mit den vielen Stäbchen auf die Hell-Dunkel-Sicht spezialisiert. Optimale Voraussetzungen für ein Raubtier, das vorwiegend in der Dämmerung aktiv ist. Ohne Lichtquelle sieht allerdings auch eine Katze nichts.

Schmecken & Riechen bei Katzen

Die feine Katzennase nimmt Gerüche besser wahr als wir Menschen. Denn mit über 60 Millionen Riechzellen haben sie rund dreimal so viele davon als wir. Sie nehmen Gerüche stärker wahr und nutzen diese zur Kommunikation. Besonders wichtig ist der Geruchsinn beim Fressen. Denn bevor die wählerische Katzenzunge zur Arbeit schreitet, muss das Mahl gut duften. Samtpfoten können die Geschmacksrichtungen sauer, salzig und bitter auseinanderhalten. Die Geschmacksrichtung „süß“ liegt ihnen nicht in den Genen. Denn sie spielt bei ihrem Beuteschema keine Rolle. Insgesamt ist ihr Geschmackssinn im Vergleich zu uns dürftig ausgebildet. Doch dies gleicht die Nasenarbeit aus: Bei unseren Fellnasen sind Schmecken und Riechen besonders eng verbunden – bis hin zum Schmecken von Gerüchen. Hierfür nutzen sie das Jacobson-Organ. Es liegt gleich hinter den Vorderzähnen der Katze. Mit dem Jacobson-Organ kann sie Pheromone oder Territorialmarkierungen besser wahrnehmen. Einige Tiere verziehen dabei das Gesicht zum typischen Flehmen.

Schnurrhaare zum Fühlen

Schnurrhaare – Experten nennen sie „Vibrissen“ – dienen der Katze vor allem zur Orientierung in der Dämmerung. Sie wachsen nicht nur auf den „Schnurrkissen“ der Wangen, sondern auch an den Vorderbeinen. Anders als bei „normalen“ Haaren sind die Follikel, aus denen die Vibrissen wachsen, von mehreren Nervenenden umgeben. Diese leiten Berührungsreize blitzschnell zum Gehirn. Sogar beim Jagen sind sie hilfreich: Die Vorderbein-Vibrissen nehmen kleinste Erschütterungen auf dem Boden wahr – zum Beispiel Laufbewegungen einer Maus.

Der berühmte „sechste Sinn“ der Katze

Mit dem „sechsten Sinn“ bezeichnen wir das Wahrnehmen von zukünftigen Ereignissen. Katzen, die ihre Jungtiere Stunden vor einem Feuer in Sicherheit bringen. Oder Katzen, die erkennen, wann Menschen sterben. Meist lassen sich diese Phänomene erklären – beispielsweise über Gerüche, die von sterbenden Menschen ausgehen. Forscher sehen einen „sechsten Sinn“ bei Katzen skeptisch. Aber Katzenhalter wissen, wenn es um ihre Samtpfote geht: Vieles bleibt ein Rätsel.

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Coronavirus der Katze

Coronaviren kommen nicht nur bei uns Tierbesitzern, sondern auch bei unseren felligen Vierbeinern vor. Im Gegensatz zu dem Covid-19 hervorrufendem Coronavirus des Menschen (SARS-CoV-2) sind die Felinen Coronaviren (FCoV) der Katze jedoch schon seit vielen Jahren bekannt. Dazu zählt das Feline Enterale Coronavirus (FECV) und das deutlich bekanntere Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIPV). Letzteres verursacht die tödlich endende Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), welche bei betroffenen Katzen zu Bauchfellentzündungen und Bauchwassersucht führt. An Covid-19 erkrankte Menschen, insbesondere Immungeschwächte wie Senioren und Kranke, leiden dahingegen unter grippeähnlichen Symptomen.

Sollte ich meine Katze kastrieren oder sterilisieren lassen?

Es gibt wohl kaum etwas Niedlicheres auf der Welt als Katzenbabys. Doch leider finden nicht alle Kitten ein schönes Zuhause. Wenn sich besitzerlose Streuner untereinander oder mit freilaufenden Hauskatzen paaren, ist ein Leben im Elend für ihren Nachwuchs quasi vorprogrammiert. Lassen Sie Ihre Katze kastrieren oder sterilisieren, beugen Sie unnötigem Leid vor.