29. April 2019 - Aktualisiert 31. Mai 2019

Der Pinien-Prozessionsspinner: Gefahr für Hund und Mensch

Pinien-Prozessionsspinner hund

Was sind Pinien-Prozessionsspinner?

Der Pinien-Prozessionsspinner ist ein Schmetterling, der zur Familie der Zahnspinner gehört. Es handelt sich jedoch nicht um die bunten allseits beliebten Schmetterlinge, sondern um einen Nachtfalter. Die Pinien-Prozessionsspinner sind ein wenig größer als ihre verwandten Arten, den Kiefern- und Eichenprozessionsspinnern. In Deutschland sind vor allem Eichen-Prozessionsspinner anzutreffen, wobei der Kontakt mit beiden Arten gleichermaßen gefährlich ist und dieselben Symptome hervorrufen kann. Pinien-Prozessionsspinner besiedeln den gesamten Mittelmeerraum, wobei einige Exemplare mittlerweile auch in der Schweiz zu finden sind. In Südeuropa sind die Pinien-Prozessionsspinner zu einer regelrechten Plage geworden. Seien Sie also aufmerksam, wenn Sie mit Ihrem Hund in südliche Regionen reisen, denn es besteht Lebensgefahr.

Gefährlich für Mensch und Tier sind aber nicht die Nachtfalter, sondern die Raupen. Diese sind pro Tier mit bis zu 600.000 weißlichen Brennhaaren überzogen, welche die unangenehmen allergischen Reaktionen hervorrufen können. Diese Härchen besitzen Widerhaken und enthalten das Eiweiß Thaumetopoein, das bei Kontakt für die Reizwirkung verantwortlich ist. Bei Bedrohung sind die Pinien-Prozessionsspinner in der Lage, ihre Brennhaare regelrecht abzuschießen. Durch den Wind können die Härchen bis zu 200 Meter weggetragen werden. Nach dem Abwerfen sind die Brennhaare noch bis zu einem Jahr wirksam. Deshalb sollte der Kontakt auch dann gemieden werden, wenn die Pinien-Prozessionsspinnerraupen bereits ihr Nest verlassen haben. Die Nester des Pinien-Prozessionsspinner sind auf Pinienbäumen zu finden. Dabei handelt es sich um weiße bis bräunliche Gespinstnester. Meist sind die Äste des Baumes kahlgefressen.

Die Raupen  können bis zu  fünf Zentimeter lang werden. Außerdem erkennt man die Raupen des Pinien-Prozessionsspinners an ihrer Art sich fortzubewegen: Die Raupen ziehen in einer Art Prozession umher, dabei „marschiert“ immer eine Raupe nach der anderen. Diese Raupenkolonne kann von weitem auch mit einer Schlange verwechselt werden. Von März bis circa Juni verlassen die Raupen ihren Kokon und begeben sich auf die Suche nach Futter. Dies geschieht in den südlichen Regionen etwas früher, da die Temperaturen dort zeitig steigen. Nach dieser Zeit verpuppen sich die Raupen im Boden.

golden retriever wald

Prozessionsspinner Symptome

Beim Menschen führt der Kontakt mit den Brennhaaren meist zu insektenstichartigen Symptomen. Die Stärke der Reaktion variiert mit der Anzahl der Haare auf der Haut. Es können auch sehr starke allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock auftreten. Die Reaktion auf die Brennhaare wird auch Raupendermatitis genannt. Bei unseren Vierbeinern treten ähnliche Symptome auf wie beim Menschen. Sollte Ihr Hund mit den Härchen des Pinien-Prozessionsspinners in Kontakt gekommen sein, ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen, denn es besteht Lebensgefahr! Auch bei Hunden kann es zu einem allergischen Schock kommen. Außerdem ist es möglich, dass betroffene Bereiche absterben. Die Symptome und deren Stärke können von Hund zu Hund verschieden sein.  Mögliche Symptome sind folgende:

  • Reaktionen treten meist dort auf, wo die Haut nicht durch das Fell geschützt ist. Häufig ist der Kopfbereich betroffen. Dabei kann es zu Schwellungen am Maul kommen, die sich über den gesamten Kopf ausdehnen
  • Sind Brennhaare verschluckt worden können Magenbeschwerden, wie beispielsweise Erbrechen, auftreten
  • Wurden Haare eingeatmet kann es zu allergischen Reaktionen der Atemwege kommen
  • Bei Augenkontakt kann sich eine stark juckende Bindehautentzündung entwickeln
  • Weitere Symptome: Fieber, Müdigkeit, Schädigungen der Schleimhäute

Was tun, wenn mein Hund mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen ist?

Oftmals kommen Hunde mit den Raupen in Kontakt, wenn Sie am Boden schnuppern und sich dort eine Raupe oder ein verlassenes Nest befindet. In jedem Fall sollte so schnell wie möglich ein Tierarzt aufgesucht werden, denn es kann zu lebensbedrohlichen Reaktionen (zum Beispiel Ersticken durch Anschwellen der Atemwege) kommen.

  1. Bleiben Sie ruhig! Weder Ihnen noch Ihrem Hund hilft es weiter, wenn sie unter einem Anflug von Panik Erste-Hilfe leisten. Meist passieren dadurch Fehler, die die Situation bloß verschlimmern. Versuchen Sie also so gelassen wie möglich zu bleiben.
  2. Die Brennhaare sollten entfernt werden. Achten Sie auf Ihre eigene Gesundheit indem Sie Handschuhe und Mundschutz anziehen. Dann werden betroffene Bereiche mit warmem Wasser abgewaschen. Hängen Brennhaare im Fell fest, ist es ratsam den Hund in die Dusche oder Badewanne zu stellen und das Fell komplett mit warmem Wasser abzubrausen.
  3. Verhindern Sie, dass Ihr Hund Pfoten oder Fell ableckt, da sonst mehr Härchen in den Maulbereich gelangen können. Auch kratzen sollte sich Ihr Vierbeiner nicht, da somit der Juckreiz verstärkt und Verletzungen hervorgerufen werden können.
  4. Suchen Sie sofort einen Tierarzt auf, um Schlimmeres zu verhindern. Eventuell muss eine medikamentöse Behandlung eingeleitet werden.

Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zum Kontakt mit den Pinien-Prozessionsspinnern kommt, lassen sich einige Vorsichtsmaßnahmen treffen.

  • Meiden Sie befallene Gebiete. In der Regel sind die vom Pinien-Prozessionsspinner befallenen Areale beschildert, sofern diese großflächig sind
  • Führen Sie Ihren Vierbeiner an der Leine, wenn Sie diese Gebiete nicht meiden können
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Hund nicht im Gestrüpp herumschnüffelt, um den Kontakt mit Raupen oder Gespinstnester, die sich am Boden befinden, zu verhindern

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