Papageienkrankheit (Psittakose bei Papageien) This article is verified by a vet

Papagei mit Papageienkrankheit

Ein struppiges und glanzloses Gefieder ist ein häufiges Anzeichen für die Papageienkrankheit.

Die Papageienkrankheit hat verschiedene Namen. So ist sie auch unter Chlamydiose und Pisttakose bekannt. Denn es können sich auch andere Vogelarten mit ihr infizieren. Welche Symptome erkrankte Tiere zeigen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und ob die Psittakose noch anzeigepflichtig ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Ist die Papageienkrankheit anzeigepflichtig?

Nein, seit 2011 ist die Papageienkrankheit (Psittakose) in Deutschland keine anzeigepflichtige Tierseuche mehr. Seither ist sie – wie die Ornithose beim Menschen – nur noch meldepflichtig. Das bedeutet, dass Ihr Tierarzt einen Krankheitsfall nur noch melden muss. Das Veterinäramt selbst führt aber keine Bekämpfungsmaßnahmen mehr durch.

Symptome: Welche Anzeichen zeigen Papageien mit Psittakose?

Nicht immer zeigen Tiere, die sich mit der Papageienkrankheit infiziert haben, klinische Anzeichen (latente Infektion). Dies ist ein großes Problem, da gesund aussehende Papageien die Chlamydien dennoch ausscheiden und sie auf andere Lebewesen übertragen können.

Wichtig: Auch wenn der Name es suggeriert, können auch andere Vogelarten wie Wellensittiche oder Tauben an der Psittakose erkranken.

Bricht die Papageienkrankheit aus, leiden betroffene Papageien meist unter grippeähnlichen Symptomen:

  • Der Appetit ist vermindert und die Tiere nehmen ab.
  • Das Gefieder wirkt glanzlos und struppig.
  • Die Papageien sind müde und haben Gliederschmerzen.
  • Manche Tiere bekommen hohes Fieber.
  • Die Papageien haben gerötete und angeschwollene Augen (Konjunktivitis).
  • Es kommt zu Schnupfen und Atemnot durch eine entzündete Nase (Rhinitis) und Nasennebenhöhlen (Sinusitis) oder schlimmstenfalls zu Lungenentzündungen (Pneumonie).
  • Gegebenenfalls leiden Erkrankte unter neurologischen Anzeichen (z. B. Zittern oder Lahmheit).
  • Entzündet sich die Lunge (oder die Nase), treten Atemwegsprobleme auf.
  • Magen-Darm-Symptome wie Durchfall können ebenfalls auftreten.

Während die meisten Papageien chronisch über lange Zeit erkranken, versterben manche Tiere auch innerhalb kürzester Zeit an der Psittakose.

Diagnose: Wie lässt sich die Papageienkrankheit nachweisen?

Geht es Ihrem Vogel nicht gut und zeigt er für die Papageienkrankheit verdächtige Anzeichen, sollten Sie ihn bei Ihrem Tierarzt vorstellen.

Dieser kann die Bakterien nachweisen, indem er mehrere Körperstellen mit Hilfe eines Tupfers beprobt. Den Tupfer schickt er anschließend in ein Labor, welches die Bakterien anzüchtet oder sie mittels verschiedener Methoden (z. B. PCR- oder Elisa-Test) nachweist.

Zusätzlich kann der Tierarzt Ihrem Tier Blut abnehmen. Anschließend kann er wichtige Parameter wie die Menge an Entzündungszellen prüfen.

Ein Tierarzt behandelt einen Sittich mit Antibiotika.

Therapie: Wie wird die Psittakose bei Papageien behandelt?

Hat das Labor die Verdachtsdiagnose bestätigt, muss Ihr Tierarzt laut dem Gesetz das zuständige Veterinäramt darüber informieren (Meldepflicht). Seitdem der Gesetzgeber die Psittakose-Verordnung im Jahr 2011 abgeschafft hat, dürfen Tierärzte nun aber die grippeähnliche Krankheit ohne Anweisungen des Veterinäramts behandeln.

Je nach Ausmaß empfiehlt Ihnen Ihr Tierarzt folgende Bekämpfungsstrategien:

  • Sondern Sie Ihren kranken Papageien von anderen Tieren ab.
  • Betreten Sie den Raum nur mit Schutzkleidung, um sich selbst vor einer Ansteckung zu schützen.
  • Reinigen und desinfizieren Sie regelmäßig die Käfige, einschließlich der Sitzstangen und Futterplätze.
  • Lassen Sie alle im Haushalt lebenden Tiere antibiotisch behandeln.

Hat der Tierarzt Ihre Tiere erstmalig mit Antibiotika behandelt, testet er sie nach einigen Tagen erneut auf das Vorkommen von Chlamydien. Erst wenn alle Tiere im Haushalt frei von Chlamydien sind, ist die Therapie erfolgreich abgeschlossen.

Prognose: Wie stehen die Heilungschancen bei der Psittakose?

Umso früher Sie Ihren Papagei beim Tierarzt untersuchen lassen, desto besser fällt die Prognose bei der Papageienkrankheit aus. Es könnte jedoch einige Zeit dauern, bis Ihr Papageien- bzw. Vogelbestand wieder frei von Chlamydien ist.

Da eine latente Infektion es schwierig macht, die Erreger vollständig aus dem Papageienbestand zu entfernen, muss der Tierarzt Ihre Tiere oft mehrmals untersuchen und behandeln.

Ursachen: Was löst die Papageienkrankheit aus?

Die Papageienkrankheit ist eine bakterielle Infektionserkrankung. Der Auslöser ist das Bakterium Chlamydophila psittaci (Chlamydia psittaci), das ähnlich wie Viren innerhalb von Zellen leben kann.

Stecken sich andere Vögel oder auch Menschen mit Chlamydien an, sprechen Experten von einer Ornithose. Stecken sich hingegen Papageienvögel (Psittaziden) an, bezeichnen sie die Erkrankung dementsprechend als Psittakose.

Übertragung: Wie stecken sich Papageien mit der Psittakose an?

Erkrankte Papageien scheiden Chlamydien über den Kot oder Sekrete der Nase oder Augen aus. Nimmt Ihr Papagei mit Chlamydien verschmutze Nahrung auf, kann er sich ebenfalls mit ihnen anstecken.

Kaufen Sie ein neues Tier hinzu oder besuchen Sie eine Vogelausstellung, ist das Risiko besonders hoch, dass sich Ihr Bestand infiziert.

Prophylaxe: So schützen Sie Ihre Papageien vor der Papageienkrankheit

Damit Sie Ihre Vögel vor der hochansteckenden bakteriellen Infektionskrankheit schützen können, sollten Sie vor allem auf die folgenden zwei Punkte achten:

Reinigen und desinfizieren Sie zum einen regelmäßig die Käfige – einschließlich der Trink- und Futternäpfe. Halten Sie neue Tiere zum anderen zunächst in Quarantäne, bis Sie wissen, ob das Tier frei von Chlamydien ist.


Franziska G., Tierärztin
Franziska G.

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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