Leinen los: Tipps für entspannte Ausflüge

Auf und davon? So wird Ihr Hund abrufbar

Eine interessante Fährte oder der Anblick eines Eichhörnchens: Es gibt viele Anreize für Ihren Hund, beim gemeinsamen Gassi-Gang eigenständig auf Erkundungstour zu gehen. Sollte Ihr Vierbeiner hierzu neigen, können Ihnen folgende Tipps helfen. Denn um Ihren Hund abrufbar zu machen, braucht es außer Geduld gar nicht so viel.

Herausforderung: den Jäger im Zaum halten

Einige Rassen haben aufgrund ihrer für die Jagd genutzten Vorfahren einen sehr großen Jagdtrieb. Bei manchen, etwa bei einigen Windhunderassen, ist dieser so ausgeprägt, dass es schlicht nicht möglich ist, den Hund frei laufen zu lassen. Er würde im Fall des Falles nicht auf das Abrufkommando hören, sondern frei Schnauze seiner potenziellen Beute hinterherjagen.

Bringen Sie sich gar nicht erst in diese Lage, sondern geben Sie diesen Hunden auf eingezäunten Gebieten die Möglichkeit zum Freilauf. Ein Hund, der nicht verlässlich abrufbar ist, gehört grundsätzlich an die Leine. Auch Meutehunde wie beispielsweise Beagles machen sich gerne mal auf und davon, wenn der Jagdinstinkt überhand gewinnt.

Besonders problematisch am Jagen ist, dass der Hund durch das Loslaufen allein schon die „Belohnung“ erhält, selbst wenn er keine Beute macht. Hierdurch verstärkt sich sein Verhalten bereits bei den ersten Schritten Richtung Jagdobjekt. Die große Mehrheit der Hunde hat allerdings einen kontrollierbaren Jagdtrieb.

Grundgehorsam

Ermitteln Sie die Ursache für das Verhalten Ihres tierischen Gefährten: Neben einem ausgeprägten Jagdtrieb können auch mangelnde Auslastung sowie fehlender Grundgehorsam Ursachen für eine schlechte Abrufbarkeit Ihres Vierbeiners sein. Hier können Sie ansetzen.

Trainieren Sie systematisch das Kommen auf Signal. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie neben einem Hörzeichen wie „Hier“ direkt einen Pfiff aus der Hundepfeife ertönen lassen. So können Sie künftig beides verwenden. Wichtig ist, dass Sie immer das gleiche Hörzeichen verwenden. Wer dagegen hilflos händewedelnd mit nicht trainierten Worten wie „Na nun komm doch“, „zu mir“ oder „zurück“ seinem Hund hinterher blickt, braucht sich nicht zu wundern, dass dieser nicht hört.

Das richtige Training

Am einfachsten ist das Lernen des Befehls zur Fütterungszeit. Dabei hält eine zweite Person den Vierbeiner am Halsband fest, während Sie die Mahlzeit zubereiten. Die Aufmerksamkeit Ihres Vierbeiners dürfte Ihnen nun sicher sein. Sobald alles angerichtet ist, rufen Sie das Hörzeichen („Hier“), pfeifen kurz in die Hundepfeife und Ihr Hund darf zu Ihnen laufen. Loben Sie ihn nun ausgiebig.

Wenn diese Grundübung sich eingeprägt hat, können Sie dazu übergehen, zu anderen Zeiten zu üben – erst in Wohnung oder Haus, später auch draußen. Nutzen Sie hierzu immer das gleiche Hörzeichen samt Hundepfeife und geben Sie Ihrem Vierbeiner bei seiner Ankunft ein Leckerli. Steigern Sie die Herausforderung nur langsam.

Zu Beginn sollte wenig Entfernung und keine Ablenkung zwischen Ihnen und Ihrem vierbeinigen Schüler liegen. Entfernen Sie sich nur dann weiter, wenn die vorigen Übungen ausnahmslos sicher liefen. Denken Sie immer auch an ein Auflösungszeichen wie „los“, nach dem Ihr Hund wieder toben darf. Damit lernt er, dass die Übung abgeschlossen ist.

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Beute in Sicht: Abruf-Tipps

Sichten Sie ein für Ihren Hund attraktives „Jagdobjekt“, egal ob Reh, Fahrrad oder Vogel, rufen Sie den Vierbeiner sofort zu sich und halten Sie seine Aufmerksamkeit mit Leckerlis im Idealfall so lange, bis die „Beute“ nicht mehr zu sehen ist. Sie können Ihren Hund auch dahingehend trainieren, dass er sich auf ein Signal aus der Hundepfeife hin setzt. Dies ist häufig leichter zu verwirklichen als das sofortige Zurückkommen.

Drum binde sich früh, wer Freilauf möchte…

Welpen laufen ihrem Halter naturgemäß gerne hinterher und achten automatisch darauf, wo Sie sich unterwegs befinden. Bindungsspaziergänge sollte bis zu einem Alter von vier bis acht Monaten daher am besten nur eine Hauptbezugsperson durchführen, dafür aber mindestens jeden zweiten Tag.

Tragen oder fahren Sie den Welpen hierfür weit aus seiner gewohnten Umgebung und lassen ihn in einem sicheren Gebiet ohne viel Verkehr von der Leine. Gehen Sie nun voran, wechseln Sie die Richtung. Der Welpe sollte Ihnen folgen. Schenken Sie ihm dabei keine Beachtung und locken Sie ihn keinesfalls aktiv. Je nach Alter können Sie die Übung auf bis zu 20 Minuten steigern. Beginnen Sie jedoch mit fünf Minuten.

Üben Sie an der langen Leine

Orientiert sich Ihr Vierbeiner jenseits des Welpenalters nicht an Ihnen, können Sie dies mit einer langen Leine und einem breiten Halsband ohne Zugwirkung trainieren. Die Leine sollte nicht zu dünn sein, damit sie sich nicht überall verhakt, und eine Länge von fünf bis zehn Metern haben.

Ähnlich wie bei den Bindungsübungen für Junghunde soll der Hund sich an Ihnen orientieren. Tut er das nicht, haben Sie ihn mit der langen Leine dennoch im Griff. Üben Sie am besten im offenen Gelände ohne Ablenkungen, indem Sie mit komplett ausgerollter Leine einfach drauflosgehen.

Beginnt Ihr Vierbeiner in die andere Richtung zu ziehen, strafft sich die Leine, der Hund bekommt einen Ruck und muss sich wieder auf Sie fokussieren. Gehen Sie ruhig und ohne Rufe weiter. Läuft er neben Ihnen, loben Sie ihn, gehen dabei jedoch zielstrebig voran. Auch beim kommentarlosen Stehenbleiben soll der Hund sich Ihnen anpassen. Das Training an der langen Leine erfordert einige Geduld und Regelmäßigkeit, doch es lohnt: Übung macht den Gassi-Meister!

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