Araucana-Hühner

Araucana-Huhn grüne Wiese

Typische Merkmale eines Araucana-Huhns: Federquasten an den Kopfseiten und fehlender Schwanz

Araucana-Hühner sind in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes: Sie haben keinen Schwanz, tragen Federbüschel am Kopf – und sie legen türkisfarbene Eier. Hier erfahren Sie alles Wichtige über die ungewöhnliche Hühnerrasse aus Südamerika, die von Experten als Qualzucht eingestuft wird.

Aussehen der Araucana: Hühner ohne Schwanz

Das wohl auffälligste Merkmal des Araucana-Huhns ist sein fehlender Schwanz. Reinrassige Araucana-Hühner haben weder Schwanzfedern noch Schwanzwirbel. Auch die Bürzeldrüse fehlt.

Dadurch lassen sich Hahn und Henne auf den ersten Blick nur schwer unterscheiden. Am ehesten erkennt man die Hähne an ihrer etwas aufrechteren Körperhaltung.

Typisch für diese Rasse ist außerdem ihr auffälliger Kopfputz: Dort, wo die Ohren sitzen, haben Araucana-Hühner Federquasten, auch Bommeln oder Tuffs genannt. Manche Tiere haben zusätzlich zu den Bommeln auch einen Backenbart aus Federn. Andere wiederum besitzen nur einen Backenbart.

Auf dem Scheitel tragen sie einen sogenannten „Erbsenkamm“. Darunter versteht man einen niedrigen Kamm, der aus drei Perlenschnur-artigen Reihen besteht. Die mittlere Reihe ist am höchsten.

Eine Henne wiegt zwischen 1,6 und zwei Kilogramm, ein Hahn zwischen zwei und 2,5 Kilogramm. Damit gehören Araucana zu den kleineren Hühnerrassen.

Araucana-Hahn
Im Vergleich zur Henne hat der Araucana-Hahn eine etwas aufrechtere Körperhaltung.

Zwerg-Araucana

Es geht sogar noch kleiner – mit dem Zwerg-Araucana. In der Mini-Ausgabe wiegt ein Hahn um die 0,85 Kilogramm, eine Henne circa 0,75 Kilogramm.

Eier in blau und türkis

Als wären ein fehlender Schwanz und Federbommeln am Kopf nicht schon außergewöhnlich genug, setzt das Araucana-Huhn noch einen drauf: Die Hennen legen nämlich türkisfarbene oder grüne Eier und werden deshalb auch „Grünleger“ genannt. In den USA und England werden sogar Varianten gezüchtet, die rosafarbene oder rote Eier legen – sogenannte „Easter Egg Layer“.

Die grünen Eier der Araucana-Hühner sollen besonders wenig Cholesterin enthalten. Daher gelten diese Eier als sehr gesund. Wissenschaftliche Beweise für diese Annahme stehen allerdings noch aus.

Die Eier der Zwergform sind zwar kleiner, aber ebenfalls grün.

Araucana-Hennen türkisfarbene Eier
Araucana-Hennen legen türkisfarbene Eier.

Zwiehühner mit guter Legeleistung

Araucana-Hennen legen bis zu 180 Eier im Jahr. Als sogenannte Zwiehühner eignen sie sich nicht nur zur Eierproduktion, sondern auch zum Verzehr. Ihr Fleisch gilt als zart und schmackhaft. Allerdings liefern sie mit einem durchschnittlichen Gesamtgewicht von zwei Kilogramm einen eher kleinen Braten ab.

Zutrauliche Familienhühner

Die ungewöhnlichen Hühner gelten als neugierig und pfiffig: Entdecken sie ein Loch im Zaun, schlüpfen die zierlichen Tiere auch schnell mal nach draußen.

Sie lassen sich leicht zähmen, sind freundlich und zutraulich. Deshalb sind sie gut als Familienhühner geeignet.

Kleines Manko: Araucana-Hähne haben eine kräftige Stimme. Ihr lautes Krähen kann schnell zu Problemen mit den Nachbarn führen.

Unkomplizierte Haltung

Robust und genügsam, sind Araucana in der Haltung relativ unkompliziert. Ideal sind Gruppen mit vier bis fünf Hennen pro Hahn.

Sie können sowohl im Stall als auch im Freigehege gehalten werden. Allerdings fühlen sich die quirligen Tiere draußen deutlich wohler.

Weil sie sehr gut fliegen können, sollten Sie den Auslauf mit einer hohen Umzäunung sichern. Damit die kleinen, zierlichen Hühner keinem Greifvogel zum Opfer fallen, sollten Sie außerdem ein Schutznetz anbringen.

Hinweise zur Haltung

Damit sich Ihre Araucana-Schar wohl fühlt, sollten Sie die folgenden Hinweise beherzigen:

  • Auslauf mit mindestens zehn Quadratmeter Fläche pro Huhn
  • Abwechslungsreiche Umgebung mit Gras, Sandkuhlen und Büschen zum Verstecken
  • Zaun mit einer Höhe von mindestens zwei Metern
  • Greifvogel-Schutznetz über dem Freigehege

Was Sie zur Ausstattung von Hühnerstall und Freigehege benötigen, erfahren sie in diesem Artikel im zooplus Magazin: Hühner halten: Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen.

Araucana-Hühner brauchen wenig Zufütterung

Einen abwechslungsreichen Auslauf vorausgesetzt, brauchen Araucana-Hühner nur wenig Zusatzfutter. Wie andere Hühner auch, freuen sich diese Tiere über ein wenig Obst oder Salat. Zudem ist es natürlich wichtig, ihnen immer frisches Wasser bereitzustellen.

Wichtig: Damit keine Futterreste in den Federbüscheln am Kopf hängen bleiben und diese womöglich verkleben, sollten Sie auf trockenes Futter achten.

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Als Qualzucht eingestuft

Araucana-Hühner gelten als genügsam und robust. Dennoch haben reinrassige Araucana-Hühner so gravierende Gesundheitsprobleme, dass die Rasse von Experten als Qualzucht eingestuft wird.

Im „Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes“ werden die problematischen Rasse-Merkmale des Araukana-Huhns aufgeführt.

So gehen die Federbommeln an den Ohren in der Regel mit Entwicklungsanomalien der Gehörgänge einher. Dabei sind diese sind oft so verkürzt, dass das Trommelfell an der Außenseite des Kopfes liegt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Küken-Sterblichkeit drastisch erhöht, wenn beide Elternteile Bommeln tragen.

Des Weiteren ist der fehlende Schwanz gleich in mehrfacher Hinsicht problematisch. Im Gutachten heißt es dazu: „Das Fehlen des Schwanzgefieders sowie caudaler Wirbelsäulenabschnitte bedingt bei schwanzlosen Hühnern Kopulationsschwierigkeiten, da für den Tretakt wichtige Gleichgewichtsstabilisatoren fehlen“.

Viele Küken sterben außerdem, weil sie aufgrund der fehlenden Bürzeldrüse nicht ausreichend wetterfest seien – so das Gutachten. Die Bürzeldrüse sitzt normalerweise im Bereich der Schwanzwurzel, dem Bürzel. Sie bildet ein öliges Sekret, das zum Einfetten des Gefieders dient und es somit unter anderem gegen Nässe schützt.

Studien haben außerdem gezeigt, dass schwanzlose Hühnerküken oft Probleme beim Kotabsatz haben. In den Daunen des Aftergefieders kann der Kot festkleben und verhärten, was im schlimmsten Fall zum völligen Verschluss der Kloakenöffnung führt.

Definition Qualzucht: Die Berliner Tierärztekammer definiert Qualzucht folgendermaßen: „Als Qualzucht bezeichnet man bei der Züchtung von Tieren die Duldung oder Förderung von Merkmalen, die mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen für die Tiere verbunden sind.“

Qualzuchten von Wirbeltieren sind nach § 11b Tierschutzgesetz in Deutschland verboten.

Araucana-Hühner kaufen

Da schwanzlose Araucana-Hühner mit Federquasten als Qualzucht gelten, plädieren Experten für ein Zuchtverbot dieser Rasse. Trotzdem werden weiterhin Araucana mit Qualzucht-Merkmalen gezüchtet und zum Kauf angeboten.

Wenn Ihnen das Wohl Ihrer Tiere am Herzen liegt, sollten Sie auf den Kauf solcher Hühner verzichten. Suchen Sie stattdessen nach Araucana-Hühnern mit Schwanz und ohne Federbommeln. Denn dabei handelt es sich meist um Mixe, bei denen andere Rassen eingekreuzt worden sind.

Herkunft der Rasse

Die Ursprünge der Araucana-Hühner liegen in Südamerika, genauer gesagt in Chile und Argentinien. Dort lebt das indigene Volk der Mapuche, das bereits seit mehreren Jahrhunderten halbwilde Hühner ohne Schwanz hält.

Früher nannte man die Einheimischen „Araucana“ – und ihre schwanzlosen Hühner wurden ebenfalls Araucana genannt. Weitere Namens-Varianten sind Araucans, Araukaner oder Araucaner.

Erstmals dokumentiert wurde die Hühner-Rasse im Jahr 1890 in Chile.

Bereits im 19. Jahrhundert gelangten die ersten Araucana-Hühner von Südamerika nach Nordamerika, um die Jahrhundertwende dann auch nach Deutschland. Im Jahr 1921 wurden sie auf der Weltgeflügel-Ausstellung im holländischen Den Haag gezeigt.

Es sollte allerdings noch eine ganze Weile dauern, bis die Südamerikaner auch hierzulande Fuß fassten. Planmäßig gezüchtet wurde die Rasse in Deutschland erst seit den 1960er-Jahren.

Schon gewusst? Lange glaubte man, dass die ersten Hühner von den spanischen und portugiesischen Eroberern in Amerika eingeführt wurden.

Neuere DNA-Analysen von Hühnerfossilien aus Chile ergaben jedoch, dass dort schon mindestens 100 Jahre vor der Eroberung Hühner lebten. Experten vermuten, dass polynesische Seefahrer die Tiere nach Amerika brachten. Daher stammen auch die frühen Vorfahren des Araucana-Huhns sehr wahrscheinlich aus Polynesien.

Steckbrief

Name Araucana (Araucans, Araukaner, Araucaner)
Gewicht Hahn 2 bis 2,5 Kilogramm
Gewicht Henne 1,6 bis 2 Kilogramm
Legeleistung circa 180 Eier pro Jahr
Mindestgewicht Brutei 50 Gramm
Eifarbe Türkis, Grün
Haltung geschlossenes Gehege, idealerweise Freigehege
Futter Futtersucher mit Zufütterung
Herkunft Südamerika
Geeignet für Anfänger, Familien
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