04. April 2019 - Aktualisiert 05. April 2019

Hund hechelt in der Nacht: Tipps für ruhige Nächte

Hund hechelt in der nachts

Hecheln gehört zum Hund genauso dazu wie Schwanz wedeln und ist normalerweise kein Grund zur Besorgnis. Doch was ist, wenn der Hund besonders nachts stark hechelt und dadurch kaum zur Ruhe findet? Lesen Sie, welche Ursachen hinter dem nächtlichen Hecheln stecken können und was Sie tun sollten, um Ihrem unruhigen Hund zu helfen.

Warum hecheln Hunde?

Jeder Hund hechelt hin und wieder – der eine mehr, der andere weniger. Hecheln hilft den Hunden, ihre Körpertemperatur zu senken. Denn anders als wir Menschen haben Hunde nur an den Pfoten vermehrt Schweißdrüsen. „Ins Schwitzen geraten“ können Hunde im wörtlichen Sinne also nicht. Nichtsdestotrotz braucht aber auch der tierische Körper bei großer Hitze oder nach dem Sport eine Abkühlung. Während wir unsere Körpertemperatur durch vermehrtes Schwitzen regulieren, beginnen Hunde zu hecheln.

Durch das Heraushängen der Zunge und die Erhöhung der Atemfrequenz wird der Speichel des Hundes verdunstet. Dabei entsteht eine Verdunstungskälte, mit deren Hilfe sich der Hund Abkühlung verschaffen kann. Da der Speichelfluss bei Hunden viel stärker ist als bei Menschen, ist diese Methode sehr effizient. Doch was ist, wenn das Hecheln nicht etwa nach dem Sport oder bei sommerlicher Hitze auftritt, sondern nachts, wenn der Hund doch eigentlich zur Ruhe kommen und sich die Atemfrequenz eher verlangsamen sollte?

Hecheln in der Nacht – ein Grund zur Sorge?

Genauso wie wir Menschen brauchen auch Hunde nachts Ruhe. Puls und Blutdruck sinken und die Atemfrequenz verlangsamt sich auf 10 bis 40 Atemzüge pro Minute. Hechelt ein Hund jedoch stark, verzehnfacht sich die Atemfrequenz auf 300 bis 400 Atemzüge pro Minute. Wenn es im Sommer auch nachts kaum abkühlt oder der Hund sich bei seinem abendlichen Spaziergang noch mal richtig ausgetobt hat, muss der Hund natürlich hecheln – egal wie viel Uhr es ist.

Dabei ist übrigens auch der Körperbau und die Kopfform des Hundes entscheidend: Bei kurznasigen Rassen, wie etwa Pekinese oder Mops, ist die Effektivität des Hechelns aufgrund der kurzen Atemwege gemindert. Um für genügend Abkühlung zu sorgen, müssen diese Hunde also stärker hecheln als andere. Auch größere Hunde hecheln gemeinhin stärker als kleinere, da es länger dauert bis sie die Temperatur ihres gesamten Körpers reguliert haben.

Hechelt der Hund jedoch ohne erkennbaren Grund in der Nacht sehr stark und über einen längeren Zeitraum, kann dies ein Zeichen sein, dass es Ihrem Vierbeiner nicht gut geht. In diesem Fall kann Ihre Aufmerksamkeit und Hilfe erforderlich sein.

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Ursachen für nächtliches Hecheln

Wie so oft gibt es verschiedene Gründe, die zu dem verstärkten Hecheln in der Nacht führen können. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Sehr hohe Zimmertemperatur: Nicht nur im Sommer, auch im Winter – wenn Sie stark heizen – kann die Zimmertemperatur zuhause ziemlich hoch sein. Ist Ihr Hund sehr hitzeempfindlich und sein Schlafplatz liegt zum Beispiel direkt neben der Heizung oder dem Kamin, wird er hier vermutlich nicht gut zur Ruhe kommen. Dasselbe gilt für heiße Sommernächte, in denen die Temperaturen sich kaum absenken und der Schlafplatz des Hundes den ganzen Tag von der Sonne aufgeheizt wurde. Steht ihm kein kühleres Plätzchen zum Schlafen zur Verfügung, wird er vermutlich verstärkt hecheln, um seine Körpertemperatur zu senken.
  • Starke Aktivität vor dem Schlafengehen: Oft fehlt tagsüber die Zeit für ausreichend Auslauf. Und so versuchen manche Hundebesitzer die verpasste Aktivität am Abend nachzuholen. Nach der Arbeit noch eine schnelle Joggingrunde durch den Wald, spätes Stöckchen werfen im Park oder noch eine kurze Runde mit dem Fahrrad, wo der Hund nebenher läuft – manche Hunde werden abends noch einmal richtig gefordert. Je nach Körperbau und Kondition brauchen sie dann schon mal länger, um wieder auf „Normaltemperatur“ zu kommen und hecheln auch noch spätabends, wenn sie eigentlich schon längst wieder auf ihrer Hundedecke liegen.
  • Stress, Angst oder Nervosität: Ähnlich wie wir Menschen reagieren auch Hunde auf Stress oder Angst zuweilen mit einem erhöhten Puls und einer schnelleren Atmung. Das Hecheln kann daher auch ein Zeichen dafür sein, dass Ihr Hund sich vor etwas fürchtet oder er sich nachts erschreckt hat. Ungewöhnliche Geräusche, zum Beispiel von einem nächtlichen Feuerwerk, versetzen manche sensible Fellnasen so in Panik, dass sie beginnen, stark zu hecheln. Aber auch bestimmte Situationen am Tag können den Hund so überfordern, dass er abends nicht zur Ruhe findet. Wieder andere Hunde ängstigen sich, wenn es zum Beispiel extrem dunkel ist in der Wohnung und sie alleine in einem Raum schlafen müssen – während die Tür zum Schlafzimmer Ihrer Menschen geschlossen ist. Um herauszufinden, was Ihren Hund nervös oder ängstlich gemacht haben könnte, müssen Sie ihn manchmal über mehrere Tage beobachten. In welchen Nächten kommt es zu dem verstärkten Hecheln? Ist am Tag zuvor etwas Außergewöhnliches passiert? Sind Sie von Ihrer täglichen Routine abgewichen? Gab es seltsame Geräusche in der Nacht? Hatten Sie das Fenster offen, obwohl Sie es sonst meist geschlossen haben oder haben Sie zum Beispiel den Schlafplatz Ihres Hundes verändert?
  • Zu späte oder falsche Fütterung: Füttern Sie Ihren Hund jeden Abend kurz vor seiner Ruhezeit, kann auch dies der Grund sein für sein nächtliches Keuchen. Besonders rohes, rotes Fleisch vom Rind oder anderen großen Tieren, etwa wie Büffel oder Bison, verursacht eine erhöhte Wärmeproduktion des Körpers. Der Hund hechelt, um seinen Körper wieder abzukühlen. Auch krankheitsbedingte Magen-Darm-Beschwerden, eine gestörte Stoffwechselaktivität, können dazu führen, dass der Hund die späte Mahlzeit nicht verträgt und sich sein Unwohlsein im Hecheln zeigt. Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Hund am Tag zu füttern (je nach Bedarf ein bis zwei Hauptmahlzeiten). Abends sollten Sie auf eine Fütterung (vor allem mit Fleisch) verzichten.
  • Krankheiten und Schmerzen: Hechelt Ihr Hund nachts außergewöhnlich stark, kann dahinter auch eine Krankheit als Ursache stecken. Manchmal beginnen die Schmerzen erst nachts, wenn der Hund zur Ruhe kommen soll und nicht mehr vom turbulenten Alltagsgeschehen abgelenkt ist. Hechelt Ihr Hund, ohne dass einer der oben genannten Gründe, wie eine große Hitze oder ein spätabendliches Sportprogramm in Frage kommt, sollten Sie Ihren Hund unbedingt vom Tierarzt untersuchen lassen. Nicht selten drücken Hunde starke Schmerzen, die zum Beispiel von inneren Organen, von Gelenkerkrankungen oder einer Verletzung herrühren, mit extremen Hecheln aus. Auch Herz- oder Lungenprobleme sowie eine Schilddrüsenunterfunktion sind mögliche Auslöser des Hechelns.

Erste-Hilfe-Maßnahmen gegen Hecheln in der Nacht

Lässt sich das Hecheln auf eine harmlose Ursache wie Hitze, Sport oder falsches bzw. zu spätes Futter zurückführen, können Sie Ihrem Hund oft schon mit kleinen Mitteln helfen, zur Ruhe zu finden. Auch Stress als Ursache des Hechelns lässt sich mit ein wenig Fingerspitzengefühl und Geduld reduzieren. Je nach Ursache, können Sie mit den folgenden Maßnahmen, das Hecheln vielleicht bereits reduzieren oder ganz verhindern:

  • Kühlende Unterlage, wenn Ihr Hund wegen großer Hitze hechelt: An heißen Tagen, wenn sich die Wohnung tagsüber bei über 30 Grad sehr aufheizt und es sich auch nachts kaum abkühlt, sollten Sie unbedingt dafür sorgen, dass Ihr Hund genügend Abkühlung bekommt. Wärmende Decken oder Kissen sollten Sie vom Schlafplatz Ihres Hundes lieber entfernen und Ihrem Vierbeiner stattdesseneine Ecke auf einem kühlen Stein- oder Fliesenboden zum Schlafen zuweisen. Ist der Boden nicht ausreichend kalt bzw. Ihr Hund lehnt diesen Untergrund ab, hilft auch eine spezielle Kühlmatte für Hunde. Diese wird für ein paar Minuten in kaltes Wasser getaucht und spendet danach für mehrere Stunden einen angenehm kühlenden Schlafuntergrund. Ähnlich funktionieren auch kühlende Halsbänder.
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  • Aktivitäten, bei denen sich der Hund richtig auspowert, lieber auf den Tag verlegen: Klar, es gibt Hunde, die sind einfach nicht klein zu kriegen und rennen am liebsten den ganzen Tag. Nichtsdestotrotz sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund nach dem Sport ausreichend Zeit hat, seinen Körper herunter zu kühlen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund sich vor allem frühmorgens oder tagsüber auspowert, damit er sich abends mit einer kurzen Gassi-Runde um den Block zufrieden gibt.
  • Schlafplatz des Hundes verändern, wenn Stress oder Angst als Ursache in Frage kommen: Fürchtet sich Ihr Hund nachts, wenn er Sie nicht sieht, weil Sie nebenan im Schlafzimmer liegen oder weil seltsame Geräusche durch das offene Fenster eindringen, können Sie versuchen den Schlafplatz Ihres Hundes zu verlegen. Darf er nicht bei Ihnen ins Bett, tut es vielleicht eine kuschelige Ecke davor oder daneben. So ist er im selben Raum mit Ihnen, hört Ihren ruhigen Atem und kommt dadurch auch selbst besser zur Ruhe. Dringen von draußen laute Geräusche in die Wohnung, sollten Sie nachts die Fenster besser schließen. Manchmal hilft auch ein dezentes Nachtlicht, um Ihren Hund zu beruhigen und zu signalisieren, dass um ihn herum alles in Ordnung ist.
  • Auf späte Fütterung verzichten und die Fleisch-Mahlzeit am Tag reichen: Wie bereits oben beschrieben, kann spätes Füttern die Verdauung Ihres Hundes schwer belasten und zu nächtlichem Hecheln führen. Versuchen Sie, die abendliche Mahlzeit Ihres Hundes auf den Tag zu verlegen. Hat Ihr Hund ein bis zwei Hauptmahlzeiten am Tag erhalten, die ihn mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt haben, können Sie auf das Futter am Abend getrost verzichten. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Fütterungszeiten haben eine entscheidende Wirkung auf das Wohlbefinden Ihres Vierbeiners.

Wann Sie mit Ihrem hechelnden Hund zum Tierarzt sollten

Sollte das nächtliche Hecheln sehr stark sein, ohne dass Sie einen speziellen Grund, wie extreme Hitze oder eine hohe körperliche Anstrengung erkennen können, sollten Sie Ihren Hund möglichst bald beim Tierarzt vorstellen. Nur der Veterinär kann durch verschiedene Untersuchungen herausfinden, ob und wo Ihr Hund Schmerzen hat und ob möglicherweise eine ernsthafte Erkrankung das Hecheln ausgelöst hat. Je früher eine Krankheit erkannt wird, desto schneller und besser kann Ihrem Hund geholfen werden.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund alles Gute und vor allem: ruhige Nächte!

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