Katzentricks beibringen: 10 Tricks für clevere Katzen!

Verfasst von Jana Schubert
Katzentricks beibringen

Beschäftigung für smarte Miezen: Viele Katzen lieben Katzentricks!

Katzen sind verspielte Tiere. Sie wollen beschäftigt und herausgefordert werden. Katzentricks eignen sich dazu optimal! Wir stellen Ihnen zehn großartige Katzentricks vor, die Sie und Ihr cleverer Stubentiger gemeinsam trainieren können.

So bringen Sie Katzen Tricks bei: Auf die Plätze, fertig, los!

Die Basis für Katzentricks bildet die klassische Konditionierung. Die Katze erlernt dabei ein bestimmtes Verhalten durch positive Verstärkung. Die meisten Fellnasen zeigen bereits im Alltag konditionierte Abläufe: Sie öffnen den Schrank, in dem der leckere Snack-Vorrat lagert? Ihre smarte Fellnase hört die Schranktür und stürmt in Erwartung der schmackhaften Happen herbei.

Dieses Grundprinzip können Sie sich für das Training der Katzentricks zunutze machen. Halten Sie eine leckere Belohnung bereit, mit der Sie die einzelnen Trainingsschritte positiv verstärken können. Dies kann auch ein schmackhaftes Trockenfutter sein. So kann sich Ihre Samtpfote einen Teil ihrer täglichen Futterration erarbeiten.

Ruhe hilft beim Lernen

Ihrer Katze Katzentricks beizubringen macht viel Spaß. Noch mehr, wenn Sie sich dafür Zeit nehmen und sich Routinen zunutze machen. Trainieren Sie immer am gleichen Ort und in absolut ruhiger Umgebung. Ohne Musik und sonstige Hintergrundgeräusche kann sich Ihr Vierbeiner am besten auf seine Aufgabe konzentrieren.

Eine Frage der Konzentration Katzentricks sind grundsätzlich für Katzen jeden Alters geeignet. Kitten und junge Katzen sind jedoch manchmal nicht in der Lage, sich ausreichend lange zu konzentrieren. Leichter wird es meist ab einem Alter von rund einem Jahr.

Wichtig für Katzentricks: Kommandos einführen

Bevor es losgeht, noch ein paar Worte zur Einführung von Kommandos. Kommandos können Sie etablieren, sobald Ihre Samtpfote den jeweiligen Katzentrick beherrscht. Wenn Sie während des Trainings sicher sind, dass Ihre Katze in den nächsten Sekunden das erwünschte Verhalten zeigen wird, geben Sie ein passendes Kommando.

Dieses kann verbal sein oder Sie machen beispielsweise immer die gleiche Geste mit der Hand. Bei verbalen Kommandos kommt es vor allem auf die Betonung an. Achten Sie darauf, dass diese immer gleich ist. Wie eine Melodie, die in Erinnerung bleibt, wird sich Ihre Katze das Kommando merken. Üben Sie so lange, bis die Katze das gewünschte Verhalten auf Kommando zeigt. Aber denken Sie daran: Der Spaß für das Tier sollte immer im Vordergrund stehen!

Keine „Leckerli-Maschine“: Belohnen Sie Ihre erfolgreich trainierte Katze nur noch dann, wenn sie den Katzentrick auf Kommando ausführt und nicht, wenn sie ihn von sich aus anbietet. Üben Sie zudem in Maßen und behalten Sie die Lekerli-Menge im Auge. Rechnen Sie die gegebenen Snacks auch immer in Futtertagesration ein.

Katzentrick Pfötchen geben © anoushkatoronto / stock.adobe.com
Einer der beliebtesten Katzentricks: Pfötchen geben!

Volle Aufmerksamkeit

Dieser Katzentrick ist auf den ersten Blick der unspektakulärste, gleichzeitig aber die Basis für unser Training. Denn hierbei verknüpfen Sie eine leckere Belohnung mit einem Geräusch, unserem positiven Verstärker. Dies kann beispielsweise ein Clicker oder ein kurzes „Plopp“ mit Ihren Lippen sein. Allerdings sollte das Geräusch immer gleich sein, damit Ihre Katze es erkennt.

Wie läuft die Konditionierung ab? Setzen Sie sich vor die Katze und werfen Sie vor ihr ein Lieblingsleckerli auf den Boden. Sie wird dafür wahrscheinlich alles stehen und liegen lassen! Ihr kleiner Tiger freut sich über die Gaumenfreude – zeitgleich geben Sie das akustische Signal. Dies wiederholen Sie einige Male, bis die Katze gelernt hat: „Dieses Geräusch zeigt an, dass gleich etwas Gutes passiert. Ich muss aufmerksam sein!“

Tipp: Erfahren Sie mehr zum Clickertraining mit Katzen

Bringen Sie Ihre Katze auf den Geschmack!

Diese Konditionierung steht immer am Anfang und es ist wichtig, dass Ihre Katze sie verinnerlicht. Wiederholen Sie die Übung so lange, bis Ihre Katze das Prinzip verstanden hat. Rechnen Sie mit einigen Tagen bis zwei Wochen Übungsdauer.

Wenn Sie im fortgeschrittenen Verlauf des Trainings nur das akustische Signal erzeugen und Ihre Katze Ihnen daraufhin erwartungsvoll ihre ganze Aufmerksamkeit schenkt, wissen Sie, dass sie nun erfolgreich konditioniert ist. Weiter geht’s zum nächsten Schritt!

Durch den Reifen springen

Ihre Katze steht vor Ihnen und Sie halten einen Reifen in Bodennähe vor sie. Locken Sie sie mit einem Leckerli durch den Reifen. An dieser Stelle müssen Sie etwas Geduld zeigen, wenn Ihre Samtpfote am Anfang dieses Katzentricks noch etwas skeptisch ist. Sobald sie sicher durchgeht, heben Sie den Reifen ein kleines Stückchen höher.

Steigern Sie dies langsam, bis die Katze springen muss, um den Reifen zu durchqueren. Läuft sie unten durch, gehen Sie nochmal einen Schritt zurück. Halten Sie den Reifen nur so hoch, wie Ihr kleiner Gefährte ohne sichtliche Anstrengung springen kann. Und achten Sie auf einen rutschfreien Boden. Teppich oder Parkett sind besser geeignet als glattes Laminat.

Tipp: Als Variante können Sie die Katze über Ihren ausgestreckten Arm springen lassen. Sitzen die jeweiligen Tricks, können Sie es bei der Geste – hochgehaltener Reifen oder Arm – belassen oder ein Kommando wie „Hopp“ einführen.

Slalom-Laufen

Beim Slalom-Laufen ist neben einer engen Bindung zwischen Mensch und Katze auch etwas Koordination von beiden Seiten gefragt. Ziel ist es, dass die Katze zwischen den gegrätschten Beinen ihres Menschen hindurchläuft. Ähnlich wie beim Sprung durch den Reifen können Sie die Katze Schritt für Schritt mit einem appetitlichen Leckerchen in die gewünschte Richtung und durch Ihre auseinanderstehenden Beine locken.

Dabei sollte die Mieze immer von der Seite des hinteren Beins starten. Besonders elegant sieht der Slalom aus, wenn sich beide fließend bewegen. Üben Sie die Bewegungen langsam ein und bringen Sie viel Geduld mit. Selbstverständlich sollten Sie darauf achten, Ihrer Katze nicht versehentlich auf die Pfoten zu treten – gehen Sie also sehr behutsam nach vorne.

Mach Sitz!

Nicht nur Hunde können Sitz und Platz! Für den Katzentrick „Sitz“ halten Sie Ihrer stehenden Katze ein Leckerli oder ein interessantes Spielzeug über den Kopf und bewegen es, wenn die Samtpfote aufmerksam wird, leicht nach hinten.

Die meisten Katzen werden sich automatisch hinsetzen, um die Beute im Blick zu halten. Belohnen Sie dies sofort mit etwas Leckerem und akustischer Verstärkung. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Katze immer dann, wenn sie sich zufällig in die Sitz-Position begibt, mit Leckerli und akustischem Signal zu belohnen.

Immer zeitnah belohnen

Denken Sie daran, dass dies nur Sinn macht, wenn Sie Ihre Fellnase unmittelbar nach dem Hinsetzen belohnen. Wenn Sie erst noch in die Küche laufen und ein Leckerli suchen müssen, fällt der Lerneffekt aus.

Entweder haben Sie die Belohnung also immer griffbereit oder Sie nutzen bestimmte Situationen, von denen Sie wissen, dass Ihre Katze sich bald hinsetzt. Diese Methode nennt sich „Capturing“. Man verstärkt erwünschtes Alltagsverhalten positiv.

Merke: Sitz ist eine gute Ausgangsposition für weitere Tricks!

Mach Platz!

Um Ihrer Katze Platz beizubringen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So können Sie zum Beispiel ein Leckerli in die Hand nehmen, dies langsam auf den Boden legen und festhalten. Ihre Katze wird sich vermutlich irgendwann davorlegen. Geben Sie das Leckerli zu Beginn bereits bei ersten Anzeichen zum Hinlegen frei. So locken Sie sie immer weiter in die Liegeposition.

Bestärken Sie erwünschtes Verhalten mit dem gewohnten akustischen Signal. Hat Ihre Katze verstanden, was von ihr erwartet wird, können Sie ein Kommando einführen – hier eignet sich die Geste der nach unten geführten Hand besonders gut. Auch für den Katzentrick „Platz” können Sie alternativ Capturing (siehe Sitz) anwenden. Beispielsweise, wenn Sie wissen, dass Ihr tierischer Gefährte sich zu einem entspannten Sofaabend zu Ihnen gesellen wird.

Rolle machen

Ausgangslage für diesen Katzentrick ist Platz. Liegt Ihre Katze also vor Ihnen, bewegen Sie eine Hand langsam so über sie, sodass sie, um der Hand mit Blicken folgen zu können, eine seitliche Drehung auf den Rücken ausführen muss. Die ausführende Hand hält dabei kein Leckerli, die andere jedoch schon. Jede Bewegung in die richtige Richtung wird umgehend mit einem kleinen Leckerbissen sowie einem akustischen Signal belohnt. Wiederholen Sie das Prozedere so lange, bis die Katze eine vollständige Rolle durchführt.

Achtung: Üben Sie die Rolle immer von der gleichen Seite aus! Wenn Sie den Katzentrick beidseitig ausführen möchten, müssen Sie beides getrennt trainieren. Starten Sie mit einer Seite, um bei Ihrer Katze keine Verwirrung zu stiften. Hat Ihre Fellnase den Trick verinnerlicht, können Sie entweder ein akustisches Kommando einführen oder es bei der über die Katze geführten Hand belassen.

Pfötchen geben

Einer der beliebtesten Katzentricks ist sicher Pfötchen geben. Aber wie machen wir ihn der Katze schmackhaft? Am besten kann sie bereits Sitz. Denn so ist sie in der optimalen Ausgangsposition. Sitzt der kleine Racker also vor Ihnen, legen Sie eine Hand flach auf den Boden und belohnen jedes Interesse an der Hand mit einem akustischen Signal sowie einem Leckerli. Im nächsten Teilschritt verstärken wir das Schnuppern der Katze an der flach liegenden Hand. Schnuppert sie zuverlässig für mehrere Trainingsintervalle, gehen wir erneut einen Schritt weiter.

Nun muss die Katze mit Ihnen „pföteln“, bevor es ein Leckerli gibt: Legen Sie dazu die Hand wie gewohnt flach vor die Katze. Bekommt diese nach dem Schnuppern nicht wie gewohnt ein Leckerli, wird sie experimentieren und früher oder später Ihre Hand mit der Pfote berühren. Jetzt ist die richtige Zeit für die positive Verstärkung! Steigern Sie die Länge nach und nach, indem Sie erst nach zwei oder drei Sekunden Pfötchen geben belohnen und schließlich die Hand langsam etwas anheben. Beherrscht Ihr cleveres Kätzchen dies, können Sie ein Kommando einführen.

High Five

Für das berühmte „Gib-mir-fünf!“ sollte Ihre Katze bereits die Katzentricks Sitz und Pfötchen geben können. Dann sind es nur noch wenige Schritte zum ersehnten Pfotenschlag: Heben Sie einfach beim Pfötchen geben die Hand mehr und mehr nach oben und drehen Sie sie dabei in die High-Five-Position.

Belohnen Sie Ihren vierbeinigen Trainingspartner auf diesem Weg Schritt für Schritt mit akustischem Signal und Leckerli. Ist der Vierbeiner irritiert, gehen Sie nochmal zurück zum klassischen Pfötchen geben, bevor Sie erneut langsam voranschreiten. Wenn Ihre Katze den Katzentrick beherrscht, können Sie ein Kommando einführen – oder aber einfach die ausgestreckte Hand als solches verwenden.

Männchen machen

Für den Katzentrick Männchen machen halten Sie einen Leckerbissen etwas über den Kopf Ihrer Katze. Viele Vierbeiner setzen sich nun automatisch auf die Hinterpfoten, um in den Genuss der kleinen Beute zu kommen. Bestärken Sie die Katze mit Clicker oder dem bekannten Verstärkungs-Signal, wenn sie sich in die richtige Richtung – nach oben – bewegt.

Wichtig: Belohnen Sie nicht das Einsetzen der Krallen, sondern nur die Versuche, bei denen die Katze ihre Samtpfoten zeigt. Sonst holen Sie sich künftig Kratzer bei diesem Katzentrick.

Je nach erwünschtem Ziel können Sie nun an den Feinschliff gehen: Ihr Stubentiger soll beispielsweise kurz in der Männchen-Position verharren. Belohnen Sie ihn immer, wenn er etwas länger bleibt, mit einem zusätzlichen Leckerli. Schließlich können Sie ein Kommando mit dem Katzentrick verbinden.

Komm her!

Als Katzenhalter kennen Sie es vermutlich: Unsere geliebten Samtpfoten kommen zuverlässig, wenn man sie ruft. Allerdings nur, sofern sie Lust dazu verspüren. Mit etwas Training können Sie die Erfolgsrate drastisch steigern. Zumindest, wenn Ihre Katze in Trainingsstimmung ist …

Auf Kommando herbeikommen: ein eindrucksvoller Katzentrick!

Setzen Sie sich vor Ihrer Katze auf den Boden und zeigen Sie ihr die Leckerbissen in Ihrer Hand. Wenn die Katze zu Ihnen kommt, geben Sie ihr einen Leckerbissen und das Kommando. Setzen Sie sich um und wiederholen dies bis zu zehnmal. Ende der ersten Trainingseinheit.

In einer der nächsten Trainingseinheiten können Sie dann nur „Komm her!“ sagen und verstecken die Leckerei. Wenn die Katze kommt, geben Sie ihr die ersehnte Belohnung, passiert nichts, müssen Sie einen Schritt zurück gehen.

Tipp: Bei diesem Katzentrick ist nicht unbedingt ein akustisches Signal wie ein Clicker notwendig. Doch sie können es zusätzlich einsetzen: Belohnen Sie Ihre Katze bei jedem Schritt in die richtige Richtung mit dem bestärkenden Geräusch.

Fazit zu Katzentricks

Spaß steht immer im Vordergrund jeglichen Trainings mit Katzen. Am besten üben Sie täglich oder alle zwei Tage für einige Minuten mit Ihrem vierbeinigen Gefährten. Sie können sich auch eine feste Anzahl von Leckerlis pro Trainingsintervall zurechtlegen. Denken Sie immer daran: Das Timing ist entscheidend. Belohnen Sie erwünschtes Verhalten sofort!

Trick 17 Sicher erlernte Tricks lassen sich auch in den Alltag integrieren: Ihre Katze wartet hungrig auf ihre leckere Mahlzeit? Dann lassen Sie sie einen kleinen Trick machen, bevor Sie den gefüllten Napf vor ihr abstellen.

Beenden Sie die Übungen immer mit einem Erfolgserlebnis für die Katze, auch wenn dies bedeutet, nochmal einen Schritt zurückzugehen. Leckt Ihr Trainingspartner sich während einer Übung das Fell, sollten Sie ebenfalls einen Schritt zurückgehen. Solche und ähnliche Verhaltensweisen sind Übersprunghandlungen und zeigen an, dass Ihr Vierbeiner nicht weiß, was nun von ihm erwartet wird. Wiederholen Sie bekannte Katzentricks regelmäßig, damit Ihre Mieze sie nicht verlernt.


Jana Schubert
Profilbild von zooplus Magazin Autorin Jana Schubert

Schon als Baby habe ich lieber mit unserer Perserkatze gekuschelt als mit meinem Teddy. Später ging ich meinen Eltern so lange auf die Nerven, bis ich ein Pferd adoptieren durfte. Mit meinen Tieren habe ich viel erlebt. Und auch wenn das Leben mit Tieren nicht immer einfach ist, kommt für mich kein anderes in Frage. Denn Tiere berühren mich an einer Stelle meiner Seele, wo sonst nichts und niemand hinkommt. Diesen Zauber spüre ich sogar, wenn ich über Vierbeiner schreibe. Ich hoffe, etwas davon kommt bei Ihnen an.


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