Sind Eicheln giftig für Hunde? Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Sind Eicheln giftig für Hunde?

Halten Sie beim Gassigehen immer die Augen offen, denn Eicheln, Nüsse und Co können Ihrem Hund schaden!

Haben auch Sie in Ihrer Kindheit mit Eicheln gespielt oder nutzen Sie sie im Herbst als hübsches Deko-Element? Dann vermuten Sie bestimmt nichts Böses, wenn auch Ihr Vierbeiner mit den herbstlichen Früchten spielt. Doch Vorsicht: Eicheln sind nämlich alles andere als harmlos für Ihren Hund!

Giftigkeit: Sind Eicheln giftig für Hunde?

Frisst auch Ihr Hund beim Spaziergang ab und zu Eicheln, sollten Sie den Verzehr der braunen kleinen Früchte ab sofort unterbinden. Denn Eicheln sowie die Blätter und Rinde der Eiche enthalten sogenannte Tannine. Dabei handelt es sich um bittere Gerbstoffe, die der Pflanze als Fressschutz vor Tieren dienen. Sie sind für Hunde, aber auch für andere Tiere wie Katzen, Kühe oder Pferde gefährlich.

Bereits fünf bis zehn gefressene Eicheln reichen aus, um einen zehn Kilogramm schweren Hund zu vergiften.

Im Gegensatz zu Eicheln sind Kastanien oder Tannenzapfen für Ihren Hund ungiftig. Dennoch ist auch hier Vorsicht geboten, da Ihr Hund diese verschlucken könnte.

ind Eicheln giftig für Hunde?
Die jungen, unreifen grünen Eicheln sind besonders giftig für Ihren Liebling!

Symptome: Was sind typische Vergiftungsanzeichen beim Hund?

Hat Ihr Hund Eicheln gefressen, hängen die Symptome von der Anzahl der aufgenommenen Eicheln ab. So ist die Menge entscheidend dafür, ob und in welchem Ausmaß Ihr Hund eine Eichel-Vergiftung erleidet.

Folgende Symptome sind typisch für eine Vergiftung beim Hund:

  • Vermindertes Allgemeinbefinden (Schwäche) und Taumeln
  • Fressunlust und ein erhöhter Trinkbedarf
  • Speicheln und Übelkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen, (blutiger) Durchfall und Verstopfung

Hat Ihr Hund eine große Dosis an Tanninen aufgenommen, können diese außerdem die Leber und Nieren Ihres vergifteten Hundes schädigen. Infolgedessen färben sich die Schleimhäute Ihres Hundes (z.B. Maulschleimhaut, Sklera der Augen) gelb, was Tierärzte als Gelbsucht (Ikterus) bezeichnen.

Dabei können die geschädigten Leberzellen nicht mehr genug Gallensäuren ausscheiden, die sich nun als gelb-braune Farbstoffe im Blut ansammeln. Ein Nierenversagen kann außerdem innerhalb kurzer Zeit für Ihren Hund tödlich enden!

Therapie: Wie wird eine Eichel-Vergiftung beim Hund behandelt?

Ihr Hund hat Eicheln gefressen und zeigt nun Anzeichen für eine Vergiftung? Dann ab zum Tierarzt! Dieser kann Ihren Hund mithilfe spezieller Medikamente erbrechen lassen oder seinen Magen auspumpen, um restliche Anteile aus dem Magen zu transportieren und die weitere Aufnahme der Toxine zu unterbrechen.

Ist der Kreislauf Ihres Hundes bereits kollabiert, kann der Tierarzt außerdem lebensrettende Maßnahmen einleiten. Da die Gifte die Leber und Nieren Ihres Hundes schädigen können, sollte Ihr Hund außerdem sicherheitshalber für ein paar Tage unter tierärztlicher Beobachtung bleiben. So kann der Tierarzt die Funktion dieser lebenswichtigen Organe täglich mithilfe von Blutuntersuchungen überprüfen und bei negativen Abweichungen Ihren Hund frühzeitig behandeln.

Was Sie im Falle einer Vergiftung beim Hund tun können und welche Pflanzen noch für Hunde giftig sind, lesen Sie in folgenden Beiträgen: Vergiftung beim Hund und Giftige Pflanzen für Hunde

Sind Eicheln giftig für Hunde?

Achtung: Eicheln sind auch eine Gefahr für den Darm!

Neben ihrer Giftigkeit können gefressene Eicheln auch einen Darmverschluss (Ileus) bei Ihrem Hund verursachen. Nimmt Ihr Hund etwa Eicheln im Ganzen auf, können sie in seinem Darm stecken bleiben.

Behindert die Eichel so die Verdauung oder schnürt infolge einer Strangulation (Abklemmung) die Darmwand und die darin enthaltenen Blutgefäße ab, kann Ihr Hund an den Folgen sterben!

Wichtige Anzeichen für einen Darmverschluss sind plötzlich auftretende Schmerzen im Bauchbereich in Kombination mit Schwächeanfällen und panischem Verhalten.


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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