Strumpfbandnatter Dieser Artikel ist tierärztlich verifiziert

Gewöhnliche Strumpfbandnatter

Die Gewöhnliche Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis) ist die bekannteste Schlange ihrer Gattung.

Bisher haben Forscher 34 verschiedene Arten der Strumpfbandnatter entdeckt, die zur Gattung der Schlangen zählt. Möchten auch Sie sich eine Strumpfbandnatter zulegen? Dann entdecken Sie hier, was Sie unter anderem bei der Haltung beachten sollten.

Aussehen: Was sind die Besonderheiten der Strumpfbandnatter?

Allgemein ähnelt die lebendgebärende Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis) äußerlich der Ringelnatter. Sie zählen zu der Unterfamilie der Wassernattern (Natricinae), sind schlank und besitzen einen langen Schwanz. Die verschiedenen Arten der Strumpfbandnatter unterscheiden sich jedoch in ihren äußerlichen Merkmalen wie der Färbung und dem Körperbau.

Zu den bekanntesten Arten zählen:

  • atratus
  • brachystoma (Kurzkopf-Strumpfbandnatter)
  • butleri Butlers (Strumpfbandnatter)
  • chrysocephalus (Goldkopf-Strumpfbandnatter)
  • couchii (Couchs Strumpfbandnatter)
  • cyrtopsis
  • elegans
  • eques (Mexikanische Strumpfbandnatter)
  • errans
  • exul
  • fulvus
  • gigas (Riesenstrumpfbandnatter)
  • godmani (Godmans Strumpfbandnatter)
  • hammondii (Zweistreifenstrumpfbandnatter)
  • marcianus (Mexikanische Schwarzbauch-Strumpfbandnatter)
  • melanogaster
  • mendax
  • nigronuchalis
  • ordinoides (Nordwestliche Strumpfbandnatter)
  • postremus
  • proximus (Bändernatter)
  • pulchrilatus
  • radix (Prärie-Strumpfbandnatter)
  • rossmani (Rossmans Strumpfbandnatter)
  • rufipunctatus
  • sauritus (Bändernatter)
  • scalaris
  • scaliger
  • sirtalis
  • sumichrasti (Sumichrasts Strumpfbandnatter)
  • validus

Die meisten Arten besitzen eine dunkle Grundfarbe, die gerne auch mal grüne Einflüsse besitzt. Manche Tiere können Sie außerdem an zwei Seitenstreifen und einem Rückenstreifen erkennen. Diese erstrahlen entweder grün, blau, grau oder gelb. Andere Unterarten, etwa die Rotseitige Strumpfbandnatter, faszinieren mit einem roten Punktmuster an den Flanken. Der Bauch hingegen ist meist weiß oder grau aufgehellt.

San Francisco Strumpfbandnatter © mgkuijpers / stock.adobe.com
Die T. s. tetrataenia (San Francisco Strumpfbandnatter) wirkt mit ihrem roten Muster sehr gefährlich. Diese Art ist aber eher selten.

Größe: Wie groß werden Strumpfbandnattern?

Auch die Größe variiert je nach Art der Schlange. So erreicht die Florida-Strumpfbandnatter eine Länge von über einem Meter, wohingegen die Präriestrumpfbandnatter meist unter 80 Zentimeter groß bleibt.

Verhalten

Verhalten: Wie ist das Wesen der Strumpfbandnatter?

Natürlich ist das Verhalten von Schlangen von verschiedenen Faktoren abhängig. Dennoch gelten einige Arten dieser Nattern als besonders zahm, während andere angriffslustiger sein sollen. Zum Beispiel flüchtet die Bändernatter in Sekundenschnelle, wenn Aufregung naht. Einige Exemplare sondern zudem ein stinkendes Sekret ab, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen. Giftig ist die Strumpfbandnatter allerdings nicht.

Winterruhe: Wie findet die Überwinterung statt?

Strumpfbandnattern sind in der Regel tagaktiv und fallen in der Wildnis in eine Winterruhe. Deshalb ist es ratsam, eine künstliche Winterruhe zu erzeugen, indem Sie die klimatischen Bedingungen des natürlichen Lebensraums ab Oktober durch Einstellung der Temperatur und Tageslichtmenge nachstellen.

Während dieser Überwinterung sollten Sie Ihre Schlange anfangs in eine gepolsterte Überwinterungskiste  setzen, die in einem kühlen Raum (tagsüber 12 – 14 °C, nachts etwa 10 °C) steht. Ab Anfang November sollten Sie Ihr Tier einschließlich Kiste nun in einen Kühlschrank mit einer Temperatur von etwa 6 bis 8 °C umsetzen.

Ab Ende Dezember können Sie die Winterruhe nun abbrechen, indem Sie die gleichen Schritte in umgekehrter Reihenfolge durchführen. Allgemein frisst Ihre Schlange während des Winters nichts und Sie sollten etwa wöchentlich kontrollieren, ob es dem Tier gut geht.

Haltung

Haltung: Wie hält man eine Strumpfbandnatter richtig?

Jede Schlangenart fühlt sich in der Umgebung wohl, an die sie seit vielen Jahren in ihrer natürlichen Umgebung angepasst ist. Dementsprechend ist es nicht möglich, die Haltungsbedingungen aller Strumpfbandnattern zu verallgemeinern.

Die idealen Maße des Terrariums

Viele der Arten können Sie jedoch mit entsprechender Kenntnis in Ihren eigenen vier Wänden halten. Dazu eignet sich in der Regel ein Terrarium mit der Mindestgröße von 80 x 40 x 40 Zentimeter. Die Größe des Terrariums sollten Sie in jedem Fall an die Größe Ihrer Schlange anpassen – generell gilt jedoch der Grundsatz: Umso mehr Platz Ihre Schlange hat, desto wohler fühlt sie sich!

Das Klima im Terrarium

Für die meisten Arten der Strumpfbandnatter eignen sich ähnliche klimatische Bedingungen. Dazu zählt eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent, die Sie durch regelmäßiges Besprühen des Terrariums erreichen.

Weiterhin sollte die durchschnittliche Temperatur zwischen 22 und 28 °C liegen, die zur Nacht auf Raumtemperatur (etwa 21 °C) sinkt. Freuen tut sich Ihre Schlange allerdings auch über einen ausgewählten Platz im Terrarium, an dem sie sich tagsüber bei wärmeren Temperaturen von maximal 35 °C sonnen kann.

Die richtige Einrichtung

Die meisten Schlangen buddeln sich gerne in die Erde ein. Deshalb sollten Sie den Boden des Terrariums mit ausreichend Bodengrund wie Sand oder Kies befüllen. Ein weiteres natürliches Verhalten von Schlangen ist das Baden und Schwimmen, weshalb ein Wasserbecken nicht fehlen sollte.

Um die Einrichtung im Terrarium abzurunden, fehlen nur noch geeignete Pflanzen und Klettermöglichkeiten wie Äste oder Steine. Dekorieren Sie die Gegenstände so, dass sie zugleich Ihrem Tier als Versteck dienen können.

Fütterung

Ernährung: Was frisst die Strumpfbandnatter am liebsten?

Als Futter eignen sich je nach Alter verschiedene Futtertiere wie Fische (z.B. Filet einer Regenforelle), Mäuse, Ratten oder Wirbellose.

Jungtiere können Sie bei Futterverweigerung zunächst mit Regenwürmern oder kleinen lebenden Fischen (z.B. Guppies oder Zebrabarben) zum Fressen animieren. Nach und nach können Sie dann Fischfilet anbieten und dieses im voranschreitenden Alter durch Teile von Mäusen und Ratten allmählich ersetzen. Ab diesem Zeitpunkt sollten Sie Ihre Schlange mithilfe einer Pinzette ernähren.

Allgemein ist es ausreichend, wenn Sie junge Schlangen etwa jeden zweiten oder dritten Tag füttern. Bei erwachsenen Tieren empfiehlt sich hingegen ein Fütterungsintervall von etwa sechs Tagen.

Kauf und Kosten

Kauf: Achtung, illegale Transporte und Schwarzmarkt!

Möchten Sie sich eine Strumpfbandnatter zulegen, können Sie sich im Vorhinein über die European Garter Snake Association (EGSA) über Züchter informieren. Mit dubiosen Internetangeboten sollten Sie in jedem Fall vorsichtig umgehen, denn der Schwarzmarkt mit illegal transportierten und meist erkrankten exotischen Tieren nimmt seit Jahren kein Ende.

Wie viel kostet eine Strumpfbandnatter?

Haben Sie einen vertrauenswürdigen Züchter gefunden, der gesunde Tiere abgibt, orientiert sich der Preis an verschiedenen Faktoren (z.B. Art, Abstammung und Alter). Die Anschaffungskosten eines Exemplars beginnen bei etwa 20 Euro.

Weitere Kosten für das Terrarium, die Einrichtung sowie tierärztliche Untersuchungen sollten Sie ebenfalls einkalkulieren. Für Strom und Futter kommen abhängig von der Größe des Terrariums etwa plus minus 100 Euro an laufenden Kosten im Jahr hinzu.

Gesundheit: Wie robust ist die Strumpfbandnatter?

Die durchschnittliche Lebenserwartung von kleineren Strumpfbandnattern liegt bei etwa acht bis zehn Jahren, wobei größere Tiere auch ein bis zwei Jahre mehr auf dem Buckel haben können. Dabei spielt vor allem die Ernährung und Haltung Ihrer Schlange eine Rolle, denn Fehler können hier schnell zu Krankheiten führen.

Östliche Bändernatter © Natalia Kuzmina / stock.adobe.com
In der freien Natur fühlen sich Strumpfbandnattern besonders in Feuchtgebieten sehr wohl! Hier am Beispiel der Östlichen Bändernatter (T. sauritus).

Herkunft: Was ist der natürliche Lebensraum der Strumpfbandnatter?

Strumpfbandnattern sind in den USA, Kanada und Mexiko zu Hause. Jede Art ist an ihren jeweiligen Lebensraum angepasst, egal ob Berg oder Küste. Am liebsten halten sie sich in feuchten Umgebungen auf, etwa in der Nähe von Wasserläufen, Sümpfen und Seen. Dennoch können sie auch in weniger feuchten Habitaten wie Wäldern überleben.

Fazit: Eignet sich eine Strumpfbandnatter für mich?

Allgemein gelten die meisten Arten der Strumpfbandnatter als „einfache“ Schlangen. Besonders die T. sirtalis sirtalis, T. s. parietalis und T. radix sind beliebte Schlangen für Anfänger.

Haben Sie noch keine Erfahrung mit Schlangen gesammelt, sollten Sie sich unbedingt vor dem Kauf ausführlich mit dem Thema Schlangenhaltung auseinandersetzen. Denn dass die speziellen Tiere aufgrund falscher Haltungsbedingungen häufig erkranken, ist in Tierarztpraxen leider keine Ausnahme, sondern Alltag.

Quellen:


Franziska G., Tierärztin
Profilbild von Tierärztin Franziska Gütgeman mit Hund

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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