Fibrosarkom bei Katzen This article is verified by a vet

fibrosarkom bei katzen

Es gibt eine große Vielfalt an Krebserkrankungen bei der Katze, welche sich in ihrer Häufigkeit, Herkunft und Prognose stark unterscheiden. Der häufigste Tumor der Katze ist jedoch das bösartige Fibrosarkom. Dieser wird auch bei Hunden beobachtet. Der Ursprung dieses Tumors liegt in den Fibroblasten, einem bestimmten Zelltyp des Bindegewebes. Eine große Besonderheit von Fibrosarkomen ist deren impfassoziierte Entstehungsweise. Auch eine Infektion mit dem Felinen Sarkomvirus (FeSV) infolge einer Leukosevirusinfektion (FeLV) kann zur Ausbildung von Fibrosarkomen bei der Katze führen.

Was ist ein Fibrosarkom?

Der Ursprung eines Fibrosarkoms steckt bereits in seinem Namen:

  • Der Wortteil „Fibro“ leitet sich von seiner Ursprungszelle ab, dem Fibroblasten. Dies ist eine aktive Bindegewebszelle, welches unter anderem Kollagen bildet und eine wichtige Rolle in der Wundheilung spielt.
  • Das Wort „Sarkom“ hingegen bedeutet, dass es sich um einen bösartigen Tumor mesenchymalen Gewebes handelt. Das Mesenchym ist eine bestimmte Art Gewebe, welches sich bereits in der Embryonalzeit der Katze bildet. Später entwickelt sich dieses Mesenchym zu verschiedenen Stütz- und Bindegewebearten. Ein Sarkom kann also aus Zellen des Knochens, Blutes und Knorpels sowie aus Fettgewebe entstehen. Daneben kommt aber auch Muskel- und Sehnengewebe als Ursprungsort eines Sarkoms in Frage.

Ein Fibrosarkom bei Katzen ist daher ein bösartiger mesenchymaler Tumor, welcher sich im Bindegewebe (z.B. in der Haut) bildet. Es zeichnet sich durch eine rundliche und gräuliche Gestalt aus und die Konsistenz kann weich bis derb sein. Häufig kommt es auch zu Verwachsungen mit den umliegenden Hautschichten.  Im Vergleich zu anderen Tumorarten bilden Fibrosarkome bei Katzen sehr häufig Rezidive (wiederkehrende Tumore) nach erfolgter Entfernung. Metastasen (z.B. in der Lunge) kommen hingegen eher seltener vor.

Welche Ursachen gibt es?

Tumore entstehen häufig als Folge einer Mutation, also einer zufälligen Veränderung der Erbinformationen. Diese kann in der Regel zu jeder Zeit auftreten und muss keine besondere Ursache haben. Das Fibrosarkom der Katze hat jedoch eine besondere Entstehungsweise. So wird die Krebserkrankung bei Katzen häufig nach Impfungen (z.B. Tollwut oder Felines Leukosevirus) an der Impfstelle beobachtet. Ein solches impfassoziiertes Fibrosarkom ist häufig aggressiver und hat ein deutlich höheres Rezidivrisiko. Seltener kann aber auch eine Infektion mit dem Felinen Sarkomvirus (FeSV) zur Ausbildung eines Fibrosarkoms führen. Dieses tumorbildende Virus entsteht aus dem Felinen Leukosevirus (FeLV).

Welche Symptome treten auf?

Häufig fühlen wir Tierbesitzer als erstes Anzeichen beim Streicheln unserer Vierbeiner einen Knubbel unter der Haut. Ist dieser Knubbel noch sehr klein, zeigen die meisten Katzen noch keine weiteren Anzeichen. Je nach Aggressivität kann der Tumor jedoch innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten stark an Größe zunehmen. Kommt es zusätzlich zur Ausbildung von Metastasen in anderen Organen, kann das Allgemeinbefinden der Katze plötzlich abnehmen sowie kann die Katze andere Symptome wie Atembeschwerden oder Bewegungsstörungen zeigen.

Wie kann ein Fibrosarkom bei Katzen diagnostiziert werden?

Es ist ratsam, jeden spürbaren Knubbel in der Haut von Katzen und anderen Haustieren durch einen Tierarzt abklären zu lassen. Umso früher eine Diagnose vorliegt, desto schneller kann die Katze im Falle eines bösartigen Tumorgeschehens behandelt werden.

Folgende diagnostische Maßnahmen kommen bei Verdacht eines Fibrosarkoms in Frage:

  • Mittels einer Blutprobe kann die Katze auf eine Infektion mit dem Felinen Leukosevirus (FeLV) untersucht werden.
  • Eine Ultraschalluntersuchung ermöglicht die Visualisierung des Innern der Umfangsvermehrung. Ist kein flüssiger Kern erkennbar, kann ein eitriger Abszess ausgeschlossen werden.
  • Infolge einer Punktion kann eine histologische Untersuchung durchgeführt werden. Nach der Färbung des entnommenen Gewebes kann dieses anschließend unter dem Mikroskop auf bestimmte Zelltypen und Eigenschaften untersucht werden, welche für die jeweilige Tumorart typisch sind.
  • Mit Hilfe des Röntgens können andere Organe auf Metastasen durchleuchtet werden. Dabei spielt insbesondere die röntgenologische Untersuchung der Lunge eine große Rolle.

Wie wird ein Fibrosarkom bei Katzen behandelt?

Die Behandlung eines Fibrosarkoms bei der Katze ist abhängig von der Größe und Lokalisation des Tumors sowie vom Krankheitsstadium:

  • Ist das Fibrosarkom noch recht klein und sind Metastasen ausgeschlossen, so ist die operative Entfernung des Tumors und des umliegenden Gewebes unter Narkose angebracht.
  • In manchen Fällen muss nicht entfernbares Tumorgewebe zusätzlich mittels einer Chemo- oder Strahlentherapie behandelt werden
  • Zur Unterstützung des Immunsystems kann eine Immuntherapie durchgeführt werden. Diese hilft insbesondere beim Bekämpfen von Rezidiven oder Metastasen.

Wie ist die Prognose?

Die Prognose eines Fibrosarkoms bei der Katze ist leider aufgrund des großen Risikos für Rezidive eher schlecht. Es ist daher ratsam, sich durch den behandelnden Tierarzt ausführlich über Risiken und Möglichkeiten beraten zu lassen.

Kann ein Fibrosarkom bei meiner Katze verhindert werden?

Aufgrund der großen Bekanntheit impfassoziierter Fibrosarkome unter Tierärzten werden Impfungen bei Katzen in der Regel nicht in die Muskulatur, sondern unter die Haut gespritzt. Auch wird vermehrt darauf geachtet, an der seitlichen Bauchwand zu injizieren. So sollen schwer zugängliche Körperstellen im Falle einer Operation umgangen werden.

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