Ara-Papageien

Rote Ara-Papageien

Ara-Papageien brauchen zum Glücklichsein mindestens einen Partner, viel Platz und Liebe.

Dem unverwechselbaren Federkleid der Ara-Papageien, ihrer auffälligen Schönheit und ihrem Charakter kann kaum ein Vogelliebhaber widerstehen. Doch die hübschen Dschungelvögel haben große Ansprüche an ihre Halter. Wir haben die wichtigsten Tipps zur Haltung und Pflege der Exoten für Sie zusammengefasst.

Aussehen: Was zeichnet Ara-Papageien äußerlich aus?

„Eigentliche Aras“ sind ein bunter Haufen, bei dem es dennoch Gemeinsamkeiten gibt: Die Natur hat allen Aras eine markante Gesichtsmaske aufgesetzt, die beide Gesichtsseiten mit kaum oder wenig befiederter Haut bedeckt.

Der Schnabel ist in der Regel schwarz oder weiß gefärbt und papageientypisch krumm und kräftig. Die Füße sind dunkelgrau und der lange Federschwanz ist stufig gefiedert.

Von diesen Merkmalen abgesehen ist bunte Vielfalt typisch für den Ara-Papagei: Größe und Farbe unterscheiden sich bei den acht Ara-Gattungen zum Teil stark.

Zwei bekannte Vertreter, der Hellrote Ara und der Gelbbrust-Ara, sind beispielsweise farbenfroh und können bis zu 90 Zentimeter groß und bis zu 1,5 Kilogramm schwer werden. Nur knapp 50 Zentimeter groß und etwas mehr als 300 Gramm leicht ist dagegen der Rotbug-Ara, der hauptsächlich grün gefärbt ist und dessen Gefieder mattrote und bläuliche Akzente zieren.

Wie unterscheidet man weibliche und männliche Ara-Papageien?

Während sich die verschiedenen Ara-Gattungen recht einfach erkennen lassen, ist die Frage nach dem Geschlecht eines Aras nicht ohne Weiteres zu beantworten.

Bei einigen Arten kann es geringfügige Unterschiede in Größe und Körperbau geben. Eine eindeutige Bestimmung des Geschlechts ist oft aber nur per DNA-Analyse oder mit einer endoskopischen Untersuchung möglich.

Gelbbrust-Ara und Hellroter Ara
Kunterbunt und dennoch verwandt: Links sitzt ein Gelbbrustara, rechts ein Hellroter Ara.

Charakter: Wie sind die bunten Vögel?

Lieb, lebhaft und laut – so lassen sich Ara-Papageien am besten beschreiben. Trotz ausgeprägter Neugier und großer Intelligenz sind Aras nicht so sprachtalentiert wie beispielsweise Graupapageien.

Das hält sie allerdings nicht davon ab, auch ohne Worte vor allem morgens und abends lauthals auf sich aufmerksam zu machen. Ihre Schreie sind übrigens der Ursprung für ihren lautmalerischen Namen.

Wenn die Aras Vertrauen zu Ihnen aufgebaut haben, dürfen Sie die schönen Vögel mit Kraulen verwöhnen. Denn sie sind sehr liebesbedürftig. Dafür können sie hin und wieder etwas Eifersucht aufblitzen lassen.

Ara-Haltung: Wie viel Platz braucht mein Ara?

Die artgerechte Ara-Haltung beansprucht viel Platz. Vor allem große Vertreter der Ara-Papageien nehmen mit einer Flügelspannweiter von zum Teil mehr als einem Meter viel Raum ein.

Damit die Dschungelvögel sich nicht eingeengt fühlen, brauchen sie deshalb ein Ara-Zimmer oder eine Innen- oder Außenvoliere und Platz zum Fliegen. Ein Vogelkäfig sollte nur für den Transport genutzt werden.

Die Unterbringung für die monogamen Vögel muss dementsprechend ausreichend dimensioniert sein: Bei einer Körperlänge bis 60 Zentimeter sind in Länge, Breite und Höhe 4 x 2 x 2 Meter für ein Vogelpaar gefordert. Bei größeren Aras sind es mindestens 6 x 3 x 2,5 Meter. Hinzu kommt ein auf allen Seiten geschlossener Schutzraum.

Die zweite Voraussetzung ist eine mindestens paarweise Haltung, die dem ausgeprägten Sozialverhalten der bunten Vögel gerecht wird. Eine Haltung mit anderen Vogelarten ist nicht empfehlenswert: Die schiere Größe und der imposante Ara-Schnabel wirken auf kleinere Vögel viel zu einschüchternd.

Luft, Licht und Temperatur für Aras

Entscheiden Sie sich für eine Außenvoliere, sollten Sie Ihren Vögeln Zugang zum Innenbereich oder einem beheizbaren Schutzhäuschen bieten. In der Heimat der Aras herrschen tropische Temperaturen. Deshalb reagieren sie empfindlich auf Temperaturen unter 12 Grad Celsius. Zudem bevorzugen sie eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 Prozent.

Mangelndes natürliches Tageslicht können Sie mit UV-Lichtquellen ausgleichen und den Vögeln ein kleines Nachtlicht für dunkle Stunden anbieten.

Checkliste: Mit diesen Accessoires lassen Sie Ara-Herzen höherschlagen

  • Ausgeglichen und glücklich sind die klugen Aras, wenn sie mit wechselndem, papageiengerechtem Spielzeug beschäftigt werden.
  • Der Schnabel der Aras will ebenfalls beschäftigt werden – zum Beispiel mit naturbelassenen Ästen, die zum Knabbern einladen und für Ara-Füße bequem greifbar sind.
  • Futter- und Trinkplätze sollten einfach zu erreichen und immer sauber sein.
  • Bewegung bringen Sie mit Schaukeln und Klettermöglichkeiten in die Voliere.
  • Ob Rasensprenger oder Sprühflasche: Über lauwarme Duschen freuen sich die meisten Aras sehr.
  • Als Bodenbelag bieten sich Papageiensand oder Einstreu

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Ara-Papageien Voliere
Ara-Papageien sind anspruchsvoll in der Haltung. Sie brauchen vor allem viel Platz und Artgenossen um sich.

Ernährung: Was fressen Ara-Papageien?

In der Natur ernähren sich Aras von Früchten, Samen, Kräutern oder Beeren. Bei der täglichen Fütterung lieben sie frisches, unbehandeltes Obst und Gemüse. Ab und zu dürfen auch Nüsse auf dem Speiseplan stehen. Denn mit ihrem Schnabel haben die bunten Papageien das perfekte Werkzeug zum Öffnen harter Schalen immer dabei.

Zusammenstellung und Menge des Futters sollten Sie dabei immer auf die Ara-Art, das Aktivitätslevel und die Gesundheit der Aras abstimmen. Neben abwechslungsreichem Papageienfutter runden täglich frisch gereichtes Wasser und Mineralsteine die artgerechte Ara-Ernährung ab.

Gesundheit: So ermöglichen Sie Aras ein langes Leben

Ähnlich wie Katzen lassen es sich auch Papageien oft nicht anmerken, wenn es ihnen schlecht geht. Informieren Sie sich deshalb über Papageienkrankheiten wie Psittakose, Aspergillose, die Pacheco-Krankheit oder PBFD und halten Sie nach typischen Symptomen Ausschau. Klären Sie Auffälligkeiten mit Ihrem Tierarzt ab, damit Sie kranke Vögel rechtzeitig behandeln lassen können.

Wie alt werden Ara-Papageien?

Mit artgerechter Ernährung, ausreichend Platz und einem lieben Partner liegt das typische Ara-Papageien-Alter bei 40 oder 50 Jahren. Es können aber sogar bis zu 90 Jahre werden. Diesen Fakt sollten zukünftige Ara-Besitzer unbedingt beachten.

Kauf: Was Sie beachten müssen, wenn Sie einen Ara-Papagei kaufen wollen

Ihr Entschluss steht fest: Sie möchten einem Ara-Paar ein schönes neues Zuhause bieten und können den hohen Ansprüchen der schönen Tiere gerecht werden? Wenn Sie Wert auf gute Beratung legen und wissen wollen, woher Ihre neuen Mitbewohner stammen, führt Ihr Weg am besten zu einem Züchter in Ihrer Nähe.

Nicht vergessen: Die Haltung von Papageien muss bei der Naturschutzbehörde angemeldet werden.

Beim Kauf einiger Aras müssen Verbraucher zudem gesetzliche Regelungen beachten und entsprechende Papiere besitzen – auch dazu informiert Sie ein seriöser Züchter. Aras sind allein aufgrund ihrer Größe kostspieliger als andere Papageien, die Preise liegen je nach Art bei etwa 600 bis 2.500 Euro pro Vogel.

In Tierheimen oder bei Tierschutzvereinen können Sie Ara-Papageien in der Regel gegen eine Schutzgebühr abnehmen. Allerdings finden sich dort häufig verhaltensgestörte oder kranke Vögel, die am besten in den Händen erfahrener Papageienhalter aufgehoben sind.

Sie sind noch unentschlossen, welche Vögel Ihr Leben bereichern sollen? Die schönsten Vogelarten stellen sich in unseren Rasseporträts vor.

Herkunft: Woher genau stammen die Dschungelvögel?

Eigentliche Aras bilden eine Untergattung in der Familie der Eigentlichen Papageien und sind in warmen Gefilden zu Hause: Die ursprüngliche Heimat der Ara-Papageien liegt in den tropischen Regenwäldern in Mittel- und Südamerika. Viele Ara-Arten finden sich dort an Flussläufen und in offenen Wäldern oder sie bewohnen Savannen mit Baumbestand, Sumpf- oder Hügelgebiete.

Leider sind sie nicht nur als Haustiere geschätzt, sondern werden in ihrem natürlichen Lebensraum durch Wilderei und die Abholzung des Regenwalds bedroht. Unter anderem deshalb ist der internationale Handel mit den meisten Papageien heute verboten.

Das ist ein Grund mehr für verantwortungsvolle Vogelfreunde, sich für den Kauf der schönen Ara-Papageien nur an seriöse Züchter in der Nähe zu wenden.

Ara-Papagei-Steckbrief

Name: Ara, auch Arakanga
Größe: bis zu 90 Zentimeter
Lebenserwartung: durchschnittlich 40 oder 50 Jahre, teilweise bis zu 90 Jahre
Haltung: mindestens paarweise
Vergesellschaftung mit anderen Tieren: nicht empfohlen
Käfig: Vogelzimmer oder Voliere mit mindestens 4 x 2 x 2 Metern plus Schutzraum für ein Paar
Futter: Obst, Gemüse, Samen, Beeren, Kräuter, Nüsse, zusätzlich Mineralien
Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll

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