Einzelkatze vs Mehrkatzenhaushalt

Einzelmieze vs Mehrkatzenhaushalt

Der Mythos des Einzelgängers Katze hat sich fest in den Köpfen vieler Tierfreunde eingebrannt. Doch wie sieht das Sozialverhalten unserer Fellnasen wirklich aus? Sind unsere Stubentiger allein glücklicher als zu zweit? Leben sie lieber als Einzelkatze oder im Mehrkatzenhaushalt?

Die Katze in freier Wildbahn

In freier Wildbahn sind Kleinkatzen oft Einzelgänger. Der Grund: Die Beutetiere der Katze sind so klein, dass sie bei der Jagd nicht auf die Unterstützung von Artgenossen angewiesen ist. Als Schleichjäger nähert sich die Katze ihrer Beute lautlos und erlegt sie mit einem einzigen Sprung. Maus und Vogel sind zudem mehr Snack als vollwertige Mahlzeit. Müsste sich eine jagende Katzengruppe um den Happen streiten, wären knurrende Mägen vorprogrammiert. Aufgrund ihres Jagdverhaltens werden Katzen als „solitäre Jäger“ bezeichnet: In der Natur jagen (und leben) sie oft alleine.

Katzenleben in menschlicher Nähe

Allerdings ändert sich das Sozialverhalten von Katzen in der Nähe menschlicher Behausungen. Wildkatzen haben in der Regel keinerlei Kontakt zu Menschen. Anders sieht dies bei halbwilden Streunern oder Bauernhofkatzen aus. Hauskatzen verbringen ihr ganzes Leben im menschlichen Haushalt und passen sich auch in ihrem Sozialverhalten diesen besonderen Lebensbedingungen an. Im Gegensatz zu Kleinkatzen in freier Wildbahn gibt es für verwilderte Hauskatzen und bei uns lebende Stubentiger einen Überfluss an Ressourcen. Im Klartext: Es ist genug Futter für alle da. Und so finden sich an Futterstellen, Bauernhöfen und im Familienhaushalt Katzengruppen zusammen, die ohne Futterneid friedlich nebeneinander existieren und oft sogar feste Freundschaften bilden. Das Bild der Katze als Einzelgänger ist also schon lange überholt!

Übrigens: Mittlerweile weiß man, dass sich die Sozialstruktur einer Katzengruppe essentiell von der eines Wolfsrudels unterscheidet. Der zumindest zum Teil eingeschränkte Lebensraum in Futternähe sorgt dafür, dass Katzen keine absolute Rangordnung bilden. Ihre Hierarchie ist an Zeit und Ort gebunden: Wer gegen Abend die Scheune beherrscht, muss sich vielleicht am Morgen schon wieder unterwerfen.

Katzenalltag im Haus

Auch die Haltung im Haus unterscheidet sich extrem vom Leben wilder oder halbwilder Katzen. Der Lebensraum ist extrem komprimiert – statt mehreren Quadratkilometern haben Katzen zwischen 30 bis 100 Quadratmeter zur Verfügung. Dass rund um die Uhr Futter zur Verfügung steht, gleicht aber oft nicht die Reizverarmung gerade in reiner Wohnungshaltung aus. Katzen sind Jäger – und als solche müssen sie gefördert und gefordert werden.

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Damit eine Katze glücklich wird, braucht sie Abwechslung, Kletter- und Versteckmöglichkeiten und ein Plätzchen zum Entspannen und Dösen. Eine zweite Katze bringt oft Abwechslung in das öde Hauskatzenleben. Endlich jemand, mit dem die Katze spielen kann! Endlich jemand, der die katzentypische Körpersprache versteht! Gerade dann, wenn Sie den Großteil des Tages aus dem Haus sind, ist eine zweite Katze die perfekte Ergänzung Ihrer Familie. Natürlich müssen vor Einzug einer weiteren Katze ein paar Vorbereitungen getroffen werden: Es sollten genügen Ressourcen für beide Tiere da sein. Ein weiteres Katzenklo muss her, eventuell auch ein größerer Kratzbaum und eine schöne Schmusedecke.

Probleme im Mehrkatzenhaushalt

Katzencharaktere unterscheiden sich, keine Fellnase gleicht der anderen. Wie bei uns Menschen kommt es so auch beim Zusammenleben mehrerer Stubentiger auf die Chemie an. Auch eingeschweißte Katzenfreundschaften können zerbrechen, wenn ein zweiter, dritter oder gar vierter Stubentiger einzieht. Statt gemeinsamem Putzen und Kuscheln gibt es nun Streitigkeiten. Manchmal kippt die innige Freundschaft zwischen zwei Salonlöwen auch scheinbar ohne Grund, oft ist hier eine Änderung der Lebensumstände der Grund: Ein Umzug, die Geburt eines Babys oder eine Trennung.

Der Alltag mit mehreren Katzen ist so oft komplizierter als der mit nur einer Katze. Was nicht unbedingt bedeutet, dass Ihre Katze allein glücklicher ist.

Die richtige Zweitkatze finden

Essentiell für einen harmonischen Mehrkatzenhaushalt ist die richtige Auswahl der Katzenpersönlichkeiten. Dabei kommt es weniger auf die Gesamtzahl der Fellnasen an. Gruppen mit gerader Anzahl gelten zwar oft als stabiler. Das alles hängt aber davon ab, wie gut die Katzen an sich zusammenpassen. Gleich und gleich gesellt sich oft gerne: Das Zusammenführen einer älteren, ruhigen Katze mit einem quirligen Kitten kann zu Stress und Frustration führen, während der Einzug zwei gleichalten Katzenkindern zu einer älteren Katze optimaler wäre. Lebt in Ihrem Haus ein gut eingespieltes Dreierteam, könnte eine vierte Katze mehr Unruhe als Ausgleich in den Mehrkatzenhaushalt bringen.

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Einzelkatzen

Dennoch gibt es sie: Katzen, die harmonisch mit ihrer Menschenfamilie zusammenleben und ihre Artgenossen nicht vermissen. Eventuell haben Sie schon eine Zusammenführung mit einer weiteren Katze versucht. Eventuell wurde Ihnen Ihre Katze als „mit anderen Tieren unverträglich“ vermittelt. Sie kennen Ihre Fellnase am besten. Nur Sie können entscheiden, ob Sie eine weitere Katze in Ihre Familie holen möchten oder Ihre Katze glücklicher allein ist.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie alles Gute!

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