Die richtige Haltung von Riesenkaninchen

Riesenkaninchen der Rasse Deutscher Riesenschecken mit Wassermelone

Riesenkaninchen sind pflegeleichte Haustiere. Sie brauchen allerdings viel Platz.

Riesenkaninchen sind auch als die sanften Riesen bekannt. Gerade in Deutschland sind sie als Haus- und Schmusetiere sehr beliebt. Was sie von anderen Kaninchenrassen unterscheidet? Die süßen Langohren benötigen viel Platz, denn ihr Name ist Programm. Was Sie sonst noch über die Haltung und Pflege von Riesenkaninchen wissen müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber. Denn es braucht gar nicht viel, damit sich Ihr kleiner Schnuffel wohlfühlt.

Haltung von Riesenkaninchen: Gruppentiere, keine Einzelgänger

Oft werden Riesenkaninchen als die sanften Riesen bezeichnet. Sie sind überaus zutrauliche Zeitgenossen und lieben es, wenn sie Streicheleinheiten von ihren Besitzern bekommen. Doch die Liebe eines Menschen allein reicht den süßen Langohren nicht aus.

Sie brauchen Artgenossen, um sich wirklich wohlzufühlen. Ermöglichen Sie Ihrem Riesen daher den Kontakt zu mindestens einem anderen Kaninchen. Denn das Alleinsein bekommt ihnen nicht.

Sehr harmonisch ist meistens die Paarung von einem Weibchen mit einem kastrierten Rammler. Bei zwei kastrierten Rammlern kann durchaus eine echte Männerfreundschaft entstehen, zwei Weibchen vertragen sich dagegen nur selten.

Unterbringung: Wie richte ich meinen Kaninchenstall richtig ein?

Im Allgemeinen ist die Haltung von Riesenkaninchen unkompliziert. Die Tiere sind pflegeleicht und eignen sich auch gut für Anfänger. Unterschätzen Sie allerdings nicht den Platzbedarf. Immerhin müssen die großen Kaninchen frei laufen, hoppeln, spielen und schmusen können – ganz artgerecht und mindestens im Doppelpack.

Als Richtwert für große Kaninchenrassen wie dem Deutschen Riesen gilt: Ein Tier braucht rund drei Quadratmeter Fläche, damit es sich ausreichend bewegen kann. Der Stall sollte mindestens 110 x 80 x 70 Zentimeter (Länge x Tiefe x Höhe) messen. Handelsübliche Käfige reichen als Unterkunft dagegen meist nicht aus.

Sie können Riesenkaninchen also durchaus in Ihrer Wohnung unterbringen. Das bietet sich aber nur an, wenn Sie wirklich über eine geräumige Wohnung verfügen. Die bessere Option für Sie und Ihre neuen Lieblinge ist deshalb die Haltung im Freien, zum Beispiel in Ihrem Garten.

Zwei Riesenkaninchen futtern Gras © Sven Brenner / stock.adobe.com
Riesenkaninchen brauchen viel Platz und Artgenossenschaft.

Wie sieht das ideale Außengehege für Riesenkaninchen aus?

Sie können Ihre Riesenkaninchen ganzjährig in einem kälteisolierten Außenstall mit großem Freilaufgehege halten. Berechnen Sie dazu für zwei große Kaninchen eine Bodenfläche von mindestens sechs Quadratmetern. Grundsätzlich gilt aber: Je größer der Auslauf, desto wohler fühlen sich Ihre Lieblinge.

Bei der Planung des Geheges sollten Sie außerdem darauf achten, dass Ihre Kaninchen vor Wind und Witterung geschützt sind und sie in den Sommermonaten genügend Schatten haben.

Alle Kaninchenrassen von groß bis klein gelten als leidenschaftliche Buddelmeister. Aus diesem Grund sollte eine Buddelgrube in keinem Kaninchengehege fehlen. Damit Ihre Riesen nicht ausbüxen können, empfehlen wir, den Boden mit Draht zu sichern.

Darüber hinaus lieben die Langohren es, wenn sie sich in ein gemütliches Holzhäuschen, das idealerweise zwei Eingänge hat, zurückziehen können. Umso besser ist es, wenn das Häuschen noch über ein flaches Dach verfügt. Denn dann können die Riesenkaninchen auch ihre Umgebung überblicken.

Das sind die wichtigsten Utensilien, die Sie beim Einzug eines Kaninchens brauchen:

Checkliste für die Erstausstattung
✓ großzügiges Außengehege mit Umzäunung
✓ Buddelschutz zur Ausbruchsicherung
✓ isolierter Kaninchenstall
Einstreu mit Holzspänen und Stroh
Futternäpfe und Tränken
Heuraufe
✓ Toilettenschale
✓ Unterschlupfmöglichkeiten, zum Beispiel Häuschen und Tunnel
Spielzeug

Was gehört in einen Stall für Riesenkaninchen?

Ihre Riesenkaninchen benötigen einen Stall, in dem sie sich geborgen und sicher fühlen. Als Einstreu für den Boden empfehlen wir deshalb Weichholzspäne, die den Harn der Tiere besonders gut aufnehmen können. Darüber wird dann eine Strohschicht verteilt. Futter- und Wassergefäße sowie eine Raufe für das Heu gehören ebenfalls zur Grundausstattung und dürfen in keinem Kaninchenstall fehlen.

Unsere Langohren schätzen zudem die Abwechslung und freuen sich immer über ein buntes Beschäftigungsprogramm. Bieten Sie ihnen zum Beispiel Hölzer zum Knabbern, Höhlen zum Verstecken oder auch Futterspiele an. Ganz wie in der freien Natur können sich Ihre Langohren auf diese Weise ihre Nahrung erarbeiten. Ihrer Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt.

Ernährung: Was frisst ein Riesenkaninchen?

Natürlich frisst ein Riesenkaninchen mehr als ein kleiner Mümmler. Pro Kilogramm Körpergewicht benötigt es in etwa 100 Gramm Futter am Tag. Ein Langohr mit einem Gewicht von sieben Kilogramm futtert demnach rund 700 Gramm jeden Tag.

Kaninchen nehmen darüber hinaus keine festen Mahlzeiten zu sich. Sie benötigen für eine gesunde Verdauung vielmehr immer wieder kleine Mengen an Futter – über den ganzen Tag verteilt.

Auf dem täglichen Speiseplan sollte wie bei den kleineren Verwandten viel frisches Grünzeug wie Gräser, Kräuter, Salate und Gemüse stehen. Als Beifutter fressen Kaninchen gerne hochwertiges Heu. Stellen Sie sicher, dass die Heuraufe immer ausreichend gefüllt ist und frisches Trinkwasser sollte ebenfalls jederzeit bereit stehen. In kleinen Mengen dürfen Sie Ihre Riesen auch hin und wieder mit einem Stück Obst verwöhnen. Gerade zur Sommerzeit freuen sich die Langohren beispielsweise über ein erfrischendes Stück Wassermelone.

Pflege: Auf die richtige Stallhygiene kommt es an

Zu den Grundlagen einer jeden Kaninchenpflege zählt die Stallhygiene: Hierzu sollten Sie täglich die Futter- und Wassernäpfe reinigen. Tauschen Sie ein- bis zweimal in der Woche den Einstreu und reinigen Sie die Buddelkiste sowie die Toilettenschale. Einmal im Monat sollte ein großer Stallputz auf dem Programm stehen.

Nehmen Sie sich für das Wohlbefinden Ihrer süßen Langohren außerdem einen Gesundheitscheck pro Monat vor. An diesem können Sie dann Gewicht, Zähne und Zahnfleisch sowie die Krallen kontrollieren. Verwenden Sie für die Krallenpflege möglichst immer eine spezielle Krallenzange.

Ebenfalls wichtig bei der Haltung von Riesenkaninchen ist die wöchentliche Fellpflege. Hierbei kommen Ihre Lieblinge nicht nur in den Genuss einer zusätzlichen Streicheleinheit. Nehmen Sie diesen Moment auch zum Anlass, um Ihre Kaninchen auf Milben, Zecken und Flöhe zu überprüfen.

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Fazit zur Haltung von Riesenkaninchen

Die Haltung von Riesenkaninchen ist zum Glück keine komplexe Wissenschaft. Die schönen und liebenswürdigen Haustiere sind recht einfach zu handhaben. Bedenken Sie aber, dass die sanften Riesen viel Platz und Auslauf brauchen, damit sie sich wohlfühlen. Für die Wohnungshaltung sind sie deshalb nur bedingt geeignet.

Darüber hinaus sind Riesenkaninchen Gruppentiere und brauchen die Nähe zu ihren Artgenossen. Von der regelmäßigen Stallpflege abgesehen, sind sie aber recht pflegeleicht und deshalb auch für Anfänger perfekt geeignet.

Quellen:

Richtlinie des Zentralverbands Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK)

animals-digital.de

kaninchen-haltung.com

respektiermich.de

Literatur:

Christine Wilde: Ihr Hobby Kaninchen, Ulmer Olgen Verlag 2011

Monika Wegler: Kaninchen. Glücklich & gesund, Gräfe und Unzer 2002

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