Minischwein (Teacup Schwein) This article is verified by a vet

Minischwein auf einer Wiese

Minischweine sind verspielt, niedlich und schlau!

Beim Anblick eines Minischweins könnten bestimmt auch Sie vor Freude quieken, nicht wahr? Doch eignet sich ein Minischwein (Teacup Schwein) überhaupt als Haustier und wenn ja, was müssen Sie beachten? Alle Antworten auf diese Fragen finden Sie hier.

Größe und Aussehen: Welche Rassen gibt es?

Es gibt verschiedene Rassen und Zuchtlinien von Minischweinen, auch Minipigs oder Teacup Schweine genannt. In der Regel denken die meisten Menschen an kleine süße Schweinchen, die ein Leben lang winzig bleiben. Doch Achtung – denn die meisten von ihnen erreichen ein Gewicht von bis zu 100 Kilogramm!

Beliebte Minischweinrassen sind:

  • Bergsträßer Knirps
  • Göttinger Minischwein
  • Kune-Kune
  • Minnesota Minipig
  • Münchner Miniaturschweine
  • Panepinto
  • Vietnamesisches Hängebauchschwein
  • Wiesenauer Miniaturschwein

Die genauen Rassestandards können Sie bei Ihrem Züchter nachfragen.

Der Charakter von Minischweinen

Minischweine sind sehr intelligente und verschmuste Tiere. Ähnlich wie andere Haustiere (z. B. Hunde) können Sie Ihrem Teacup Schwein Kommandos beibringen, gemeinsam die Umgebung erkunden oder einfach zusammen kuscheln.

Die immer beliebter werdenden Tiere haben ihren eigenen Kopf und brauchen eine sichere Umgebung mit festen Sozialpartnern. Sie vertragen sich mit vielen anderen Lebewesen, auch mit Hunden und Katzen.

Teacup Schwein spielt mit Hund
„Oink“: Viele Schweinchen lieben es, mit Hunden zu spielen.

Eignen sich Teacup Schweine als Haustiere?

Minischweine haben genauso wie ihre als Nutztiere gehaltenen größeren Verwandten besondere Bedürfnisse. Diese müssen Sie bedenken, damit Ihr Teacup Schwein gesund und glücklich bleibt. Dies schaffen Sie, wenn Sie folgende Punkte beachten:

1. Die richtige Pflege

Schweine sind entgegen des allseits bekannten Vorurteils sehr reine Haustiere. Deshalb ist es wichtig, dass Sie den Stall, den Fressplatz und die Toilette mehrmals die Woche reinigen. Neben frischem Stroh und einer Möglichkeit zum Baden benötigen Sie außerdem eine regelmäßige Klauenpflege.

Als Suhle eignet sich ein Sandkasten oder ein kleines Becken, die Sie mit Hilfe eines Wasserschlauchs oder einer Gießkanne wässern können. Möchten Sie Ihr Minischwein reinigen, tun Sie dies nur mit speziellen Shampoos für Haustiere und vermeiden Sie herkömmliche Seifen aus der Drogerie.

Minischwein badet in Wanne
Ein Bad hilft beim Minischwein gegen Parasiten.

2. Artgerechte Haltung

Minischweine gelten zwar als Haustiere, doch Sie sollten sie nicht ausschließlich in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung halten.

Bieten Sie Ihrem Vierbeiner die Möglichkeit, auch den Garten mit seiner Nase erkunden zu können. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass Ihr Schwein Ihren grünen Rasen umwälzen oder Ihre Blumenbeete umgraben könnte. Stellen Sie außerdem sicher, dass das Gelände sicher umzäunt ist und Ihr Minischwein nicht unkontrolliert das Grundstück verlässt.

An Regentagen oder bei eisigen Temperaturen freut sich Ihr Teacup außerdem über einen kleinen wetterfesten Unterstand. Bei hohen Temperaturen hingegen freut es sich über einen Sonnenschutz. Ein Zwinger ist jedoch keine artgerechte Alternative!

3. Eine ausgewogene Ernährung

Pro Tag benötigt ein Minischwein etwa ein bis zwei Prozent seines aktuellen Körpergewichts. Diese Ration können Sie auf zwei Portionen aufteilen, sodass Sie Ihr Teacup morgens und abends füttern. Das im Handel übliche Futter für Schweine ist dagegen in der Regel für die Mast vorgesehen. Es eignet sich ähnlich wie Pferdefutter nicht für Ihren Liebling.

Empfehlenswert ist ein Futter, das grob geschrotetes Getreide (Gerste, Hafer, Mais oder Weizen) enthält. Quellen Sie den Getreideschrot mit Wasser auf, sodass ein Brei entsteht. Rühren Sie nun spezielle Mineralien unter, die für Schweine bestimmt sind. Achten Sie dabei auf die Inhaltsangaben und vermeiden Sie eine Über- oder Unterdosierung!

Allgemein sollten Sie Süßigkeiten wie Schokolade oder stark gesalzene Lebensmittel aus gesundheitlichen Gründen nicht füttern. Als Leckerli eignen sich getrocknetes Brot (frisches Brot bläht auf), Trockenobst oder frisches Gemüse (z. B. Gurken, Kürbis, Salat, Radieschen, Tomaten).

Sie können auch frisches Obst anbieten. Dies sollten Sie aber nicht zu oft tun. Denn Früchte enthalten viel energiereichen Fruchtzucker.

Achtung: Egal, ob es sich um Hund oder Schwein handelt – Speiseabfälle sind wegen Tierseuchenschutz tabu! Der Grund: Gefährliche Keime sind über Lebensmittel (vor allem Fleisch) übertragbar und lassen sich nur durch starkes Erhitzen abtöten.

Bedeuten Minischweine hohe Tierarztkosten?

Die meisten Minipigs erkranken nur, weil ihre Besitzer sie nicht artgerecht halten oder füttern. So können zu niedrigere Temperaturen, eine zu hohe Luftfeuchtigkeit oder zu viel Ammoniak in der Luft zu Beschwerden in der Lunge führen.

Manchmal rutschen Minischweine auch auf glatten Böden aus oder bleiben mit ihren Klauen zwischen zu großen Spalten hängen. Stellen Sie deshalb sicher, dass alle Räume so gestaltet sind, dass Ihr Schwein sich möglichst nicht verletzen kann. Teppiche und für Kinderzimmer übliche Kantenschützer helfen Ihnen dabei.

Auch Fettleibigkeit (Adipositas) ist eine ernstzunehmende Erkrankung bei Minischweinen. Denn Haustiere mit Adipositas neigen dazu, unter anderen Beschwerden – wie einer Zuckerkrankheit oder Gelenkproblemen – zu erkranken.

Ist die Haut Ihres Schweins rot verfärbt oder hat es hohes Fieber, sollten Sie umgehend Ihren Tierarzt darüber informieren. Denn hierbei kann es sich um die Schweinekrankheit Rotlauf handeln, welche durch das Bakterium Erysipelothrix rhusiopathiae hervorgerufen wird.

Auch andere gefürchtete Schweinerkrankungen führen zu hohem Fieber, schweren Entzündungen und plötzlichem Tod. Dazu zählen die Maul- und Klauenseuche sowie die Schweinepest. Dies sind anzeigepflichtige Tierseuchen. Sie sollten sie als Schweinehalter deshalb unbedingt im Hinterkopf haben.

So finden Sie Ihr Minischwein

Minischweine können Sie bei speziellen Züchtern oder auch von privaten Personen kaufen. Je nach Rasse verlangen die Verkäufer etwa 300 Euro pro Tier.

Sau oder Eber?

In der Schweinewelt haben die Frauen die Oberhand in der Rotte. Das bedeutet, dass Eber in der Rangordnung weiter unten sind.

Eber passen nicht wie ihre weiblichen Artgenossen auf die Familie auf, sondern sind eher gemütlicher Natur. Sie müssen jedoch damit rechnen, dass Eber schwerer und größer sind, als Sauen.

Entscheiden Sie sich für ein Mädchen, haben Sie einen treuen Wegbegleiter, der Sie vor Fremden beschützen will. Ähnlich wie Hündinnen beginnt ihr Hormonzyklus alle 21 Tage neu. Während der „Rausche“ bluten sie jedoch nicht, suchen nur mehr als sonst die Nähe zu Ihnen.

Tipp: Schweine sind keine Einzelgänger, sondern Rottentiere.

Zwei kastrierte Eber oder zwei Sauen passen gut zusammen. Besonders gut harmoniert ein kastrierter Eber mit einer Sau, da sich der Eber unterordnet und so kein sozialer Stress aufkommt.

Das erste Minischwein

Die Geschichte von domestizierten, also in Menschenhand gehaltenen Schweinen, geht bis ins alte Griechenland zurück. Diese sind die Vorfahren der kleineren und leichter zu haltenden Minischweine.

Diese entstanden jedoch erst viel später, etwa in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Wissenschaftler züchteten in den 1940er-Jahren zu Versuchszwecken das erste Minischwein, das Minnesota-Minischwein. In den 1960er-Jahren kam in Deutschland eine weitere Rasse (Göttinger Minischwein) zur Welt.

Fazit: Passt ein Teacup Schwein zu mir?

Minischweine sind nicht nur süß, sondern auch die perfekten Haustiere. Doch beachten Sie: Möchten Sie Ihr Schwein artgerecht halten, müssen Sie in der Regel einige bauliche Maßnahmen durchführen. Auch die Fütterung, Pflege und Tierarztkosten (z. B. Impfungen, Behandlungen) erfordern teils hohe laufende Kosten, die Sie unbedingt vor der Entscheidung berücksichtigen sollten.


Franziska G., Tierärztin
Franziska G.

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde ich zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen sammeln. Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen. Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin. Dadurch kann ich Ängste und Probleme nachvollziehen und zugleich über diese aufklären.


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