13. März 2017 - Aktualisiert 05. April 2018

Offenstallhaltung

pferdehaltung

Pferdehaltung

Wenn es um Pferdehaltung geht streiten sich die Geister. Entscheidend ist auf jeden Fall, dass sie artgerecht ist. Bei der Auswahl spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Doch ist die Offenstallhaltung für mein Pferd geeignet?

Boxenhaltung

Die Boxenhaltung ist die am weitesten verbreitete Art der Pferdehaltung. Die vorgeschriebene Mindestgröße einer Box ist die doppelte Widerristhöhe im Quadrat. Selbstverständlich sollte die Box so aufgebaut sein, dass kein Verletzungsrisiko besteht. Die Boxenhaltung ist ein sehr umstrittenes Thema, da viele Pferdefreunde der Meinung sind, dass die Boxenhaltung nicht artgerecht sei. Die Offenstallhaltung wird deshalb immer beliebter.

offenstallhaltung
offenstallhaltung

Vor- und Nachteile der Offenstall-Haltung

Auf der Suche nach einer artgerechten Haltung für das Lauf- und Herdentier Pferd entscheiden sich immer mehr Pferde-Besitzer für die Offenstall-Haltung. Dies hat verschiedene Gründe.

Ausgeglichenheit durch Offenstallhaltung

Es entspricht der Natur des Herdentiers Pferd, im sozialen Verband mit Artgenossen zu leben. Im Offenstall ist das möglich. Die Pferde bilden eine Herde, in der feste Bande, Sympathien, als auch Antipathien entstehen. Die Rangfolge ist eindeutig. Es kann nur einen Chef, bzw. Chefin, das Alpha-Tier geben. Alle anderen Tiere sind untergeordnet und haben einen klar definierten Platz in der Hierarchie. Das vielfältige Sozialverhalten der Tiere lässt sich in der Offenstallhaltung wunderbar beobachten. Es geht vom freundschaftlichen Kraulen, gemeinsamen Toben, über spielerische Kämpfe, ernsthaftes Hinterteil zeigen, drohendes Ohren anlegen, Schnappen, herzhaftes Beißen und Ausschlagen bis hin zum Steigen.

Robuster im Offenstall

Boxenhaltung zeichnet sich in vielen Ställen mit schlechter Klimatisierung gerade im Winter durch warm-feuchte Luft oder Zug aus. Auf die Dauer kann solch ein Klima der Pferdelunge schaden zufügen. Ein Pferd braucht es prinzipiell nicht warm. Mit seinem dichten Winterfell ist es bestens für Wind und Wetter ausgerüstet. Selbst Regen leitet das Fell durch seine Wuchsrichtung und wassersammelnden Wirbel problemlos ab. Nur zu viel Nässe, wie z.B. bei Tage langem Dauerregen, macht dem Pferd zu schaffen. Eine Unterstellmöglichkeit mit trockenem Boden ist daher auch für robuste Offenstall-Pferde notwendig.

Wie sollte ein Offenstall aussehen?

Es gibt sowohl besser als auch weniger professionell geführte Offenställe. Es kann vorkommen, dass die Pferde in tiefem nassem Schlamm stehen oder die ranghöheren Pferde die Rangniedrigeren von der Futterstelle vertreiben. Von so einem Offenstall sollten Sie lieber absehen. Krankheiten und Verletzungen der Pferde sind voraussehbar. Ein guter Offenstall ist hingegen sorgsam durchdacht. Ist er verantwortungsvoll geführt und mit entsprechendem Fachwissen angelegt ist der Auslauf trockengelegt und mit Sand oder ähnlichem Untergrundmaterial aufgeschüttet. Ebenso muss, vor allem in größeren Herden, der Fress- und Ruhebereich getrennt sein. So können auch die rangniederen Pferde in Ruhe fressen, bzw. ruhen, ohne von den Ranghöheren vertrieben zu werden. Umso größer die Herde, desto sorgfältiger muss auf diese Trennung geachtet werden, denn auch Schwächere müssen in der Herde stressfrei leben können. Wichtig ist ebenso, den Stall auf Unfallgefahren hin zu überprüfen. Gefährlich sind tote Winkel, enge Durchgänge, hervorstehende Schrauben, Nägel, herunterhängende Seile oder Drähte. Zu schnell kann es bei fehlender Fluchtmöglichkeit zu bösen Verletzungen zwischen den Tieren kommen.

Eingewöhnung und Rangordnung festlegen

Pferde, die sich nicht kennen, sollten nicht ohne Eingewöhnungszeit zusammengestellt werden. Meist gibt es sofort eine wilde Keilerei. Manchmal scheint es jedoch auch als würde alles von Anfang an gut gehen, doch der Schein kann trügen. Keines der alteingesessenen Pferde wird sich seinen Platz in der Herde vom "Neuen" streitig machen lassen. Daher ist es sehr wichtig, dass die Herde den neuen Kandidaten zuerst ein paar Wochen über den schützenden Zaun hinweg beschnuppern kann. Dazu wird am Besten ein Teil der Koppel oder des Paddocks abgetrennt.

Sanftes Eingewöhnen mit viel Zeit hilft

Martin Winzer, der seit zehn Jahren einen mit vier Sternen ausgezeichneten Offen-Laufstall betreibt, hat seine eigene Methode zum Eingewöhnen entwickelt. Sie hat ihm und seinen Pferden schon viel Ärger erspart. Nach der ersten Kennenlernphase über den Zaun, bringt er das neue Pferd auf einem separaten Paddock mit jedem Herdenmitglied einzeln zusammen. Die empfindlichen Pferdebeine schützt er mit Transport-Gamaschen. Er selbst ist immer mit Gerte dabei. Sollten zwei wüste Raufbolde zusammentreffen, kann er kontrollierend eingreifen. Schlimme Verletzungen werden so vermieden. Erst wenn die Rangordnung zwischen dem Neuen und jedem der "Alten" geklärt ist, darf der Hospitant in die Herde.

Der Offenstall-Check

Bevor Sie sich für einen Offenstall entscheiden, checken Sie folgende Punkte gründlich:

  • Gibt es einen trockenen, befestigten Auslauf?
  • Sind die Zäune in Ordnung?
  • Gibt es "tote Ecken" oder andere gefährliche Stellen?
  • Sind Futter- und Ruheplatz getrennt?
  • Kann das neue Pferd schonend an die Herde gewöhnt werden?

Wenn Sie die Punkte 1-5 positiv beantworten können, haben Sie einen adäquaten Stall gefunden. Sie können Ihrem Pferd mit einer guten Offenstallhaltung eine große Freude machen, welches es Ihnen mit guter Laune und Gesundheit sicherlich auch danken wird.

In unserem zooplus Online-Shop finden Sie alles für Ihre Pferde, wie zum Beispiel Futter, Einstreu und weiteres Pferdezubehör.

Meistgelesene Beiträge

Antennenwels

Der Antennenwels ist ein robustes und friedliches Tier, der sich sehr gut mit anderen Fischarten aus dem Amazonasgebiet verträgt. Trotzdem muss man bei der Haltung verschiedene Dinge berücksichtigen, damit sich die Tiere wohlfühlen.

Schmetterlingsbuntbarsch

In warmen Seen Venezuelas und Kolumbiens leben die Schmetterlingsbuntbarsche im klaren Wasser in Ufernähe. Die bunten Gesellen mit dem typischen schwarzen Streifen schillern in allen Regenbogenfarben und sind ein gern gesehener Gast im Süßwasseraquarium. Mit etwas Erfahrung und sorgfältiger Pflege sind die geselligen Tiere eine wunderschöne Bereicherung für die heimische Unterwasserwelt im Wohnzimmer. Unter Aquarienfreunden auch kurz als „Rami“ bezeichnet, gehört der Schmetterlingsbuntbarsch zu den Klassikern unter den Süßwasserfischen.

Skalare

Mit ihren pfeilartigen Strahlenflossen und schillernden Schuppen gehören die Skalare zu den absoluten Stars im Aquarium. Der tropische Fisch stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet und stammt aus der Familie der Buntbarsche. Wer ein Aquarium mit höher temperiertem Wasser besitzt, kann die Tiere perfekt in seiner Wohnung halten.