Geschlechtsbestimmung bei Papageien und Sittichen

Geschlechtsbestimmung bei Papageien und Sittichen

Männchen oder Weibchen?

Die eindeutige Geschlechtsbestimmung bei Papageien und Sittichen spielt bei der Haltung und Zucht eine zentrale Rolle, denn in Anlehnung an die Situation in der freien Wildbahn sollten Vögel paarweise (Männchen und Weibchen) gehalten werden.

Wie funktioniert die Geschlechtsbestimmung bei Papageien und Sittichen?

Ob man nun tatsächlich ein (Liebes-) Paar zusammen im Käfig sitzen hat, ist nicht so leicht zu erkennen. Denn die meisten der mehr als 330 Arten von Papageien und Sittichen sind monomorph, d.h. es sind äußerlich keine eindeutigen Anzeichen männlichen oder weiblichen Geschlechts festzustellen. Bei diesen Arten bemühen sich Halter und Züchter, das Geschlecht mit Hilfe der sekundären Geschlechtsmerkmale wie Größe des Vogels bzw. einzelner Körperteile oder anhand von Farbnuancen und Verhaltensweisen zu bestimmen. Die Folge dieser Bemühungen ist häufig jahrelanges Warten auf ein Gelege.

Wer zuverlässig das Geschlecht seines Vogels bestimmen möchte, sollte auf folgende zwei Methoden der Geschlechtsbestimmung zurückgreifen: Zum einen auf die endoskopische Geschlechtsbestimmung anhand von Organuntersuchungen oder auf die genetische Geschlechtsbestimmung, die anhand der Analyse der DNA aus einer Feder oder Blutprobe durchgeführt wird.

Genetische Geschlechtsbestimmung

Die genetische Geschlechtsbestimmung ist sehr gut geeignet für Privatbesitzer, die einen einzelnen Vogel haben und nur sein Geschlecht wissen möchten, ohne züchten zu wollen, oder für Züchter, die für ihre eigene Zuchtplanung das Geschlecht schon bei Nestlingen wissen wollen. Nachteile sind die vielfältigen Manipulationsmöglichkeiten seitens des Einsenders und die geringe Aussagekraft über das Tier selbst. Deshalb ist diese Methode weniger geeignet für Vögel, die an Dritte verkauft werden sollen.

Endoskopische Geschlechtsbestimmung

In diesem Bereich liegen die wesentlichen Vorteile der Endoskopie: Eine gründliche innere und äußere Untersuchung durch einen neutralen und kompetenten Vogeltierarzt garantiert größtmögliche Objektivität bei der Beurteilung von Qualität, Zuchtkondition und allgemeinem Gesundheitszustand des Vogels.

Die endoskopische Methode hat außerdem den Vorteil, dass Befunde über den Zustand der inneren Organe des Vogels gleich mitgeliefert werden. Häufig glauben Tierbesitzer, dass sich ihr Pflegling in gutem Gesundheitszustand befindet, und sind sehr überrascht, wenn Befunde wie Luftsackentzündung, Verpilzung, Leberverfettung, -verkleinerung oder -vergrößerung sowie Hinweise auf erhebliche Stoffwechselstörungen präsentiert werden. Wegen der vielfältigen diagnostischen Resultate bei der relativ einfachen und unkomplizierten Methode der Endoskopie ist es für jeden Papageien- und Sittichbesitzer ratsam, seinen Vogel mindestens einmal auf diese Art und Weise untersuchen zu lassen.

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