Polnische Bracke

Polnische Brake

Die Polnische Bracke, auch Ogar Polski genannt, ist ein aus Polen stammender Jagdhund, der heute auch als Familienhund und vereinzelt sogar als Therapiehund eingesetzt wird. Der mittelgroße Hund mit dem schwarzen „Mantel“ und rotbraunen Brand zeigt sich dabei sehr freundlich und gutmütig – wobei ein gewisser Eigensinn dazugehört.

Charakter

Trotz ihres jagdlichen Ursprungs lässt sich die Polnische Bracke durchweg als ruhig und gelassen beschreiben. Natürlich fordert sie – wie alle Jagd- und Gebrauchshunde – von ihrem Besitzer viel Auslauf und ausreichend Beschäftigung ein, doch zeigt sie sich dabei niemals nervös, unruhig oder gar aggressiv. Sie genießt das Zusammensein mit ihren Menschen in vollen Zügen, ist freundlich und gutmütig und schmiegt sich mit ihrem kräftigen und vergleichsweise recht schweren Körper sanft an sie an. Mit Kindern versteht sich die Polnische Bracke hervorragend und auch anderen Hunden präsentiert sie sich als verträglicher Partner.

Eignet sich die Polnische Bracke als Familienhund?

Ein Hund mit diesem Wesen eignet sich für die Haltung als Familienhund natürlich sehr gut. Allerdings darf der Ursprung der Bracke dabei nicht vergessen werden. Trotz ihrer Ruhe und Gutmütigkeit ist und bleibt sie ein Jagd- und Laufhund. Mehr als das Schmusen mit ihrem Besitzer braucht sie die Bewegung und eine sinnvolle Aufgabe – diese muss nicht zwingend das Jagen sein, sollte aber ihren Talenten, wie etwa ihrer hervorragenden Nase, ihrer Kraft und enormen Ausdauer, entsprechen.

Eigensinnig, aber erziehbar

Darüber hinaus besitzt die Rasse von Natur aus einen gewissen Eigensinn. Schließlich musste der Ogar Polski beim so genannten Brackieren, einer Form des Stöberns, die Jagdbeute oft weit weg von seinem Führer suchen und in dieser Situation selbständig handeln. Die dafür nötige Selbstsicherheit in Bezug auf die eigene Entscheidungsfähigkeit liegt dem Laufhund sozusagen im Blut. Die Tatsache, dass er nicht viel von blindem Gehorsam hält, verwundert vor diesem Hintergrund nicht. Wer diese selbstbewusste und intelligente Rasse halten möchte, sollte also keinen Kadavergehorsam erwarten.

Nichtsdestotrotz gehört die Polnische Bracke im Vergleich zu manch anderen Jagd- und Gebrauchshunden zu den eher leichtführigen Rassen. Mit ein wenig Knowhow und vor allem Konsequenz lässt sie sich durchaus gut erziehen. Selbst ihr angeborener Jagdinstinkt lässt sich mit der richtigen Erziehung durchaus in den Griff bekommen.

Erscheinungsbild

Als Laufhund zeichnet sich der Ogar Polski durch einen kräftigen und kompakten Körperbau aus. Kraft und Ausdauer kommen bei den geförderten Rassemerkmalen eindeutig vor Schnelligkeit. Dazu passend lässt sich sein Gewicht von bis zu 32 kg bei einer Körpergröße von 55 bis 65 cm durch aus als schwer bezeichnen. Dick oder schwerfällig sollte er deswegen jedoch nicht wirken. Seine üblicherweise gut proportionierten Gliedmaßen beweisen vielmehr seine überaus sportliche Grundkonstitution, die sich besonders durch Muskelkraft und Ausdauer auszeichnet.

Schwarzer Mantel auf Zimt

Sein hübsches Haarkleid in Rotbraun und Schwarz betont gekonnt seinen wohlproportionierten, muskulösen Körper. Das dicke Haar von mittlerer Länge ist von dichter Unterwolle untersetzt und wächst an Rückgrat, Rute und den hinteren Gliedmaßen etwas länger. Die Zweifarbigkeit der Polnischen Bracke ist klar definiert. So sind Kopf und Behang (ausgenommen der Schädel-Seitenflächen) sowie die Gliedmaßen und das Brustbein immer rotbraun gefärbt. Die schwarze oder dunkelgraue Felltönung legt sich hingegen wie ein Mantel über den Körper des Hundes und reicht bisweilen bis zum Kopf – allerdings niemals bis zum Nasenrücken. Polnische Jäger nannten ihn aufgrund der schwarzen Fellfärbung auch „podzary“, was übersetzt verbrannt bedeutet.

Der rotbraune Brand erscheint in recht verschiedenen Farbintensitäten, wobei eine zimtfarbene Tönung laut Rassestandard besonders geschätzt wird. Weiße Abzeichen in Form eines Sterns oder einer bis zur Schnauze reichenden Blesse an der Brust sind erlaubt. Auch weiße Haare an den Enden der Gliedmaßen und an der Rutenspitze werden toleriert.

Schöner Kopf mit starkem Ausdruck

Weitere markante Kennzeichen der Polnischen Bracke sind die tief angesetzten, langen und abgerundeten Ohren, die frei fallend sind (lappig) und bei Bewegung „flattern“. Die Augen, die seinen hübschen und ausdrucksvollen Kopf komplettieren, sind schräg und von einem schönen dunklen Braun. Ihr sanfter, gelassener Ausdruck passt zum ruhigen und freundlichen Wesen des Ogars.

Polnische Bracke Geschichte

Woher der Polnische Bracke ursprünglich genau stammt, lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Allerdings gehen Kynologen davon aus, dass die Vorfahren der Rassen im Hubertushund (Bloodhound) sowie in der deutschen und russischen Bracke zu finden sind. Der Rassestandard verweist in diesem Zusammenhang auch auf die lange Geschichte von Jagdhunden in Polen. Erstmals erwähnt wurde die Polnische Bracke im 17. Jahrhundert. Nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges war sie auf dem Gebiet des polnischen Staates allerdings so gut wie ausgestorben.

Anerkennung als polnische Bracke

Erst 1959 wagte der polnische Zwinger „z Kresów“ eine erneute Zucht mit polnischen Jagdhunden. Die zu diesem Zweck verwendeten Zuchthunde stammten allesamt aus dem Gebiet des heutigen Weißrusslands. 1964 wurde der erste Rassestandard für die neue Rasse des Ogar Polski aufgestellt und nur zwei Jahre später erkannte auch die FCI (Fédération Cynologique Internationale) die Rasse offiziell an. Sie bekam die Standardnummer 52 und wird heute der Gruppe 6 (Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen) sowie der Sektion 1.2 (Mittelgroße Laufhunde. Mit Arbeitsprüfung) zugeordnet.

Zucht und Kauf eines polnischen Jagdhundes

Im westlichen Europa oder in Amerika ist der „Polish Hound“ als Rasse eher unbekannt. Wer hier eine reinrassige polnische Bracke kaufen möchte, muss bisweilen also etwas Geduld beweisen. Adressen und Namen von Züchtern erfahren Interessenten am besten bei anerkannten Bracken-Vereinen, die es in vielen Ländern gibt. Bei Welpen-Anbietern im Internet oder Zeitungsannoncen sollten interessierte Käufer genau hinsehen, ob das Angebot wirklich seriös ist und es sich tatsächlich um reinrassige, nach dem Standard der FCI gezüchtete Hunde handelt.

Warum Sie bei seriösen Züchtern kaufen sollten

Viele Menschen, die von mittelgroßen Laufhunden fasziniert sind, legen nicht unbedingt Wert auf einen reinrassigen Hund. Und natürlich gibt es auch wunderbare Mischlinge, die das freundliche Wesen, die hervorragende Nase, die Ausdauer und den Jagdinstinkt des Ogar Polski teilen. Allerdings ist die Entwicklung eines Welpen – insbesondere bei Mischlingen – nicht immer vorhersehbar und so können sich im schlechtesten Fall Krankheiten oder problematische Eigenarten entwickeln, mit denen niemand gerechnet hat. Mit dem Kauf eines Welpen bei einem seriösen Züchter ist dieses Risiko geringer, da die körperliche und geistige Entwicklung der Nachkommen oftmals umfassender geplant und nachvollziehbarer ist. Anhand von Ahnentafeln, umfassenden gesundheitlichen Untersuchungen und von unabhängigen Wesenstests kann die Entwicklung eines Welpen recht genau vorhergesagt werden.

Nichtsdestotrotz hat natürlich jeder Hund einen eigenen Charakter und dieser richtet sich vielleicht nicht immer nach dem vorliegenden Rassestandard. Doch auch hierbei kann ein seriöser und erfahrener Züchter helfen. Aus Beobachtung und Erfahrung können die Züchter häufig recht genau sagen, ob der Hund zum Beispiel eher temperamentvoll und eigensinnig oder eher ruhig und gelassen, ob er sportlich oder eher bequem ist. In Gesprächen mit dem interessierten Käufer versuchen die Züchter einen Besitzer zu finden, der zu diesen Merkmalen am besten passt. Viele Züchter überlassen die Wahl eines Welpen deshalb nicht unbedingt dem Käufer selbst – wobei natürlich beide Parteien mit der Auswahl zufrieden sein müssen.

Lesen Sie auch unsere Artikel über Welpen eingewöhnen: Grundausstattung & Tipps!

Sind reinrassige Hunde gesünder?

Ein weiterer, entscheidender Aspekt, der beim Kauf bei einem seriösen Züchter oft angeführt wird, ist natürlich die Gesundheit. Schließlich können viele rassetypische Krankheiten, die oftmals genetisch bedingt sind, durch eine seriöse Zuchtauswahl verhindert werden. Glücklicherweise gehört die Polnische Bracke zu einer sehr gesunden Hunderasse, allerdings treten auch bei ihr aufgrund der Größe und des Gewichts hin und wieder Gelenkprobleme auf, zum Beispiel Hüftgelenksdysplasie (HD). Da solche Skeletterkrankungen allerdings auch durch fehlerhafte Bewegung und falsche Ernährung entstehen können, ist ein reinrassiger Welpe natürlich noch keine Garantie für ein beschwerdefreies Hundeleben.

Polnische Bracke Ernährung

Falsche Ernährung kann die Gesundheit Ihres Hundes erheblich schädigen – andersherum kann die richtige Ernährung aber auch eine Vielzahl von Erkrankungen verhindern und das Wohlbefinden und die Vitalität des Tieres steigern. Doch was ist das beste Futter für die Polnische Bracke? Zunächst einmal hängt dies weniger von der Rasse als von individuellen Faktoren des jeweiligen Hundes ab. Das Futter muss zum Alter, Gewicht, Aktivitätsgrad und Gesundheitszustand des Vierbeiners passen. Schließlich sollte es seinen Nährstoffbedarf vollständig decken – und dieser verändert sich im Laufe eines Hundelebens immer wieder.

Warum muss ich zwischen Welpen-Futter und Adult-Futter unterscheiden?

Nach dem Ende der Muttermilch erhalten Welpen in der Regel ein spezielles Welpen-Futter, das den hohen Energiebedarf der jungen, quirligen Hunde deckt. Nach ca. dem sechsten Monat sollte jedoch die Energiedichte des Futters nach und nach heruntergefahren werden, um ein zu schnelles Wachstum des Hundes und damit verbundene spätere Gelenkprobleme zu vermeiden. Auch zu häufiges Treppensteigen oder zu schnelle Hundesportarten können in dieser Phase den gesunden Knochen- und Muskelaufbau stören.

Wenn Ihr Hund ausgewachsen ist, also zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat, sollten Sie schließlich zum Adult-Futter wechseln. Auch hierbei gilt es den individuellen Energiebedarf im Blick zu haben. Eine Bracke die in erster Linie jagdlich geführt wird, hat sicherlich einen anderen Energieverbrauch und Nährstoffbedarf als eine, die in erster Linie als Familienhund gehalten wird. Grundsätzlich sollte Ihr Hund mit zwei Mahlzeiten pro Tag, bestehend aus etwa 70 Prozent Fleisch und 30 Prozent Gemüse und etwas Reis, auskommen. Fleisch ist eine hochwertige Eiweißquelle und damit der wichtigste Energielieferant für den Hund. In welcher Form ihm dies verabreicht wird, ist dabei zunächst einmal unerheblich. Sicherlich hat jede Ernährungsmethode – trocken, nass, fertig gekocht oder roh – ihre Vor- und Nachteile. Überlegen Sie selbst, welche Methode Ihnen am meisten zusagt und Ihrem Hund am besten schmeckt.

Pflege der Polnischen Bracke

Zur Hundehaltung gehört – neben der Ernährung und Beschäftigung des Hundes – natürlich auch eine angemessene Pflege des Vierbeiners. Bei der Polnischen Bracke ist diese glücklicherweise sehr einfach. Regelmäßiges Bürsten des Fells reicht aus, um die Gesundheit und den Glanz des hübschen rotbraunen-schwarzen Haarkleides zu erhalten. Darüber hinaus sollten Sie hin und wieder die langen Ohren Ihres Ogars kontrollieren und reinigen. Ebenso müssen die Krallen in regelmäßigen Abständen gekürzt werden, um Verletzungen zu vermeiden.

Haltung

Der Auslauf und die körperliche wie geistige Beschäftigung nehmen bei der Haltung der Polnischen Bracke sicherlich den größten Raum ein. Als ursprünglicher Laufhund braucht er auch als Familienhund enorm viel Platz und Zeit, um physisch ausgelastet zu sein. Dass eine Haltung in einer Stadtwohnung nicht in Frage kommt, versteht sich vor diesem Hintergrund von selbst. Ein frei stehendes, gut umzäuntes Grundstück auf dem Land mit einem großen Garten und viel Natur drum herum, sind für den Ogar ideal. Doch das allein reicht noch nicht aus. Als Halter einer Bracke sollten Sie mindestens zwei bis drei Stunden täglich an der frischen Luft verbringen. Gemeinsame Wanderungen, Fahrradtouren, Joggingrunden sowie spannende und abwechslungsreiche Spiele, bei denen Ihr Hund seine Kraft, Ausdauer und Intelligenz unter Beweis stellen muss, bieten sich als Aktivitäten an. Auch Hundesportarten, wie zum Beispiel Fährtenarbeit oder Mantrailing, bei denen gute Nasenarbeit gefragt ist, eignen sich gut.

Ein Hund nur für Jagdfreunde?

Natürlich liegt der Polnischen Bracke das Jagen im Blut und so fühlt sie sich in Jägerkreisen sicherlich ausgesprochen wohl. Ihre ursprüngliche Jagdform, das Brackieren, bei dem die Hunde das Wild über weite und lange Strecken verfolgen, ist heute allerdings nur auf Flächen mit mindestens 1000 ha erlaubt. Im westlichen, industriellen Europa ist diese Art des Stöberns also so gut wie unmöglich geworden. Doch auch als „einfacher“ Stöberhund zeigt dieser Rassehund Talent und Leidenschaft. Der Ogar jagd spurlaut, das heißt er gibt einen klaren, wohlklingenden Laut von wechselnder, mittlerer Tonlage von sich, während er das Wild verfolgt und in den Schussbereich des Jägers treibt.

Doch auch bei Nicht-Jägern kann sich die freundliche und menschenbezogene Bracke wohlfühlen – vorausgesetzt man bietet ihr genügend Alternativen zum Jagen. Dazu braucht es natürlich nicht nur Zeit und Platz, sondern auch Einfallsreichtum, Knowhow und eine Spur Aktionismus. Für Stubenhocker ist dieser aktive Gebrauchshund also sicherlich nicht geeignet. Und auch Menschen, die einen Hund suchen, der ihnen in jeder Situation aufs Wort gehorcht, wären mit dieser Rasse eher schlecht beraten. Denn die Polnische Bracke hat ihren eigenen Kopf und auch wenn sie das Lob ihrer Menschen durchaus genießt, wird sie immer wieder versuchen, sie mit Charme und Witz um die Pfote zu wickeln.

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