{"url":"https://www.zooplus.de/magazin/hund/hundegesundheit-pflege/lipom-beim-hund","title":"Lipom beim Hund: Ursachen und Behandlung","mag_id":205327,"is_single":true,"cat_name":"Hund","sub_cat_id":82,"sub_cat_name":"Hundegesundheit und Pflege","cat_id":79}
Haben Sie einen Knoten unter der Haut Ihres Vierbeiners entdeckt? Dann könnte es sich um eine Fettgeschwulst (Lipom) handeln. Erfahren Sie hier mehr über das Lipom beim Hund, wie es aussieht und ob dieser Tumor für Ihren Liebling gefährlich sein kann.
Was ist ein Lipom und wie gefährlich ist es beim Hund?
Ein Lipom ist ein gutartiger Tumor des reifen Fettgewebes. Es handelt sich also um eine Fettgewebsgeschwulst, die in den meisten Fällen ungefährlich ist. Es gibt allerdings auch große Lipome oder bösartige Formen wie das Liposarkom, die die Prognose deutlich verschlechtern. Das Liposarkom kommt bei Hunden allerdings sehr selten vor.
Ein sehr großes Lipom am Oberschenkel eines Jack Russel Terriers.
Symptome: Woran zeigt sich ein Lipom beim Hund?
Bis zu einer gewissen Größe führen Lipome zu keiner auffallenden Symptomatik. In der Regel fallen sie erst beim Streicheln des Hunds als spürbare Verdickung unter der Haut auf, die sich leicht hin und her schieben lässt.
Im Gegensatz zu einer Entzündung sind der bewegliche Knubbel unter der Haut und das umliegende Gewebe nicht warm und nicht schmerzhaft.
Wie wirkt sich ein großes Lipom auf den Hund aus?
Ist das Lipom sehr groß, kann es dazu führen, dass sich Ihr Hund nur eingeschränkt bewegen kann. Solche Bewegungseinschränkungen kommen insbesondere dann vor, wenn der Tumor in der Nähe von Gelenken oder großen Muskeln liegt.
Was ist das Infiltrative Lipom?
Eine Sonderform des Lipoms beim Hund ist das Infiltrative Lipom. Wie der Name schon verrät, wächst der Tumor eindringend und ist mit dem umliegenden gesunden Gewebe verwachsen. Diese Form des Lipoms lässt sich in der Regel nicht verschieben und hat keine feste Abgernzung.
Das Infiltrative Lipom kann am ganzen Hundekörper auftreten, vor allem im Bereich des Oberschenkels oder der Achseln.
Diagnose: Wie kann man ein Lipom nachweisen?
Haben Sie einen Knoten bei Ihrem Hund entdeckt, sollten Sie diesen unbedingt von einem Tierarzt untersuchen lassen. Dies ist wichtig, um bösartige Tumore auszuschließen.
So läuft die Untersuchung der Fettgeschwulst ab
Zu Beginn der Untersuchung misst der Tierarzt zunächst die VitalparameterIhres Hundes, wie Pulsfrequenz, Atemfrequenz, Zustand der Schleimhäute und Körpertemperatur, und tastet den Knoten vorsichtig ab.
Danach entnimmt er mithilfe einer Feinnadelaspirationsbiopsie eine Gewebeprobe, die er anschließend von einem Pathologen unter dem Mikroskop untersuchen lässt. Da die Nadel sehr dünn ist, tut der Einstich Ihrer Fellnase kaum oder gar nicht weh.
Seltener ist es notwendig, eine größere Probe zu entnehmen. Dafür verwendet der Tierarzt eine sogenannte Hohlnadel. Da diese mit mehr Schmerzen verbunden ist, sediert der Tierarzt Ihren Hund im Vorhinein.
Therapie: Was kann man gegen Lipome beim Hund machen?
Die meisten Fettgeschwulste sind harmlos und müssen nicht behandelt werden. Es ist aber in jedem Fall sinnvoll, das Lipom regelmäßig tierärztlich untersuchen zu lassen. So können Sie sichergehen, dass sich die Umfangsvermehrung nicht vergrößert hat und sich das Gewebe nicht verändert hat.
Wann muss ein Lipom beim Hund entfernt werden?
Sollte Ihr Liebling Schmerzen haben oder in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein, ist es sinnvoll, die Geschwulst operativ zu entfernen. Anderenfalls ist es oft nicht nötig, den harmlosen, gutartigen Knoten unter der Haut zu entfernen.
Wie entfernt man ein Lipom?
Soll das Lipom entfernt werden, erfordert dies eine chirurgische Behandlung. Im Gegensatz zu einem Infiltrativen Lipom oder vielen bösartigen Tumoren können Tierärzte Lipome meist ohne Komplikationen aus der Unterhaut entfernen.
Dazu legt der Tierarzt Ihren Hund in Narkose und rasiert die Haut. Nachdem er die Haut gereinigt und desinfiziert hat, eröffnet er sie mit einem Skalpell.
Wie behandelt man ein Infiltratives Lipom?
Hat Ihr Hund ein bösartiges Liposarkom oder ein Infiltratives Lipom, kann es sein, dass Ihr Hund zusätzlich oder anstelle einer Operation eine Strahlentherapie oder Chemotherapie benötigt.
Kann sich ein Lipom bei Hunden von selbst zurückbilden
Dass sich der weiche, verschiebbare Knoten unter der Hundehaut von selbst zurückbildet, ist eher unwahrscheinlich. Eine Operation ist dennoch in vielen Fällen nicht nötig. Häufig raten Tierärzte nur dann dazu, das Lipom zu entfernen, wenn es ungünstig liegt oder sehr groß ist.
Was kostet eine Lipom-OP beim Hund?
Bei einer operativen Tumorentfernung liegen die Kosten meist zwischen 420 und 1.000 Euro. Die genauen Tierarztkosten für Hunde richten sich danach, welchen Gebührensatz Ihr Tierarzt anwendet.
Vor der Entscheidung für oder gegen einen Eingriff wird Ihr Tierarzt gemeinsam mit Ihnen die Vorteile und Risiken einer Operation erörtern. Denn jede OP ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden, wie etwa Wundheilungsstörungen, Infektionen bei Ihrem Hund oder Komplikationen bei der Narkose.
Die heilende Wunde eines Hundes nach der operativen Entfernung eines Lipoms.
Ursachen: Wo und warum entsteht ein Lipom beim Hund?
In den meisten Fällen wachsen Lipome innerhalb der Unterhaut. Sie können aber auch innerhalb der Muskulatur oder im Fettgewebe innerer Organe auftreten. Häufig bildet sich dabei nicht nur ein, sondern gleich mehrere Knoten. Dies bezeichnen Tierärzte als multiple Lipome.
Wieso ein Lipom beim Hund entsteht, ist noch nicht bekannt. Forscher diskutieren jedoch, ob die Neigung dazu erblich ist.
Außerdem fällt auf, dass mittelalte und ältere Hunde beider Geschlechter häufiger Lipome haben als Junghunde. Zudem scheinen weitere Faktoren wie Übergewicht bei Hunden, Bewegungsmangel und hormonelle Veränderungen bei nicht kastrierten Hunden eine Rolle zu spielen.
Fazit: Sollte ich das Lipom meines Hundes entfernen lassen?
Lipome beim Hund sind oftmals harmlos und müssen nicht behandelt werden. Verursacht die Fettgeschwulst jedoch Beschwerden, etwa weil sie die normalen Bewegungsabläufe behindert oder auf einen Nerv drückt, so kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Ihr Tierarzt berät Sie hierzu gerne.
Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dient nur zu Informationszwecken und ist nicht als Ersatz für eine professionelle tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung gedacht. Wenn Sie Fragen oder Bedenken bezüglich der Gesundheit Ihres Haustieres haben, wenden Sie sich bitte immer an einen zugelassenen Tierarzt.
An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln.
Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen.
Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.
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