01. März 2019 - Aktualisiert 14. März 2019

Rechte und Pflichten von Katzenzüchtern

britisch kurzhaar mit züchter

Ein Tierkauf ist Vertrauenssache: Der Züchter möchte, dass seine Schützlinge in gute Hände kommen. Die Käufer wiederum vertrauen darauf, dass der Züchter alles in seiner Macht Stehende getan hat, um ihrem neuen Mitbewohner einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen. Leider kommt es dennoch hin und wieder zu Enttäuschungen auf beiden Seiten: Käufer fühlen sich betrogen, Züchter vorverurteilt – und schon nimmt die Auseinandersetzung ihren Lauf. Es hilft beiden Seiten, sich am besten vor dem Kauf ihre Rechten und Pflichten vor Augen zu führen. Wir geben Tipps – und ganz vorweg einen guten Ratschlag: Suchen Sie bei Konflikten immer erst ein lösungsorientiertes Gespräch, ohne auf Vorwürfen herumzureiten! Dies bringt mehr als das Drohen mit dem Anwalt.

Die Bedeutung von Schutzverträgen

Kaum ein Züchter – aber auch kein Tierheim – gibt eine Katze ohne Vertrag ab. In diesem sind verschiedene Vertragsbedingungen festgehalten, mit denen der Züchter sein Tier schützen möchte. Hier eine kleine Übersicht möglicher Inhalte:

„Die Katze oder der Kater ist bis zum Alter von einem Jahr zu kastrieren“

Rechtlich gesehen ist dieser Vertragsinhalt nicht so einfach durchzusetzen. Denn die neuen Halter sind nun Eigentümer der Katze. Andererseits ist es verständlich, dass Züchter verhindern möchten, dass ihre Samtpfoten Vermehrern in die Hände fallen oder man „mal eben“ Kitten aufwachsen sehen möchte. Aus gutem Grund verkaufen sie darum gezielt „Liebhabertiere“, die eben nicht in die Zucht kommen sollen. Dem Züchter stehen zwei sinnvollere Möglichkeiten zu:

Er kann die Katze frühkastrieren lassen. Damit ist eine Frühkastration zwischen der 6. und 14. Lebenswoche gemeint. Züchter können die Kastrationskosten auf den Kaufpreis aufschlagen und so sichergehen, dass die neuen Besitzer nicht mit dem Liebhabertier „züchten“. Frühkastrationen werden in der Regel sehr gut vertragen. Ob es dadurch bei den Katzen zu Verhaltensänderungen kommt – manche sprechen davon, die Katze werde zeitlebens „kindischer“ bleiben – ist umstritten.

Eine weitere Möglichkeit ist, den Käufer den Preis für ein Zuchttier zahlen zu lassen und vertraglich zu regeln, dass er die Differenz zum Kaufpreis eines Liebhabertiers zurückerhält, sobald er dem Züchter den Nachweis der Kastration sendet. Kostet also ein Zuchttier beispielsweise 1.300 Euro, ein Liebhabertier 600 Euro, zahlt der Käufer 1.300 Euro und erhält später 700 Euro zurück. Wenn die Käufer sich darauf einlassen und der Züchter das Geld postwendend nach Erhalt des Nachweises zurückzahlt, ist dies sicher eine gute Lösung. Wem diese Kosten zu Beginn zu hoch sind, der kann im Notfall vielleicht auch hohe Tierarztkosten nicht zahlen. Zudem: Eine reguläre Kastration findet zwischen dem fünften und dem zwölften Lebensmonat statt, das Geld erhalten die Käufer also bald zurück.

Vorkaufsrecht für den Züchter

Züchter regeln häufig vertraglich, dass sie vor einem Weiterverkauf informiert werden, wenn der Halter das Tier nicht mehr halten möchte oder kann. Dem Züchter steht dann je nach Vertrag zu, dass er die Katze ohne oder zu einem geringen Verkaufspreis wieder aufnimmt. Diese Klausel soll die Katze davor schützen, in schlechte Hände zu geraten. Verständlich ist diese Schutzmaßnahme: Viele Züchter machen sich vor der Abgabe eines Kittens viele Gedanken darüber, welche Katze zu wem passt. Einige schauen sich sogar das neue Zuhause an, weil sie sichergehen möchten, dass es ihren Schützlingen gut geht. Wenn nach einem Jahr im neuen Zuhause aufgrund von Trennung oder aus sonstigen Gründen kein Platz mehr für die Samtpfote ist, möchte der Züchter sie dennoch in guten Händen wissen.

Müssen sich die Käufer daran halten? Hierüber besteht keine eindeutige Klarheit. Prinzipiell gilt: nach §§ 463 ff. BGB ist ein Vorkaufsrecht möglich. Allerdings sollte ein angemessener Preis gezahlt werden – das Tier muss also nicht gratis an den Züchter zurückgehen, wenn der neue Halter es nicht mehr haben möchte. Verkauft der neue Besitzer die Katze dennoch ohne Einverständnis des Züchters an eine andere Person, steht dem Züchter Schadenersatz zu. Dieser richtet sich nach dem aktuellen Wert der Katze. Allerdings sind hier viele Fallstricke für beide Seiten enthalten.

Tierhalter, die ihre Samtpfote nicht mehr halten können oder möchten, sollten fairerweise den Züchter darüber informieren. Wenn bereits ein gutes neues Zuhause gefunden wurde, zeigen sich viele Züchter kooperativ und sind einverstanden. Alternativ haben sie vielleicht über ihre vielen Kontakte andere Interessenten für die Katze. Dass Katzenzüchter über den Verbleib ihrer einstigen Schützlinge informiert werden möchten, sollte jeder Katzenfreund nachvollziehen können.

Was passiert mit Anzahlungen?

Viele Züchter schreiben auf ihrer Homepage: „Wer Interesse an einem Kätzchen zeigt, muss eine Anzahlung leisten, damit dieses für ihn reserviert wird.“ Diese „Anzahlung“ macht insofern Sinn, als dass viele Kittenkäufer mehrere Züchter besuchen und dann jeweils Tiere reservieren, die sie aber nie kaufen. Wenn das Kitten dann 14 Wochen alt ist, findet der Züchter vielleicht nicht schnell genug neue Interessenten. Oder er hat bereits Katzenfreunden abgesagt, die sich in das kleine Kätzchen verliebt haben, nun aber ein anderes haben einziehen lassen. Ist die Katze erst einmal älter, kann es schwieriger werden, sie zu vermitteln. Dass der Züchter eine Anzahlung verlangt, ist also verständlich und legitim.

Allerdings wird wohl jeder Katzenzüchter verstehen, wenn Sie sich einige Tag Bedenkzeit erbitten, schließlich liegt es auch in seinem Interesse, dass der Katzenkauf wohlüberlegt ist. Manche markieren die Kitten dann auf der Homepage mit „hat Interessenten“ bevor sie es „reservieren“. Haben Sie ein Kätzchen verbindlich reserviert und der Züchter kann es Ihnen doch nicht verkaufen – vielleicht, weil er sich umentschieden hat oder aber das Kitten verstorben ist – haben Sie ein Anrecht auf die Rückzahlung. Anders sieht es aus, wenn Sie sich spontan umentscheiden: Dann verfällt Ihre Anzahlung und Sie sind auf die Kulanz des Züchters angewiesen, wenn Sie da Geld zurückhaben möchten.

katze mit züchter

Gesundheit des Kätzchens

Tiere gelten zwar rein rechtlich nicht als Sachen, doch werden sie vom Gesetz her häufig als solche behandelt. Dies beinhaltet auch das „Gewährleistungsrecht“. Das bedeutet, wenn eine Katze nach dem Kauf „nicht die Beschaffenheit aufweist, die beim Kauf vereinbart war“, kann der Käufer sie zurückgeben oder den Kaufpreis nachträglich mindern. Beispielsweise, wenn sich bei einer als Zuchtkatze gekauften Samtpfote herausstellt, dass sie von vornherein unfruchtbar war. So eindeutig ist es allerdings selten.

Ein „Mangel“ besteht auch bei Tieren, die bereits zum Zeitpunkt des Verkaufs krank waren. Dies betrifft beispielsweise Wurminfektionen, kann aber auch erblich bedingte Erkrankungen wie Herzkrankheiten einschließen. Anders als bei reinen Verbrauchsgütern muss der Käufer mitwirken, wenn es um die Beweislast geht. Denn ein Katzenkörper ist kein Auto, sprich: In manchen Fällen kann es schwierig sein, nachzuweisen, dass die Katze bereits beim Züchter schon krank war. Hilfreich ist es, die Katze kurz nach ihrem Eintreffen im neuen Zuhause dem eigenen Tierarzt vorzustellen und hier einen Gesundheitscheck machen zu lassen.

Hat die Katze also einen „Mangel“, kann der Käufer auf „Nachbesserung“ bestehen. In der Theorie könnte er also dem Züchter das Kätzchen zurückbringen und darauf bestehen, dass dieser es gesundpflegt, um es ihm anschließend wieder zu überreichen. In der Praxis macht es mehr Sinn, dem Züchter lediglich die Tierarztkosten in Rechnung zu stellen. Allerdings bietet diese Variante wiederum die Möglichkeit, dass der Züchter manche Behandlungen als unnötig abtun könnte.

Theoretisch kann der Käufer auch vom Vertrag zurücktreten oder ein neues Kätzchen als „Ersatz“ einfordern. Doch da Tiere eben keine Sachen sind, sondern sich nach wenigen Minuten schon in unser Herz schnurren, ist dies kein realistisches Szenario.

Unsere Empfehlung lautet: Wenn Sie eine Katze beim Züchter gekauft haben, die kurz nach dem Kauf krank wird, empfiehlt sich erst einmal das Gespräch mit dem jeweiligen Züchter. Ist dieser seriös, wird er selbst daran interessiert sein, die Ursachen für die Krankheit schnellstmöglich herauszufinden. Wie so oft im Leben erreichen hier beide Seiten mehr, wenn sie nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Reagiert der Züchter jedoch ablehnend, obwohl Sie vermuten, dass die Katze bereits bei Übergabe krank war, kann sich der Besuch bei einem Anwalt lohnen. Denn dann geht es gegeben falls nicht „nur“ um eine einzelne Katze, sondern um ein „schwarzes Schaf“ unter den Züchtern.

Tipp: Wenn Sie Katzen züchten oder züchten möchten, lassen Sie sich hinsichtlich des Kaufvertrags einmal grundsätzlich von Ihrem Verein oder – noch besser – von einem Anwalt beraten. So können Sie vermeiden, dass bestimmte Bedingungen unwirksam werden, weil Sie beispielsweise eine zu hohe Vertragsstrafe ansetzen oder ähnliches.

Lesen Sie außerdem Interessantes rund um „Gesetze und Verordnungen“ für Katzenzüchter sowie „Haltungsbedingungen in der Katzenzucht“.

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