Gelbe Schleife bei Hunden: Achtung, Abstand erwünscht

Verfasst von Kerstin S.
gelbe Schleife Hund

"Der gelbe Hund": Eine Kampagne für Hunde, die Freiraum brauchen.

Kennen Sie schon die gelbe Schleife an der Hundeleine? Immer mehr Hundehalter verwenden dieses Accessoire, um anderen mitzuteilen: „Halte bitte Abstand!“ Woher aber kommt die gelbe Schleife für Hunde? Wann setzt man sie ein und wie verhalte ich mich richtig, wenn ich den gelben Hinweis sehe?

Was bedeutet eine gelbe Schleife bei einem Hund?

Fast alle Hundehalter kennen das ungute Gefühl, dass andere Vierbeiner zu nahe kommen. Auf die Bitte nach Abstand gibt es verschiedene Reaktionen von „Der tut doch nix!“ und dem mitleidigen „Ach, Ihr Hund darf nicht mal Hallo sagen!“ über genervtes Augenrollen bis hin zu panischen Rückruf-Versuchen.

Um genau solchen unkontrollierten Hundebegegnungen vorzubeugen, kommt die gelbe Schleife zum Einsatz – ein Hinweis für andere Hundehalter, Abstand zu halten.

Ein Warnsignal für mehr Freiraum

Die gelbe Schleife setzt ein Zeichen. Sie sagt: „Halte bitte Distanz zu diesem Hund!“ Gleichzeitig steht sie für folgende Botschaft: Keinem Mensch-Hund-Team soll der Kontakt mit anderen aufgezwungen werden. Jeder sollte den Freiraum haben, selbst zu entscheiden.

Übrigens: Neben der Schleife als Hinweis kann auch ein gelbes Halstuch bei Hunden die gleiche Bedeutung haben.

Gute Gründe: Hier kommt die gelbe Schleife bei Hunden zum Einsatz

Eins vorweg: Hundebesitzer müssen nicht erklären, warum ihr angeleinter Vierbeiner keinen Kontakt zu anderen Hunden haben soll oder überhaupt an der Leine ist. Doch leider ist eben oft auch nicht klar erkennbar, ob und warum Hundekontakt von anderen Hundehaltern nicht erwünscht ist. Hier soll die gelbe Schleife zumindest die Kommunikation erleichtern.

Die Gründe für den Einsatz der gelben Schleife sind vielfältig. Wenn folgende Situationen zutreffen, kann ein Abstand zu Artgenossen sinnvoll sein:

  • die Hündin ist läufig
  • der Hund ist alt
  • der Hund ist in der Ausbildung oder im täglichen Training
  • der Hund ist krank oder verwundet (z.B. nach Operationen)
  • der Hund ist ängstlich oder unsicher

Achtung: Die gelbe Schleife dient nicht dazu, aggressive Hunde zu kennzeichnen!

gelbe Schleife Hund Bedeutung © zooplus
Warum tragen Hunde eine gelbe Schleife? Die Gründe sind vielfältig.

Hundebegegnungen mit gelber Schleife – Wie verhalte ich mich richtig?

Ihr Hund läuft frei und ein angeleinter Hund mit gelber Schleife kommt Ihnen entgegen? Leinen Sie Ihren Hund bitte rechtzeitig an und halten Sie die Leine kurz. Auch dann, wenn Ihr Hund ganz lieb ist! Halten Sie Abstand und geben Sie Hund und Herrchen bzw. Frauchen Zeit, um auszuweichen.

Machen Sie zudem, wenn möglich, einen größeren Bogen um das entsprechende Mensch-Hund-Team. Laufen Sie nicht direkt hinter oder neben ihnen. Falls Sie unsicher sind, fragen Sie in jedem Fall immer auf Distanz nach, ob Ihr und der fremde Vierbeiner Kontakt haben dürfen. Die gelbe Schleife bedeutet übrigens auch: Bitte nicht streicheln!

Die Idee hinter der gelben Schleife

Die Initiative zur gelben Schleife stammt ursprünglich aus Schweden. Im Juni 2012 starteten schwedische Hundefreunde die Kampagne „Gulahund“, schwedisch für „gelber Hund“.

Die kanadische Hundetrainerin Tara Palardy wurde darauf aufmerksam und gründete eine Facebook-Gruppe zum Thema, die rasch wuchs. So wurde die gelbe Schleife für Hunde über die sozialen Netzwerke immer bekannter. Auch viele Hundetrainer griffen die Idee auf und verbreiteten sie.

Die gelbe Schleife für Hunde: Initiative für langfristig mehr Bewusstsein

Kontrollierte Hundebegegnungen dank Schleife – klingt prima! Leider kennt (bis jetzt) kaum einer das sinnvolle Accessoire.

Auch ist die gelbe Schleife trotz Signalfarbe nicht immer von weitem sichtbar. Daher wird es vermutlich noch einige Hunde mit gelber Schleife und geduldiges Erklären brauchen, bis die Initiative endgültig Früchte trägt.

Die gelbe Schleife für Hunde bringt also keine schnelle Abhilfe. Aber langfristig mehr Bewusstsein für ein respektvolles Miteinander.

Quellen:


Kerstin S.
puppy

Das zooplus-Forum war für mich der Einstieg ins freiberufliche Schreiben: Hier kamen 2011 interessierte Katzenfreunde zusammen, um ein eigenes Print-Magazin namens „Pfotenhieb“ zu entwickeln. Neben meinem Germanistik-Studium durfte ich einige Beiträge für den „Pfotenhieb“ verfassen. Heute widme ich mich, mittlerweile als glückliche Hundehalterin, vor allem Tier- und Gesundheitsthemen.


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