Rosenköpfchen Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Rosenköpfchen Pärchen

Rosenköpfchen leben niemals alleine, sondern immer in Gruppen.

Rosenköpfchen (Agapornis roseicollis) sind nicht nur hübsche, sondern vor allem kluge Kleinpapageien aus Südafrika. Haben Sie Interesse an diesen Exoten, finden Sie in diesem Beitrag die wichtigsten Informationen rund um Ernährung, Haltung und Co.

Steckbrief zum Rosenköpfchen

Name: Rosenköpfchen (Agapornis roseicollis), Unterart von Unzertrennlichen (Agaporniden)
Größe: etwa 15 cm
Lebenserwartung: etwa 20 Jahre
Haltung: mindestens paarweise, niemals Einzelhaltung
Vergesellschaftung mit anderen Tieren: nein
Käfig: Innen- oder Außenvoliere; idealerweise Vogelzimmer (Mindestmaße für ein Paar: 1,5 x 1 x 1 m plus Schutzraum in Außenvoliere)
Futter: zwei Drittel Samen und Sämereien, ein Drittel Grünfutter
Schwierigkeitsgrad: mittel

Aussehen: Was sind äußere Merkmale von Rosenköpfchen?

Rosenköpfchen sind sehr beliebte Ziervögel, vor allem wegen ihres hübschen Aussehens. Mit einer Größe von etwa 15 Zentimetern und einem Gewicht von etwa 50 Gramm gehört das Rosenköpfchen zu den Zwergpapageien.

Da Rosenköpfchen keine äußeren Geschlechtsunterschiede aufweisen, können Sie mit bloßem Auge eine Henne und einen Hahn nicht unterscheiden. Beide Geschlechter haben somit eine typische grüne Grundfärbung, die am Bauch etwas heller ausfällt. Ihr kurzer Schwanz sowie der Bürzel (hintere Rückenpartie) sind meist blau gefärbt.

Typisches „rosa Köpfchen“

Das Markenzeichen und der Namensgeber vom Rosenköpfchen ist sein rosig gefärbtes Gesicht. Von Kehle bis Vorderbrust erstrahlt sein Gefieder zudem in einem schönen, intensiven Rosa, wobei Jungtiere etwas blasser sind. Der kräftige Schnabel der Rosenköpfchen ist gelb bis hin zu hellrosa.

Allerdings sieht nicht jeder Agapornis roseicollis wie der andere aus. Schließlich gibt es viele verschiedene Zuchtformen mit unterschiedlichen Farbschlägen. Dazu gehören lutino (gelb), blau, pastellblau und olivgrün, jeweils mit einem rosa Latz.

Rosenköpfchen Pärchen © MarKord / stock.adobe.com
Einmal gefunden, sorgen die Partner ein Leben lang füreinander.

Charakter: Sind Rosenköpfchen sehr laut?

Rosenköpfchen sind als wahre Spaßvögel bekannt. Denn durch ihr cleveres und überaus neugieriges Wesen sorgen die quirligen Papageien immer wieder für witzige Situationen und lustige Momente. Rosenköpfchen sind ohnehin überaus aktive Tiere, die vor allem in den Morgen- und Abendstunden für Leben in Ihren vier Wänden sorgen werden.

Dabei sollten Sie die Lautstärke der kleinen Papageien nicht unterschätzen: Von sanftem Gezwitscher bis zu schrillem Geschrei verfügen die Rosenköpfchen über ein großes Stimmen-Repertoire. Wobei vor allem die lauten Töne durchaus auch als unangenehm empfunden werden können. Sprechen Sie also am besten vor dem Kauf auch mit Ihren Nachbarn. So vermeiden Sie Streitigkeiten und können sich voll und ganz an den freundlichen Rosenköpfchen erfreuen.

Partner für immer

Wie der Name “Unzertrennliche” schon andeutet, haben Rosenköpfchen ein treues Herz. Meist binden sich die Papageien für ein ganzes Vogelleben an einen festen Partner. Stirbt der Partner, zerbricht der andere vor Kummer. Deshalb haben Rosenköpfchen auch den Namen “Liebesvögel”.

Am besten ist es, ein Paar oder sogar eine kleine Gruppe von Rosenköpfchen zu halten. Rechnen Sie aber damit, dass unter den zänkischen Rosenköpfchen ab und zu Federn fliegen. Die Unzertrennlichen gelten als recht streitlustig und gehen mitunter brutal vor, um sich bei ihren Artgenossen durchzusetzen. Auch von einer Vergesellschaftung mit anderen Vogelarten ist deshalb abzuraten.

Kann man mit Rosenköpfchen sprechen?

Rosenköpfchen gehören anders als Wellensittiche nicht unbedingt zu den zahmen Heimvögeln. Mit viel Geduld können Sie Ihre Rosenköpfchen vielleicht dazu bewegen, dass sie auf Ihre Hand kommen oder auf ihren Namen reagieren. Allerdings wird auch das zahmste Rosenköpfchen nicht anfangen zu sprechen.

Haltung: Wie sieht das perfekte Zuhause von Rosenköpfchen aus?

Mit dem richtigen Know-how und der nötigen Grundausstattung können Sie Ihren Rosenköpfchen ein artgerechtes und glückliches Papageienleben ermöglichen. Zunächst einmal sollte aber die Anzahl der Tiere stimmen, denn Unzertrennliche wie das Rosenköpfchen sind nicht für die Einzelhaltung geeignet. Im Gegenteil, Rosenköpfchen sollten mindestens als Paar, besser in Gruppen oder sogar Schwärmen mit bis zu 20 Tieren leben.

Größe der Voliere

Vogelkäfige sind nie zu groß. Damit Ihre Vögel eine kurze Strecke von Ast zu Ast fliegen können, braucht ein Paar einen Käfig mit den Mindestmaßen 150 x 100 x 100 Zentimeter. Jedes weitere Pärchen benötigt mindestens 50 Prozent der Grundfläche mehr. Dabei sollten die Gitterstäbe nicht zu klein und nicht zu groß, sowie nicht mit schädlichem Lack behandelt sein.

Wenn Sie genügend Platz haben, halten Sie Ihre Rosenköpfchen am besten in einer Voliere (drinnen oder draußen). Halten Sie Ihre Vögel jedoch im Freien, benötigen sie einen weiteren Unterschlupf, der vor Zugluft, Nagetieren und Raubtieren geschützt ist. Ideal ist auch ein separates Vogelzimmer, in dem sich die Vögel frei bewegen können.

Wie warm sollte der Käfig sein?

Die ideale Temperatur für Unzertrennliche wie Rosenköpfchen liegt zwischen 18 und 25 Grad Celsius. Dabei sollte der Käfig vor Zugluft und starken Temperaturschwankungen geschützt sein, indem Sie ihn nicht vor einen Heizkörper oder in Fensternähe stellen.

In ihrem natürlichen Lebensraum sind Rosenköpfchen an eine Tageslänge von durchschnittlich zwölf Stunden gewöhnt. Unterstützen Sie Ihre Tiere daher im Winter mit einer künstlichen Beleuchtung.

Die richtige Ausstattung

Das Zuhause Ihrer Rosenköpfe sollte mehrere Wasser- und Futternäpfe besitzen, die Sie am besten innen an die Gitterstäbe des Käfigs anbringen. Beim Bodenstreu können Sie zwischen unterschiedlichen Substraten wählen: Vogelsand, Hanfstreu oder Buchenholzgranulat eignen sich besonders gut. Das Granulat ist besonders saugfähig, der Vogelsand verfügt über lebenswichtige Mineralien und Grit, was für die Verdauung der Vögel lebenswichtig ist.

Beim Kauf des richtigen Spielzeugs und der Inneneinrichtung sollten Sie ebenfalls an den Nagetrieb der Vögel denken und nur auf Naturhölzer setzen. Zum Knabbern eignen sich frische Zweige, etwa von ungespritzten Obstbäumen.

Besonders beliebt bei Rosenköpfchen sind auch bewegliche Sitzplätze wie Schaukeln, Ringe, Leitern, Seile und nachfedernde Sitzstangen. Diese können Sie einfach an einer Seite befestigen – je mehr es wackelt und schaukelt, desto mehr macht es Ihren aktiven Rosenköpfchen Spaß.

Als Rückzugsort sollten Sie ein Schlafhäuschen verwenden, nicht zu verwechseln mit einem Nistkasten. Anders als ein rundum geschlossenes Nistkästchen ist ein Schlafhaus nach vorne offen. Um Streitigkeiten in der Gruppe zu vermeiden, sollten Sie immer dafür sorgen, dass mindestens ein Schlafhäuschen pro Paar vorhanden ist.

Haltungsempfehlung im Überblick

Käfiggröße für ein Pärchen: 150 cm x 100 cm x 100 cm

Temperaturen 18 bis 25°C

Standort: keine Zugluft

Tageslänge: circa zwölf Stunden

Zubehör: ein Schälchen mit Grit, Äste zum Nagen, Sitzstangen, Schaukeln, Ringe und Spielzeug aus Naturhölzern, mehrere Schlafhäuschen, flache Badeschale

Bodengrund: Buchenholzgranulat, Hanfstreu oder Vogelsand

Pflege: tägliche Reinigung der Trink- und Futterschale und des Vogelbads, täglicher Freiflug

Rosenköpfchen Unterschlupf © Winston Yanez / stock.adobe.com
Pro Paar benötigen Sie einen Unterschlupf zum Ausruhen und Entspannen.

Pflege: Die pflegenden Hobbies vom Rosenköpfchen

Auch Tiere wollen beschäftigt und gepflegt werden – ebenso das Rosenköpfchen:

1. Freiflug

Freiflug ist für alle Zimmervögel ein Muss, denn keine Voliere ersetzt den freien Flug. Lassen Sie Ihre Rosenköpfchen daher mindestens einmal am Tag frei fliegen. Damit hierbei nichts schiefgeht, überprüfen Sie vorher das Zimmer nach potenziellen Gefahrenquellen. Dazu zählen insbesondere offene Türen, gekippte Fenster oder giftige Pflanzen. Eine große Auswahl an Kletterbäumen, Freisitzen oder auch speziellen Vogel-Spielplätzen sorgen für Extra-Spaß.

2. Baden

Rosenköpfchen baden unwahrscheinlich gern. Deshalb sollten Sie Ihren Vögeln am besten eine flache Badeschale zur Verfügung stellen. Zusätzlich können Sie Ihre Rosenköpfchen auch mit einer wassergefüllten Blumenspritze abduschen, sofern die Tiere dies mögen.

Ernährung: Was fressen Rosenköpfchen?

Rosenköpfchen sollten zu etwa zwei Dritteln Körnerfutter fressen, das speziell auf die Bedürfnisse von Agaporniden oder Großsittichen abgestimmt ist. Die Mischungen enthalten Sämereien und Samen wie Hirsekörner und Hafer. Fettreiche Körner wie Sonnenblumenkerne sind nur in Maßen enthalten.

Das letzte Drittel der Ration besteht idealerweise aus frischem Grünzeug wie Beeren, Kräutern, Obst und Gemüse. Bei einem Vitamin- oder Mineralstoffmangel können Sie auch spezielle Vitamine und Mineralstoffe anbieten.

Seien Sie bei der Futtergabe kreativ und fördern Sie Ihre schlauen Rosenköpfchen. Füllen Sie zum Beispiel eine Gitterkugel mit Futter und sorgen Sie für Abwechslung und viel Spaß. Ebenfalls geeignet sind mit Leckereien gefüllte Papprollen oder eine Futtersuche, bei der Sie die Körner einfach auf dem Boden verstreuen. Diese Spielereien machen nicht nur Spaß, sondern halten Ihre intelligenten Vögel auch auf Trab.

Ausführliche Informationen zur Ernährung von Unzertrennlichen finden Sie auch unter: Unzertrennliche (Agaporniden)

Gesundheit: Wie alt werden Rosenköpfchen?

Wenn Sie sich Rosenköpfchen anschaffen, werden die kleinen Papageien Sie womöglich über viele Jahre begleiten. Denn Rosenköpfchen können bei guter Pflege ein stolzes Alter von bis zu 20 Jahren erreichen – ein durchaus wichtiger Punkt, den Sie bei der Anschaffung der Tiere berücksichtigen sollten.

Krankheiten entstehen vor allem durch schlechte Haltungsbedingungen wie Platzmangel oder Mangelernährung. Beachten Sie daher unbedingt alle Hinweise zur artgerechten Haltung dieser Tiere und suchen Sie frühzeitig einen Tierarzt auf, wenn Ihre Tiere krank erscheinen. Anzeichen dafür sind struppiges Gefieder oder Müdigkeit.

Zucht: Wann sind Rosenköpfchen geschlechtsreif?

Im Alter von etwa sechs bis neun Monaten erreichen Rosenköpfchen ihre Geschlechtsreife. Bereits ab diesem Zeitpunkt suchen sich die Liebesvögel einen Partner fürs Leben. Als Höhlenbrüter legen Rosenköpfchen ihre Brut vorzugsweise in Baumhöhlen, weshalb Sie zur Zucht einen speziellen Nistkasten benötigen.

Besonders bemerkenswert ist die Methode, die das Rosenköpfchen beim Nestbau anwendet. Hierbei transportieren die Vögel nämlich das Nistmaterial, in dem sie es im Gefieder festklemmen und nicht etwa mit dem Schnabel oder den Krallen tragen.

Nach der Paarung legt die Henne etwa vier bis sechs Eier, die sie dann für knapp drei Wochen ausbrütet. Nach weiteren sechs bis zehn Wochen werden die Jungtiere so langsam flügge und der Kreislauf wiederholt sich.

Heimat: Wo leben Rosenköpfchen in der Natur?

Das Rosenköpfchen gehört zur Gattung der Unzertrennlichen (Agaporniden), die zu der Familie der Edelpapageien zählen. Ursprünglich kommen die beliebten Ziervögel aus dem südlichen Afrika, genauer genommen aus Botswana und Namibia. Der natürliche Lebensraum der Vögel besteht vor allem aus Halbwüsten, Steppen und Savannen, sowie Trockenwäldern.

In der Natur bilden Rosenköpfchen Gruppen von etwa 20 Tieren. An besonders beliebten Orten wie Futterplätzen oder Wasserstellen können Sie die geselligen Vögel auch in großen Schwärmen beobachten.

Kauf: Wie viel kosten Rosenköpfchen?

Rosenköpfchen finden Sie nicht nur im Zoofachhandel oder bei offiziellen Züchtern, sondern oftmals auch in Tierheimen oder in privater Hand. In jedem Fall sollten Sie vor dem Kauf auf die Herkunft und bisherige Haltung der Vögel achten, um auf keine unseriösen Verkäufer hereinzufallen.

Der Preis pro Exemplar beginnt bei etwa 20 Euro, kann aber je nach Herkunft und Farbvariation 40 Euro oder mehr kosten. Beachten Sie auch, dass Sie je nach Wohnort möglicherweise einen Herkunftsnachweis mit sich führen müssen und dass seriöse Verkäufer beim Verkauf niemals ein bestehendes Paar trennen.

Quellen:


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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