Herrenlosen Hund gefunden? Das ist zu tun!

Ein herrenloser Hund auf einer Straße

Auch in Deutschland gibt es herrenlose und streunende Hunde.

Ein streunender Straßenhund, ein ausgesetzter Familienhund, ein entlaufener Jagdhund oder ein neugieriger Welpe kommt auf Sie zu. Doch von den Besitzern ist keine Spur zu sehen. Wie verhalten Sie sich richtig, wenn Sie einem herrenlosen Hund begegnen? Was ist zu tun, wenn er verletzt ist? Welche Rechte und Pflichten haben Sie in Bezug auf den Fundhund? Und welche Regeln gelten im Ausland? Antworten auf diese und weitere Fragen haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

In südlichen Urlaubsländern gehören herrenlose Streuner fast zum Straßenbild dazu. Sie liegen in der Sonne oder betteln bei den Touristen um Futter. Doch nicht nur im Urlaub kann Ihnen ein herrenloser Hund begegnen – auch in Deutschland kann es passieren, dass Sie einem Vierbeiner begegnen, der scheinbar niemandem gehört. Laut Statistik werden allein in Deutschland pro Jahr rund 100.000 Hunde als vermisst gemeldet, deutsche Tierheime nehmen jährlich etwa 70.000 Vierbeiner auf.

Woran erkenne ich, dass ein Hund keinen Besitzer hat?

Heimatloser Streuner oder einfach nur der neue Nachbar? Wenn Sie draußen auf der Straße, im Park oder im Wald einen freilaufenden Hund entdecken, der kein Halsband trägt, sichtbar abgemagert und ungepflegt ist, kann es durchaus sein, dass Sie auf ein herrenloses Tier gestoßen sind.

Allerdings bedeutet das Fehlen eines Halsbandes oder ein augenscheinlich ungepflegter Zustand natürlich nicht zwangsläufig, dass der Hund keinen Besitzer hat. Oft kommt doch noch ein Mensch um die nächste Ecke gelaufen, zu dem der Vierbeiner gehört. In der Regel gibt es aber einige Anzeichen, die Ihnen bei der Unterscheidung helfen können:

Anzeichen für einen Hund mit Zuhause Anzeichen für einen herrenlosen Hund
Der Hund sieht gepflegt und gut ernährt aus.
Er hat klare Augen und das Fell glänzt.
Der Hund ist extrem dünn und abgemagert.
Der Hund trägt ein Halsband. Das Fell ist zottelig, schmutzig und wirkt sehr ungepflegt. Es weist kahle Stellen auf.
Der Hund hat einen Microchip unter der Haut. Dies kann ein Tierarzt feststellen. Der Hund wirkt verschüchtert, ängstlich, aggressiv oder orientierungslos.

Im Ausland genießen Hunde nicht immer denselben Stellenwert wie in Deutschland und bleiben oftmals sich selbst überlassen – trotz eines vorhandenen Besitzers. Dagegen ist hierzulande die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass ein herrenloser Hund einfach nur mit sich selbst Gassi geht. Taucht auch nach einiger Zeit kein Besitzer auf, sollten Sie daher handeln.

Straßenhund liegt an einer Hauswand
Zeichen, dass ein Hund vielleicht keinen Besitzer hat, sind ein verwahrlostes Äußeres oder ein sehr verschüchtertes Verhalten.

Erste Schritte, wenn Sie einen herrenlosen Hund finden:

1. Vorsicht walten lassen:

Ein unbekannter, herrenloser Hund bedeutet auch immer eine gewisse Gefahr. Schließlich wissen Sie nicht, was er erlebt hat, wie er auf Fremde reagiert und ob er vielleicht krank oder verletzt ist. Bevor Sie sich dem Hund nähern, sollten Sie ihn deshalb zunächst unauffällig beobachten. Nähern Sie sich dem Tier dabei nie frontal, sondern immer leicht seitlich. Bleiben Sie ruhig und entspannt.

Sind Sie selbst sehr nervös oder ängstlich, sollten Sie lieber Abstand halten. Ihre eigene Sicherheit sollte trotz aller Tierliebe im Vordergrund stehen. Außerdem könnte sich Ihre Angst auf den Hund übertragen und Sie können nie wissen, wie ein nervöser oder ängstlicher Vierbeiner reagiert.

2. Hund sichern

Wirkt das Tier freundlich und aufgeschlossen, dürfen Sie sich ihm vorsichtig von der Seite nähern. Da ein freilaufender Hund nicht nur für sich, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer eine Gefahr darstellt, sollte er, wenn möglich, gesichert werden.

Am einfachsten geht das, wenn Sie eine Leine zur Hand haben. Falls nicht, können Sie versuchen, den Hund vorsichtig anzulocken – mit etwas Glück und Hundeverstand folgt er Ihnen vielleicht.

Eine weitere Möglichkeit ist, einen Passanten um Hilfe zu bitten. Er kann Ihnen dann beim Sichern helfen, so dass Sie in Ruhe die nächsten Schritte durchführen können.

3. Nach dem Besitzer suchen

Als nächstes sollten Sie sich im näheren Umfeld umsehen, ob Sie den Besitzer des Hundes nicht vielleicht doch ausfindig machen können. Sprechen Sie Passanten an, ob sie den Vierbeiner kennen oder ob sie jemanden gesehen haben, der seinen Hund sucht.

Sie können auch in den umliegenden Häusern klingeln und dort nachfragen. Mit etwas Glück kennen die Bewohner den Vierbeiner oder können Sie bei der Suche unterstützen.

Befinden Sie sich im Wald, wo kein Mensch zu sehen ist, können Sie auch laut rufen und sich mit dem Hund gut sichtbar auf einen Weg stellen.

4. Anzeige beim Tierheim oder der Gemeinde

Wenn der Besitzer trotz Ihrer Bemühungen zunächst nicht ausfindig gemacht werden kann, müssen Sie Kontakt mit der zuständigen Gemeinde oder dem örtlichen Tierheim aufnehmen und den zugelaufenen Hund melden. Zu diesem Schritt sind Sie per Gesetz verpflichtet.

In der Regel verlangt die Behörde, dass der Hund beim nächstgelegenen Tierheim abgegeben wird. Zusammen mit einem Tierarzt, der die Registrierung des Hundes in einer Tierdatenbank prüft, versucht das Tierheim den Besitzer ausfindig zu machen.

Trägt der Hund ein Halsband mit einer Steuermarke können Sie auch direkt beim deutschen Haustierregister oder beim Tierschutzverein Tasso anrufen und dort den Hund melden. Im besten Fall kann der Besitzer über die Nummer direkt ermittelt und über Ihren Fund informiert werden.

5. Alternativ zum Tierarzt

Eine weitere Möglichkeit ist, den Hund direkt zu einem Tierarzt zu bringen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn es dem Hund sichtbar schlecht geht, er verletzt ist oder das nächste Tierheim einfach zu weit weg ist.

Über eine Tätowierung im Ohr, an der Innenseite der Schenkel oder über einen implantierten Chip, den viele Haustiere haben, kann der Tierarzt mit einem speziellen Lesegerät die Nummer des Vierbeiners ermitteln. Im besten Fall ist der Hund mit dieser Nummer bei einem Haustierregister registriert.

Fehlt ein solcher Hinweis oder lässt sich der Besitzer nicht ohne Weiteres erreichen, wird der Tierarzt eine vorübergehende Unterbringung in einem Tierheim veranlassen.

6. Polizei anrufen (wenn Schritt 4 und 5 nicht möglich sind)

Wenn Sie keine Möglichkeit haben, den Hund zu einem Tierarzt oder in ein Tierheim zu bringen, oder wenn Sie die durchaus berechtigte Sorge haben, den unbekannten Hund selbst mitzunehmen, verständigen Sie die Polizei. Sie wird vorbeikommen und sich um die weiteren Schritte kümmern.

Ein Straßenhund wird von einem Tierarzt untersucht
Finden Sie einen herrenlosen Hund, können Sie ihn auch direkt zu einem Tierarzt bringen. Nehmen Sie in besser nicht zu sich, da er eventuell Parasiten hat.

Was tue ich, wenn der herrenlose Hund verletzt ist?

Ein Sonderfall besteht, wenn der herrenlose Hund offensichtlich verletzt ist oder Schmerzen hat. In diesem Fall sollten Sie unverzüglich einen Tierarzt verständigen oder, falls Sie den Hund in den Abendstunden finden, den Tiernotdienst anrufen.

Oberstes Gebot bei der Hilfe eines verletzten Tieres ist Ihr eigener Schutz! Tiere, die Schmerzen haben, können aus Angst aggressiv reagieren und beißen. Das gilt übrigens nicht nur für fremde Hunde, sondern auch für den eigenen Vierbeiner.

Wirkt der herrenlose Hund zudem ungepflegt und weist das Fall bereits kahle Stellen auf, kann er außerdem von Parasiten befallen sein, die sowohl für Sie als auch für eigene tierische Begleiter gefährlich werden können. Halten Sie Ihren eigenen Hund deshalb wenn möglich fern von dem herrenlosen Artgenossen – nicht nur, weil es zwischen ihnen vielleicht Streit geben könnte, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen.

Darf ich ihn einen Streuner nach Hause nehmen?

Den fremden Hund erst einmal mit zu sich nach Hause zu nehmen, ist aus mehreren Gründen nicht ratsam. Zum einen kennen Sie den Vierbeiner nicht und wissen nicht, wie er auf ein fremdes Umfeld reagiert. Zum anderen können Sie ihm mögliche, ansteckende Krankheiten, die sowohl für Sie als auch für andere Haustiere gefährlich werden könnten, nicht immer ansehen. Darüber hinaus sind Sie verpflichtet, den Hund unverzüglich bei einer Behörde zu melden.

Muss ich ein gefundenes Tier immer melden?

Einen gefundenen Hund müssen Sie in jedem Fall melden. Das gilt selbst dann, wenn Sie sicher sind, dass er bewusst ausgesetzt wurde oder dass es sich bei ihm offensichtlich um einen Streuner ohne festes Zuhause handelt. Nehmen Sie den Vierbeiner einfach mit zu sich nach Hause, machen Sie sich damit strafbar. Diese Handlung gilt als Fundunterschlagung und kann mit entsprechenden Strafen geahndet werden.

Wie kann ich bei der Suche nach dem Besitzer helfen?

Nach der Vorstellung des Fundhundes bei einem Tierarzt oder einem Tierheim organisieren die Mitarbeiter die Suche nach dem Besitzer. Hat der Hund keinen Chip oder eine Hundemarke, über die sich der Besitzer schnell ermitteln lässt, können Sie das Tierheim bei der Suche nach Herrchen oder Frauchen durchaus unterstützen.

Drucken Sie zum Beispiel Infozettel mit der Überschrift „Hund gefunden“ oder „Wer kennt diesen Hund?“. Auf dem Aushang sollte Sie außerdem ein Foto des Hundes und die Telefonnummer des Tierheims, in dem Sie ihn abgegeben haben, veröffentlichen. Diese Zettel hängen Sie in Supermärkten in der Nähe des Fundortes und an Straßenlaternen auf.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch im Internet verschiedene Suchportale, über die Sie ein entlaufenes oder zugelaufenes Haustier melden können. Auch soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram eignen sich zur Aufgabe einer Suchmeldung. Vielleicht haben Sie Glück und der Besitzer des Hundes kann auf diesem Weg bald gefunden werden.

Hund zugelaufen: Darf ich ihn füttern?

Ist der herrenlose Hund deutlich abgemagert und hat offensichtlich lange Zeit nichts zu fressen bekommen, dürfen Sie ihm vorsichtig ein wenig Hundefutter hinstellen. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie ihm nur wenig Futter geben und solches, was gut verträglich ist. Die leeren, kleinen Mägen verkraften zu viel Futter nicht!

Lesetipp: Mehr über die richtige Fütterung von Hunden und die unterschiedlichen Ernährungsformen finden Sie in unserer Rubrik Hundeernährung.

Wer pflegt einen entlaufenen Hund?

Trägt der Hund weder ein Halsband noch einen Mikrochip und besitzt er auch keine Tätowierung, über die sich der Besitzer ermitteln ließe, kann die Suche nach seiner Herkunft mehr Zeit in Anspruch nehmen. Währenddessen versorgen Mitarbeiter des örtlichen Tierheims den gefundenen Hund. Wenn Sie ihn gerne selbst pflegen möchten, bis der Besitzer gefunden wird, dürfen Sie dies nur mit der offiziellen Einwilligung der zuständigen Behörde.

Natürlich können Sie um eine solche Genehmigung bitten. Zuvor sollten Sie jedoch sicherstellen, dass Sie ausreichend Zeit haben, sich um den Vierbeiner zu kümmern. Auch muss der Hund Ihnen genügend Vertrauen entgegenbringen.

Sie sollten sich außerdem bewusst sein, dass das Zusammenleben mit dem fremden Tier möglicherweise recht anstrengend sein kann. Sie wissen schließlich nicht, was der Hund in der Vergangenheit durchgemacht hat. Verhaltensstörungen, plötzliche Angst und Aggressivität sind nicht auszuschließen. Wirkt der Hund Ihnen gegenüber nervös, ist er krank oder müssen Sie selbst viel arbeiten, ist eine vorübergehende Unterbringung im Tierheim zweifellos die bessere Entscheidung.

Wann darf ich einen zugelaufenen Hund behalten?

Es passiert oft ganz schnell: Sie haben den herrenlosen Hund auf Anhieb in Ihr Herz geschlossen haben und möchten ihn am liebsten behalten. Doch bedenken Sie: Er gehört Ihnen nicht und wird von seinem Besitzer vielleicht schon schmerzlich vermisst.

Erst wenn das Tierheim oder die Behörde keinen Besitzer ermitteln konnte und sich auch nach einem halben Jahr noch niemand gemeldet hat, zu dem der Fundhund gehört, ist es in der Regel möglich, den Fundhund zu adoptieren und ihm ein neues Zuhause zu schenken.

Welche Regeln gelten im Ausland?

In vielen südlichen Ländern, wie zum Beispiel in Spanien, der Türkei oder auch in Rumänien, leben zahlreiche heimatlose Hunde auf der Straße. Da Tiere hier in der Regel nicht kastriert werden, vermehren sie sich unkontrolliert weiter. Für die betroffenen Tiere bedeutet das Leben auf der Straße einen täglichen Kampf ums Überleben.

Der Anblick eines solchen Vierbeiners erregt bei vielen tierliebenden Menschen natürlich Mitleid. Den halb verhungerten Hund einfach zurücklassen? Das bringen manche nicht übers Herz. Doch den Straßenhund einfach aus dem Ausland mit nach Hause zu nehmen, ist nicht erlaubt. Dieser Versuch scheitert in der Regel schon an der Grenze oder am Flughafen.

Die Einfuhrregeln sind sehr streng. So dürfen Hunde nur mit einem EU-Heimtierausweis und einer gültigen Tollwutimpfung nach Deutschland eingeführt werden. Außerdem muss das Tier mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden und darf nicht jünger als 15 Wochen sein.

Um dem herrenlosen Streuner zu helfen, müssen Sie sich auch im Ausland zunächst an ein Tierheim oder einen Tierarzt wenden. Empfehlenswert ist es zudem, Kontakt zu einem anerkannten Tierschutzverein aufzunehmen, der sich um Tiere in Not kümmert. Auch eine Adoption des Fundhundes ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

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