10. März 2017 - Aktualisiert 16. Mai 2018

Gelbhalsmaus

Die Gelbhalsmaus

Die Gelbhalsmaus

Es verwundert nicht, dass die nachtaktive und nicht im Bereich menschlicher Siedlungen anzutreffende Gelbhalsmaus kaum bekannt ist. Bis in dieses Jahrhundert hinein wurde diese Nagetierart sogar nicht von ihrer Zwillingsart der Waldmaus unterschieden, die den meisten durchaus ein Begriff ist.

Erscheinungsbild

Beide Arten sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Sie besitzen die für alle Arten der Familie der Echten Mäuse (Muridae) typischen großen Augen und Ohren, kräftige, zum Springen geeignete Hinterbeine und einen langen Schwanz, der als Steuerhilfe dient. Der Rücken ist kräftig ocker- bis rotbraun gefärbt, der Bauch weißlich-grau. Im Gegensatz zur Waldmaus hat die Gelbhalsmaus jedoch ein ausgeprägtes gelbes Halsband, an große Tüten erinnernde Ohren und ihr Fell ist kontrastreicher gefärbt. Insgesamt ist sie größer als die Waldmaus und erwachsene Tiere können das Gewicht einer halben Tafel Schokolade erreichen.

gelbhalsmaus

Lebensweise

Die Lebensgewohnheiten der beiden Mäuse weisen einige Unterschiede auf. Beide Nagetiere besiedeln gern Wälder und Gehölze, allerdings ist die Waldmaus wenig anspruchsvoll und besiedelt daher flexibel nahezu alle Lebensräume, wogegen die Gelbhalsmaus eine typische Bewohnerin des Laubhochwaldes ist und sehr hohe Ansprüche an ihren Lebensraum und seine Ausstattung stellt. Vor allem Buchen- und Eichen-Hainbuchenwälder mit alten Baumbeständen werden von ihr bewohnt. Baue werden von der Waldmaus ohne Mühe selbst gegraben, dagegen ist die Gelbhalsmaus äußerst "grabfaul" und ist auf bereits vorhandene Höhlen z. B. unter den Wurzeln und in den Astlöchern alter Bäume angewiesen.

Für die Aufzucht der Jungen braucht ein Gelbhalsmausweibchen sehr energiereiche Nahrung, wie z. B. Eicheln, Bucheckern und Haselnüsse. Findet sie ein Revier mit den entsprechenden Voraussetzungen, wird es gegen andere Weibchen heftig verteidigt. Da die Gelbhalsmaus aufgrund ihrer hohen Ansprüche wenig Ausweichmöglichkeiten hat, verdrängt sie durch ihre körperliche Überlegenheit die konkurrierende, aber flexible Waldmaus. Dies führt dazu, dass beide Arten im Freiland nicht gemeinsam vorkommen, sondern räumlich getrennt bleiben.

Maus ohne Zukunft?

In der heutigen Kulturlandschaft ist die Gelbhalsmaus durch die weitgehende Zerstörung des Waldes zunehmend betroffen. Bestehende Wälder schrumpfen auf z.T. wenige Hektar zusammen und werden durch dazwischen liegende Äcker, Weiden und Straßen voneinander isoliert. Aktuelle Untersuchungen versuchen zu klären, inwieweit die Gelbhalsmaus mit diesen Veränderungen umgeht und ihr Bestand in Westeuropa gefährdet ist.

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