Black and Tan Coonhound

Black and Tan Coonhound

Der aus Amerika stammende Black and Tan Coonhound findet seine Bestimmung in der Waschbärenjagd, deren Spur er wie kein anderer aufspürt und verfolgt. Der schwarz-lohfarbene Waschbärenhund, der dem Bloodhound stark ähnelt, besitzt ein ausgeglichenes Temperament und kommt mit Menschen und Artgenossen gut aus.

Charakter

Hat er einen Waschbären gewittert, gibt es für den Black and Tan Coonhound kein Halten mehr. Unbeirrt verfolgt er mit seiner feinen Nase dessen Spur, stellt ihm nach und treibt ihn bei der Flucht auf einen Baum, wo er ihn mit seinem markanten hornartigen Jagdlaut so lange verbellt, bis der Jäger kommt. Der amerikanische Black and Tan Coonhound geht bei der Jagd und Fährtensuche überaus methodisch und gewissenhaft vor – Waschbären oder Opossums haben bei dem entschlossenen und ausdauernden Rassehund keine Chance.

Ruhig und ausgeglichen – nur nicht bei der Jagd auf Waschbären

Während bei der Jagd seine Unbeirrbarkeit und sein starker Wille überaus geschätzt werden, stellen sie sich in der Haltung und Erziehung dieser Hunde zum Teil als etwas hinderlich heraus. So kann der große Coonhound durchaus recht eigensinnig und stur reagieren – besonders wenn sein Besitzer ihm nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt oder Befehle mit zu viel Härte hervorbringt. Wer diesem Hund jedoch eine angemessene Aufgabe gibt, ihm ein gesundes Maß an Freiheit zugesteht und seinen Bewegungsdrang zu befriedigen weiß, wird den Black and Tan Coonhound als einen sehr ausgeglichenen und verträglichen Begleiter erleben, der sich auch in Familien mit Kindern überaus wohlfühlt.

Am liebsten immer in Gesellschaft

Generell ist der Coonhound ein sehr sozialer und aufgeschlossener Hund, der die menschliche Gesellschaft nicht nur gerne mag, sondern sie auch braucht. Zu langes Alleinsein kann ihn verstören oder destruktiv machen. Auch mit Artgenossen oder anderen Hunden versteht er sich hervorragend – schließlich arbeitet er auch bei seinem Einsatz als Laufhund eng mit ihnen zusammen. Scheues oder gar aggressives Verhalten ist dem kontaktfreudigen Amerikaner absolut fremd. Zwar bleibt er beim Aufeinandertreffen mit fremden Menschen zunächst auf Distanz, doch ihren Annährungsversuchen begegnet er in der Regel offen und aufgeschlossen. Trotz seines Mutes und seiner Entschlossenheit ist er als Wachhund deshalb nur bedingt geeignet.

Erscheinungsbild

Die stattliche Größe, das entschlossene Auftreten mit dem kraftvollen, raumgreifenden Gang und das elegante tiefschwarze Fell mit den leuchtenden lohfarbenen Abzeichen machen den Black and Tan Coonhound zu einem sehr auffälligen und imponierenden Begleiter. Sein kräftiger und muskulöser Körper mit den länglichen und wohlproportionierten Gliedmaßen sowie seine langen Hängeohren verdankt der Coonhound seinem „großen Bruder“, dem aus Belgien stammenden Bloodhound. Wobei dem BTC nicht nur die typischen Hautfalten fehlen, sondern er auch insgesamt etwas kleiner und leichter ist als der Bloodhound. Er erreicht eine Schulterhöhe von 58 bis 69 cm und wird dabei ca. 25 bis 24 kg schwer.

Kraftvoller Hochleistungsathlet mit Hängeohren

Neben seinen charakteristischen langen Behängen, die weit über sein Gesicht herunter reichen, fällt besonders sein kraftvoller Gang auf. Auch wenn seine dunkelbraunen Augen zuhause eine große Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, so beweist der Coonhound draußen in der freien Natur, dass er ein überaus talentierter und ausdauernder Sportler ist mit einer enormen Kraft und Beweglichkeit. Das kohlschwarze Fell mit den intensiven Tan-Abzeichen ist kurz und dicht und bietet ihm einen guten Schutzmantel bei jeder Witterung. Es liegt eng an und betont elegant seine sauberen, muskulösen Linien.

Geschichte

Der Black and Tan Coonhound ist eng mit der Geschichte seines Ursprungslandes Amerika verbunden. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das so genannte „Coonhunting“, also die Jagd auf Opossums und Waschbären (engl. racoon), in Amerika zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung. So lag es nahe, einen speziell für diese Aufgabe ausgebildeten Jagdhund zu schaffen, der mit seinem guten Geruchssinn die Spur der Waschbären schon von weitem wittern konnte. Die Pfadfinder Simon Kenton und die Poe Brüder aus dem Ohio Valley, die sich im erbitterten Kampf gegen die amerikanischen Ureinwohner einen Namen gemacht hatten, waren die ersten, die sich der Zucht eines solchen „Waschbärenhundes“ widmeten. Ihre „Old Glory Linie“, die aus Kreuzungen zwischen Bloodhound, American Foxhound und dem aus Irland stammenden Kerry Beagle entstand, gilt als erste Zuchtlinie der Black and Tan Coonhounds.

Black and Tan Coonhound welpe

Anerkennung als eigenständige Laufhunderasse

Durch die über mehr als 130 Jahre anhaltende, planmäßige und reine Zucht dieser berühmtesten Zuchtlinie der Rasse entwickelte sich ein vorzüglicher Jagd- und Fährtenhund. Einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung der heutigen American Black and Tan Rasse leisteten aber auch die Merritt Brüder mit ihrer Zucht sowie die Ten Oaks Linie von Don Stringer. Allerdings weigerte sich der American Kennel Club lange Zeit die Coonhounds als eigenständige Rasse anzuerkennen, da er sie lediglich als eine Foxhound-Varietät betrachtete. 1945 wurden die Bemühungen des Black and Tan Coonhound Clubs durch die Aufstellung verbindlicher Rassenkennzeichen jedoch belohnt und der BTC als erster und einziger Coonhound vom AKC anerkannt. Die internationale kynologische Vereinigung FCI (Fédération Cynologique Internationale) folgte dem American Kennel Club in dieser Einschätzung und erkannte den Black and Tan Coonhound im selben Jahr an.

Zucht und Verbreitung heute

In den USA geht der Black and Tan Coonhound bis heute auf Waschbärenjagd, aber auch zur Jagd auf Hirsche, Bären und anderes Großwild wird er in seiner Heimat eingesetzt. Darüber hinaus schätzen ihn die Amerikaner aber auch als sozialen und sportlichen Familienhund, der nicht nur durch seine gute Nase, sondern auch durch seine Ausgeglichenheit überzeugt. In Europa ist der begnadete Mantrailing-Hund hingegen nur selten anzutreffen. Die wenigen Züchter, die außerhalb der Vereinigten Staaten den BTC züchten, bedienen sich also meist Hunden aus amerikanischen oder kanadischen Linien.

Was Sie vor dem Kauf eines Coonhounds beachten sollten

Wer in Europa einen echten Coonhound kaufen möchte und nicht die Möglichkeit hat, sich direkt an Züchter in den USA zu wenden, braucht also in der Regel viel Geduld, bis seine Suche nach einem Welpen von Erfolg gekrönt wird. Die Wartezeit lässt sich allerdings sinnvoll nutzen. Damit ist nicht nur gemeint, dass Sie Ihr Haus „hundesicher“ machen und das nötige Zubehör kaufen. Sie sollten darüber hinaus in Gesprächen und persönlichen Treffen mit Coonhound-Besitzern und Züchtern sowie mit anderen erfahrenen Jagd- und Laufhunderassen-Besitzern herausfinden, ob der Black and Tan tatsächlich die richtige Hunderasse für Sie ist. Passt Ihre Vorstellung vom Leben mit dem BTC mit den Eigenarten dieser Rasse überein? Haben Sie genügend Zeit, um Ihrem Hund den nötigen Auslauf und eine sinnvolle Beschäftigung zukommen zu lassen? Sind alle in Ihrer Familie mit der Anschaffung dieses Rassehundes einverstanden? Lassen Sie sich für die Beantwortung dieser Fragen Zeit und überdenken Sie Ihre Kaufentscheidung lieber noch einmal, sollten bei der einen oder anderen Frage Zweifel aufkommen.

Gesundheit und rassetypische Krankheiten

Wer einen Black and Tan Coonhound erst einmal zuhause hat, braucht Tierarztbesuche in aller Regel nicht zu fürchten. Die amerikanische Rasse gilt dank umsichtiger Zucht als sehr robust gegenüber Krankheiten. Rassetypische Beschwerden sind nicht bekannt. Allerdings leidet auch mancher Coonhound an der recht weit verbreiteten Hüftgelenksdysplasie (HD). Das Risiko einer Erkrankung kann allerdings sowohl durch eine HD-freie Zuchtfamilie als auch durch eine umsichtige Haltung und Ernährung reduziert werden. So dürfen die Gelenke des Hundes während der Wachstumsphase auf keinen Fall überbeansprucht werden. Zu schnelle Apportierspiele mit kurzen, ruckartigen Stopps oder häufiges Treppenlaufen sollten im Welpenalter vermieden werden. Eine weitere wichtige Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der Ernährung zu.

Black and Tan Coonhound läuft

Black and Tan Coonhound Ernährung

Eine zu proteinreiche Ernährung des Welpens kann zu einem vorschnellen Wachstum des Hundes führen. Muskel- und der Knochenaufbau geraten ins Ungleichgewicht und können spätere Skeletterkrankungen begünstigen. Achten Sie deshalb auf ein Futter, das auf die Bedürfnisse Ihres Welpen zugeschnitten ist. Nach dem Kauf bei einem Züchter ist es ratsam, dem Welpen noch eine Weile das gewohnte Futter, das er beim Züchter nach der Stillzeit bekommen hat, weiterzugeben. Nach ein paar Wochen können Sie dann auf Adult-Futter umstellen. Dabei sollte die Futterzusammenstellung immer dem jeweiligen Nährstoff- und Energiebedarf Ihres Hundes entsprechen. Junge Hunde sollten eher proteinärmeres Futter erhalten, das sich durch ein gesundes Calcium-Phosphor-Verhältnis auszeichnet.

Vermeiden Sie Übergewicht

Das Futter eines ausgewachsenen Coonhounds sollte in erster Linie aus Fleisch bestehen (ca. 70 bis 80 Prozent). Reis und Gemüse sorgen für eine abwechslungsreiche, gesunde Ergänzung. Achten Sie darauf, dass Futter zu festen Tageszeiten (zwei pro Tag) zu reichen und die nötige Tagesration nicht durch viele Zwischenmahlzeiten oder Leckerlis zu überschreiten. Coonhounds neigen von Natur aus zu Übergewicht, was zu ernsten gesundheitlichen Folgebeschwerden führen kann. Räumen Sie am Ende der Mahlzeit den Futternapf Ihres Hundes weg – Ihr Hund darf nicht zu jeder Tageszeit nach Lust und Laune fressen. Frisches Trinkwasser sollte ihm hingegen immer zur Verfügung stehen.

So pflegen Sie Ihren Coonhound richtig

Die Pflege des Black and Tan Coonhounds ist dank des kurzen Fells relativ einfach und wenig aufwendig. Um Glanz und Struktur zu erhalten reicht es aus, wenn Sie es regelmäßig (ca. zwei Mal pro Woche) bürsten. Darüber hinaus sollten Sie besonders seine Hängeohren und Augen in regelmäßigen Abständen kontrollieren und säubern. Unter den Ohren und an den Augen neigen Coonhounds bisweilen zu Entzündungen. Eine angemessene Pflege kann solche Erkrankungen vermeiden oder zumindest frühzeitig sichtbar machen.

Sind Sie bereit für die Haltung eines Coonhounds?

Der Black and Tan Coonhound ist ein großer, sportlicher Arbeitshund, der viel Platz, viel Auslauf und viel Beschäftigung benötigt. Menschen, die in einer Wohnung in der Stadt leben, die sich lieber auf der Couch als im Wald aufhalten und die einfach nur von den niedlichen Hängeohren dieses Rassehundes fasziniert sind, sollten deshalb besser zu einer anderen Hunderasse greifen. Wer den Coonhound nicht jagdlich führt, sondern ihn als reinen Familienhund halten möchte, muss ihm unbedingt ausreichend Ersatzbeschäftigung bieten. Hundesport, aber vor allem die Sucharbeit (z.B. Mantrailing), ist für den Nordamerikaner mit der guten Nase ideal. Auch ein professioneller Einsatz bei Polizei oder Zoll sind bei diesem Fährten-Experten möglich.

Coonhound Erziehung

Nur wenn der schwarz-lohfarbene Waschbärenhund eine angemessene Aufgabe erhält, wird sein ausgeglichenes und ruhiges Wesen voll zur Entfaltung kommen. So hängt auch der Erfolg seiner Erziehung nicht zuletzt davon ab, wie ausgelastet sich Ihr Hund fühlt. Hunde, die zu oft allein gelassen werden und die ihr Dasein als „Sofa-Hund“ fristen, entwickeln nicht selten ungewünschte Eigenarten. Ständiges, lautstarkes Heulen, das Jagen der Nachbarskatze oder das Zerstören Ihres Lieblingssessels sind nur wenige Beispiele. Einen Besitzer, der kaum Zeit für sie hat, der sie ungerecht behandelt und nicht am Alltag teilhaben lässt, werden die intelligenten Rassehunde nicht als Rudelführer akzeptieren. Zeigen Sie Ihrem Hund deshalb von Beginn an, dass er sich auf Sie jederzeit verlassen kann. Schenken Sie ihm die nötige Liebe und Aufmerksamkeit, geben Sie ihm genügend Bewegungsmöglichkeiten und sorgen Sie für eine sinnvolle Beschäftigung – dann klappt es auch mit der Erziehung Ihres Coonhounds (selbst wenn er nicht auf Waschbärenjagd gehen kann).

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