Kakadu (Cacatuidae)

Kakadu senkt den Kopf.

Schwarzer Schnabel statt roter Nase: Kakadus sind die Clowns unter den Papageien.

Kakadus sind für jeden Spaß zu haben. Die Exoten sind berühmt für ihre quirlige Art und ihren schönen Kopfschmuck. Was viele nicht wissen: Kakadus sind sehr anspruchsvolle Vögel. Artgerecht behandelt, belohnen sie ihre Halter jedoch mit Zuneigung und lebenslanger Treue.

Aussehen des Kakadus: Immer top frisiert

Kakadus zählen mit einer Körperlänge zwischen 30 und 70 Zentimeter zu den größeren Papageien. Ihrer Familie gehören 21 verschiedene Arten an, die in sechs Gattungen unterteilt sind. Obwohl seine Zugehörigkeit lange strittig war, ist auch der Nymphensittich Teil der Kakadu-Familie. Denn wie es sich für waschechte Kakadus gehört, ist sein Kopfgefieder stets bestens frisiert.

Die Federhaube ist neben dem kräftigen Hakenschnabel eines seiner charakteristischsten Merkmale. Ebenso kraftvoll sind seine Füße, die der Vogel oft als Greifwerkzeuge nutzt.

Gefieder des Kakadus

Farblich zeigen sich die auffällig frisierten Kakadus eher zurückhaltend. Ihre Gefiederfarbe ist je nach Art weiß, grau oder rosa. Auch schwarze, rote und gelbe Färbungen kommen vor. Füße, Schnabel und die Hautpartien um die Augen sind ebenfalls je nach Art verschieden gefärbt.

Bei einigen Kakadus setzt die Federhaube farbliche Akzente und unterscheidet sich vom Rest des Gefieders. So ist beim wohl bekanntesten Vertreter, dem Gelbhaubenkakadu, der Körper weiß und die Federhaube gelb. Beim schönen Inka-Kakadu ist die Haube auffallend rot und gelb gefärbt, während der Körper überwiegend in rosa gehalten ist.

Bei manchen Arten bestehen zwischen Männchen und Weibchen Unterschiede in der Hauben- oder der Augenfarbe. Doch wie bei vielen Papageienarten ist es auch beim Kakadu schwer, die beiden Geschlechter zu unterscheiden.

Halter und Züchter wissen: Die Bestimmung des Geschlechts von Papageien ist nicht einfach. Wie es trotzdem gelingt, erfahren Sie in unserem Vogelmagazin.

Kakadu hält seinen Fuß hoch
Ihre Füße nutzen Kakadus als Greifhilfe. Mit dem kräftigen Schnabel verputzen sie Körner und Früchte, die sie auf dem Boden finden.

Charakter: Treuer Spaßvogel

Kakadus sind wie viele andere Papageien gesellige und intelligente Vögel. Die verspielten Haubenträger haben den Ruf, regelrechte Spaßvögel und ausgezeichnete Nachahmer zu sein. Sie schauen sich Bewegungen vom Menschen ab und übersetzen sie nach Lust und Laune auf ihren eigenen Körper.

Wer im Internet schon einmal nach Kakadu-Videos gesucht hat, ist vielleicht auch Snowball begegnet: Der Gelbhaubenkakadu erlangte Berühmtheit für seine Tanzkünste, die er gern zu Songs von Cindy Lauper oder Queen zeigt. Für Forscher ist das ein Zeichen dafür, dass die Vögel ungewöhnlich spontan sind.

Können Kakadus sprechen?

Nicht nur Bewegungen, sondern auch Umgebungsgeräusche und die menschliche Stimme können die lustigen Vögel nachahmen. Ihre Laute sind dabei abwechslungsreich, allerdings sind Kakadus längst nicht so sprachbegabt wie beispielsweise Graupapageien. Eine große Gemeinsamkeit haben die beiden Vogelarten trotzdem: Sie haben sehr laute Stimmen.

Halter eines Kakadus können diesen auch ohne Laute gut verstehen. Die Stimmung der Vögel lässt sich leicht an ihrer Haube ablesen: Mit aufgerichteter Federhaube zeigen sie, dass sie gerade aufgeregt oder beunruhigt sind.

Umgang mit Menschen und Artgenossen

Diese Papageien sind oft auf eine einzige Bezugsperson fixiert und können sehr anhänglich sein. Sie neigen allerdings auch zu Eifersucht und verteidigen ihre Bezugsperson mit allen Mitteln – bevorzugt mit dem kräftigen Schnabel.

Eine Trennung von ihrem Lieblingsmenschen verkraften Kakadus oft nicht ohne Schmerz. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt mindestens zwei Vögel halten.

Haltung: Viel Platz und Geduld

Kakadus bleiben ihrem Partner ein Leben lang treu und die meisten Arten kümmern sich partnerschaftlich um ihren Nachwuchs, den sie in der Natur in Baumhöhlen heranziehen. Allerdings entwickeln einige Männchen während der Brutzeit ein aggressives Verhalten ihrem Weibchen gegenüber. Der Grund dafür ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.

Fest steht aber, dass die Vögel ausreichend Platz brauchen, um sich aus dem Weg gehen zu können. Kakadus sind es zwar von Natur aus gewohnt, in Schwärmen zu leben. Aufgrund ihres hitzigen Gemüts brauchen sie jedoch ihren Freiraum und sind für die Vergesellschaftung mit anderen Vogelarten weniger geeignet.

Die ideale Umgebung für anspruchsvolle Haubenträger

Zur artgerechten Haltung gehört eine ausreichend groß dimensionierte Voliere, in der die Tiere mindestens zu zweit leben können. Zwei Besonderheiten sollten Sie als Kakadu-Halter beachten:

  • Rege Nagetätigkeit: Mit ihrem Schnabel nagen Kakadus an allem, was ihnen unterkommt. Sie brauchen deshalb viele Nagegelegenheiten und eine Voliere aus Metall statt aus Holz. Damit keine Vergiftungsgefahr besteht, sollte kein zink- oder bleihaltiges Metall verwendet werden. Die Gitterstäbe des Käfigs sollten außerdem dick genug sein, um den kräftigen Schnäbeln standzuhalten.
  • Starke Staubbildung: Kakadus schützen ihr Gefieder nicht durch Einfetten über die Bürzeldrüse, sondern mit sogenannten Puderdunen. Die Spitzen dieser kleinen Federn zerfallen zu feinem Staub, den sie in ihrem Gefieder verteilen. Allerdings ist dadurch die Staubbelastung in der Umgebung besonders hoch. Außenvolieren sind deshalb zum Schutz der Gesundheit von Halter und Kakadus ideal – jedoch nur mit Zugang zur Wohnung oder zu einem beheiztem Schutzhaus.
Rosakakadu knabbert an Rucksack
Kakadus wie dieser freche Rosakakadu nagen alles an, was ihnen unter den Schnabel kommt.

Das gehört in die Kakadu-Voliere

Die Tiere sind Energiebündel und brauchen regelmäßige Freiflugmöglichkeiten. Daher sollte ihnen die Voliere viel Bewegungsfreiheit und die folgende Ausstattung bieten:

  • verschiedenartige Sitzstangen und Kletteräste
  • Futter- und Wassernäpfe, möglichst weit oben und nicht unter Sitzstangen positioniert
  • Badebecken mit lauwarmem, frischem Wasser
  • Rückzugsmöglichkeiten
  • abwechslungsreiches Spielzeug und frische Zweige von unbehandelten Obstbäumen, die den Nagedrang stillen

Da Kakadus viel stauben, koten und unordentliche Esser sind, sollten Sie die Voliere regelmäßig reinigen. Darüber hinaus sollte das Trinkwasser zweimal am Tag gewechselt und Futterreste täglich beseitigt werden.

Um die empfindlichen Schleimhäute der Vögel zu schützen, sollte die Luftfeuchtigkeit in der Voliere bei mindestens 60 Prozent liegen. Zu einer artgerechten Haltung gehört bei Innenvolieren außerdem flackerfreie UV-Beleuchtung, um den Vögeln genügend UV-Strahlung zu bieten.

Ernährung: Ausgewogen und fettarm

Kakadus neigen trotz ihres Bewegungsdrangs zu Übergewicht. Auf dem täglichen Speiseplan sollten deshalb Samenmischungen mit geringem Fettanteil, aber auch frische Früchte und Gemüse stehen.

Weitere Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung hängen von der Kakadu-Art und ihrer Herkunft ab. Dazu gehören unter anderem:

  • Insektenlarven als Eiweißquelle
  • Wurzeln
  • Blüten
  • Beeren
  • Nüsse und Sonnenblumenkerne nur ab und zu als Leckerbissen

Gesundheit: Aufmerksam beobachten

Kakadus lassen sich oft erst spät anmerken, wenn es ihnen schlecht geht. Daher sollten Sie Ihre Vögel immer genau beobachten. Besprechen Sie in jedem Fall Veränderungen beim Gewicht, dem Kot und im Verhalten Ihres Vogels mit einem Tierarzt.

Übergewicht und Lungenbeschwerden sind typische Leiden. Allerdings können Sie dem mit einer durchdachten und ausgewogenen Ernährung und ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit gut vorbeugen.

Zudem sind viele Kakadus anfällig für die Feder- und Schnabelkrankheit PBFD. Die Viruserkrankung tritt bei Wellensittichen und Papageien häufig auf und ist nicht heilbar. Deshalb sollten Herkunft und Gesundheitszustand beim Kauf genau geklärt werden.

Kümmern Sie sich liebevoll und gewissenhaft um Ihre Kakadus, begleiten diese Sie viele Jahre lang: Die Lebenserwartung liegt zwischen 25 und 35 Jahren. Es gibt jedoch Arten, die sogar bis zu 60 Jahre alt werden.

Kauf: Was kostet ein Kakadu?

Papageien sind in Deutschland besonders geschützt und meldepflichtig. Das gilt auch für Kakadus. Hiervon ausgenommen ist nur der Nymphensittich. Für einige Arten ist ein Herkunftsnachweis nötig, für andere sind CITES-Dokumente (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) erforderlich.

Wenn Sie einen Kakadu kaufen möchten, werden Sie in Zoofachgeschäften, bei privaten Züchtern oder Vogelauffangstationen fündig. Beim Züchter beträgt der Preis für einen Vogel im Schnitt 800 Euro.

Herkunft: Weitgereiste Exoten

Ursprünglich stammen Kakadus aus Australien und Tasmanien, ebenso sind sie aber auf den Philippinen und in Indonesien zu finden. Mit niederländischen Seefahrern kamen dann die ersten Exemplare im 17. Jahrhundert nach Europa.

Die Lebensräume wildlebender Kakadus sind vielfältig; dazu gehören beispielsweise tropische Regenwälder, Küstengebiete und offene Gras- oder Waldlandschaften. Einige Arten wie der Rosakakadu oder der Gelbhaubenkakadu haben sich zudem urbanen Lebensräumen angenähert und sind in Australien teilweise in der Nähe von Städten anzutreffen.

Hierzulande sind sie aufgrund ihres majestätischen Erscheinungsbilds bei Privathaltern beliebt. Ihr Charakter und ihr hoher Anspruch an die Haltung sind zwar eine große Herausforderung, der sich viele Vogelliebhaber jedoch gerne stellen.

Streckbrief

Name: Kakadu (Cacatuidae)
Größe: mittelgroß bis groß, 30 bis 70 Zentimeter Körperlänge
Lebenserwartung: je nach Art zehn bis 60 Jahre, teilweise älter
Haltung (Anzahl der Artgenossen): mindestens paarweise, idealerweise mehr
Vergesellschaftung mit anderen Tieren: nicht empfehlenswert
Käfig: Kakadus zwischen 25 bis 40 Zentimeter:
min. 2 × 1 × 1 Meter (L × B × H)
Kakadus über 40 Zentimeter:
min. 3 × 1 × 2 Meter (L × B × H)
Futter: abwechslungsreich; überwiegend Samenmischungen, zusätzlich Obst, Gemüse; seltener Nüsse
Schwierigkeitsgrad: hoch
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