10. März 2017 - Aktualisiert 16. Mai 2018

Burunduk (Sibirisches Streifenhörnchen)

burunduk

Streifenhörnchen Haltung

Das Sibirische Streifenhörnchen (Burunduk) erfreut sich in der Heimtierhaltung immer größerer Beliebtheit. Gerade wegen seiner quirligen Art, den Knopfaugen und dem niedlichen Aussehen zieht es immer mehr Menschen in seinen Bann. Jedoch sind diese kleinen Hausgenossen anspruchsvoller in der Haltung, als es zunächst den Anschein macht.

Wissenswertes rund um den Burunduk

Das Sibirische Streifenhörnchen hat in Gefangenschaft eine Lebenserwartung von etwa 7 Jahren. Für Kinder ist dieser Nager allerdings ungeeignet, denn es ist ein reines Beobachtungstier und kein Tier zum Kuscheln und Streicheln.

Der Burunduk ist in der Natur in China, Nordjapan, Mongolei und Sibirien beheimatet. Er lebt überwiegend in unterholzreichen Misch- und Nadelwäldern und bewohnt dort Erdbauten. Er besitzt ein eigenes Territorium, das es vor Artgenossen verteidigt. Nur zur Paarungszeit toleriert es andere Streifenhörnchen für eine kurze Zeit im eigenen Revier.

Den größten Teil des Tages verbringt es mit der Futtersuche, bei der hauptsächlich regional bedingt Knospen und Samen auf dem Speiseplan stehen. Tierisches Eiweiß wird in Form von Insekten aufgenommen.

Der Burunduk, wie das sibirische Streifenhörnchen auch genannt wird, ist ein sehr guter Kletterer. Dazu benutzt es die Sohlenballen und Krallen, der Schwanz dient als Stütze.

Kurz nach dem Winterschlaf beginnt die Paarungszeit, bei dem das Weibchen durch Pfeiflaute dem Männchen die Paarungsbereitschaft signalisiert. Nach einer Tragzeit von 29 bis 31 Tagen kommen im Schnitt drei bis acht Junge zur Welt. Nach etwa acht Wochen sind die Jungtiere von der Mutter entwöhnt.

Zu den natürlichen Fressfeinden gehören Greifvögel, Marder, Fuchs, Wildkatzen und Luchse.

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Ernährung

Für Streifenhörnchen bietet der Zoohandel diverse Fertigfuttermischungen an. Zusätzlich nimmt der Burunduk auch gerne Kolbenhirse, Kardi, Kanariensaat, Flachs, Hafer etc. in Form von Ähren an. Dies ist nicht nur Abwechslung, sondern dient auch der Beschäftigung.

Weiterhin sollten täglich zwei bis drei verschiedene Nüsse gefüttert werden. Als Eiweißfutter bietet man dem Nager wahlweise Mehlwürmer, Heimchen oder Zophobas an. Dabei sollte zweimal pro Woche ein eiweißfreier Tag eingelegt werden.

Obst oder Gemüse sollte ebenfalls täglich angeboten werden, jedoch kein Kohl und Salat – diese wirken blähend und stören die Verdauung der kleinen Hörnchen erheblich.

Um die Mineralstoffversorgung sicher zu stellen, sollte je ein Mineralstein, sowie eine Sepiaschale in der Voliere angebracht werden. Zur ausreichenden Wasserversorgung genügt eine Trinkflasche, die täglich neu befüllt werden sollte. Aber Vorsicht, nicht jeder Burunduk kennt die Trinkflasche, besonders in der Eingewöhnungszeit sollte zusätzlich eine Wasserschale zur Verfügung gestellt werden.

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Verhalten

Sibirische Streifenhörnchen sind tagaktive Tiere, die aber sehr einzelgängerisch leben: Der Burunduk wird keinen anderen Artgenossen dulden. Früher oder später kommt es bei in Gemeinschaft lebenden Hörnchen zu meist tödlichen Kämpfen.

Im Herbst legt der Burunduk seine Vorräte an, dies kann auch begleitet sein durch aggressives Verhalten dem Halter gegenüber. Bisse und Kratzer sind in dieser Zeit keine Seltenheit. Im Winter legen viele Hörnchen Winterruhe oder Winterschlaf ein. Sie kommen nur noch selten nach draußen und die Zeiten, die sie in der Voliere oder dem Zimmer unterwegs sind, werden immer kürzer. Einige Hörnchen schlafen auch ein paar Wochen in ihrem Nest. In dieser Zeit dürfen sie nicht gestört werden. Der Stoffwechsel wird heruntergefahren und jede Störung kann das Tier unnötig schwächen.

Streifenhörnchen Haltung im Käfig

Der Bewegungsdrang der kleinen Tiere ist enorm! Darum sollten Streifenhörnchen in Gefangenschaft in einer großen Voliere mit Mindestmaßen von 1m x 1m Grundfläche und 2m Höhe untergebracht werden. Eine Voliere für ein Streifenhörnchen kann schnell zu klein, aber niemals zu groß sein.

Käfigausstattung

Stellen Sie dem Streifenhörnchen zwei bis drei Nisthöhlen für Wellensittiche als Schlaf – und Bunkerstätte zur Verfügung. Auch Kletteräste von drei bis vier Zentimetern Durchmesser dürfen nicht fehlen. Die Rückwand der Voliere kann man mit Hilfe von Hanfmatten oder Kokosmatten noch attraktiver gestalten. Grasnester ohne Drahtgestell, Blumentöpfe oder kleine Amphoren, Korkröhren, Baumstämme etc. werden gerne als zusätzliche Versteckmöglichkeiten angenommen. Als Aussichtsplattform zum Ausruhen oder Fressen können Sitzbrettchen angebracht werden. Manche Streifenhörnchen haben eine feste Toilettenecke, in diese kann man z.B. eine Schale mit Einstreu oder Chinchillasand stellen, was die Säuberung erleichtert.

Zur Fellpflege und aufgrund des natürlichen Triebes Tunnel und Kammern anzulegen, benötigt das Tier ein Erdbad. Dies kann ein kleines Aquarium oder eine größere Blumenschale sein. Als Erde kann man z.B. düngerfreie Blumenerde oder Kokosfaserziegel verwenden.

Freilauf

Nach einer Eingewöhnungsphase von vier bis sechs Wochen sollte der tägliche Freilauf im Zimmer nicht fehlen. Das Hörnchen muss bis dahin allerdings schon soweit zahm sein, dass es sich nicht bei jeder Bewegung versteckt. Der Auslauf sollte mindestens eine Stunde betragen, mehr ist natürlich besser. Dazu müssen Gefahrenquellen wie Giftpflanzen, Kabel, schlecht zugängliche Stellen, Putzmittel, Medikamente etc. beseitigt werden.

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