Leinenführigkeit beim Welpen

Leinenführigkeit beim Welpen

Von klein auf locker an der Leine

Ein an der Leine ziehender Hund macht jeden entspannten Spaziergang zur Geduldsprobe. Noch problematischer wird das Ziehen, wenn der Vierbeiner einer großen und schweren Rasse angehört und körperlich kaum noch zu bändigen ist, weil er partout in eine andere Richtung möchte als der Zweibeiner. Schwierigkeiten bei der Leinenführigkeit haben ihren Ursprung bereits im Welpenalter. Doch mit Know-how und etwas Geduld können Sie hier die beste Basis für entspannte Leinenführigkeit legen.

Zwei einfache Regeln für optimale Leinenführigkeit

Das Grundprinzip des Trainings ist sehr einfach, denn es gibt nur zwei Regeln:

  1. Bei strammer Leine geht es nicht weiter.
  2. Ist die Leine locker, gehen Hund und Halter gemeinsam weiter – dann darf der Welpe auch Richtungen vorschlagen. Wird die Leine wieder stramm, muss er dies jedoch akzeptieren.

Diese beiden Regeln müssen jedoch immer und jederzeit konsequent eingehalten werden. Bei einem ziehenden Hund sind die Ursachen für das Fehlverhalten immer am anderen Ende der Leine zu suchen. Meist hat der Hundehalter schlichtweg beim Welpen nicht konsequent die einfachen Regeln eingehalten und dem Welpen dadurch vermittelt, dass er ziehen muss, wenn er zu einem bestimmten Ziel möchte. Denn egal, ob ein spannendes Gebüsch oder ein anderer Hund: Viele Welpenbesitzer geben dem Richtungswunsch ihres kleinen Entdeckers gerne sofort nach und festigen so Strukturen, die sich nur schwer und mit viel Geduld wieder abgewöhnen lassen.

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Leinenführigkeit trainieren

Bereits von Anfang an sollte Ihr Welpe Ihnen gerne auf Schritt und Tritt folgen. Starten Sie das Training, indem Sie den Welpen eine kleine Strecke von wenigen Metern mit sich locken – ganz ohne Leine. Sie können bereits im Alter von acht Wochen mit dieser effizienten Übung, die gleichzeitig die Bindung stärkt, beginnen. Wenn die Umgebung Ihrem Hund viele spannende Reize bietet, die ihn ablenken könnten, können Sie ein Leckerchen oder ein Spielzeug als Lockmittel verwenden. Wenn diese Übung nach einigen Tagen sicher gelingt, können Sie sie mit Leine durchführen. Wichtig: Die Leine bleibt dabei stets locker! Wenn auch dies erfolgreich verläuft, gehen Sie langsam daran, die Strecken zu verlängern, die Sie gemeinsam zurücklegen.

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Parallel reduzieren Sie die verlockenden Leckerlis und geben diese nur noch sporadisch für den Gang an der lockeren Leine. Klappt dies problemlos, ist die Basis für eine tierisch gute Leinenführigkeit gelegt – nun sollten Sie sich mit Ihrem Welpen größeren Herausforderungen stellen. Beispielsweise einem Ziel, von dem Sie wissen, dass Ihr Gefährte unbedingt dorthin möchte: ein freundlicher Spielkamerad oder ein Hundeknochen. Ihr Vierbeiner wird in der Aufregung vermutlich nicht daran denken, dass die Leine eigentlich locker sein sollte. Sobald die Leine also stramm wird, bleiben Sie stehen und warten. Erst wenn sie sich wieder lockert, weil Ihr Vierbeiner sich auf Sie zurückbesinnt, gehen Sie weiter voran. Es ist keine weitere Belohnung notwendig, denn Ihr Hund lernt: „Wenn ich mich an die ‚lockere-Leine-Regel‘ halte, gelange ich an mein Wunschziel!“ Diese Übung kann bei einigen Junghunden viel Zeit in Anspruch nehmen, aber durchhalten lohnt sich! Üben Sie in einer ruhigen Umgebung, in der Sie auch längere Zeit stehenbleiben oder in kleinen Schritten gehen können, ohne dass Sie sich unwohl fühlen. Wenn Ihr Welpe diesen Trainingsschritt einige Male gut gemeistert hat, können Sie den Schwierigkeitsgrad noch etwas steigern: Gehen Sie nun nicht direkt auf das Objekt der Begierde zu, sondern bauen Sie kleine Umwege ein und versuchen Sie, wenn Ihr Vierbeiner immer sicherer an der lockeren Leine geht, daraus spielerische Einheiten zu machen.

Vorbeugen ist besser als Nachsorgen

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Beugen Sie den gefährlichen „Ausnahmen“ vor, die Ihren Hund von der Regel abweichen lassen und unerwünschtes Verhalten wachrufen können. Lassen Sie ihn also lieber zuhause, wenn Sie es eilig und keine Zeit haben, stehenzubleiben, bis die Leine wieder locker ist. Sollte Ihr Hund noch ein handliches Format haben, können Sie ihn alternativ tragen anstatt stehenzubleiben. Manchmal kann es zudem helfen, rückwärts zu gehen. In der Regel ist dies bei Welpen nicht notwendig, doch bei einigen Hunden eine sinnvolle Ergänzung.

Tipp: Wenn Sie von sich selbst wissen, dass Sie nicht immer zu 100 Prozent konsequent sind, üben Sie mit Geschirr und Halsband in „unterschiedlichen Rollen“: Halten Sie sich beispielsweise bei einem „Halsband-Gassigang“ immer an die beiden Regeln; trägt der Hund Geschirr, erlauben Sie sich Inkonsequenzen. Dieser Kompromiss ist immer noch weitaus besser als unkontrollierte Ausnahmen, denn so lernt Ihr Vierbeiner zumindest im Zusammenhang mit dem Halsband, wie er sich an der Leine zu benehmen hat.

Zum Schluss sei noch auf etwas hingewiesen, was viele Hundehalter leider offenbar häufig zu vergessen scheinen: Die Leine als solches ist kein Instrument, das dazu dient, Ihren Hund dorthin zu lenken, wo Sie ihn gerne hätten. Sie ist lediglich eine Verbindung für Notfallsituationen sowie eine an manchen Plätzen notwendige Bedingung für den gemeinsamen Aufenthalt mit Ihrem Vierbeiner. Die beste (Ver)Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Gefährten ist immer unsichtbar.

Wir wünschen Ihnen viele entspannte Ausflüge mit Ihrem kleinen Entdecker!

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