Depression bei Katzen This article is verified by a vet

Depression bei Katzen

Depressive Katzen haben keinen Spaß mehr am Herumtollen und Klettern.

Nicht nur Menschen erkranken an Depressionen, auch Katzen können unter der psychischen Erkrankung leiden. Wir erklären, wie Sie eine Depression bei Katzen erkennen und – noch wichtiger – was Sie dagegen tun können.

Symptome: Was sind die Anzeichen für eine Depression bei Katzen?

Das klinische Bild einer Depression bei der Katze ähnelt sehr der Symptomatik des Menschen. So sind Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit und eine allgemein schlechte, psychische Verfassung die Leitsymptome von Depressionen. Diese können Sie anhand folgender Verhaltensweisen bei Ihrer Katze wiedererkennen:

  • Ihr Schmuser sucht weniger Körperkontakt zu Ihnen.
  • Ihre Katze schläft mehr als gewöhnlich und wirkt rund um die Uhr teilnahmslos.
  • Trotz Lieblingsspielzeug können Sie Ihre Katze kaum oder gar nicht zum Spielen motivieren.
  • Der Futternapf bleibt ungewöhnlich voll und Ihre Fellnase nimmt sogar das Lieblingsfutter nicht mehr an.
  • Sie betreibt weniger Fellpflege.
  • Ihr Freigänger hat kein Interesse mehr daran, die Nachbarschaft zu erkunden und auf Entdeckungstour zu gehen.

Diagnose: Wie wird eine Depression bei Katzen erkannt?

Fällt Ihnen auf, dass Ihre Samtpfote ihre Lebenslust verliert, sollten Sie Ihren Tierarzt um Rat bitten. Dieser kann gesundheitliche Beschwerden wie Schmerzen, Infektionskrankheiten oder andere Grunderkrankungen ausschließen. Dazu tastet er Ihre Katze ab, misst ihre Körpertemperatur und nimmt gegebenenfalls Blut ab.

Katze beim Tierarzt
Der Tierarzt schließt aus, ob Ihre Katze eine körperliche Krankheit hat.

Hat er Ihre Katze ausführlich untersucht und keine körperlichen Ursachen gefunden, befragt er Sie genauer, ob in der kürzeren Vergangenheit ein bestimmtes Ereignis aufgetreten ist, das Ihre Katze psychisch beeinflusst haben könnte.

Zu den wichtigsten Fragen zählen:

  • Womit und wie oft füttern Sie Ihre Katze?
  • Sind Sie vor kurzem umgezogen?
  • Haben Sie einen tierischen Neuzugang oder menschlichen Zuwachs?
  • Ist jemand aus Ihrem Haushalt verstorben?

Können Sie eine oder mehrere der Fragen mit einem Ja beantworten, kann es sein, dass dies der Grund für das depressive Verhalten Ihrer Katze ist.

Therapie: Wie wird eine Depression bei Katzen behandelt?

Die Behandlung einer Depression gestaltet sich aufgrund der Komplexität der psychischen Erkrankung meist schwer und zieht sich häufig in die Länge. Deshalb ist es wichtig, dass Sie den Verlauf und damit die Fortschritte oder Rückschläge regelmäßig dokumentieren.

Können Sie die mutmaßliche Ursache rückgängig machen, sollten Sie dies versuchen, um Ihrer depressiven Katze zu helfen. Ist dies nicht möglich, können Sie sich nach einem Katzenpsychologen oder bei Ihrem Tierarzt über die Gabe von Psychopharmaka informieren. Dies sind Medikamente, die das Gehirn beeinflussen und Depressionen bei Katzen lindern können.

Obwohl wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit von Bachblüten gegen Depressionen noch nicht bestätigen konnten, wenden manche Katzenhalter dieses gesetzlich als Lebensmittel deklarierte Mittel bei depressiven Katzen an.

Mehr zu dem Thema finden Sie im Beitrag: Bachblüten für Katzen: Wundermittel bei Stress oder doch nur Humbug?

Ursachen: Was sind die Auslöser für eine Depression?

Die Psyche Ihrer Katze hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Deshalb gibt es zahlreiche Auslöser für eine Depression bei Katzen.

Katze zwischen Kisten
Ziehen Sie in ein neues Zuhause, kann diese Veränderung bei Ihrer Katze eine Depression auslösen.

Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Ein Umzug in eine neue Umgebung.
  • Ein neues Tier (z.B. Hund) oder eine Zweitkatze im Haushalt oder der Nachbarschaft.
  • fehlende Sozialkontakte
  • keine artgerechte Haltung
  • Ein Familienmitglied verstirbt, zieht aus oder verreist über lange Zeit.

Wie ist die Prognose?

Ob Ihre Katze wieder Freude am Leben findet, ist davon abhängig, ob Sie den Auslöser für die Depression ausfindig machen und bekämpfen können. Fest steht, dass die Therapie eine Weile dauern kann und Sie dabei viel Geduld und Mitgefühl gegenüber Ihrem Stubentiger zeigen sollten.


Franziska Gütgemann, Tierärztin
Franziska Gütgemann

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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